Sieben Tage von Deon Meyer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel 7 Dae, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Rütten & Loening.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.

  • Kapstadt: Human & Rousseau, 2011 unter dem Titel 7 Dae. 432 Seiten.
  • Berlin: Rütten & Loening, 2012. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 978-3352008382. 432 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2012. Gesprochen von Frank Engelhardt. ISBN: 386804728X. 5 CDs.

'Sieben Tage' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Bennie Griessel ist zurück. Seine Beziehung zu seiner Frau ist endgültig gescheitert, doch er hat eine neue Liebe Alexa Barnard, die ehemals erfolgreiche Sängerin. Alexa, die wie Benny dem Alkohol verfallen war, arbeitet an einem Comeback. Benny versucht an ihrer Seite zu sein doch dann wird von einem Heckenschützen auf offener Straße ein Polizist ins Bein geschossen. Was soll dieses Attentat? Bald erhält die Polizei E-Mails, in denen der geheime Schütze verkündet, dass er jeden Tag auf einen Polizisten schießen wird, bis der Mord an einer jungen Anwältin aufgeklärt wird. Griessel hat sieben Tage, um den Mord an Hanneke Sloet aufzuklären. Die Uhr tickt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schon war es wieder ein Thema. Jissis!« 78°

Krimi-Rezension von Marcel Feige

Bennie Griessel, gestürzter, mit sich und der Welt hadernder Held aus Der Atem des Jägers und Dreizehn Stunden, hat seit fast einem Jahr keinen Alkohol mehr angerührt. Auch seine neue Freundin Alexa Barnard, einst eine erfolgreiche Sängerin, ist seit mehreren Monaten trocken. Der bevorstehende Abend ist deshalb ein besonderer: Alexas Comeback steht bevor.

 Doch daraus wird nichts, denn Bennies Kommandeur bestellt ihn zum Dienst. Ein Heckenschütze droht, alle 24 Stunden auf einen Beamten in Kapstadt zu schießen, sollte die Polizei nicht endlich den Mörder der erfolgreichen Juristin Hanneke Sloet verhaften. Angeblich, so behauptet der Attentäter, stehe der Mörder unter dem Schutz der südafrikanischen Politik.

 Tatsächlich aber scheinen die mit dem Fall betrauten Beamten trotz intensivster Bemühungen nicht einen einzigen Hinweis auf Sloets Mörder gefunden zu haben, zumindest ist dies Bennies Erkenntnis, nachdem er sich durch die Ermittlungsakten gewühlt und die Gespräche mit Sloets Angehörigen und Kollegen wiederholt hat.

 Dieses Aufkochen bereits bekannter Fakten ist notwendig, lähmt die eigentliche Thrillerhandlung allerdings auf den ersten 50, 60 Seiten. Trotzdem legt man den Roman nicht aus den Händen, denn natürlich ist klar, dass Bennie früher oder später auf eine neue Spur stoßen wird. Außerdem überspielt Deon Meyer den dramaturgischen Hänger geschickt, indem er Bennie immer wieder auch mit seinen privaten Problemen konfrontiert: mit seinem Sohn Fritz (der sich ein Tattoo stechen lassen möchte, was seine Schwester Carla gar nicht toll findet), mit seiner Tochter Carla (die sich über ihren Bruder echauffiert, aber selbst einen tätowierten Freund hat) und mit Alexa, die – alleine gelassen – wieder rückfällig wird. Sowieso ist dies eine der Stärken Meyers: das Ausleuchten seiner Figuren, nicht zu intensiv, dass es langweilt, aber trotzdem fesselnd genug, dass der Leser mitleidet.

Und dann ist da natürlich noch der Heckenschütze, in dessen Kopf der Leser immer wieder blicken darf und dort allerlei Widersprüchlichkeiten feststellt. Was treibt diesen Attentäter an? Sind es tatsächlich Korruption und Gewalt, die seit dem Ende der Fußball-WM wieder an jeder Ecke lauern, seit die Bemühungen, das Land auf Hochglanz zu polieren, erloschen sind? Ist wieder alles beim Alten?

Hautfarbe, ständig ging es um die Hautfarbe, egal was man tat oder dachte, oder sagte, schon war es wieder ein Thema. Jissis!

Umso überraschender, dass die Auflösung von Sieben Tage konventionell daherkommt. Die Anschlagserie und der Mord an Hanneke Sloet haben weder mit den Seilschaften zu tun, die das Ende der Apartheid überdauerten, noch mit den gesellschaftlichen Zuständen im heutigen Südafrika, die Deon Meyer über weite Teile seines Romans ausbreitet. Es sind die bereits aus anderen Kriminalromanen sattsam bekannten, zwischenmenschlichen Motive: Sex, Eifersucht, Rache, angeheizt durch moderne Medien wie Facebook oder Twitter, die auch in Südafrika den Alltag der Menschen bestimmen.

Vielleicht ist genau das auch die Moral der Geschichte: Am Ende ist Südafrika ein Land wie jedes andere auch.

Denn wenn Roger Smith so etwas ist wie der Totengräber Südafrikas, dann ist Deon Meyer der Hoffnungsträger. Zwar fließen in seine Romanen die politischen und sozialen Missstände seines Heimatlandes ein, aber er zeichnet bei weitem kein so gnadenloses und dystopisches Bild wie Kollege Smith. Deon Meyer lässt den Leser immer auch die Schönheiten Südafrikas erkennen.

Nur konsequent, dass Bennie Griessel zu guter Letzt auch wieder zu seiner Alexa findet – und beide zu dem Glauben, dass ihnen und ihrem Land eine Zukunft vergönnt ist.

Fazit: Zwar ein konventioneller Thrillerplot, aber dank Deon Meyers Gespür für Figuren und Kulissen immer noch weit über dem Krimistandard, der ansonsten unsere Buchregale flutet.

Marcel Feige, Dezember 2012

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Martha66 zu »Deon Meyer: Sieben Tage« 03.04.2014
Cover:
Das Cover ist sehr gut aufgemacht. Es spricht einen sofort an und läßt einen zugreifen, um mehr zu erfahren.

Inhalt:
Die Polizei von Kapstadt herhält eine E-Mail mit der Nachricht, das jeden Tag ein Polizist angeschossen wird, bis das der Mörder, der Anwältin Hanneke Sloet angeklagt wird.Bennie Griessel bekommt den ungeklärten Mordfall von der Juristin Hanneke Sloet zugeteilt, er hat sieben Tage Zeit den Täter zu finden.
Bennie hat auch private Probleme und muss diese zusätzlich in den Griff bekommen. Griessel hatte ein Alkoholproblem und ist seit über 270 Tagen trocken. Zudem liebt er Alexa, die rückfällig geworden ist.

Mein Leseeindruck:
Sieben Tage war mein erster Thriller von Deon MeyeMr. Obwohl dies der dritte Teil mit dem Ermittler Bennie Griessel ist hatte ich keine Schwierigkeiten in diesen Thriller einzusteigen. Es ist nicht nötig die ersten zwei Teile („Der Atem des Jägers“ und „Dreizehn Stunden“) zu lesen, denn ein jeder Thriller ist für sich ein abgeschlossenes Buch
.Das Buch ist sehr fließend geschrieben und somit leicht zu lesen, man fliegt regelrecht über die Seiten dieses Thriller. Von der ersten bis zur letzten Seite steckt dieses Buch voller Spannung, man grübelt und fiebert mit. . Die Charaktere ein jeder Person wird detailreich und interessant beschrieben, so dass man sie sich vorstellen kann.

Fazit:
„Sieben Tage“ kann ich jedem Thriller- und Krimifan empfehlen. Von mir volle Sternenzahl.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Darix zu »Deon Meyer: Sieben Tage« 01.04.2014
Bennie Griessel ist auf der temporeichen Suche nach dem Heckenschützen, der ankündigt, jeden Tag auf einen weiteren Polizisten zu schießen. Bennie selbst, lebt mit Zweifeln, in einer neuen Beziehung(skrise) und mit sich und seinen Fähigkeiten als Polizist im unreinen.
Griesel wird abrupt mit der Lösung des Falls, beauftragt zur die Ermordung von Anwältin Hanneke Sloet. Wie in seinen vorhergegangenen Fällen arbeitet er wieder gegen politische Einflussnahme und gegen südafrikanisches Proporzdenken. Dieses Mal kommen Wirtschaftskriminalität, Sumpf und Rassendiskriminierung hinzu.
In seiner Ermittlungsarbeit geht er weniger analytisch und kombinierend vor, sondern lebt von seiner Intuition, dem sich treiben lassen, Situationen desmenschlichen Handelns aufnehmend.
Der Zeitfaktor, das Tempo des Plots erinnert in der Methodik an seinen Vorgänger Roman 13 Stunden. Erneut steht der Ermittler unter gehörigem Zeitdruck, seine Arbeit wird durch politisch motivierte Einflussnahme beeinträchtigt. Seine persönlichen Schwierigkeiten, seine Selbstzweifel insbesondere sein schlechtes Gewissen gegenüber seiner alkoholkranke Partnerin beeinflussen sein Handeln.
Die Frage nach den Motiven der Täter, der Beschreibung der sozialen Verhältnisse in Südafrika sind die Stärken von Sieben Tage. Meyer versteht es die Suche und Jagd nach dem Täter und die besonderen Lebensumstände in Südafrika darzustellen. Das aktionsreiche Finale zeigt einige Überraschungen und Wendungen. Der Thriller ist gelungen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sturmleser zu »Deon Meyer: Sieben Tage« 11.06.2013
Also am Anfang ganz schön zäh durchs reine Beschreiben der Faktenlage. Gut finde ich allerdings, dass immer wieder auf Bennies Vergangenheit angespielt wird. Die Rolle der Alexa finde ich etwas schwach und auch zu wenig einnehmend. Insgesamt mäßig zu lesen, da die Afrikaans Sprache und die nachzulesenden Begriffe für mich nervig sind und so immer wieder die Spannung unnötig verloren geht. Das Buch enthält zusätzlich viel Politk-Verwandte-Themen und als Laie der davon nichts versteht von Transaktionen usw. helfen wir leider auch nicht die vereinfachten Erklärungen. Leider wird dies häufig wieder aufgegriffen und nimmt wieder die Spannung raus. Auch das Ende finde ich etwas zu lasch geraten. Der Schütze muss die Ermittler erst auf seine Spur führen. Auch das hin und her der Ermittlungen regt nicht zur Spannung an sondern wird nach 5 vergessenen Schritten in den Ermittlungen nur noch nervig. Ich hatte in der Mitte des Buches einmal echt mit mir gekämpft ob ich weiterlese.
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