Rote Spur von Deon Meyer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Spoor, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Rütten & Loening.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Kapstadt: Human & Rousseau, 2010 unter dem Titel Spoor. 544 Seiten.
  • Berlin: Rütten & Loening, 2011. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 978-3352008108. 496 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2011. Gesprochen von Heikko Deutschmann. ISBN: 3862311228. 5 CDs.

'Rote Spur' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Lemmer, seines Zeichens Bodyguard, lebt zurückgezogen in der Karoo. Widerstrebend nimmt er den Auftrag an, den Transport zweier Spitzmaulnashörner aus Simbabwe zu bewachen. Die Tiere sind wegen ihrer Hörner Gold wert. Zu dritt brechen sie von der simbabwischen Grenze aus auf: Lourens, der Fahrer, Lemmer und Cornél, die junge Wildhüterin. Doch unterwegs werden sie überfallen – von dem Drogenboss Inkunzi. Die Angreifer suchen etwas, Diamanten, die sie aber nicht finden. Inkunzi schießt einen seiner bereits toten Leute mit Lemmers Pistole in den Kopf. Und dann verschwindet Cornél mit den kostbaren Steinen und Lemmers Waffe. Plötzlich hat er ein Problem: Man könnte ihn als Mörder überführen, bekommt er seine Waffe nicht zurück.

Das meint Krimi-Couch.de: »Die kleinen, unscheinbaren Zufälle« 92°Treffer

Krimi-Rezension von Marcel Feige

Der NIA, der nationale Nachrichtendienst Südafrikas, soll aufgelöst werden und mit anderen Behörden zu einem Supergeheimdienst fusionieren. Doch die Direktorin Janina Mentz wittert eine Chance, die Eigenständigkeit ihres Nachrichtendienstes zu erhalten, als ihre Spione über Diamantenschmuggler und Waffenschieber auf die Spur von Islamisten kommen, die im Vorfeld der Fußball-WM 2010 einen terroristischen Anschlag planen.

Etwa zur gleichen Zeit erhält Lemmer, der aus Deon Meyers Weißer Schatten bekannte Bodyguard, einen ungewöhnlichen Auftrag: Diesmal soll er keine Menschen beschützen, sondern zwei der seltenen Spitzmaulnashörner auf ihrem Weg von Simbabwe in ein neues, schützendes Reservat im südafrikanischen Outback. Als unterwegs aber eine berüchtigte wie brutale Straßenbande Lemmers auflauert und er oberdrein von seinem Auftraggeber gelinkt wird, gilt seine Sorge nicht mehr nur dem Arten-, sondern auch seinem eigenen Schutz.

Nicht viel später fasst die jahrelang von ihrem Mann und Sohn erniedrigte Milla Strachan einen Entschluß. Sie will ihr Leben neu sortieren, sucht sich eine eigene Wohung und findet einen neuen Job: ausgerechnet beim südafrikanischen Geheimdienst NIA, wo sie verstrickt wird in einen seltsamen Fall von Schmuggel, Diebstahl – und unverhoffter Liebe, die ihr neues Leben auf den Kopf stellt, mehr als sie erhofft hat.

Kurz darauf quittiert der aus Der traurige Polizist bekannte Mat Joubert seinen ernüchternden Dienst als Kommissar und beginnt einen Job als Privatdetektiv. Sein Auftrag: Den spurlos verschwundenen Gatten von Tanja Flint finden, einem Bertriebsleiter bei den Busbetrieben Kapstadts. Ein unscheinbarer Mann, der eigentlich eine glückliche Ehe führte, dennoch der Versuchung nicht widerstehen konnte – und sich dabei mit den falschen Leuten einließ.

Eigentlich sind es vier eigenständige Geschichten über vier von Angst, Schuld, Sühne und Resignation getriebene Menschen, die der südafrikanische Autor Deon Meyer in seinem Roman erzählt. Rote Spur ist deshalb auch in vier unabhängige Teile gegliedert, die Meyer dennoch auf faszinierende Weise, immer wieder nur durch kleine, unscheinbare Zufälle, miteinander zu verknüpfen weiß – ohne dass er sie für seine Protagonisten zu einem alles vereinenden, auflösenden Happy-End führt.

Was nur konsequent ist, denn so wie die Figuren nach über 600 Seiten vor offenen Fragen stehen, blickt der Leser auf ein vordergründig schillerndes, nach einem seit Jahren währenden Wandel aber zutiefst zerrissenes Landes. Dieses ist bei Deon Meyer freilich nicht so blutig und brutal wie bei beispielsweise einem Roger Smith. Anders als Smith setzt Meyer nach wie vor seine Hoffnung auf das »Gute« der südafrikanischen Seele. Was nicht bedeutet, dass er seine Finger nicht in die Wunden legt, die auch zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid am Kap noch schwären.

Aber das Resultat ist ein vielschichter, packender, großartiger Roman.

Marcel Feige, Dezember 2012

Ihre Meinung zu »Deon Meyer: Rote Spur«

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Leselöwin zu »Deon Meyer: Rote Spur« 02.11.2014
Die überwiegend positiven Besprechungen wundern mich sehr, denn ich finde diesen Roman unsagbar langweilig. Die Handlung ist total verworren, und es gibt ellenlange
Schilderungen, die die Handlung nicht weiterbringen. Man kann kaum glauben, dass dies derselbe Autor ist, der einen so spannenden Krimi wie "Der Atem des Jägers" geschrieben hat.
Klaus Christ zu »Deon Meyer: Rote Spur« 18.08.2013
Mein erstes Buch von DM (gibt es nun auch als TB): Faszinierend. Vielleicht einige Längen, vielleicht wäre etwas weniger mehr gewesen - aber trozdem: Packende Lektüre. Man kann diesen Teil Südafrikas quasi spüren - tolle Arbeit. Deutlich überdurchnittliche Spannungsliteratur! Ich werde mir die älteren Werke von DM jedenfalls besorgen.
schatzili zu »Deon Meyer: Rote Spur« 11.07.2012
deon meyer ist das beste, was ich in den letzten jahren gelesen habe. ich finde, dass seine bücher durchaus unterschiedliche qualitäten haben, bin aber noch nie enttäuscht worden. er hat eine liebevolle art, seine figuren darzustellen, deren leben und ihre aufgaben. es ist amüsant zu lesen, wie er den geheimdienst auf die schippe nimmt und ich konnte mir beim lesen so manches schmunzeln nicht verkneifen. ich finde es wunderbar, die sympathischen figuren in (fast) allen büchern immer wieder zu treffen und deren lebensfortschritt mitzuerleben.
für mich das beste nach stieg larsson. ich freu mich schon auf weitere literatur von deon meyer.
mostly2harmless zu »Deon Meyer: Rote Spur« 25.06.2012
„Rote Spur“ unterteilt sich in 4 Teile, die sich Wendepunkten im Leben von 3 Personen widmen. Zu Beginn steht das erste von 2 Kapiteln über Milla Stachan, einer frustrierten Hausfrau und Mutter, die aus ihrer behüteten Existenz ausbricht. Milla landet als Recherchefrau bei einem Geheimdienst, ein Kunstgriff, der es Deon Meyer ermöglicht, ein Geflecht an Geheimdienstaktivitätn, islamistischen Extremisten und organisierter Kriminalität auszubreiten. Auf besondere Tiefe oder analytischen Blick für die Strukturen dieser Bereiche hofft man jedoch vergebens. Man erhält durchschnittliche Thrillerkost, gefällig geschrieben. Aus diesem Grund ist auch der 2. Teil, über Lemmer, einen Personenschützer, der einen Nashorntransport begleitet und dabei in eine Schmuggelaffäre herein gezogen wird, der beste Teil. Teil 3 geht weitgehend in eine ähnliche Richtung, die schon im ersten Teil eingeführte Milla, bricht nun endgültig aus allen „bürgerlichen“ Strukturen aus, beginnt eine Liebesaffäre mit einem Outlaw und Schmuggler, der nebenbei als CIA-Agent verdächtigt wird. Wem das zu unrealistisch erscheint, sollte nicht bis zum Showdown lesen. In jedem Fall läßt sich sagen, dass der Figur der ausbrechenden Hausfrau die besondere Sympathie des Autors gehört. Teil 4 ist ein Polizeikrimi, Wendepunkt im Leben von Mat Joubert war der Abschied als Offizier aus dem Polizeidienst. Das Buch beschreibt seinen ersten Fall als Privatermittler einer großen Detektei und zeigt ihn noch ganz dem Denken eines Polizisten verhaftet. Er schwimmt sich frei, löst den Fall und verknüpft alle losen Enden des Buches. Und er ist schnell, er hat alles erledigt, bevor das Budget der Klientin aufgebraucht ist. Die Geschichte kommt allerdings eher gemächlich daher.Das Buch als ganzes betrachtend, kann man sagen, ein flüssig geschriebener Thriller, der seine stärksten Phasen hat, wenn die Hauptfiguren in Bewegung sind und der auf übermäßige und unnütze Gewaltbeschreibungen verzichtet. Die Handlung ist in ein realistisches Umfeld eingebettet, das aber mangels analytischer Schärfe Dekoration bleibt.
Rooikat zu »Deon Meyer: Rote Spur« 04.04.2012
Baiba,
Die Kritik an den Übersetzungsfehlern mag gerechtfertigt sein - soweit mir bekannt ist, werden Meyers Afrikaans-Romane aus dem Englischen übersetzt, nicht aus der Originalsprache. Druck- bzw. (Recht?)schreibfehler gibt es in Ihrem Text mehr als genug.
Ich lese die DM-Bücher übrigens in der Originalversion. Da wird saftig und ursprünglich geflucht, die Schilderungen des Stadt- und Landlebens sind treffend (ich mochte die Passagen über die Karoo).
Inzwischen gibt es einen neuen Bennie-Griessel Krimi: 7 Dae (7 Tage). Sehr spannend. Fo...faux pas!
baiba zu »Deon Meyer: Rote Spur« 05.10.2011
die rote spur...der titel erschliesst sich mir auch nach beenden des buches nicht richtig. aber was soll´s. denn: hier in diesem thriller, hat meyer sich einfach verzettelt! zu viele themen und probleme in ein buch zu packen, kann nach hinten losgehen. die handlunsgsstränge sind jeweils viel zu ausführlich geraten. jede noch so unwichtige randfigur wird zu detailliert charakterisiert. meyer verfängt sich in vielen einzelheiten.
bis endlich etwas spannung aufkam, war auch schon der erste teil vorüber und somit über 100 seiten. dann, im 2. teil, in dem der personenschützer lemmer ins spiel kam, wurde an der action-schraube kräftig gedreht. aber auch hier blieb vieles stecken, da zu viele verzweigte nebenhandlungen...und manche szenen waren geradezu grotesk lächerlich. ich weise nur auf den einbruch in sandton hin...unrealistisch vom einstieg ins haus bis zum bitteren ende dort...völlig absurd.
im 3. teil hatte man endlich den durchblick und all die vielen unterschiedlichen personen,organisationen,syndikatsmitglieder samt spitznamen, sagten einem was...es hätte richtig schön packend werden können...aber da webt meyer eine total unsinnige,unlogische liebesgeschichte in den agententhriller...und läßt die verliebte frau ausführlich ihr emotionales innenleben beschreiben...
im letzten teil läßt er dann mat joubert auftauchen und widmet ihm, seiner frau, seinem neuen job und , achja, seinem ersten fall als privatermittler, sooo viel zeit.dass man sich über viele seiten fragt: häää? bin ich nun in einem komplett neuen buch gelandet? der zusammenhang zu den vorherigen teilen der geschichte bleibt lange,lange unklar. spannung kommt erst auf den allerletzten seiten wieder auf...aber da war ich schon so entnervt, dass ich nur noch schnell das buch beenden wollte.
fazit: meyer kann´s besser!! hier hat er sich "verhoben". aus dem stoff hätte er mal lieber 2 separate bücher gemacht.
statt agententhriller, midlife-crises-lovestory, verfolgungsjagd,schmugglerstory und detektivgeschichtchen in einem zu präsentieren.schade auch, die vielen druckfehler und teilweise wohl auch schlechten übersetzungen. das trübt den lesefluß und diese kritik geht an den deutschen verlag! wenn man knapp 20 euro für ein hardcover bezahlt, darf der leser ein buch erwarten, das besser korrigiert/redigiert/überarbeitet wurde.
tuppjupp zu »Deon Meyer: Rote Spur« 29.09.2011
sehr spannend - vier handlungsstränge die zusammenführen - wie immer sehr schnell geschrieben, als leser kommt man nicht wirklich zur ruhe. es ist vorteilhaft vorherige meyer-romane gelesen zu haben - mit ausnahme von bennie griesel tauchen alle akteure auf - meyer-novizen sie das buch aber ebenfalls empfohlen
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