Wer Blut vergießt von Deborah Crombie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel The sound of breaking glass, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 15 der Duncan-Kincaid-Serie.

  • New York: William Morrow, 2013 unter dem Titel The sound of breaking glass. 368 Seiten.
  • München: Goldmann, 2013. Übersetzt von ?. ISBN: 978-3-442-47466-0. 400 Seiten.

'Wer Blut vergießt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein eisiger Januartag in London, eine übel zugerichtete Leiche, der Beginn einer geheimnisvollen Mordserie. London an einem eisigen Tag im Januar: Detective Inspector Gemma James und ihre neue Assistentin Detective Sergeant Melody Talbot werden zu einem Tatort gerufen: Rechtsanwalt Vincent Arnott liegt tot in einem Hotelbett, er wurde mit einem silbernen Schal stranguliert, seine Hände sind an die Bettpfosten gefesselt. Ein Sexspiel mit tödlichem Ausgang oder ein Verbrechen? Als jedoch kurz darauf ein Staatsanwalt auf dieselbe Weise zu Tode kommt, ist klar, dass es sich um Mord handelt. Haben es Gemma und Melody mit einer Serienkillerin zu tun?

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Krimi-Rezension von Silke Wronkowski

Ein neuer Fall für DI Gemma James: Im Stadtteil Chrystal Palace im Londoner Süden wird eine männliche Leiche in einem heruntergekommenen Hotel entdeckt, fein säuberlich verschnürt. Schnell wird ihr und ihrer Assistentin DS Melody Talbot aber klar, dass ein fehlgeschlagenes Bondage-Sexspiel so gar nicht zu dem biederen und unbeliebten Opfer Vincent Arnott, Prozessanwalt, passen will, obwohl er ein dunkles Geheimnis zu haben scheint, während er daheim akribisch und über-fürsorglich seine an Alzheimer erkrankte Ehefrau pflegt. Als dann ein weiterer Mord auf ähnliche Weise an einem jungen Anwaltsreferendar in Kennington passiert, muss das Rätsel um die Gemeinsamkeit der Opfer schnell geklärt werden, denn an einen Anwalt mordenden Irren will die Londoner Polizei nicht so recht glauben.

Arnott hatte am Abend des Mordes einen Streit mit einem Gitarristen im Pub. Der gut aussehende Andy Monahan ist zwar in Chrystal Palace aufgewachsen, kannte Vincent Arnott aber nicht. Doch mit Shaun Francis, dem zweiten Opfer, verbindet ihn ein dunkler Fleck in ihrer Teenagerzeit. Egal ob Täter, Zeuge oder König Zufall, dass DS Talbot sich bis über beide Ohren in den talentierten jungen Musiker verschießt, ist gegen alle Regeln und macht die Ermittlungen nicht gerade leichter. Duncan Kincaid – eigentlich in Elternzeit – und sein ehemaliger krankgeschriebener Sergeant Doug Cullen können natürlich auch nicht die Füße still halten, und ermitteln alsbald mit.

Auch im fünfzehnten Fall greift Deborah Crombie auf altbewährte Pfade zurück: Es gibt ein Verbrechen, es gibt noch eines, es gibt eingestreute Passagen, die aus der Ich-Perspektive eines Unbekannten eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählen und nach und nach verstricken sich die Beziehungen, tauchen Fährten auf, die sich als falsch oder missinterpretiert erweisen und doch zum Ziel führen. Das große Ganze lässt sie durch die Notting Hiller Patchwork-Familie um die beiden Polizeibeamten Duncan Kincaid und Gemma Jones zusammenhalten, die mittlerweile aus zwei Erwachsenen, zwei Hunden und drei Kindern besteht.

Oh nein, Langeweile kommt bei Wer Blut vergießt nicht auf! Die Autorin versteht die Bühne »London« mit Leben und Charme zu füllen und präsentiert auch dieses Mal wieder ein Verbrechen, dessen Motive sich auch dem Leser erst nach und nach erschließen. Die Puzzleteile am Ende allesamt zu verbinden, ihre Protagonisten die alltäglichen Problemchen meistern zu lassen und diese großartige Weltmetropole mit einem liebevollen Blick zu sehen, das versteht Mrs Crombie meisterlich.

Ihren Kolleginnen der Häkel/Landhaus/Cozy-Krimis ist sie dabei weit voraus, entwickeln sich doch ihre Hauptcharaktere kontinuierlich weiter. Das zu Beginn der Serie Chef-Untergebene-Verhältnis zwischen Duncan und Gemma ist längst aufgebrochen, da beide in unterschiedlichen Revieren mit neuen Kollegen zusammenarbeiten, die sich ihrerseits wieder zu immer wiederkehrenden Protagonisten ihrer Serie entwickeln. Geschickt flechtet sie außerdem alte Freunde, Verdächtige und Zeugen ein, so dass die acht Millionen Metropole einen dörflichen Touch erhält – kein Wunder, scheint doch auch die Autorin sich auf die touristisch erschlossenen Gebiete zu beschränken, die in kleinen Zitaten zu Beginn ihrer Kapitel immer wieder beschrieben werden.

Und auch wenn die Frauenquote bei der britischen Polizei in Wer Blut vergießt arg überdimensioniert anmutet und die glücklichen Enden einer Seifenoper Konkurrenz machen könnten, ein wohlgemeinter Appell an die männliche Leserschaft: Greifen Sie zu! Amerikanerinnen können sehr wohl leichte, unblutige Krimiunterhaltung ins britische Königreich schreiben und dabei fesselnde Plots entwickeln.

Silke Wronkowski, August 2013

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kianan zu »Deborah Crombie: Wer Blut vergießt« 16.03.2015
Ich gehöre auch zu den Fans dieser Serie. Und dieser Krimi der Autorin hat mich wieder überzeugt.

Dabei muss gesagt werden, dass die Aufklärung der Morde nur eine Seite dieses sehr guten Buches ausmacht. Die andere Seite macht die Beschreibung der Protagonisten der Serie aus. Und sie sind alle wieder dabei! Dabei versteht es die Autorin, ihre Geschichten sympathisch und realistisch weiterzuentwickeln.

Ich kann von dieser Serie nicht genug kriegen. Aber für Fans von puren "Actionkrimis" vielleicht nicht so empfehlenswert. Aber absolut empfehlenswert für alle Fans auch leiserer Krimis oder Serienkrimis - aber am besten der Reihenfolge nach lesen!
Krimibis zu »Deborah Crombie: Wer Blut vergießt« 17.09.2013
Ich bin immer wieder erstaunt, wie mich die Bücher von Deobrah Crombie fesseln können, obwohl eigentlich nur wenig passiert und sie nur mäßig spannend sind. Aber die liebevolle Ausgestaltung der Personen, die Wege, die sich immer wieder kreuzen, sorgen dafür, dass man auch den nächsten Band lesen muss! Gut gefällt mir auch, dass sich die Autorin immer eine Gegend von London herausgreift, in der der Fall spielt und die sie mit Zitaten am Kapitelanfang beschreibt. Viel versprechend für den nächsten Band ist der kleine (private) Cliffhanger am Ende - und gespannt bin ich auch darauf, wie es mit Melody und ihrem Freund weitergeht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
carolina zu »Deborah Crombie: Wer Blut vergießt« 09.09.2013
Ich habe alle Bücher der Serie gelesen bis auf das vorhergehende. Und das ist dann ein Problem, denn ich bin in den privaten Verhältnissen nicht auf dem laufenden. Und die Autorin ist nicht bereit Lesern die eventuell neu einsteigen etwas zu den privaten Verhältnissen zu erklären. Auch ist es nach zwei Jahrzehnten nicht selbstverständlich noch alle Details im Kopf zu haben. Gelegentliche kleine Hinweise zur Erinnerung wären da sehr hilfreich. Das machen andere Autorinnen und Autoren mit Bücherfolgen gleicher Ermittler doch sehr gekonnt.Da sehr viel des privaten Lebens erzählt wird ist das ein echtes Manko - das mich doch sehr geärgert hat und mir die Freude am Lesen um einiges vermiest hat,
clclaudi zu »Deborah Crombie: Wer Blut vergießt« 24.07.2013
Der 16. Fall von Duncan Kincaid und Gemma James spielt wieder in London, dieses Mal in der Musikbranche. Primär ist es Gemma, die die Ermittlungen führt, da Duncan immer noch in Elternzeit ist. Aber natürlich wird er trotzdem in den Fall verwickelt...
Wie gewohnt ist der Fall äußerst spannend, die Auflösung logisch aber nicht vorhersehbar. Crombie lässt uns auch wieder ausführlich ins Privatleben von Gemma und Duncan blicken - die Kinder verhalten sich immer noch absolut altersuntypisch, was mich aber allenfalls schmunzeln lässt.
Dieses Buch ist kein Highlight der Serie, aber absolut lesenswert und insgesamt bleibe ich dabei, dass Kincaid und James nach wie vor meine Lieblingsermittler sind.
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