Der Geruch des Todes von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Nothing like the night, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Droemer Knaur.
- London: Michael Joseph, 2003 unter dem Titel Nothing like the night. 409 Seiten.
-
München: Droemer Knaur, 2004.
Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger.
ISBN:
3-426-62616-0. 509 Seiten. -
München: Knaur, 2005.
Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger.
ISBN:
3-426-63191-1. 509 Seiten.
'Der Geruch des Todes' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
Detective Stella Mooney hat eigentlich genug eigene Probleme, als sie zu ihrem nächsten Einsatz in den noblen Lon-doner Stadtteil Notting Hill abkommandiert wird. Eine junge, bildhübsche Frau wurde in ihrem Apartment mit 50 Messerstichen brutal zu Tode gefoltert – und ihre Mitbewohnerin ist spurlos verschwunden. Zunächst deuten alle Indizien auf das Werk eines religiösen Fanatikers hin, doch als eine zweite, ähnlich grausam verstümmelte Leiche gefunden wird, nimmt der Fall eine ungewöhnliche Wendung.
Das meint Krimi-Couch.de: »Das Buch peitscht den Leser voran«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
»Eine junge Frau wird mit 50 Messerstichen ermordet. Zunächst deuten alle Indizien auf das Werk eines religiösen Fanatikers«.
So zu lesen auf der Buchrückseite und schon hier findet sich ein erster Fehler, denn einen »religiösen Fanatiker« sucht man in diesem Buch vergebens! Dafür findet man dank eines stellenweise unsauberen Lektorats unnötige Fehler bei Rechtschreibung und Satzbau, mitunter fehlen vereinzelt ganze Wörter. Von diesen rein äußerlichen Ärgernissen abgesehen, liefert David Lawrence mit seinem vorliegenden Buch einen durchaus lesenswerten Psychothriller. Der Roman spielt in London, allerdings in einem Teil Londons, den kein Tourist kennen dürfte und vermutlich auch nicht kennen möchte. Junkies, Prostituierte, Drogendealer und ähnliche Zeitgenossen sind die Randfiguren einer Story, bei der es nur am Anfang um die Frage »Wer war der Täter« geht. Noch bevor man bestimmte Personen als in Frage kommende Täter ein- oder ausgeschlossen hat, nimmt der Autor die Lösung vorweg. Dies tut der Spannung jedoch keinerlei Abbruch und es ist durchaus beeindruckend, wie zahlreiche (Neben-)Handlungsstränge immer wieder in die Ursprungsstory eingebettet werden.
Stella Mooney, die Hauptfigur des Romans, lebt zwar mit ihrem Lebensgefährten zusammen, fühlt sich aber zunehmend zu einem anderen Mann hingezogen. Während sie mit Hilfe einer Psychologin versucht ihr Privatleben neu zu sortieren, wird die Leiche einer Frau gefunden, die mit über 50 Messerstichen brutal ermordet wird (was erfreulicherweise einmal nicht bis ins letzte Detail dargestellt wird; im Gegensatz zu Hayder, McDermid, Slaugter und Co.). Die Tote Janis lebte mit ihrer Freundin Stephanie zusammen, deren Freund Mark wiederum ein Verhältnis mit (der von ihm schwangeren) Janis hatte. Somit scheint das Rätsel schnell gelöst und Mark als Täter festzustehen, doch alsbald ergeben erste DNS-Analysen das offensichtlich zwei Täter am Werk waren – ein Mann und eine Frau. Somit gerät auch Stephanie kurzzeitig in Verdacht, möglicherweise mit Mark die gemeinsame Freundin ermordet zu haben. Doch nachdem die DNS-Vergleichstests abgeschlossen sind, fallen beide durchs Raster und die Suche des Ermittlerteams geht von vorne los. Da geschieht ein zweiter Mord und Stella und ihr Team stehen vor weiteren Rätseln, denn zwischen den Opfern gibt es keine erkennbaren Zusammenhänge und außerdem scheinen die Täter ihre Opfer gekannt zu haben, denn Hinweise auf einen gewaltsamen Zutritt zu deren Wohnungen fehlen ebenfalls.
Um in ihrem Fall weiter zu kommen, wendet sich Stella in ihrer Not an einen Spitzel, der sie geradewegs in einen herunter gekommenen Wohnblock und dort in einen Hinterhalt führt. Der Block ist ein eigener Kosmos, in dem die Klein- und Großkriminellen den Ton angeben und Polizisten gänzlich unerwünscht sind. Zwei Männer versuchen dann auch sogleich, Stella anzugreifen und nachdem sie den ersten Täter in Notwehr umgebracht hat, gelingt ihr nur mit Mühe die Flucht aus dem Wohnviertel. Kurz darauf wird der Spitzel von den eigenen Leuten umgebracht und alles was Stella verbleibt, ist ein Hinweis auf einen Nachtclub, in welchem sich ein Mann auffällig für eine der Tänzerinnen interessiert haben soll. Das zweite Opfer hatte in diesem Nachtclub gearbeitet.
Dass David Lawrence ein erfolgreicher Drehbuchschreiber (laut Verlag) sein soll, merkt man dem Buch jederzeit an. Kurze und schnelle Szenenwechsel, mit immer neuen dramaturgischen Wendungen peitschen den Leser voran. Obwohl man im ersten Moment natürlich enttäuscht ist, dass die Spannung nach der Täter-Frage früh vorweggenommen wird, ergeben sich im weiteren Verlauf dennoch zahlreiche Überraschungen, so dass bis zum Finale der Spannungsbogen erhalten bleibt. Dabei werden vor allem immer wieder Szenen, welche zunächst mit der Story nichts zu tun haben, später sehr gekonnt in die eigentliche Handlung eingebettet. So findet man sich (nur beispielhaft) plötzlich in den Vorbereitungen zu einem Raubüberfall und im weiteren Verlauf ergibt sich, dass ein geplanter Zugriff auf die Täter daran scheitert, dass die Polizisten durch eben diesen Raubüberfall im entscheidenden Moment abgelenkt werden.
Die Thematik »Täterduo« ist mir bislang noch nicht begegnet, so dass mir leider ein Vergleich mit anderen Thrillern bzw. Autoren schwer fällt. Wer eine Vorliebe für Serientäter und düstere Umgebungen hat, findet mit dem Buch kurzweilige und actionreiche Unterhaltung. Auch wenn man sich an Stella, die Ermittlerin, erst gewöhnen muss (ihre Termine bei der Psychologin, der häufige Griff zum Alkohol etc.), wünscht man sich am Ende doch mehr von ihr zu erfahren. Der erste Teil, der Stella Mooney-Reihe erscheint im Herbst 2005 unter dem Titel Der Kreis der Toten – und darauf darf man gespannt sein!
Ihre Meinung zu »David Lawrence: Der Geruch des Todes«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Mariechenkäfer zu »David Lawrence: Der Geruch des Todes« | 06.06.2011 |
|---|---|
| Kelig zu »David Lawrence: Der Geruch des Todes« | 25.10.2008 |
| dino zu »David Lawrence: Der Geruch des Todes« | 02.08.2006 |

