Sündenfeuer von Daniel Blake

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Soul Murder, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Rowohlt-Taschenbuch-Verlag.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Pittsburgh, 1990 - 2009.

  • London: Harper, 2010 unter dem Titel Soul Murder. 552 Seiten.
  • New York: Gallery Books, 2011. erschienen als: Thou Shalt Kill. 436 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 2011. Übersetzt von Joachim Peters. ISBN: 978-3-499-25546-5. 574 Seiten.

'Sündenfeuer' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Asche zu Asche – Eine grauenhafte Mordserie erschüttert Pittsburgh. Der Täter: unbekannt. Man weiß nur, dass er sich berufen fühlt, die Sünde mit Feuer auszurotten. Schon sind ein Chirurg und ein Bischof lebendig verbrannt. Detective Patrese, Spezialist für Verbrechen mit religiösem Hintergrund, ahnt, dass es nicht bei zwei Toten bleiben wird. Eine Spur führt zu Mara Slinger – wegen Mordes an ihren Kindern verurteilt, dann überraschend freigesprochen. Schon beim ersten Treffen landet Patrese im Bett der schönen Ex-Schauspielerin. Doch auch Mara stirbt im Feuer – Grund genug für Patrese, den Fortgang der Ermittlungen zu fürchten …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein ganz schwaches Feuerchen« 45°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Schon die Recherche zu Sündenfeuer, das im Rowohlt Taschenbuch Verlag in der Übersetzung aus dem Englischen von Joachim Peters erschienen ist, gestaltete sich nicht ganz unspannend. Zum Einen fragt man sich natürlich, warum ein angeblich erfolgsverwöhnter britischer Autor plötzlich ein Pseudonym benötigt, wahrscheinlich, weil sein Name für den amerikanischen Markt nicht verkaufsträchtig genug ist. Anders ist es auch nicht zu erklären, warum Sündenfeuer 2010 auf dem britischen Buchmarkt als »Soul Murder« erschien und nur wenige Monate darauf auf dem amerikanischen Buchmarkt »Thou Shalt Kill« fröhliche Urstände feierte. Und zwar so intensiv, dass man die neugierigen Leser heute schon wissen lässt, was in der Fortsetzung passieren wird, die im Vereinigten Königreich im Oktober 2011 als »City Of Sins« erscheinen wird und im am April 2012 in den Vereinigten Staaten als »City Of The Dead« auf den Buchmarkt kommen soll.

Natürlich wird hier nicht verraten, was der Detective der Mordkommission aus Pittsburgh Franco Patrese machen wird, nachdem er doch hierzulande das Sündenfeuer noch gar nicht gelöscht hat. Der eher zart besaitete Patrese, der normalerweise mit seinem Kumpel Beradino auf Verbrecherjagd fährt, gerät mit diesem auf Distanz. Zum Einen, weil Beradino wegen seiner Freundin ein schlechtes Gewissen hat und nicht alles erzählen will, obwohl dies für den neuen Fall von Wichtigkeit sein könnte und andrerseits, weil Patrese bei erstbester Gelegenheit mit einer Verdächtigen ins Bett hüpft, aber das gehört sich ja nicht für einen Italo-stämmigen Bullen, der gerade nach einem Feuerteufel sucht, der unter der Prominenz Pittsburgh aufräumt. Je nach Auslegung des Dekalogs verstößt der Serienmörder gegen das 5. bzw. 6. Gebot »Du sollst nicht morden (bzw. töten)« und Patrese muss dringend versuchen, ein Muster zu finden, nach dem der Killer vorgeht, wobei er sich in kirchlichen Fragen von den einschlägigen Kenntnissen von Pastor Kohler helfen lässt.

Routiniert – das ist vielleicht das treffendste Urteil, dass man über diesen eigenartigen Serienkiller-Plot urteilen kann. Man kennt die Figuren, auch wenn man noch kein Buch des Autors gelesen hat, denn sie sind alle schwarz-weiß gezeichnet, wie direkt aus dem amerikanischen Serien-TV entsprungen, haben absolut keine Tiefe, aber sie sehen schön aus und könnten von den Gebrüdern Grimm sein. Hexe, süßes Mädel, schlauer und dummer Bauer … hinein in die nächste Schublade.

Die Lösung ist so wenig originell, dass der geübte Krimileser schon beim Ableben der armen Mara weiß, was den naiven Franco Patrese erwarten wird. Aber es ist die Routine, die den Leser trotzdem bei der Stange hält. Flottes Lesen, leicht steigender Spannungspegel und völlige Anspruchslosigkeit lassen diesen Schmöker zur idealen Autobusfahrtlektüre werden. Sündenfeuer ist, egal unter welchem Titel, nur ein ganz schwaches Feuerchen, das auch Menschen mit zartem Nervenkostüm ohne irgendwelche Anstrengen lesen dürfen, lediglich meinen Kindern würde ich diese Lektüre nicht zumuten wollen.

Wolfgang Weninger, Juni 2011

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