Lennox' Rückkehr von Craig Russell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel The long Glasgow kiss, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 3 der Lennox-Serie.

  • London: Quercus, 2010 unter dem Titel The long Glasgow kiss. 337 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2012. Übersetzt von Dietmar Schmidt. ISBN: 978-3-404-16627-5. 395 Seiten.

'Lennox' Rückkehr' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mein Name ist Lennox. Ich bin Privatdetektiv. Zu meinen Auftraggebern gehört leider auch der Abschaum Glasgows. Bis gestern war meine Welt noch in Ordnung, aber jetzt will mir einer einen Mord anhängen. Offenbar hatte sich das Opfer mit dem miesesten Gangsterboss Glasgows eingelassen. Ein Typ, dem ich lieber nicht in die Quere käme. Dummerweise muss ich jetzt genau das tun.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Witz – über den niemand lacht« 30°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Der Bastei Lübbe Verlag, bestens bekannt für jede Menge Groschenromane, lässt den schottischen Autor Craig Russell zum wiederholten Mal zu Worte kommen und auf knapp 400 Seiten wird aus The Long Glasgow Kiss in der Übersetzung aus dem Englischen von Dietmar Schmidt dann Lennox’ Rückkehr.

Lennox, das ist ein in Glasgow gestrandeter Kanadier, der sich zwischen den regierenden Unterweltgruppen seine mageren Brötchen als Privatschnüffler verdient. Er hat seine Finger überall drinnen, wo es etwas zum Abstauben gibt und schreckt auch nicht davor zurück, sich mit der Tochter eines Unterweltbosses zu vergnügen, der leider vorzeitig und nicht ganz freiwillig aus dem Leben scheidet.

Russells Held hat natürlich nichts Anderes im Sinn, als diese Angelegenheit im Sinne weiterer körperlicher Matratzenertüchtigung mit möglichem, anschließenden Erbe in seine magere Auftragsliste einzugliedern, als ihm eine Schönheit ins Büro schneit, die seiner investigativen Hilfe bedarf. Miss Gainsborough, von Beruf angewandte Sängerin, sucht ihren Bruder, der sich wenig erfolgreich im diffusen Milieu bewegte, zwischen Kunst und Wetten sein kärgliches Dasein fristete und einen großen Coup in Aussicht hatte. Aber dabei dürfte er einem der Glasgower Capo ein wenig zu nahe gekommen sein.

Einer schönen Frau kann Lennox nie widerstehen und er nimmt den Auftrag an, denn es ist nur zu wahrscheinlich, dass es zwischen dem Tod des Vaters seiner Gelegenheitsfreundin Lorna und dem Verschwinden von Miss Gainsboroughs Bruder ein Zusammenhang sein könnte, denn in Glasgow geht buchstäblich Nichts ohne das Wissen der drei Paten, von denen einer verschieden ist. Lennox glaubt nicht an einen Machtkampf der vorhandenen Gruppierungen, denn hier scheint ein Neuling im Kampf um illegale Wetten und sonstige Verbrechen mitzumischen …

Und Lennox scheint einem trivialen Schundroman entstiegen zu sein. Ein Macho, wie er im Buche steht und ein harter Hund, der ein Zwillingsbruder von Phil Marlowe sein könnte, wenn er denn eine Spur von Stil hätte. Craig Russell zeichnet eine Figur, die ihren Ursprung in den Fünfziger Jahren des amerikanischen Verbrechens haben könnte. Lennox ist der personifizierte Comic, immer einen blöden Spruch auf den Lippen, aber vorher schlägt er zu, um sich zwischen den Parteien den nötigen Respekt zu verschaffen.

Die Geschichte mit Glasgow als Austragungsort der Grabenkämpfe könnte genauso gut in irgendeinem anderen Kaff an der amerikanischen Ostküste spielen. Die Kulisse von unterprivilegierter Arbeiterschicht und Arbeitslosigkeit, No-Future-Stimmung und permanenter Kleinkriminalität ist zeitlos, aber Lennox ist es nicht. Wer an Lennox und seiner Gangart Unterhaltung finden will, der muss zwangsläufig in seiner Jugend die Schundhefte aus dem Bastei Lübbe Verlag gelesen haben und auf dieser Bildungsstufe Halt gemacht haben.

Lennox’ Rückkehr gehört zum Seichtesten, was mir in letzter Zeit ins Bücherregal gekommen ist, aber, wer solche Art anspruchsvoller Hau-Drauf-Lektüre mag, der wird dabei auch prima unterhalten. Und die Frage, ob diese Serie um den Privatdetektiv Lennox nicht vielleicht doch nur als Satire gedacht war, lässt sich vom Rezensenten auf Grund des weithin fehlenden Humors nicht positiv beantworten. Wer auch nur einen Funken von Anspruch an seine Lektüre legt, der macht um diese an Spannung und Kreativität betrogene Story einen möglichst großen Bogen.

Wolfgang Weninger, Juli 2012

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