Brandmal von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Eternal,
deutsche Ausgabe erstmals 2008
bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Hamburg, 1990 - heute.
Folge 3 der Jan-Fabel-Serie.
- London: Hutchinson, 2007 unter dem Titel Eternal. 400 Seiten.
-
Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2008.
Übersetzt von Bernd Rullkötter.
ISBN:
978-3-431-03727-2. 400 Seiten.
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[Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008.
Gesprochen von Bernd Rullkötter.
ISBN:
3-7857-3439-5. 6 CDs.
'Brandmal' ist erschienen als
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In Kürze:
Bevor der Mann aus dem Moor erneut das Tageslicht erblickte, würden mehr als sechzehnhundert Jahre vergehen, und das Gold seiner Haare würde sich ein in brennendes Rot verwandeln. Ein Bahnhof in Deutschland, irgendwann in den Siebzigerjahren. Ein Paar wartet auf den Zug. Der Mann, auffallend durch seine pechschwarzen Haare und sein blasses Gesicht, ist nervös. Dann macht einer eine falsche Bewegung. In dem Feuergefecht sterben zwei Menschen, und ein kleiner Junge sieht dabei zu. Hamburg, Gegenwart. In der Stadt geht ein Serienkiller um. Seine Signatur besteht darin, dass er seinen Opfern die Haare rot färbt. Kommissar Jan Fabel wird auf den Fall angesetzt. Bald kommt ihm der Verdacht, dass die Morde etwas mit der RAF-Szene von früher zu tun haben müssen. Damals gab es einen Terroristen, den man den Roten Franz nannte und der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Wer war der Junge, der damals überlebt hat, und was ist aus ihm geworden? Ist da jemand auf einem Rachefeldzug – und gegen wen? Oder liegen die Gründe, wie der Mörder den Kommissar glauben machen will, weit tiefer, in der dunkelsten Vergangenheit. Und wird die Gewalt niemals enden?
Wenn ein Schotte, Jahrgang 1956, verliebt in die deutsche Sprache, deutsche Kultur und speziell die Stadt Hamburg ist, kreiert er flugs einen jungen Kommissar mit dem klingenden Namen Jan Fabel und lässt ihn in seiner Lieblingsstadt Serienmörder jagen. Und selbiger Schotte hat nach seiner Vergangenheit im Polizeidienst und als Marketingstratege durch die sachkundige Beschreibung der Ermittlungstätigkeit vom Hamburger Polizeipräsidenten und dem Hamburger Innensenat einen Polizeistern verliehen bekommen. Offenbar haben den betreffenden Herren die Romane Blutadler und Wolfsfährte so gut gefallen. Aber wird auch Craig Russells neuer Thriller Brandmal, erschienen bei Ehrenwirt in der Verlagsgruppe Lübbe den Vorschusslorbeeren gerecht?
Obwohl der Autor der deutschen Sprache durchaus mächtig ist, hat er seinen über 400 Seiten langen Roman in Englisch verfasst und Eternal wurde von Bernd Rullköter übersetzt.
Gleich zu Beginn hüpft der Autor ordentlich in der Zeitrechnung herum. Der Leser steigt in den Kriminalfall einen Tag vor der endgültigen Aufklärung ein, um schon nach drei Seiten 1681 Jahre zurück in die Geschichte geschleudert zu werden, wo ein Ritualmord an einem rothaarigen Mann passiert, der 1985 als »Der Rote Franz« westlich von Hamburg nach einer offensichtlichen Reinkarnation wieder in Erscheinung tritt. Und das nach nur weiteren drei Seiten.
Zu diesem Zeitpunkt ereignet sich am Bahnhof Nordenham eine Schießerei zwischen Polizei und Terroristen, bei der der Rote Franz auf Grund eines Verrates ums Leben kommt. Auch seine Begleiterin segnet das Zeitliche, nur ein kleiner Junge überlebt …
Die eigentliche Handlung beginnt im August 2005. Kommissar Jan Fabel, ein Frühvierziger, ist mit seiner Freundin Susanne auf Sylt. Die beiden haben ein Problem, denn eigentlich möchte Susanne einen Ring am Finger und eine gemeinsame Wohnung, aber der Ermittler ist sich noch immer nicht sicher, ob er seine kleine Wohnung und seine Selbständigkeit aufgeben soll. Der ansonsten recht smarte Polizist hat auf Grund seiner Lebensumstände praktisch während des gesamten Romanverlaufs Zeit, Für und Wider einer Beziehung abzuwägen. Leider tut er dies auch zur Genüge, aber die Zeichnung der privaten Probleme ist nicht die große Stärke des Autors. So bleibt Jan Fabel reichlich farblos und wird nicht zum Sympathieträger des Lesers, auch wenn er sich bei der Klärung des Falles ordentlich ins Zeug legt.
Der Fall selbst ist eine typische Serienmördergeschichte. Ein Unbekannter aus dem Dunstkreis der Roten Armee Fraktion killt reihenweise seine damaligen Terroristen-Kumpane, die heute allesamt mehr oder weniger ehrbaren Berufen nachgehen. Politiker, Historiker, Physiker und andere werden brutal geschlachtet und mit einem Hinweis für Kommissar Jan Faber versehen, denn der Killer weiß, wie die Tatortspezialisten arbeiten und gibt sich offensichtlich Mühe, mit der Polizei zu spielen und immer einen Schritt voraus zu sein.
Da auch Fabels Kolleginnen und Kollegen auf Grund früherer Vorkommnisse zumindest psychisch deutlich angeschlagen sind, plätschert Brandmal reichlich lau zwischen Therapeuten und Komplexen dahin. Die ständigen Zeitsprünge tun ihr Übriges, um den Lesefluss permanent zu unterbrechen und die Geschichte notgedrungen kompliziert zu machen. Wobei die Lösung im Endeffekt so an den Haaren herbei gezogen ist, dass man nur wegen der brauchbar beschriebenen Actionsequenzen überhaupt noch zu Ende liest.
Und es verwundert überhaupt nicht, dass ein ausländischer Autor auch ein wenig erhobenen Zeigefinger präsentieren muss, denn immerhin ist Deutschland der Erfinder von Holocaust und Terrorismus. Da muss doch auch ein wenig Salz in die wunde deutsche Seele gestreut werden, was sich Mr. Russell hätte sparen können, denn es ist offensichtlich nur ein Marketinggag von vielen. Nicht zwangsläufig ergeben von Psychosen gebeutelte Ermittler und historische Anzüglichkeiten, garniert mit brutalen Bluttaten im Stundentakt, auch einen Qualitätsthriller. Das Brandmal brennt jedenfalls nicht kräftig genug, es schwelt nur müde vor sich hin. Auch wenn der Autor bzw. sein Übersetzer sprachlich sehr ordentlich gearbeitet haben, bleibt letztendlich nur schwache Gebrauchsliteratur für den Leser übrig.
Wolfgang Weninger, April 2008
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| kallesued zu »Craig Russell: Brandmal« | 08.11.2009 |
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| Anja zu »Craig Russell: Brandmal« | 13.09.2009 |
| Kerstin Haase zu »Craig Russell: Brandmal« | 27.07.2009 |
| Ticva zu »Craig Russell: Brandmal« | 10.07.2009 |
| Frank Wartner zu »Craig Russell: Brandmal« | 22.07.2008 |
| JanR zu »Craig Russell: Brandmal« | 14.07.2008 |
| HelgaR zu »Craig Russell: Brandmal« | 05.06.2008 |
| achim zu »Craig Russell: Brandmal« | 13.03.2008 |
| Thomas71 zu »Craig Russell: Brandmal« | 15.01.2008 |


