Nukleus von Claus Cornelius Fischer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Blessing.
Folge 2 der Ella-Danz-Serie.

  • München: Blessing, 2013. 500 Seiten.

'Nukleus' ist erschienen als

In Kürze:

Ein grausamer Selbstmordanschlag in der Berliner U-Bahn versetzt ganz Deutschland in Angst und Schrecken. Notärztin Ella Bach gehört zu den ersten Einsatzkräften am Tatort und beobachtet, wie ein Sanitäter das Handy des Attentäters verschwinden lässt. Kurz darauf entdeckt die Polizei im Internet ein Video: Der Attentäter hat seine Tat mit dem Handy selbst gefilmt und als Livestream ins Netz gestellt. Der traumatisierte Afghanistanveteran wirkt in dem Film wie ferngesteuert. Beim Versuch, den Sanitäter festzunehmen, reißt der einen Polizisten in den Tod, und auch diese Tat filmt der Mörder mit seinem Handy. Es ist, als würde eine fremde Macht Monster gebären. Tatsächlich deuten Spuren auf ein obskures soziales Netzwerk mit Sitz in London. Als dort Ellas beste Freundin spurlos verschwindet, reist sie in die englische Hauptstadt, um Annie zu suchen. Doch sie reist nicht allein, und dem Netzwerk des Bösen kann sie nicht entkommen.

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lilo zu »Claus Cornelius Fischer: Nukleus« 28.08.2014
ich dachte, C.C. Fischer hätte bei Erlösung seinen schriftstellerischen Tiefpunkt erreicht...es geht noch schlimmer! Die Story ist derart konstruioert und unrealistisch, dass ich echt froh war als ich mit dem Buch endlich fertig war! Schade...bin von ihm aus seinen Amsterdam Büchern ganz andere gewöhnt! Diese Ella Bach Serie ist wirklich entbehrenswert!!!
rolandreis zu »Claus Cornelius Fischer: Nukleus« 17.09.2013
Ich bin zwiegespalten über diesen Roman. Beginnt er anfangs recht furios. Auf den ersten hundert Seiten wird der Leser richtig abgeholt und man ist gefesselt was dann kommt. Ja, aber genau das ist das Problem. Dann verflacht die Geschichte, man wird ständig mit dem Privatleben der Ella Bach konfrontiert, was mich eher nervte und den Spannungsbogen nach und nach zerstörte. In dieser Phase musste ich mich mehr und mehr zwingen weiterzulesen. Erst auf den letzten ca. 150 Seiten nahm die Geschichte dann wieder an Fahrt auf und wurde wieder spannend. Am Ende bleibt bei mir der Eindruck eines durchwachsenen Thrillers. Sehr guter Beginn, dann zäher Mittelteil und am Ende ein kleines Schlussfeuerwerk.
Marius zu »Claus Cornelius Fischer: Nukleus« 29.04.2013
Starker Beginn, laue Mitte, starkes Ende

Also die Eröffnung seiner Romane kann er, der Claus Cornelius Fischer. Bewiesen hat er das nicht zuletzt in seinem ersten Thriller um die Notärztin Ella Bach, der im Jahr 2011 unter dem Titel „Erlösung“ erschien. Die ersten hundert Seiten dieses Romans zählten zu dem Packendsten, das mir im vor zwei Jahren unterkam. Das die Story danach etwas verflachte, verzieh man dem Autor dafür einigermaßen.
Auch in seinem zweiten Ella-Bach-Thriller packt Fischer sein ganzes Können in die Eröffnungssequenzen, die en Détail einen Selbstmordanschlag auf die Berliner U-Bahn und die anschließende Rettungsaktionen beschreiben. Doch nach dem hochtourigen Auftakt verflacht die 527 Seiten starke Erzählung zunehmend. Der Autor vermengt die Auswirkungen des Anschlags, Ella Bachs Privatleben und das Verschwinden von Ellas bester Freundin Annika zu einem mäandernden Erzählstrom, der nicht immer weiß, wo er hinwill. Dies ist der Spannung nicht unbedingt zuträglich, doch ohne hier allzuviel verraten zu wollen, kann ich feststellen, dass das letzte Drittel des Buchs wieder einiges herausreißt. Als mir klar wurde, wie der Hase läuft, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite und musste die Lektüre beenden, ehe ich schlafen gehen konnte.
Das filmreife Ende entschädigt auch für die phasenweise auftretenden Längen in „Nukleus“ und zeigt, was für ein talentierter Autor in Claus Cornelius Fischer steckt.
Natürlich ist es müßig, darüber zu debattieren, warum gerade eine Notärztin nun bereits zum zweiten Mal in eine globale Verschwörung stolpern und diese so gut wie alleine aufklären sollte. Wer sich an den zahlreichen Unwahrscheinlichkeiten nicht stört, die Fischer in seinem neuen Roman auffährt, wird mit einer ebenso spannenden wie aktuellen Lektüre belohnt.

Die Grundidee, die hinter „Nukleus“ steckt, dürfte jeden Leser, der das Internet und damit auch Google, Facebook und Konsorten häufiger nutzt, zum Nachdenken bringen. Zwar glaube ich noch immer an das Gute im Menschen, doch der Thriller liefert einige Denkimpulse und stark geschriebene Exkurse über das Internet und seine Konsequenzen.

Insgesamt ein lesenswerter und kluger Thriller, der im Gegensatz zu der üblichen Krimi-Dutzendware auch mit einigen Reflektionen und Denkanstößen aufwarten kann. Wer ein wenig aussagekräftiges Cover und kleine Durchhänger in der Mitte des Buches verkraften kann, bekommt mit „Nukleus“ die ganze Dosis: Außergewöhnliche Infos, jede Menge medizinisches Fachwissen und nicht zuletzt ganz viel Spannung – Empfehlung!
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