Operation Pelikan von Claire McNab

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Accidental murder, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Frauenoffensive.
Ort & Zeit der Handlung: Australien / Sydney, 1990 - 2009.
Folge 14 der Carol-Ashton-Serie.

  • Ferndale: Bella Books, 2002 unter dem Titel Accidental murder. 198 Seiten.
  • München: Frauenoffensive, 2003. Übersetzt von Gerlinde Kowitzke. 189 Seiten.

'Operation Pelikan' ist erschienen als

In Kürze:

Eine Reihe von Unfällen in New South Wales erregen Carol Ashtons Verdacht. Sie laufen alle nach dem gleichen Muster ab. Zeugen gibt es nicht; das Opfer hat eine Lebensversicherung abgeschlossen oder die bestehende erhöht; die Versicherungsbegünstigten, meist der Ehe- oder Geschäftspartner, haben ein wasserdichtes Alibi, das eine unbeteiligte dritte Person bestätigt. Kriminalkommissarin Ashton nimmt sich die Fälle vor und überführt den Täter in einem dramatischen Showdown.

Das meint Krimi-Couch.de: »Hier wurde nicht gerade das Gelbe vom Straußenei gefunden« 45°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Der alte Seebär Kapitän Trelawney beobachtet immer gerne von den Klippen in North Head bei Sydney, wie die Schiffe auf dem Meer vorbei ziehen. Aber heute wartet seine Frau Evelyn umsonst auf dem nahegelegenen Parkplatz auf seine Rückkehr, denn der Seebär liegt tot in der Tiefe. Ein falscher Schritt? Ein Sprung in den Tod? Oder ein Stoß in den Abgrund?

Auf jeden Fall wird die australische Starermittlerin Kriminalkommissarin Carol Ashton gerufen, um die Frage Unfall, Selbstmord oder Mord zu klären. Dabei hat die junge Frau genug private Sorgen am Hals. Bei Lieblingstante Sarah hat der Arzt einen Knoten in der Brust gefunden und die lebensfrohe Verwandte braucht Carols Beistand, um sich den nötigen Untersuchungen und Eingriffen zu unterziehen. Ex-Freundin Sybil, die sie als Tatverdächtige in einem anderen Fall kennen gelernt hat, taucht Hilfe anbietend auf und gleichzeitig meldet sich Carols neue Geliebte, die FBI-Agentin Leota Woolfe zu einer Stippvisite an.

Carol Ashtons schwuler Partner Kriminalinspektor Mark Bourke runzelt seine Stirn, denn irgendwie findet er die Duplizität von vier Unfällen der letzten Zeit bemerkenswert. Immer wieder passieren Unglücksfälle, deren Opfer kurz zuvor ihre Lebensversicherung erhöht haben. Und die Begünstigten der Versicherungsprämien weisen jeweils ein exaktes Alibi auf, bei dem die Zeugen über jeden Zweifel am Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen erhaben sind. Irgendwas ist faul an diesen Todesfällen.

Das findet auch Carols Expartner Renfrew Downing, der jetzt als Privatdetektiv arbeitet und mit seinen Mitarbeitern für die betroffenen Versicherungen Augen, Ohren und graue Zellen zum Einsatz bringt. Er stößt Carol auf weitere fünf Fälle, denen ebenfalls ein möglicher Versicherungsbetrug zu Grunde liegt.

Als sich bei der Obduktion heraus stellt, dass Kapitän Trelawneys Kopf schon vor dem Aufprall in der Tiefe eine tödliche Schlagwunde hatte, beginnen sich die Räder bei der Polizei schneller zu drehen, bevor ein weiteres Opfer zu Schaden kommen könnte.

Die heute in Los Angeles lebende Australierin Claire McNab, die eigentlich Claire Carmichael heißt und unter ihrem bürgerlichen Namen preisgekrönte SF-Jugendbücher auf den Markt gebracht hat, legt mit schöner Regelmäßigkeit seit 1988 jedes Jahr einen Roman um die lesbische Kriminalistin Carol Ashton vor. Der vierzehnte Band »Accidental Murder«, zu deutsch »Operation Pelikan«, ist im Verlag Frauenoffensive erschienen.

Mag sein, dass Claire McNab ein wenig die Ideen ausgegangen sind, denn dieser Krimi wirkt nach Fließbandproduktion. Vom Ansatz her hätte dieses Buch eine packende Story zu bieten, die jedoch mit dem Drumherum eher nach Fortsetzungsroman für »Goldenes Blatt« & Co abläuft. Tantchens Krebs, die geschasste Freundin und die Hingabe zur Geliebten nehmen weit mehr Raum in diesem 189-Seiten-Schmöker ein, als notwendig, und so wirkt die Kriminalgeschichte eher als Nebenher zu einem, vom Stil her ganz brauchbaren, »Frauenroman«.

Interessant auch, dass der von Gerlinde Kowitzke aus dem australischen Englisch übersetzte und 2003 erschienene Roman noch immer in alter Deutscher Rechtschreibung daher kommt, wobei dies weniger stört, als die Tippfehler, die ein guter Lektor allemal sehen hätte müssen. Lassen wir uns aber davon nicht ablenken, den Plot dieses Buches zu beurteilen, der durchaus Interesse wecken kann, aber dann fast über die gesamte Länge wenig an Spannung zu bieten hat. Auch wenn Claire McNab versucht, am Ende einen spannenden Showdown zu inszenieren, vergisst sie leider fast völlig darauf, die Klärung der zusammenhängenden Missetaten aufzulösen. Es reicht einfach nicht zu sagen: »Derjenige war es!« und dann auf die grundlegenden Aspekte eines Krimis zu vergessen, nämlich das »Wie« und »Warum« der einzelnen Untaten. Hier klaffen einige Lücken, die von der Autorin unnötig durch private Umgebungsbeschreibungen ersetzt wurden.

»Operation Pelikan« ist somit ein gerade mal durchschnittliches Elaborat, das mit anderen Carol-Ashton-Krimis nur schwer Schritt zu halten vermag, aber noch genügend Lesespaß bietet, um einen langweiligen Regentag zu überbrücken.

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Annette zu »Claire McNab: Operation Pelikan« 11.07.2008
Der gute Bourke bekommt zwar ein paar Kratzer, da er mal nicht der perfekte Teamplayer ist - aber ansonsten ist er hetero (verheiratet mit Kind) wie immer.

Ansonsten rückt die Krimihandlung in diesem Roman stark in den Hintergrund. Die Fälle erscheinen willkürlich und durch die unterschiedlichen Tatorte und Zuständigkeiten verzichtet McNab auf eine Reihe von Tatortschilderungen und Verhöre. Dafür rücken Tante Sarah und ihre Umwelthexen zum zweiten Mal stärker in den Mittelpunkt. Auch ansonsten wird dem Privatleben diesmal sehr viel Raum zugebilligt.

Operation Pelikan ist eher ein Füllkrimi, der das Privatleben der Ermittler bereinigt bzw. den Nebenfiguren viel Platz einräumt. Eher als Ergänzung empfohlen, wenn man Ashton und Bourke schätzt.
ines zu »Claire McNab: Operation Pelikan« 16.06.2004
nicht meine meinung zu operation pelikan möchte ich hier kundtun, da dies der einzige teil der reihe ist, den ich noch nicht geselen habe. meine frage an wow wäre nur, seit wann mark bourke schwul ist? wird er es in dieser folge? bis dato ist er doch der wieder verheiratete witwer?
gruss, ines
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