Untäter von Christoph Güsken

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Grafit.

  • Dortmund: Grafit, 2005. ISBN: 3-89425-312-6. 236 Seiten.

'Untäter' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mord, Selbstmord oder Unfall? – Eine Frage, die sich öfter stellt, aber wohl selten nach einem solch bizarren Leichenfund: Rentner Roland Moll ist, eingesperrt in einen Hundezwinger, nach dem Verzehr von Glassplittern elendig zugrunde gegangen. Möglich, dass der Demenzkranke nicht mehr wusste, was er tat. Möglich aber auch, dass jemand nachgeholfen hat. Kommissar Jungbluth, den ein Verkehrsunfall etwas aus der Bahn geworfen hat, verfolgt bald zwei Spuren. Zum einen verband Molls Sohn, der berühmte Maler Conny Niedeck, mit seinem Vater eher Hass denn Liebe. Zum anderen hat der Rentner regelmäßig Ansichtskarten aus Delphi bekommen und Joost Sparwasser, der einzige Bekannte des Toten, bestreitet, der Schreiber zu sein. Wer ist es dann und was haben die unverständlichen Zeilen zu bedeuten?

Ihre Meinung zu »Christoph Güsken: Untäter«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

K.-G.Beck-Ewe zu »Christoph Güsken: Untäter« 01.05.2007
Herr Moll wird tot im Zwinger neben seinem Haus aufgefunden. Die Todesursache ist zunächst unklar, aber der Mann wirkt ziemlich verwahrlost und um ihn herum finden sich die Reste von Fertigmahlzeiten, so dass es unwahrscheinlich wirkt, dass er sich aus Versehen in dem Zwinger eingesperrt haben könnte. Kommissar Jungbluth kann sich in den Nachwehen eines Unfalls mit Fahrerflucht nur sehr langsam in diesen Fall hinein finden, da er zunächst einmal mit sich selbst ins Reine kommen muss.

In der Auseinandersetzung mit verschiedenen Personen – darunter auch seinem Chef und seinem Kollegen Bukowski – begibt sich Jungbluth immer tiefer in diesen Fall hinein, der zunächst als Unfall mit Todesfolge bei einem verwirrten Menschen abgetan werden soll. Eine Sichtweise, die Jungbluth zunächst gar nicht behagt, der er sich allerdings beugt. Gerade als er sich damit abgefunden hat, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die in durchaus vergleichbaren Umständen gestorben zu sein scheint. Aber Jungbluth ist in seiner Depression nach dem Unfall mehr und mehr in seine Nabelschau vertieft und beginnt überall Hinweise auf diesen wesentlich älteren – und mittlerweile auch zu den Akten gelegten – Fall zu sehen. Und so kann er sich einer neuen Teamarbeit mit dem Kollegen Bukowski, der den Fall der jungen Dame übernommen hat, nicht wirklich mit aller Energie zuwenden und beginnt dafür um so intensiver den Fall des alten Mannes zu durchleuchten. Und hier hagelt es Verdächtige, wie einen alten Arzt und Kriegskameraden, militante Tierschützer und sogar der eigene Sohn, der vor Ort ein überaus angesehener und anerkannter Künstler mit großem Einfluss ist. Ein Einfluss, den er die Beamten durchaus überaus deutlich spüren lässt.

Neben der Auseinandersetzung mit dem Fall, beschäftigt Jungbluth aber auch die Frage von Schuld an sich und wie Nichthandeln Menschen schuldig werden lässt, wobei sogar historische Dimensionen eröffnet werden und die Frage, wer sich überhaupt mit der Schuld eines Menschen auseinander setzen sollte. Wer hat ein Anrecht darauf, einen Menschen schuldig zu sprechen und zur Not auch zu bestrafen. Und was bedeutet der Beruf des Polizisten vor diesem Hintergrund.

Diese Fragen werden in diesem Roman zum Teil nur angerissen und zum Teil etwas intensi-ver diskutiert, ohne, dass den Leserinnen und Lesern wirkliche Lösungen angeboten werden – was sicherlich auch nicht so ohne Weiteres möglich ist. Als Krimi ist dieses Buch nicht wirk-lich so interessant, aber als philosophische Diskussion eines sehr weitläufigen komplexen Themas durchaus lesenswert.
Ihr Kommentar zu Untäter

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: