Amsterdam. Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten von Chris Ewan

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Good Thief´s Guide to Amsterdam, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Bastei Lübbe.
Folge 1 der Charlie-Howard-Serie.

  • Erbington: Long Barn, 2007 unter dem Titel The Good Thief´s Guide to Amsterdam. 333 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2008. Übersetzt von Stefanie Retterbush. ISBN: 978-3-404-15925-3. 333 Seiten.

'Amsterdam. Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Charlie Howard ist Krimiautor. Er ist außerdem ein Dieb. Seine Auftraggeber sucht er sich normalerweise ganz genau aus, aber dem merkwürdigen Angebot des Amerikaners kann er nicht widerstehen. Zwei völlig wertlose Gipsfiguren soll er stehlen. An zwei ganz unterschiedlichen Orten. In nur einer Nacht. Alles reine Routine. Doch dann findet Charlie die Leiche des Amerikaners …

Das meint Krimi-Couch.de: »Nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen « 70°

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Was kann man an einem Roman aussetzen, der unterhält, dessen Autor sein Handwerk versteht, die Kapitel so abschließt, dass die Spannung erhalten bleibt, der täuscht, Perspektiven wechselt und in seinen starken Momenten, ein Gefühl dafür aufkommen lässt, was für eine interessante Story aus dem Stoff hätte erwachsen können, wenn er sich nur nicht  gängigen Fesseln unterworfen hätte?

Charlie Howard ist Schriftsteller und Dieb, wird von einem Kollegen beauftragt, zwei Gipsfiguren zu stehlen, um die drei berühmten Affen wiederzuvereinigen, die nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Im Verlauf der Geschichte diskutiert er die Verstrickungen in den Mord an seinen Auftraggeber ebenso, wie er mit einer Agentin die mögliche Entwicklung in seinem nächsten Roman bespricht, in dem ein Aktenkoffer eine wichtige Rolle spielt.

Leider zieht Ewan zu wenig Reibung aus der Verdopplung. Die Erzählstränge verlaufen nebeneinander her und so kommt einem der Plot des betrogenen Diebs, den einen Faible für Schlösser plagt, allzu bieder vor. Der Verschränkung von dem erlebten, wie dem erdachten Krimi ist ein reizvoller Ansatz, doch fehlt ihm in Chris Ewans Amsterdam die Raffinesse, um die reine Ausschmückung zu verlassen.

Mitspieler tauchen auf, denen man schnell ansieht, dass sie wohl ein doppeltes Spiel treiben. Selbst der Mythos der drei Affen dient weniger der Spannungssteigerung als dem Umstand, dass sich darin etwas befindet, mit dem sich wiederum etwas aufschließen lässt, um an die Diamanten zu kommen.

Diamonds Are The Thief’s Best Friends

Der 1976 in Tauton geborene Chris Ewan schiebt in den Handlungsablauf immer wieder Erinnerungsfetzen, die belegen, warum sein Held Schriftsteller und Einbrecher geworden ist. Nicht zuletzt wegen seiner Jugend, als er die Schlösser seine Mitschüler zu öffnen verstand. Es ist die Neugier, der Reiz der Gelegenheit, der ihn antreibt. Als Belohnung taucht dann schon mal ein Gummidildo in einem Schlafzimmerschrank auf. Wer schon einmal in einem Kaufhaus etwas hat mitgehen lassen, wird Charlie Howard verstehen. Es ist mehr das Spiel: Erwischen sie einen, oder nicht?

Man lernt eine Menge über Schlösser und Amsterdam, wenn man den Roman liest. Nicht umsonst lautete der Originaltitel The Good Thief´s Guide to Amsterdam. Und so erfährt der Leser, dass in Amsterdam tatsächlich Fahrräder gestohlen werden. Man bedient sich einfach, um von dem einen Ort zum anderen zu gelangen. Womit das Motiv Diebstahl eine weitere Variante erfährt

Wer nichts (Böses) sieht, nichts (Böses) sagt, nichts (Böses) hört, dem wird nichts (Böses) geschehen

Der Ton ist Salopp. Chris Ewan möchte seine Leser mit ins Boot nehmen und für seinen Helden Sympathien gewinnen. Charlie Howard als naiv zu bezeichnen, dürfte den Charakter nicht ganz wiedergeben, aber er ist der Sunny-Boy, der leichthin durchs Leben schlittert. Bei dem Roman handelt sich um die leutselige Biographie eines Einbrechers. Der eigentliche Star ist sowieso die Stadt. Unterhaltsam zu lesen, wenn man nicht auf einen spannenden Fall, einen erquickenden Thrill erpicht ist.

Eigentlich hat Chris Ewan alles zur Hand, um eine mysteriöse Geschichte zu bauen. Doch begibt er sich allzu leicht in den Garten der harmlosen englischen Teekrimis und spielt mit seinem Talent, indem er vortrefflich zu formulieren weiß, ein genauer Beobachter ist, sich leider jedoch einer naiven Sicht auf die Welt des Verbrechens verschreibt, in dem es einen Gentlemandieb gibt, der sich durch die Untiefen des Lebens schlägt.

Wer den gediegenen Kriminalroman mag und dabei gerne übersieht, dass die Story nicht allzu neu ist, wird nicht enttäuscht werden.

Mit Charlie Howard hat Chris Ewan einen Helden entwickelt, der sich nach Amsterdam demnächst Paris widmet. Titel: The Good Thief´s Guide to Paris. Es steht zu erwarten, dass mit Charlie Howard eine Reise durch die europäischen Hauptstädte ansteht.

Wolfgang Franßen, Januar 2009

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Malu zu »Chris Ewan: Amsterdam. Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten« 18.03.2009
Ich habe vorab eine Leseprobe von dem Buch gelesen und war begeistert.
Habe mir dann das Buch gekauft und muss sagen es lohnt sich das Buch zu lesen.
Es ist gut geschrieben man findet sehr schnell rein.
Ein Dieb (Schriftsteller) der einen Auftrag erhält. Ihn ausführt und als er das Diebesgut seinem Auftraggeber übergeben will ihn tot auffindet.
So versucht er selbst den Fall zu lösen. Dachte so manchesmal dabei an. Hercule Poirot.
Schrodo zu »Chris Ewan: Amsterdam. Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten« 18.01.2009
Nettes Büchlein, schön geschrieben, gut zu lesen. Das Erstlingswerk (?) von Herrn Ewan ist genau das richtige Buch für eine lange Zugfahrt oder für den Badeurlaub, aber auch nicht mehr.
Die Story ist einfach gestrickt, der Dieb bekommt einen Auftrag, führt ihn aus und findet seinen Auftraggeber bei der Übergabe des Diebesgutes leider tot auf. Sofort macht er sich an die Lösung des Falles, was ihm auf den 333 Seiten auch gut gelingt. O.k. einige Dinge sind nicht ganz stimmig und manches ist auch zu leicht zu durchschauen. Trotzdem hat er das ziemlich gut hinbekommen. Der Schluss… na ja, vielleicht etwas übertrieben, aber insgesamt macht das Lust auf mehr. Vor allem wegen der locker witzigen Erzählweise des Autors.
85% (locker leichte Lektüre)
Schrodo zu »Chris Ewan: Amsterdam. Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten« 18.01.2009
Nettes Büchlein, schön geschrieben, gut zu lesen. Das Erstlingswerk (?) von Herrn Ewan ist genau das richtige Buch für eine lange Zugfahrt oder für den Badeurlaub, aber auch nicht mehr.
Die Story ist einfach gestrickt, der Dieb bekommt einen Auftrag, führt ihn aus und findet seinen Auftraggeber bei der Übergabe des Diebesgutes leider tot auf. Sofort macht er sich an die Lösung des Falles, was ihm auf den 333 Seiten auch gut gelingt. O.k. einige Dinge sind nicht ganz stimmig und manches ist auch zu leicht zu durchschauen. Trotzdem hat er das ziemlich gut hinbekommen. Der Schluss… na ja, vielleicht etwas übertrieben, aber insgesamt macht das Lust auf mehr. Vor allem wegen der locker witzigen Erzählweise des Autors.
85% (locker leichte Lektüre)
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