Der Knochenbrecher von Chris Carter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel The night stalker, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Ullstein.
Folge 3 der Robert-Hunter-Serie.

  • London: Simon & Schuster, 2011 unter dem Titel The night stalker. 415 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2012. Übersetzt von Sibylle Uplegger. 415 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2012. Gesprochen von Uve Teschner. ISBN: 3839812119. 4 CDs.

'Der Knochenbrecher' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

Wenn es Nacht wird in Los Angeles gibt es einen Mann, der keinen Schlaf findet. Von Alpträumen geplagt, ist er auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Er ist ein kaltblütiger Killer. Nur einer kann ihn aufhalten: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des LAPD. Er weiß, wo ersuchen muss. Die Jagd hat längst begonnen. Schlaf schön, L.A.!

Das meint Krimi-Couch.de: »Von diesem Gynäkologen würde ich abraten« 39°

Krimi-Rezension von Jochen König

Wenn es einen Preis für den unsinnigsten deutschen Titel gäbe, Der Knochenbrecher hätte die Chance auf eine Pole Position. Was beim riesigen Teilnehmerfeld schon einiges heißen will. Denn obwohl es in Chris Carters Roman nicht gerade zimperlich zugeht, liegt das hauptsächliche Augenmerk des vorgeführten Parade-Psychopathen nicht darin, explizit Knochen zu brechen. Ergibt sich halt so nebenbei. The Night Stalker, so der Originaltitel, trifft es ein wenig besser, aber auch nicht so wirklich, denn der perfide Serienkiller hinter dem der hyperintelligente, durchtrainierte, gutaussehende und überhaupt atemberaubende Robert Hunter, seinem Nachnamen entsprechend, herjagt, stalkt rund um die Uhr.

Der Knochenbrecher ist ein Serienkiller-Thriller von der Stange, der eine weitere bekloppte, äh, ausgefallene Idee zu Markte trägt, die offene Münder und wohliges Schauern provozieren soll. Ein kleiner Schneidermeister, der ein traumatisches Erlebnis in seiner Vergangenheit völlig falsch interpretiert, näht jungen Frauen nicht nur Mund und Vagina zu, sondern hinterlässt auch böse Fallen, mit denen sich die Opfer unwissend und zwangsläufig selbst umbringen. Wer jetzt SAW sagt ist ein ungehöriger Schelm, denn die tödlichen Selbstzerstörungsmechanismen sind inwendig angebracht, was natürlich ganz klar und weit weg vom mittlerweile siebenteiligen filmischen Konkurrenten weist. Wobei positiv anzumerken ist, dass Carter die unappetitliche Chose einigermaßen dezent in Szene setzt, und sich sogar den Luxus erlaubt, seinen Opfern Gesichter und zumindest rudimentäre, individuelle Biographien zu verleihen. Da sind andere Autoren weit ignoranter und/oder expliziter im Gebrauch von graphischen Splatter-Effekten. Letzteres kann man natürlich auch negativ auslegen: Denn warum eine hirnrissige Prämisse erschaffen, wenn man deren Folgen nicht exzessiv ausleuchtet? Warum nicht ein großes »wie ekelhaft« provozieren, statt ein kleines »igittigitt« hinter vorgehaltener Hand?

Ähnlich inkonsequent geht Carter mit seinem Helden des L.A.P.D. um. Darf er über mehr als 350 Seiten der unangefochtene, reaktionsschnelle, kluge Meister aller Klassen sein, verliert Robert Hunter im finalen Zweikampf die meisten seiner sensorischen und kampfkünstlerischen Fähigkeiten wie Samson seine Haare.

Doch keine Bange, Hilfe naht. Wer daran zweifelt und die vorherigen Sätze gar für Spoiler hält, glaubt vermutlich auch, dass der Weihnachtsmann alle Geschenke alleine verteilt. Im Vertrauen: Tut er nicht.

… sondern verschenkt sogar manchmal Sachen, die man sich gar nicht gewünscht hat. Das kann einem bei Chris Carter nicht passieren. Hier bekommt jeder, was er erwartet. Toughe Helden, kluge Helfer, undurchsichtige Nebenfiguren und einen Bösewicht, der so egal ist, dass ihm sein Autor fast jeden Namen hätte geben können, von jemand, der irgendwo am Rande auftaucht und sei es als Pizzaverkäufer.

Das ist auf schlichte Weise spannend, man wartet halt drauf, dass das Erwartete eintrifft und ist froh, wenn es passiert. Leider erliegt Carter allzu oft dem Faszinosum »Cliffhanger« und so endet jedes gefühlte zweite Kapitel mit einer Tür, die geöffnet wird und hinter der …

Was weiß denn ich, außer dass die brüchige Bindung das Taschenbuch schon beim Lesen auseinander fallen lässt. Was fast als Kommentar durchgeht.

»Nothing to write home about«, würde der Auslandsreisende sagen. Ohne große Langeweile gelesen, wenn auch nicht aus unbedingt beabsichtigten Gründen, ist Der Knochenbrecher nicht ganz so plakativ brutal wie Werbung und Klappentext erwarten lassen. Mehr aber auch nicht. Danach vergessen und entsorgt – zwischen Papierkorb und einem Zug, der nach Nirgendwo fährt.

Jochen König, September 2012

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Pumpe zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 12.11.2017
Also ich kann die negativen kritiken nicht verstehen (Titel fand ich jetzt selber auch nicht gelungen). Klar, jeder hat seinen eigenen Geschmack und seine eigene Meinung, aber nachvollziehen kann ich es trotzdem nicht :) Also ich finde Chris Carter baut die Story von Anfang an einfach nur megaspannend auf und hält es mit hohen Tempo bis zum Schluß. Es fiel mir sehr schwer das Buch wegzulegen. Das Ermittler Duo Hunter/ Garcia nervt mich überhaupt nicht, im Gegenteil, ich finde die beiden sehr sympathisch. Hunter hat zwar viele geniale Eigenschaften die ein normaler lebender Polizist sicherlich nicht hat, aber Leute..dann brauchen wir keine Thriller lesen oder Filme schauen, Das stört mich in keinster Weise, denn das soll ja unterhalten.. und Unterhaltung bietet Chris Carter allemal. Kann die Bücher von Chris Carter nur weiterempfehlen, und freue mich jetzt schon auf den vierten Teil.
azoui zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 15.08.2017
Fast jedes Kapitel endet mit einem vermeintlichem "Cliffhanger". Am Anfang mag das gut sein um die Spannung zu heben. Nach dem vierten Kapitel wusste ich jedoch bereits 3 Absetze vor Schluss, was der Cliffhanger wird.
Jede Hauptperson ist quasi ein Superheld, der Schulen überspringt und den totalen Durchblick hat, nur einfach den Mörder nicht findet.
Dieses Buch ist voller trivialen amerikanischen Krimi Klisches, nach etwas mehr als der Hälfte des Buches, gab ich auf. Schade für die Zeit.
Das einzige was bleibt, sind die sehr bizarre Art, dje Opfer zu töten.
Micha zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 19.01.2015
Ich kann Jochen König nur zustimmen.
Vorhersehbar bis ins unendliche und unglaublich einfallslos, was die Protagonisten, besonders den Übermenschen Hunter angeht.
Warum muss er wirklich alle Klischees erfüllen, die man sich für einen Comichaft überzeichneten Helden überhaupt ausdenken kann?

Alles weitere hat Jochen König schon beschrieben, ich will nur darauf aufmerksam machen, dass er nicht allein mit seiner Meinung ist.
nati zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 02.12.2014
Spannung pur
Ein neuer Thriller von Chris Carter, der gleich mit einem Kracher beginnt und schon auf den ersten Seiten wird deutlich, was hier auf den Leser zu kommt.

Detective Robert Hunter ist Profiler und Ermittler des Morddezernates in Los Angeles. Gemeinsam mit seinem Partner Carlos Garcia ermittelt er nur bei schwerwiegenden, außergewöhnlichen Mordfällen.

Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in einer leer stehenden Fleischerei gefunden und bevor sich Robert Hunter ein Bild von dem Auffindungsort machen kann, wird die Leiche in die Rechtsmedizin gebracht. Der Körper scheint unverletzt, einzig die Lippen und der Unterleib wurden dilettantisch zugenäht. Bei der Obduktion stellt Rechtsmediziner Dr. Winston fest, dass ein Gegenstand in dem Unterleib gesteckt worden ist. Als er ihn heraus nimmt, gibt es eine Explosion. Der Rechtsmediziner und sein Assistent überleben nicht. Alle Beweismittel werden zerstört, nur eine Videoaufzeichnung der Obduktion geben den Ermittlern Anhaltspunkte was in der Rechtsmedizin passiert ist.

Bei diesem Thriller gibt es keine langsame Eingewöhnungsphase. Der Autor startet bereits mit hohem Tempo. Als Leser fliegt man gerade zu über die Seiten, da man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, denn fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Der flüssige Schreibstil ist gut zu lesen. Das Buch ist ein spannungsgeladener wachhaltender Thriller, der nichts für schwache Nerven ist, da Chris Carter auch mit schockierenden Elementen nicht geizt. Das einzige was mich gestört hat, war der Titel „Der Knochenbrecher“, der nicht zum Inhalt des Buches passt.
Harald Callahan zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 24.11.2014
Eine erbärmliche Story mit einem völlig berechenbaren Helden, der von stupiden Chefs und Kollegen umzingelt ist.
Alles schon mehrfach dagewesen, nur noch nicht in so schlechter Qualität, so vorhersehbar. Der oben genannten Stärke, dass die grausamen Details gottseidank nicht bis ins kleinste Haar beschrieben werden, ist zuzustimmen. Die ansonsten schlechte Bewertung schließt die Übersetzung mit ein.
kianan zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 30.06.2014
Was soll ich sagen: Der Knochenbrecher ist mit der spannenste Krimi, den ich in letzter Zeit gelesen habe. Toll aufgebaute Geschichte mit dem Ermittlerduo Hunter und Garcias und was ich neben der absoluten Spannung toll fand: es war nicht leicht zu durchschauen, es gab so gut wie keine unrealistischen Szenen, keine ärgerlichen Zufälle oder blöden Fehler der Protagonisten!!! Für mich ein rundum top Krimi und nur empfehlenswert - mit einer Einschränkung: Nichts für schwache Nerven! Gerade mir als weibliche Leserin sind die Gewaltszenen hart an die Grenze gegangen, aber auch einem Mann, dem ich das Buch geliehen habe, fand es grenzwertig - aber eben auch super spannend.
rolandreis zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 09.12.2013
Wie üblich ist auch dieses Buch von Carter kein Fall für zartbeseitete Gemüter, auch hier waltet sein Serienkiller mit dementsprechender Brutalität. Zwar habe ich keinerlei Bezug zu dem deutschen Titel "Der Knochenbrecher" gefunden (denn das macht der Killer nie), trotzdem aber fällt die äußerst kranke Vorgehensweise des Täters auf. Das Buch beginnt rasant und geht auch mit flottem Tempo weiter. Carter gönnt dem Leser nur ganz kurze Verschnaufpausen. Sehr kurze Kapitel, die meistens mit einem kleinen Cliffhanger enden, sorgen zusammen mit den wirklich abartigen Morden für einen Pageturner-Effekt. Der Showdown ging mir dann aber zu schnell vonstatten. Es war zwar spannend, aber man hatte den Eindruck, dass Chris Carter möglichst rasch zu einem Ende kommen wollte und sich nicht mehr sonderlich angestrengt hat. Daher hier ein wenig Abzug in der B-Note.
Annette Salomon zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 23.10.2013
also ich hab nie zuvor was besseres gelesen..Chris Carter hat die gleiche perverse Phantasie wie ich und ich hoffe das bald ein neues Buch rauskommt.
Ich finde nur leider im gesamten Internet nichts darüber wenn das Buch in Deutschland erscheint...da heißt es warten warten warten.
Sowas gutes hab ich echt nie zuvor gelesen..es ist echt nichts für schwache Nerven!!!
Vajados zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 10.09.2013
Dieser Autor ist der absolute Hammer, konnte keins der bücher an die seite legen und meine Buchhändlerin kam mit dem bestellen gar nicht so schnell hinterher :D also nichts für schwache nerven... problem nur, ich musste nach seinen büchern erstmal lesepause machen, weil kein anderes diese überbieten konnte :) und wie schieb sebastian fitzek so schön in seinem "abgeschnitten": JE BLUTIGER DESTO FRAU...
sylvie zu »Chris Carter: Der Knochenbrecher« 18.08.2013
wie krank muß eigentlich der Autor sein?
wer sich so etwas ausdenkt, muß doch selber etwas an der Psyche haben?
Kein normaler Mensch kommt doch auf solche Grausamitäten, oder?
Ansich ist das Bich schon sehr spannend, aber wie schon gesagt, finde ich dies schon sehr krank, wer sich soetwas ausdenken kann.

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