Grazie von Chelsea Cain

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Sweetheart, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Oregon / Portland, 1990 - 2009.
Folge 2 der Archie-Sheridan-Serie.

  • New York: St. Martin's Press, 2008 unter dem Titel Sweetheart. 380 Seiten.
  • München: Limes, 2008. Übersetzt von Fred Kinzel. ISBN: 978-3-8090-2534-4. 380 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2008. Gesprochen von Oliver Brod. ISBN: 3866048386. 6 CDs.

'Grazie' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Zehn Jahre lang verfolgte er sie, jetzt sitzt sie im Gefängnis. Doch frei ist er deshalb noch lange nicht. Regelmäßig besucht Detective Archie Sheridan die Serienmörderin Gretchen Lowell in der Haft, um von ihr weitere Namen ihrer Opfer zu erfahren. Obwohl er selbst unvorstellbar unter ihrer grausamen Folter gelitten hat und sein Leben nur ihrer Willkür verdankt, kann er sich ihrem Einfluss nicht entziehen. Selbst nachts, an der Seite seiner Ehefrau, träumt er von der eiskalten Killerin. Bis Gretchen spürt, dass Archie sich ihrem Einfluss entziehen will. Als er erneut den Fall eines Serienmörders untersucht, setzt sie ihr lange geplantes Vorhaben in die Tat um. Sie flieht aus der Haft – und lockt Archie Sheridan trickreich in die Berge. Dort entbrennt zwischen den beiden ein ebenso perfider wie tödlicher Zweikampf aus Verführung, Obsession und gegenseitiger Manipulation …

Das meint Krimi-Couch.de: »\'Die Furie« treibt erneut ihr Unwesen» 60°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Im Forest Park von Portland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die schon vor einiger Zeit gestorben ist. Da sich bereits einige Tiere ihrer angenommen haben, ist zunächst unklar, ob es sich um ein Kapitalverbrechen handelt. Dennoch übernimmt Detective Archie Sheridan, der erst seit einigen Monaten wieder im Dienst ist, die Ermittlungen. Nach seinem letzten Fall «Beauty Killer" war er lange Zeit krank geschrieben, doch nun ist er wieder gesund, zumindest offiziell.

Während Sheridan und seine Leute versuchen, die Identität der toten Frau herauszufinden, bereiten die Journalisten Quentin Parker, ein routinierter Polizeireporter, und dessen aufstrebende Kollegin Susan Ward einen Artikel vor, der es in sich hat. Der hoch angesehene Senator Lodge hat vor vielen Jahren sein damals 14-jähriges Kindermädchen Molly Palmer sexuell misshandelt und dies will der Herald nun der Öffentlichkeit in einem Enthüllungsbericht mitteilen. Parker und Ward treffen jedoch zuvor noch Lodges Anwalt, um ihm Gelegenheit zu geben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Doch der Senator lehnt jede Stellungnahme ab.

Am nächsten Tag erhält Sheridan im Forest Park von einem Jungen ein Vogelnest, was nicht weiter schlimm wäre, wären beim Bau des Vogelnestes nicht auch menschliche Haare verwendet worden. Auf der Suche nach einer weiteren Leiche stoßen die Ermittler auf einen menschlichen Knochen, der auf ein drittes Todesopfer schließen lässt. Drei Leichen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt?

Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Einen Tag nach Auffinden der Frauenleiche sterben Parker, der Journalist, und Senator Lodge als beide in Parkers Wagen von einer Brücke stürzen. Aber was hatte Lodge in Parkers Wagen zu suchen? Warum hatte Parker zu diesem Zeitpunkt 2,4 Promille? Und als wäre dies alles noch nicht genug, findet Ward die Identität der Frauenleiche heraus: Molly Palmer.

Doch in all dem Trubel plagen Sheridan viel größere Probleme, denn der Serienmörderin Gretchen Lovell ist die Flucht aus dem Gefängnis gelungen und diese bedroht nun Sheridans Familie …

Der zweite Roman um Archie Sheridan und Gretchen Lovell enttäuscht in mehreren Punkten

 Furie, das Debüt von Chelsea Cain, sorgte angesichts des doch außergewöhnlichen Plots für eine positive Überraschung, doch die Fortsetzung Grazie dürfte die meisten Leser/innen enttäuschen. Dies liegt vor allem daran, dass die drei Leichen im Forest Park sowie der Tod des Senators Lodge bzw. des Journalisten Parker zwar den Aufhänger der Geschichte bilden, danach aber bis kurz vor Ende des Romans beinahe in der Versenkung verschwinden. Ermittlungen werden angedeutet, finden aber für die Leser nachvollziehbar nicht statt.

Stattdessen steht einmal mehr Gretchen Lovell im Mittelpunkt des Geschehens. Ihr gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, wobei die Details ihrer Flucht eher undurchsichtig bleiben. Überhaupt ist der Roman an zu vielen Stellen völlig überkonstruiert bzw. werden Ereignisse einfach als gegeben dargestellt. Wen interessieren schon Einzelheiten, wer prüft schon nach, ob es wirklich so gewesen sein kann. Derartige Punkte gab es (nur vereinzelt) auch schon im Debüt, doch da konnte die ungewöhnliche Handlung die Schwachstellen locker überspielen. In der Fortsetzung gelingt dies jedoch nur noch ansatzweise, da hier zu grob skizziert wurde.

Neues aus dem Privatleben von Sheridan, dessen Figur stark überzogen dargestellt wird

Wer Furie in positiver Erinnerung hat, sollte trotz der genannten Schwächen zugreifen, denn mehrere Fragen, die in ersten Teil unbeantwortet blieben, werden hier aufgeklärt. Zudem widmet sich die Autorin auch ausführlich den privaten Problemen des Protagonisten Archie Sheridan, dessen völlig überzeichnetes Verhalten mehr als einmal zu Irritationen beim Leser führen dürfte. Allein die Hassliebe zu Gretchen reicht als Erklärung jedenfalls nicht aus.

Sein Privatleben liegt weitgehend in Trümmern, obwohl er mit seiner Ex-Frau Debbie wieder zusammen lebt. Nach wie vor bestimmen jedoch Kodein- und Vicodintabletten seinen Alltag, dass er wieder in seinem Job arbeiten darf ist ein schlechter Witz. Welcher Arzt kann so daneben liegen fragt man sich, aber die Story will ja weitergehen.

Für »Gretchen-Fans« sicher ein (zwangsläufiges) Muss, ansonsten darf man gespannt auf das nächste Buch von Chelsea Cain warten, in der sich zeigen wird, wie ihre schriftstellerische Zukunft verlaufen wird.

Jörg Kijanski, April 2008

Ihre Meinung zu »Chelsea Cain: Grazie«

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windhauch11 zu »Chelsea Cain: Grazie« 19.03.2012
Durch Zufall ist mir dieses Buch beim stöbern in die Hände gefallen - ich bereue nicht es gekauft zu haben.
Es ist ein Buch welches ich so schnell nicht aus der Hand legen konnte. Es ist fesselnd geschrieben und bis zum Ende weiß man nicht wie es ausgehen wird. Wird Sheridan überleben oder nicht. Schon allein seine Abhängigkeit von dieser Serienmörderin ist beklemmend. Die Art und Weise wie sie mit ihm spielt ist schon krank. Wie sie seine Familie zerstört und er das auch zulässt ist furchtbar zu lesen. Aber das alles konnte, so denke ich, nur mit ihm geschehen weil er es geduldet hat - diese Frau gefällt ihm, alles was sie sagt ist für ihn wie ein Gesetz. Sowie sie anruft oder ihm einen Hinweis gibt das sie wieder "aktiv" ist - vergisst er um sich herum alles. Obwohl sie ihn fast getötet hat. Aber gleichzeitig rettet sie ihn auch - das ist das Spiel dieser Mörderin.
Für mich steht fest, ich werde die anderen beiden Bücher auch lesen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Thierrys-Liebste zu »Chelsea Cain: Grazie« 16.01.2011
Ich denke bei "Furie" wurde Sheridans, etwas ungewöhnliches Verhalten, sowie seine selbst zerstörerische Art, noch durch das Stockholm Syndrom begründet.
In "Grazie" hingegen grenz sein Verhalten an Wahnsinn und nimmt dem Detective der Mordkommission, seine ganze Glaubwürdigkeit. (Mal erhlich, welcher Polizeichef, würde denn einen Tablettenabhängigen und von einer Massenmörderin besessenen Bullen noch arbeiten lassen?)
Wer über die etwas skurilen Umstände hinweg sehen kann, sollte auf jeden Fall Teil eins gelesen haben, denn ich halte es für fraglich, das sonst alle Zusammenhänge, bezüglich Gretchen, vom Leser, verstanden werden können.
Während C.Cains erster Teil neben Gretchens und Sheridans Geschichte, noch von einer Mordserie lebte, lebt "Grazie" überwiegend von Gretchens Macht über Sheridan.
Gretchen wird quasi als Übermacht dargestellt, und über Sheridan habe ich mehr als einmal gedacht, wann stirbst du endlich... Es spricht nicht gerade für einen Hauptakteur, daß der Leser ihm, mehr oder minder, den Tod wünscht.
Lediglich Susan die Reporterin, mit ihrem sympathischen Wesen, hat das ganze noch etwas herausgerissen, jedoch fungierte ihr Recherchefall als Nebenhandlung und hat die Spannung nicht gerade gehoben.
Alles in Allem, ein durchschnittlicher Krimi, den man nicht zwingend gelesen haben muß.
Von mir 60° KC-bewertung.
HeJe zu »Chelsea Cain: Grazie« 30.10.2010
Furie habe ich mit einem seltsamen Schmunzeln beendet. Grazie aber habe ich mit einem seltsamen Kopfschütteln aus der Hand gelegt.

Irgendwie fällt mir zu diesem Buch nicht mehr ein, als andere vor mir auch schon gesagt haben:

Die Beziehung zwischen Sheridan und Gretchen ist einfach - ich möchte fast wieder sagen - seltsam. Sie ist und bleibt völlig abgedreht und nicht nachvollziehbar. Mir fehlen die Erläuterungen der Autorin, worin sich dieses kranke Verhalten begründet, denn es geht meines Erachtens nach stark über das bekannte Stockholmer Syndrom hinaus. Da fehlt mir einfach ein bisschen ... Recherche, etwas Fundiertes, ein Grund. Ich kann es nicht genau beschreiben. Immerhin besucht Sheridan regelmäßig eine Psychologin. Warum kann man dann nicht einfach etwas Fachwissen über sein krankhaftes Verhalten einfließen lassen?? Irgendwie nervt mich diese ganze überspitzte Lovestory.
Als Protagonist versagt Archie Sheridan - meiner Meinung nach - in vollen Zügen. Er ist weder sympathisch, noch echt oder gut konstruiertn. Er bietet dem Leser einfach null Identifikationsmöglichkeiten. Die Einzige, mit der man mitfühlen kann, ist Debbie, seine arme, betrogene Ehefrau bzw. EX-Ehefrau, die sich mit diesem kranken Bock herumquälen muss -.-

Zum Anderen finde ich an diesem Buch misslungen, dass die Handlung um die im Park gefundenen Leichen total vernachlässigt und am Ende mega plump aufgelöst wird. Getreu dem Motto: Gewollt und nicht gekonnt.

Immerhin für den Ekelfaktor: 60 Grad
jomo3 zu »Chelsea Cain: Grazie« 26.09.2010
Bedaure, habe FURIE gelesen und mich schon stark gewundert über den geduldeten Masochismus einer Polizeigröße.Ausgerutscht, ja, aber doch nicht dieser Person verfallen und weiterhin im Amt und auf ihrer Fährte und Pillen schluckend ohne Ende- ihretwegen.
Dass es das gibt, ist wohl den Bürgern noch nicht weiszumachen.GRAZIE ist wohl geschuldet .Ich weiß es nicht. Vielleicht schlimmer, blutiger, übler .Außerdem ist anzuzweifeln, daß Gretchen, diese zierliche, blasshäutige Schöpfung Gottes, das alles allein bewerkstelligen konnte - also eine Fiktion der Autorin und nichts, wofür man Geld ausgeben sollte.Da kann ja wirklich jeder kommen mit einem sadistischen Konzept und schon wird daraus ein Bestseller .
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simsa zu »Chelsea Cain: Grazie« 20.04.2010
„Grazie“ ist das zweite Buch der Reihe um die Serienmörderin Gretchen Lowell. Was mich gleich zu Anfang begeistert hat war, dass das Buch sofort an den ersten Teil (Furie) anschließt. Denn dessen Ende und der Anfang von Band zwei liegen nur ein paar Tage auseinander und so macht es noch mehr Spaß die Reihe zu lesen.
Auch im zweiten Teil dreht sich alles um Gretchen die Serienmörderin und Archie, ihr letztes Opfer und ermittelnder Detective. Für mich ist es ein eintauchen in die Geschichte gewesen, denn hier wird alles genau beschrieben und man hat sowohl die Opfer, als auch die Hauptpersonen klar vor Augen. Natürlich ist „Grazie“ nichts für schwache Gemüter, denn blutig wird es garantiert, aber es gibt auch Wendungen, die man vorher vielleicht nicht erahnt hat und die die Geschichte komplett verändern werden.
Ich für mich kann nur die volle Punktzahl geben und freue mich nun auf das dritte Buch „Gretchen“.
Addicted-to-read zu »Chelsea Cain: Grazie« 20.12.2009
Leider war ich von "Grazie" enttäuscht. Die absolute Obsession von Archie zu Gretchen kann ich nicht mehr nachvollziehen und kommt mir sehr überzogen vor. Das Menschen wie Gretchen eine Faszination ausüben, sei hier unbestritten, denn warum sollten wir sonst solche Bücher lesen? ;-)
Aber diese absolute Hingabe und anscheinende Hörigkeit von Archie ihr gegenüber kann ich nicht glauben. Auch seine Tablettenabhängigkeit ging mir sehr auf die Nerven. Dass der Charakter der Journalistin ausgebaut wurde heiße ich gut, allerdings finde ich die Verliebtheit zu Archie ziemlich überflüssig und konstruiert.
Mir hat in diesem Teil auch eine Identifikationsfigur gefehlt, d. h. es war mir egal, was mit den Personen passiert und man konnte mit keiner richtig mitfiebern.
Vielleicht schafft es ja Fr. Cain im dritten Teil der Person Gretchen mehr Tiefe zu geben und alles in allem der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit, sowie eine Prise Humor der Geschichte sicherlich auch nicht schaden würde.
Jakkar zu »Chelsea Cain: Grazie« 16.06.2009
Ich kann die Begeisterung nicht teilen. Das erste Drittel war hochspannend, dies kann jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte nicht gehalten werden und die Story flacht ab. Einiges ist wirklich arg konstruiert, die Flucht, die Obsession der Protagonisten, Archies tricky Plan. Kann man, muß man aber nicht lesen.
Klaus Kowarsch zu »Chelsea Cain: Grazie« 14.12.2008
Während ich mich beim Lesen von Furie in einem überirdischen Betäubungszustand befand, ist es nach Grazie zu einer sexuellen Obsession gekommen.

Ich glaube, das viele Männer einer Frau verfallen sind, obwohl sie wissen, dass das direkt in die Katasstrophe führt.

Ich habe bestimmt schon über 100mal den Werbeclip für Furie auf You Tube gesehen und stelle mir nachts vor, wie mich Gretchen in ihrem Jaguar entführt
100% !
antoenchen123 zu »Chelsea Cain: Grazie« 31.08.2008
Ein super spannender Thriller, den ich fast in einem Rutsch druchgelesen habe, wirklich toll ! Leider habe ich das Vorgänger Buch Furie noch nicht gelesen, dann ist es schon manchmal schwer die Handlung zu verstehen, da viel auf dem Vorgänger aufgebaut ist (Bez. der Personen zueinander) es wird auch nicht nochmal kurz erklärt wie bei anderen Büchern einer Reihe. Schade für die Leser, die in die Buchhandlung gehen und denken Mensch ein tolles Buch und es mitnehmen ohne vorher vielleicht daran gedacht zu haben, daß es eventuell einen Vörgänger gibt. Nachdem ich Grazie gelesen habe, glaube ich nicht, daß es sinnvoll ist Furie noch hinterher zu lesen, da man sich glaube ich dann langweilt. Freune mich aber schon auf den nächsten Band. Also unbedingt vorher Furie lesen !
Bio-Fan zu »Chelsea Cain: Grazie« 15.07.2008
Mir hat "Grazie" noch einen Tick besser als "Furie" gefallen, aber durch beide Bücher bin ich richtig durchgehächelt. Das ist Thrillerspannung wie ich sie mag. Chelsea Cain drückt hier im zweiten Teil mächtig aufs Tempo- kein Kleinklein der Ermittlungsarbeit in den akuten Fällen- Cain konzentriert sich mehr auf Gretchen Lowell und deren Macht über den ziemlich "fertigen" Cop Archie. Es geht wirklich Schlag auf Schlag- viele gutgemachte Cliffhanger treiben einen quasi durch die Geschichte.
Jetzt heißt es leider warten. Der dritte Teil ist noch nicht in Sicht.
92 Grad für die "Grazie".
Meine Leseempfehlung für beide Bücher.

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