Killing Game von Charlie Huston

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The shotgun rule, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Heyne.

  • New York: Ballantine, 2007 unter dem Titel The shotgun rule. 248 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Alexander Wagner. ISBN: 978-3-453-43353-3. 380 Seiten.

'Killing Game' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

»If you’re looking for trouble, you came to the right place«, sang Elvis. Und den richtigen Platz für Ärger haben sie gefunden, als sie ins Haus der legendären Arroyo-Gang einbrechen, um sich ein gestohlenes Rad zurückzuholen. Hinter dem düsteren Haus verbirgt sich ein Drogenlabor. Und plötzlich wird für die vier Freunde aus dem harmlosen Jungsabenteuer ein Kampf auf Leben und Tod. Die Spirale der Gewalt dreht sich erbarmungslos.

Das meint Krimi-Couch.de: »Freizeitgestaltung auf amerikanisch« 40°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Der bedachte George und sein kleiner, überschlaue Bruder Andy, der coole Paul und der mexikanische Punk Hector langweilen sich in den Sommerferien. Wie es bei pubertierenden Jungs so ist, klopfen sie gerne eine Menge Sprüche und suchen auch schon mal gerne das ein oder andere Abenteuer. Alles normal, alles easy, alles cool. Alles langweilig! Wirklich cool waren die Botengänge, die George im letzten Sommer für seine Tante Amy machen durfte. Als Drogenkurier. Doch nach einem Streit ist der Kontakt zur coolen Tante abgebrochen.

Als Andys Rad geklaut wird, kündigt sich endlich ein wenig Aufregung an. Ausgerechnet Timo Arroyo hat es ihm geklaut. Die drei Arroyo-Brüder sind in der Stadt berüchtigt als Troubleshooter und tatsächlich kommt es zu einer handfesten Prügelei. Doch nach einem Ablenkungsmanöver dringen die vier Freunde ins Haus der Arroyos ein und entdecken ein Drogenlabor, dass sie prompt durch einen uncoolen Anruf bei der Polizei hochgehen lassen. Dann klauen die Jungs aus dem Haus eines nervigen Nachbarn noch den Schmuck von dessen verstorbener Frau und fahren damit zu Jeff Loller, bei dem sie schon mal gern abhängen und rumkiffen. Jeff soll den Schmuck zu Geld machen. Und vielleicht kann er ja auch den einen Beutel Meth, den die vier aus dem Labor haben mitgehen lassen, an den Mann bringen?

Kiffen und dealen, betrügen und stehlen, prügeln und morden

Doch die vier Freunde haben sich Feinde gemacht, die eine Nummer zu groß sein könnten. Bald geraten sie in eine Falle und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Killing Game ist einer dieser typisch amerikanischen Romane, in dem sich die Klischees quasi die Klinke in die Hand geben. Man nehme eine Prise hiervon, eine Löffelspitze davon und Würze das ganze mit einer Extraportion roter Soße. Fertig ist die Vorstadtbande, die hinter den ach so kuschelig anmutenden Kulissen amerikanischer Mittelstandsiedlungen heranwächst, alleingelassen von überforderten Eltern und Lehrern, fehlgeleitet von Gewaltverherrlichenden Computerspielen.

Es nutzt wenig, dass der Autor den vier Jungs durchweg missratene Elternhäuser verpasst. Der Krieg der Elterngeneration lebt weiter und er wird sogar verschärft geführt. Oder was will uns Huston sagen? Sucht er eine Erklärung von Massakern und Verbrechen in den amerikanischen Vorstädten? Nein, wahrscheinlich will er einfach nur einen temporeichen Thriller produzieren, bei dem der Leser nicht viel nachdenken muss.

Kurze Sätze, viel direkte Rede – entweder verzichtet der Autor auf andere stilistische Mittel oder er hat sie ganz einfach nicht. Ersteres ist wahrscheinlicher, denn der Aufbau der Handlung und die Form der Dialoge sind Huston wirklich ungewöhnlich gelungen. Das kann aber auch nicht über die sinnlose Leere hinwegtäuschen, die der Roman verpackt. Ein Zitat von Stephen King steht auf dem Cover: »Liest sich wie Stand by me auf Speed«. King ist ein kluger Mann und hat Recht damit. Doch Killing Game ist ein deutliches Argument für eine Entziehungskur.

Thomas Kürten, Januar 2009

Ihre Meinung zu »Charlie Huston: Killing Game«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Buboter zu »Charlie Huston: Killing Game« 10.06.2010
Die Geschichte handelt von vier Jugendlichen, die zwar schon einige Straftaten begannen haben, aber durchaus noch die Möglichkeit hätten auf den rechten Weg zurückzufinden. Geldgier und ein Streit mit einer benachbarten Gang bringt sie aber so richtig in Schwierigkeiten und sie geraten in einen Strudel aus Gewalt, aus dem sie nicht mehr entkommen können.

„Killing Game“ war mein zweiter Roman von Charlie Huston. Das Buch hat mich an einen Jugendroman erinnert, was zum Teil sicher an den noch jugendlichen Protagonisten liegen mag. Zum anderen wird die Geschichte verhältnismäßig „sanft“ erzählt. Es finden sich zwar einige blutige und brutale Details wieder, allerdings weitaus weniger, als ich bisher von Huston gewöhnt war. Das Ende hat mich sehr angenehm überrascht. Ich hatte etwas anderes erwartet bzw. „befürchtet“.

Huston hat mich, wie auch schon bei „Das Clean-Team“ sehr gut unterhalten und irgendwie hat mich die Geschichte mitgenommen.. 83 °
Tom zu »Charlie Huston: Killing Game« 22.09.2009
So, das ist mit Sicherheit seit geraumer Zeit wieder mal ein Buch das dich nicht mehr loslässt. Sehr gut geschrieben steckt voller Spannung und man kann es eigentlich gar nicht abwarten wie es auf den folgenden Seiten weitergeht. Echt ein tolles Buch mit Suchtfaktor. ich werde diesem Autor mit diesem Buch die vollen 100% geben.
Frank zu »Charlie Huston: Killing Game« 24.04.2009
Ich bemühe mich mal die Couchrezi zu verstehen.klappt nicht.

Vier Teenager - Freunde feiern, saufen + steigen den Mädels nach.
Irgendwann geraten sie mit einer Gang aneinander, als sie von denen Drogen etc klauen.
Hätten sie lassen sollen. Die bereits einschlägig bewanderte Gang bläst zum Angriff + nun geht die wilde Hatz los.
Gewalttätig, temporeich und jederzeit unterhaltsam jagt Huston seine Protagonisten durch das Geschehen.
Und das macht Spaß.
85%.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sonny zu »Charlie Huston: Killing Game« 05.03.2009
Na ja. Ich hatte mir einiges mehr von diesem Buch erwartet. Die erste Hälfe über hab ich mir sogar überlegt das Buch abzubrechen. Keine Spannung, keine interessante Handlung und die Protagonisten waren mir dermaßen gleichgültig, dass ich immer wieder überlegen musste, wer jetzt wer ist.
Aber ich hab tapfer durchgehalten und wurde ich in der zweiten Hälfte halbwegs entschädigt. Die Story gibt zwar auch da nicht viel mehr her, dafür geht es aber ordentlich zur Sache.
Was mich aber am meisten aufgeregt hat, war das Zitat von S. King auf dem Cover. Killing Game mit seinem eigenen Stand by me zu vergleichen (auf Speed oder nicht) ist schon mehr als böse. Vielleicht wurde er ja gut dafür bezahlt.
Der Prügelknabe hat mir eindeutig mehr zu gesagt. Dieses Buch lässt sich zwar ähnlich schnell weg lesen, duch viele Absätze und Dialoge, aber empfehlen würde ich es nicht.
70°
mr.bickle zu »Charlie Huston: Killing Game« 29.01.2009
also ich habe sowohl die englische als auch die deutsche fassung gelesen.

und ich muss sagen das die origainalversion um einiges besser zu lesen ist als die dutsche version.

die stimmung kommt ein´fach um ein vielfaches besser rüber.naja.

zum buch gibt es zu sagen daß es ganz gut ist. kommt aber in keinster weise an "der prügelknabe" und "der gejagte" heran.trotzdem gut.
Michelle zu »Charlie Huston: Killing Game« 26.12.2008
So, habe diesen doch recht dünnen Wälzer beendet.

Das Buch wurde von Huston hinreichend spannend in Szene gesetzt.

Streckenweise liest es sich tatsächlich wie eine morderne Fassung "Stand by me". Der Romane selbst fängt verhalten an, zeigt die vier Hauptprotagonisten bei Ihren täglichem Treiben, um dann ab der Mitte des Romans Gas zu geben.

Erstaunlicher schafft es Mr. Huston sogar, stimmige Charakterzeichnungen abzugeben. Bei den Arroyo-Brüdern sowie Geezer gelingt ihm dies jedoch nicht unbedingt überzeugend. Diese bleiben während des gesamten Romans nur in vagen Umrissen präsent.

Das Buch selbst liest sich ausserordentlich flott, was wohl daran liegt, dass es mit 380 Seiten nicht übermässig dick ist. Beim Druck hat man zudem nicht mit weissen Seiten und grosszügigem Zeilenabstand gespart.

Gewöhnungsbedürftig sind einige sehr aprupte Ortswechsel, so dass man sich erst einmal hineindenken muss, an welcher Stelle man nun ist. Auch Hustons' Stil, Dialoge nicht wie üblich mit Gänsefüsschen zu versehen, dürfte etliche Leser nicht begeistern.

Gewalt ist latent allgegenwärtig und ab Mitte des Romans wird diese Spirale deutlich angezogen, so dass das Werk in sein vorhersehbares Blutbad mündet.

Insgesamt ein Buch, welches einfach und schnell zu lesen ist. Wer jedoch höhere Ansprüche an diesen Roman erwartet, dürfte dagegen enttäuscht werden.

75%
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schrodo zu »Charlie Huston: Killing Game« 07.12.2008
Wer die Trilogie um Hank Thompson gelesen hat, und begeistert war, wird bei diesem Buch eher enttäuscht sein. Der gute Charlie hat hier einen Hardboiled Roman geschrieben der außer Gewalt nicht viel übrig lässt.
Vier Kids im besten Teeny Alter langweilen sich in den Sommerferien. Dem kleinen Andy wird sein Uraltfahrrad geklaut und gemeinsam beschließen sie es sich von den „Taccofressern“ zurückzuholen. Daß sie sich dabei mit Drogendealern und Verbrechern anlegen macht den Kids absolut nichts aus. In bester Tarantino Manier eskaliert das ganze schon nach wenigen Seiten bis zum Ende. Dieses bleibt übrigens etwas offen, vielleicht um Mr. Huston Platz für einen Nachfolgeroman zu lassen. Richtige Spannung kommt, wenn überhaupt, erst gegen Ende der Geschichte auf. Das Buch ist gut zu lesen, wird nie langweilig, ist aber sicher kein Pageturner.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Loco zu »Charlie Huston: Killing Game« 24.11.2008
"Killing Game" ist in meinen Augen kein Krimi oder Thriller (Wie alles von Charlie Huston), sondern eine Geschichte von vier Freunden.
Die Vier brechen gerne in Häuser ein nehmen gerne Drogen und fahren gerne Fahrrad. Irgendwann bestehlen sie die üblen Mexikaner und kriegen eine Menge Ärger

Wie gesagt es ist kein Krimi auch kein Thriller aber es rockt derbe!

Gewohnt harte Wortwahl, amüsante Dialoge und viel Gewalt.
Hustons Stil ist unverändert(Hank Thompson Trilogie, Joe Pitt Reihe), und so soll es auch sein, denn es gibt keinen besseren Autor in dieser Sparte.

100°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
mase zu »Charlie Huston: Killing Game« 14.10.2008
Meine Erwartungen waren hoch. Vielleicht zu hoch.

Huston erzählt uns hier in gewohnter Manier der Hank-Trilogie die Geschichte von vier Teenagern, die die Zeit ihrer Sommerferien totzuschlagen versuchen. Und zwar mit saufen, kiffen, Diebstahl und Hehlerei.

Um die Story vereinfacht auszudrücken: Irgendwann bestehlen sie den Falschen, denn derjenige will wieder zurück was ihm gehört und benutzt dazu die Erzfeinde der Jungs.
Nur, dass noch niemand weiss, selbst die Jungs nicht, welches Ass sie im Ärmel haben.
Mehr möchte ich zur Handlung nicht erzählen, denn es würde die Überraschungsmomente nehmen.

Die Geschichte beginnt gemächlich und teilweise nicht besonders interessant, doch spürt man beim Lesen, dass sie langsam und durch die Hintertür auf ein gewalttätiges brutales Finale hinsteuert.

Als Huston dem Leser den Plot offenbart, war ich baff, denn der Autor hatte mich gekonnt eingelullt und ich hätte die losen Fäden bis dahin nie selbst zusammenführen können.

Richtig gefesselt hat mich das Buch also erst ungefähr ab der Hälfte der Seiten. Aber dann geht es los. Huston haut dem Leser richtigen Rock´n´Roll um die Ohren. Ständiger Wechsel der Handlungsstränge und gute Cliffhänger am Ende der kurzen Kapitel liessen mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis zum Showdown, vor dem sich selbst John Woo verneigen würde.

Wahrscheinlich fällt meine Bewertung etwas zu hoch aus, da Huston immer noch einen Bonus bei mir hat – aber wenn das mein erstes Buch von ihm gewesen wäre? Die erste Hälfte war ganz einfach zu zäh für mich und meine Erwartungen an den neuen Huston.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Killing Game

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: