Die verschwundenen Gattinnen von Carter Dickson

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1946 unter dem Titel My Late Wives, deutsche Ausgabe erstmals 1947 bei Scherz.
Folge 17 der Sir-Henri-Merrivale-Serie.

  • New York: W. Morrow, 1946 unter dem Titel My Late Wives. 282 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1947. Übersetzt von ?. 229 Seiten.
  • München: Goldmann, 1973. Übersetzt von ?. ISBN: 3-442-04332-8. 157 Seiten.

'Die verschwundenen Gattinnen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Alle Gattinnen Roger Bewlays waren romantisch, schienen ohne Verwandte zu leben und verschwanden kurz nach Ihrer Hochzeit spurlos. Aber auch Roger Bewlay verschwand. Elf Jahre schlägt sich die Polizei ohne Erfolg mit diesem Fall herum. Bis ein anonymer Autor ein Stück über den modernen Blaubart schreibt. Ein Schauspieler wird zum Lockvogel, und Sir Henry Merryvale löst das Rätsel um die Identität des Mörders.

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crispinfan zu »Carter Dickson: Die verschwundenen Gattinnen« 28.01.2015
Ein launiges Anfangskapitel beschreibt, wie Roger Bewlay unter falschem Namen vier einsame Damen um die Ecke brachte, ohne eine Leiche zu hinterlassen. Nur 1 Augenzeugin machte ihn anscheinend zu einem legendären Frauenmörder, den die Polizei noch 11 Jahre später sucht.

Umso erregter ist Inspektor Masters, als Schauspieler Bruce Ransom ihm ein anonymes Bühnenmanuskript vorlegt, das eindeutig Täterwissen offenbart. Um die Wirksamkeit des Stückes praktisch auszuprobieren, fährt Bruce Ransom in das Städtchen Aldebridge, bald gefolgt vom Inspektor und von Meisterdetektiv Sir Henry Merryvale, denn mit dem Päckchen seines Manuskripts hat der Autor (der Täter) seinen Aufenthaltsort verraten. (Alles sehr dumm von so einem durchtriebenen Täter!)

Schon im Zug – es ist seltsamerweise wie Akt 2 eines Bühnenstücks – lernen wir die meisten Figuren des kommenden Geschehens kennen, die sich (Akt 3) alle in dem etwas verwahrlosten Strandhotel versammeln, wo Schauspieler Ransom als vermeintlicher Frauenmörder logiert. Und in der Tat findet sich in seinem Zimmer bald die Leiche der einstigen Augenzeugin, die er (welch mangelndes Vertrauen zu Sir Henry!) auf turbulente Art loszuwerden versucht.

Das Finale (vierter Akt) findet bei tosendem Gewittersturm in einem verlassenen, äußerst beängstigenden Farmhaus statt...

Die Konstruktion hat demnach so einige Hinkefüßchen (u.a. auch, dass ein Hotelzimmer unbemerkt zu Kleinholz zerlegt wird; und das Versteck der Leichen ist nicht sooo überraschend). Widmete Carr alias Carter Dickson diesem Buch deshalb vergleichsweise wenig Seiten?

Spannend im Sinne von „Wer aus dem Figurenkreis ist der Frauenmörder?“ bleibt es trotzdem. Und für gute Laune ist gesorgt, wenn raffinierte Anstrengungen grässlich in die Hose gehen, wenn wieder einmal Paare, die sich heimlich lieben, sich necken, und wenn Sir Henry diesmal zusammen mit einem verknöcherten Schotten den Golf-Tick hat. (Anders als Gideon Fell sorgt der agile Kindskopf Merryvale ja immer für Remmidemmi.)

Carrs plastische Erzählphantasie zeigt sich für mich an Details wie „die stickige Luft in dem geschlossenen Wagen, der Geruch ihrer feuchten Regenmäntel“; unschlagbar banal die Feststellung: „In Romanen liest sich das gut und schön, dem Mörder auflauern. Aber ich hatte etwas vergessen. Ich Trottel hatte keinen Zigaretten dabei.“

Die anonyme Übersetzung ist lebendig, zugleich aber altmodisch sorgfältig, wenn sie z.B. die heute allgegenwärtigen Wortwiederholungen vermeidet.
RolfWamers zu »Carter Dickson: Die verschwundenen Gattinnen« 09.03.2007
Hier geht es einmal nicht um ein Locked-Room-Mystery, eine große Ausnahme bei John Dickson Carr. Sir Henry Merrivale ist zwar agiler als Dr. Gideon Fell, aber das sind nur graduelle Unterschiede.Wer einen Dickson Carr/Carter Dickson liest, hat eine bestimmte Erwartungshaltung: ein unmöglich scheinendes Rätsel und am Schluss dessen logische Auflösung. "Die verschwundenen Gattinnen" bieten beides.
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