Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel To Davy Jones below, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Aufbau.
- New York: St. Martins Minotaur, 2001 unter dem Titel To Davy Jones below. 248 Seiten.
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Berlin: Aufbau, 2002.
Übersetzt von Justine Hubert.
ISBN:
3-7466-1498-8. 270 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2004.
Übersetzt von Justine Hubert.
ISBN:
3-7466-1771-5. 271 Seiten.
'Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner' ist erschienen als
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In Kürze:
Miss Daisy Dalrymple und ihr frischgebackener Ehemann Alec Fletcher von Scotland Yard reisen an Bord des Luxusliners »Talavera« nach New York. Doch sie sind nicht etwa auf Hochzeitsreise. Alec hat einen Spezialauftrag in den USA und Daisy darf ihn begleiten. Eines Abends geht ein Mann über Bord. Der Kapitän mag nicht glauben, dass es ein Mordversuch war, trotzdem bittet er Alec, sich der Sache anzunehmen. Aber der ist erst einmal seekrank und so muss Daisy für ihn einspringen …
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Daisy Dalrymple heiratet Detective Chief Inspector Alec Fletcher von Scotland Yard. Unter den Gästen der Hochzeitsgesellschaft befindet sich auch Phillip Petrie, ein Nachbar der Dalrymples, mit seiner Frau Gloria und seinem Schwiegervater, dem Millionär Caleb Arbuckle. Dieser erzählt, dass der amerikanische Präsident Coolidge sein Investigation Bureau ordentlich umkrempeln will und daher einen Berater für J. Edgar Hoover sucht. Arbuckle hat Coolidge die Mitarbeit des Yard empfohlen und damit Fletcher ins Spiel gebracht. Nach den Flitterwochen soll es denn auch gleich für vier Wochen nach Washington gehen, an Bord des Dampffschiffes Tavalera, dessen Fahrt Alec und Daisy Fletcher, Phillip und Gloria Petrie und Mr. Arbuckle gemeinsam beschreiten werden. Neben diesen nimmt auch ein Freund Arbuckles an der einwöchigen Überseefahrt teil, der Millionär Jethro Gotobed mit seiner frisch angetrauten Frau, dem 30-jährigen Revuegirl Wanda Fairchild, welche Arbuckle schon immer ein Dorn im Auge war.
An einem Abend an Bord des Schiffes fällt Daisy eine junge Frau auf, die sich mit ihrem Begleiter streitet, da sie diesen nicht in den den Herren vorbehaltenen Pokerraum begleiten darf. Bei der Frau handelt es sich um die aus adeligen Verhältnissen stammende, aber finanziell mittellose Lady Brenda Wilmington, die kurz vor der Reise Chester Riddman zum Ehemann auserkor, wenngleich ausschließlich aufgrund seines Vermögens. Als sich Daisy und Alec später auf dem Deck des Schiffes die Beine vertreten wollen, ertönt ein Schrei und kurz darauf heißt es »Mann über Bord«. Dieser kann gerettet werden, muss aber mit einer schweren Lungenentzündung und im Koma liegend auf die Krankenstation gebracht werden. Bei dem Mann handelt es sich um Albert Denton, einen Bauern aus Suffolk, der mit seiner Frau in Amerika seinen Sohn besuchen will. Doch wer sollte diesen unscheinbaren Mann umbringen wollen? Das ein Mordversuch bestehen könnte, behauptet zumindest Brenda gegenüber Daisy, die gesehen haben will, wie ein anderer Mann ihn von Bord gestoßen habe. Captain Dane bittet Alec den Tathergang zu ermitteln, aber dieser wird seekrank, so dass sich Daisy der Sache annimmt. Kurz darauf geht während eines Sturmganges ein weiterer Passagier über Bord, der laut Mr. Gotobed erschossen wurde und von den Rettungsteams im hohen Wellengang nicht gefunden wird …
»Es ist nicht einfach einen Mordversuch nachzuweisen, bei dem man mit dem Opfer nicht sprechen kann, und einen zweiten Mordfall aufzuklären, in dem die Leiche nicht auffindbar ist.«
Bei dem Titel denkt der Krimi-Nostalgiker natürlich an Mord im Orient-Express und tatsächlich liegen die beiden Romane nicht so weit auseinander. Allerdings ermittelt nicht Meisterdetektiv Hercule Poirot, sondern »Miss Marple« in Person der 26-jährigen Miss Daisy. Im vorliegenden Roman gibt es den oben genannten Personenkreis, der von den beiden Poker-Partnern des Chester Riddman und einer älteren Dame, die sich auf Kräuterheilkunde versteht, erweitert wird. Die übrigen Personen sind Komparsen in einem klassisch aufgebauten Whodunnit, der zwangsläufig reichlich dialoglastig daher kommt. Miss Daisy kann wie so oft ihre Nase nicht aus fremder Leute Sachen halten und so ist sie anfangs ganz in ihrem Element, da ja ihr frisch angetrauter Gemahl krank in der Koje liegt. Letztendlich liefert dann aber Alec die »Lösung«, die, wie so oft bei derartig aufgebauten Romanen, Geschmacksache ist.
Geschickt baut Carola Dunn mehrere tatverdächtige Personen auf und so erschließt sich Alec die vermeintliche Aufklärung der Vorfälle erst durch eine Funkmitteilung seines Mitarbeiters Tom Tring. Ja, ja, mit den Personennamen hat sich die Autorin scheinbar allergrößte Mühe gegeben: Einerseits nach englischem Adel klingende Namen wie Dalrymple und Arbuckle, andererseits »Go-to-bed« und Tom Tring (>Trallala). Na ja …
Die Geschichte spielt in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und ist entsprechend atmosphärisch aufgebaut. An Bord der Tavalera erfreut man sich zum Zeitvertreib an Decktennis und Tauziehen sowie dem allabendlichen Tanzvergnügen. Dass es Daisy als Frau in jener Zeit nicht leicht hat Informationen einzuholen, die ja eigentlich unmittelbar dem Detective Chief Inspector mitgeteilt werden müssten, versteht sich von selbst. Das »Team« Daisy und Alec Fletcher kommt sehr erfrischend daher, insbesondere dank der Neugierde bzw. des Tatendranges von Miss Daisy. Wie sagte Fletchers Chef am Beginn des Romans zur Begründung, ihn nach Washington reisen zu lassen:
»Doch ausschlaggebend, sie solange fortzulassen, war für den Assistant Commissioner die Aussicht, dass Mrs. Fletcher sechs Wochen lang nicht in einen neuen Kriminalfall verwickelt werden kann.«
Weit gefehlt möchte man sagen, aber den (klassischen) Krimifan freut es umso mehr …
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| Hila zu »Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner« | 09.09.2007 |
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