Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz Zafón

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel El juego del ángel, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Spanien / Barcelona, 1930 - 1949.

  • Barcelona: Planeta, 2008 unter dem Titel El juego del ángel. 667 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2008. Übersetzt von Peter Schwaar. ISBN: 978-3-10-095400-8. 710 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009. Übersetzt von Peter Schwaar. ISBN: 978-3-596-18644-0. 710 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2011. Übersetzt von Peter Schwaar. ISBN: 978-3-596-51181-5. 710 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2008. Gesprochen von Gerd Wameling. ISBN: 3866106068. 9 CDs.

'Das Spiel des Engels' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Barcelona in den turbulenten Jahren vor dem Bürgerkrieg: Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts auszulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät – und in welchen Strudel furchterregender Ereignisse.

Ihre Meinung zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Waltraud Lehmann zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 24.11.2014
Der Autor konnte sich nicht richtig entscheiden, ob er eine Geistergeschichte, einen Krimi oder einen Liebesroman schreiben wollte.Die angedeutete Verbindung zu Charles Dickens Roman:Große Erwartungen, verliert sich im Laufe des Romanssozusagen im Schatten des Windes.
Trotz dieser Schwäche bleibt es ein lesenswertes Buch, vor allem durch die ironischen, lakonischen Passagen, die in Dialogen zwischen David Martin und Isabella , selbst mit dem Kommisar Grandes , die Geschichte beleben.
Carlos Ruiz Zafon ist ein großer Fabulierer und ich sehe hinter David Martin seinen Schatten, der nächtelang Texte in den Computer hackt und dabei lacht.
Stefan83 zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 21.10.2012
Charles Dickens „Große Erwartungen“ spielt nicht nur für den Ich-Erzähler von Zafóns zweiten Band aus der Reihe um den „Friedhof der Vergessenen Bücher“, den talentierten Schriftsteller David Martin, eine große Rolle – der Titel steht auch stellvertretend für meine Gefühlshaltung vor Beginn der Lektüre dieses Romans, welcher als Vorgeschichte für den internationalen Besteller „Der Schatten des Windes“ dient. Und wo sonst „Bestseller“ in der Regel vor allem für Enttäuschungen gesorgt haben und das Wort einen faden Beigeschmack bekommen hat – in diesem Fall ist jegliches Lob berechtigt. Carlos Ruiz Zafóns großer Durchbruch gehört ohne Wenn und Aber zum Besten, was ich in den letzten zehn Jahren lesen durfte. Ein Glücksfall für die Literatur, aber vielleicht auch ein schweres Joch für den Autor, denn, egal wie sehr man es auch versucht, man kommt nicht umhin „Das Spiel des Engels“ an seinem Vorgänger zu messen oder direkte Vergleiche anzustellen. Grundsätzlich kein falscher Ansatz für eine Rezension, läge die Latte nicht so hoch wie hier, würde nicht die Tatsache, dass es sich um die Vorgeschichte von „Der Schatten des Windes“ handelt, es uns unmöglich machen, das vorliegende Buch losgelöst und alleinstehend zu betrachten. Wenn Erwartungen, ja Ansprüche, schon so hoch sind wie hier, ist die Gefahr einer Enttäuschung umso größer. Und, um das gleich vorweg zu nehmen, enttäuscht, wenn auch auf vergleichsweise hohem Niveau, bin ich nach Beendigung des Romans leider auch gewesen.

Dies ist insofern besonders schade, da ich kaum ein anderes Buch in den letzten Jahren mit soviel Vorfreude herbeigesehnt habe, wie dieses. In diese Vorfreude mischten sich jedoch auch bereits direkt nach der Ankündigung kleinere Zweifel, ob es Carlos Ruiz Zafón schaffen würde, ein zweites Mal den Nagel auf den Kopf zu treffen, das Kunstwerk zu vollbringen, mehr als nur eine einfache Geschichte zu erzählen, sondern ein einzigartiges Stück Literatur, das in jedem Wort und jedem Satz den Leser gefangen nimmt, ihn schockiert, frohlocken lässt, um ihn dann wieder an anderer Stelle zu Tränen zu rühren. Würde „Das Spiel des Engels“ dies erneut schaffen? Bereits erste Rezensionen und Kommentare fielen verhalten aus und auch im weiteren Verlauf blieben die positiven Eindrücke der meisten Leser weit hinter denen des Vorgängers zurück. Vier Jahre ließ ich am Ende schließlich verstreichen, bis ich den Buchdeckel anhob, um mich selbst zu überzeugen. …

Bei all der Kritik, auch von meiner Seite: Stilistisch ist „Das Spiel des Engels“ einmal mehr ein echtes Erlebnis. Zafóns Sprache meidet, bei all ihrer Schönheit und Opulenz, jeglichen Kitsch, ist bis in das kleinste Satzzeichen hin melodisch, ja, fließt geradezu über die Seiten, welche sich auch diesmal wieder wie von selbst umblättern und den Leser immer tiefer in die Geschichte ziehen. Und diese kann, mit vielen Haken und Kehren, das Niveau von „Der Schatten des Windes“ durchaus halten. Erneut jongliert Zafón mit den Elementen von Mystik und Fantasie, nimmt das Übernatürliche, das Surreale einen großen Platz in der Handlung ein. Die Übergänge zwischen Realität und Traumwelt, Erlebten und Erträumten sind stellenweise fließend, „Das Spiel des Engels“ ist, noch mehr als bei „Der Schatten des Windes“, vom magischen Aspekt durchsetzt. Dies fängt bei den Schauplätzen an (bestes Beispiel ist David Martins unheimliche Behausung) und setzt sich in den Figuren fort. Bei Letzeren ist besonders Andreas Corelli zu nennen, der als unheimlicher, undurchsichtiger Gönner Martins Karriere fördert, für seine Unterstützung jedoch einen hohen Preis fordert. Fausts Mephisto lässt grüßen.

Dieser Pakt mit dem Teufel ist es auch, welcher den roten Faden der Geschichte darstellt, die sich, wie die Gassen des Schauplatzes, in düsteren Schatten windet und noch mehr die Finsternis der Nacht sucht, als schon „Der Schatten des Windes“. Das wäre insofern kein Grund zur Kritik, würde diese emotionale Kälte nicht auch auf die Charaktere übergreifen, die mir, von wenigen Ausnahmen wie dem alten Sempere oder Isabella abgesehen, erstaunlich fremd geblieben sind und einen Vergleich mit Daniel Sempere, Julian Carax oder Fumero nicht annähernd standhalten können. Wo sich Zafón zuvor, im Guten wie im Bösen, direkt unter die Haut und ins Herz geschrieben hat, bleibt er hier erschreckend distanziert und unentschlossen. Man betrachtet alles durch einen gewissen Schleier, mit einer nicht zu definierenden Taubheit. Selbst die Liebesgeschichte, die mir in „Der Schatten des Windes“ zur eigenen Überraschung gleich mehrere Tränen entlockt hat, wirkt nun wie ein notwendiges Übel, ein Rädchen, das lediglich mechanisch zu funktionieren hat, um die Handlung am Laufen zu halten. Und auch die Tragik entwickelt sich nicht von selbst, sondern scheint seltsam aufgesetzt, wodurch sie ihre Wirkung verfehlt.

An dieser fehlenden Balance krankt „Das Spiel des Engels“. Alles wirkt ein bisschen zu sehr konstruiert und auf Effekt gebürstet, um zu funktionieren. Die Dynamik fehlt, dieses Gefühl, einer Geschichte zu folgen, die sich jemand mit geröteten Augen nächtelang aus dem Leib geschrieben hat. Zafón versucht dies mit noch größeren Prisen des undurchsichtigen Schauers zu übertünchen, stellt damit aber dem Leser noch ein zusätzliches Bein und verzettelt sich. Wo „Der Schatten des Windes“ ein in sich geschlossener, makelloser Kreis war, in dem sich jedes Teilchen passend eingefügt hat, ist „Das Spiel des Engels“ oft unausgegoren und inkonsequent. Manches funktioniert einfach nicht. Vor allem der Ich-Erzähler Martin, dessen Handlungen man manchmal einfach nicht nachvollziehen kann und dessen Leiden mir nie so nahe gegangen sind, wie wohl vom Autor beabsichtigt. Da hilft dann auch nicht der actionreiche Showdown über dem Hafen Barcelonas, der, atmosphärisch zwar gelungen, sich gänzlich mit der vorherigen Erzählweise beißt.

Insgesamt ist „Das Spiel des Engels“ kein schlechtes, nicht mal ein mittelmäßiges Werk. Dafür ist Zafón ein zu guter Erzähler, seine Sprache zu schön und sein Barcelona stimmungsvoll. Am Ende steht jedoch ein Aber, und das heißt „Der Schatten des Windes“. Zwischen beiden Werken liegen, das muss man klar sagen, Welten. Was bleibt sind „Große Erwartungen“ - an das nächste Werk von Carlos Ruiz Zafón.
machichsonstnie zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 20.04.2012
.schade um Zeit und Geld -
es gibt weitaus Besseres zu Lesen !
Entweder war meine Erwartungshaltung nach "Schatten des Windes" zu hoch
oder die Kritiker waren wegen des inzwischen hochgelobten Names Zafon nicht objektiv;
es hält keinesfalls was die Texte des Einbandes versprechen;
am Ende legt man das Buch enttäuscht zur Seite ...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dickie_Greenleaf zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 13.04.2012
Wortgewaltig, beeindruckend, intensiv geschrieben - doch ich frage mich: warum? Wozu das Ganze? Was wird nun aus der bösen Bibel und wozu sollte sie überhaupt geschrieben werden? Welche Motivation hatte das ganze Verwirrspiel?
Am Ende bleibt nichts als eine lange Leichenspur in schwülsitger Dramatik und das Gefühl einen billigen und viel zu langen Schauerroman gelesen zu haben.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ALab zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 21.10.2011
Ich kann mich nur den meisten Meinungen anschließen. Auch ich war verwirrt, enttäuscht und unzufrieden, als ich das Buhc zuklappte. Man hatte das Gefühl,dass der Autor für seine zahlreichen Handlungsstränge selbst kenie zufriedenstellende Lösung wusste. Ich habe nichts gegen ein offenes Ende, im Gegenteil. Aber dieses Ende ist kein offenes Ende im traditionellen Sinne. Das finde ich umso trauriger, weil ich "Schatten des Windes" zu meinen Lieblingsbüchern zähle und ferner, weil der Autor ein solch mächtiges Sprachtalent hat und teilweise Spannungen erzeugte, die mir förmlich den Atem nahmen. Weiterhin möchte ich mich zum Kommentar von Rh äußern. Wer den Schatten des Windes richtig gelesen hat, weiß, dass der Sempere senior, der im Spiel des Engels gegen Ende verstirbt, der Großvater des Daniel Sempere im Schatten des Windes ist. Weiterhin heißt hier der Protagonist David Martin und nicht Daniel.Abschließend ist festzuhalten, dass das Ende meiner Ansicht nach zwar enttäuschend ist, sich aber jeder eine eigene Meinung bilden sollte - hier werden von einigen Lesern tatsächlich das Buch und auch das Ende gelobt - und ich mich demnach der Meinung des Tagesspiegels und des Südwestrundfunkt anschließen muss: Dieses Buch sollte man gelesen haben.
Buchwurm zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 27.09.2011
Ich habe das Buch beendet und war verwirrt. Ich war mir sicher, dass ich einiges nicht verstanden habe.
Auf der Webseite www.dieterwunderlich.de/Ruiz-Zafon-spiel-engels.htm
habe ich eine umfangreiche Zusammenfassung dieses Buches gelesen und wußte nun, dass ich doch alles richtig verstanden und nichts verpaßt hatte.
Ansonsten teile ich mit vielen hier, dass dieses Buch sprachlich beeindruckend ist. Auch in fand das letzte Viertel des Buches schwach.
Viele offene und unerklärliche Handlungsstrenge, auf dessen Auflösung man mehrere 100 Seiten erwartet und nicht bekommt.
Eine gewaltige Sprache alleine reicht mir nicht. Ich kann das Buch, übrigens mein erstes dieses Autors, nicht weiterempfehlen.
Chr. Engelmann zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 09.05.2011
Ich finde es ist schon ein tolles Buch. Allerdings mit Schwächen. Die Atmosphäre ist beinahe zu greifen. Es wird ein Spannungsbogen erzeugt, der einem zum weiterlesen zwingt, als könnte man etwas verpassen...! Doch die Spannung stürzt im letzten Viertel ins Bodenlose und lässt einen verstörten Leser zurück.
carrybike zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 26.04.2011
Aus Worten plastische Bilder schaffen, mit Gerüchen, Tönen, also die Sinne stimulieren, das kann er ganz prima. Aber die Geschichte selbst und die Konstruktion sind hanebüchen und fürchterlich in die Länge gezogen, durchschaubar und unglaubwürdig. Was bleibt, ist das virtuelle Erleben des alten Barcelona.
In der Erinnerung scheint mir "Schatten des Windes" viel besser.
Rh zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 02.03.2011
Ich dachte ich wäre alleine mit meiner Meinung, bis ich hier ein paar Kommentare durch gelesen habe :)

Ich muss sagen, nach dem 'Schatten des Windes' war das Buch für mich persönlich eine derbe Enttäuschung! Der glanz und das geheimnissvolle von Barcelona wurde gar nicht mehr mit einbezogen, dann stirbt (und das auf wirklich komische weiße) der Protagonist aus 'Der Schatten des Windes'. Es ist mir generell zu düster, in dem ganzen Buch wird nur gemordet (und das auf grausame Art).
Die Reaktion von dem Protagonisten, dass seine 'große Liebe' tot ist...keine wirkliche Reaktion.
Besonders enttäuschend fand ich ehrhlich gesagt den Schluss~ Der Patron kommt, drückt ihm ein kleines Kind in die Hand, ungefähr 'ja, tut mir übrigens Leid das wegen mir deine Liebe gestorben ist' und der Hauptdarsteller 'Daniel' einfach nur 'joa, danke'.

Fazit: Das einzige was mich beeindruckt hat war die Sprache. Er schafft es einfach seine Gedanken in Worte zu fassen, und grandios darzustellen.
Dagegen war die Story umso weniger durchdacht und -wie oben schon gesagt- einfach nur eine Enttäuschung nach 'Der Schatten des Windes'!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Orkababy zu »Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels« 01.02.2011
Ich etwas überrascht von dem vorangegangenen Unverständnissen. Dieses Buch ist KEIN Krimi, sondern ein Fantasy-Krimi. Also mit Logik und Ordnung kommt man bei dem Buch wohl nicht uneingeeschränkt weiter. Das Schöne an diesem Werk ist doch, das SIch Tragen lassen, einer GEschichte, die die Hauptperson anfangs selbst nicht nicht begreifen kann. Das Wort Fantasy muss man ja hoffentlich nicht verierten Buchlesern erklären???
Dieses Buch ist endlich mal wieder etwas zum Lesen wobei man sogar sein Hirn anstrengen muss und nicht permanent berieselt wird. Außerdem ist das Buch in SEHR gutem Deutsch bzw. in SEHR guter Sprache verfasst, was man von vielen anderen BEstsellern mittlerweile nicht mehr sagen kann. Ich finde das Buch lesenswert!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 32.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Das Spiel des Engels

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: