Fürchte was du siehst von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Share No Secrets, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Krüger.
- New York: St. Martin, 2005 unter dem Titel Share No Secrets. 366 Seiten.
-
Frankfurt am Main: Krüger, 2006.
Übersetzt von Irmengard Gabler.
ISBN:
978-3810520272. 413 Seiten. -
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007.
Übersetzt von Irmengard Gabler.
ISBN:
978-3-596-16928-3. 413 Seiten.
'Fürchte was du siehst' ist erschienen als
![]()
![]()
In Kürze:
Sie lächelt, als ihr Liebhaber sie im Morgengrauen alleine lässt. Sie weiß noch nicht, dass sie sich niemals wiedersehen werden. Und dass die Hände, die sie als nächstes berühren, sie töten werden. Jäh wird die Idylle in dem kleinen Ort Point Pleasant am malerischen Ohio River zerstört, als die Leiche von Julianna Brent gefunden wird. Sie war eine wunderschöne Frau, der kein Mann widerstehen konnte. Wurde ihr das jetzt zum Verhängnis? Als Adrienne Reynolds, ihre Jugendfreundin, ahnt, dass in Point Pleasant noch einige Rechnungen offen sind …
Das meint Krimi-Couch.de: »Amerikanischer Mainstream-Krimi mit fadem Beigeschmack«
Krimi-Rezension von Eva Bergschneider überspringen
»Romantic mysterie novel« ist vielleicht die passendere Bezeichnung für Carlene Thompsons neuen Thriller. Der Covertext zu »Fürchte, was Du siehst« beginnt mit dem verheissungsvollen Titel »Hüte Deine Geheimnisse« und verspricht, die Aufdeckung eines lange verborgenen Mysteriums, dass eine verhängnisvolle Kaskade von Mord und Vergeltung nach sich zieht. Eine tapfere Heldin und eine komplizierte Love-Story dürfen, wie in vielen anderen Romanen der Autorin, natürlich auch nicht fehlen.
Die tote Julianna Brent an einem Ort voller Tragödien
Das einst mondäne, seit einem Jahr geschlossene Hotel La Belle Rivière im beschaulichen Point Pleasant war immer ein Schauplatz von Glamour und Eleganz, aber auch zahlreicher Tragödien und Todesfälle.
Die Künstlerin Adrianne Reynolds findet mit ihrer Tochter Skye die Leiche ihrer Freundin Julianna Brent. Das ehemalige Model hatte eines der Hotelzimmer als Treffpunkt für eine Nacht mit ihrem geheimen Liebhaber gewählt. Der Mörder hat der jungen Frau einen langen spitzen Gegenstand in die Halsschlagader gerammt, nachdem er sie mit einer schweren Tischlampe bewusstlos geschlagen hatte.
Der ehemalige Hausmeister Claude Duncan könnte wissen mit wem Julianna die Nacht in dem verlassenen Hotel verbrachte, denn er wohnt immer noch auf dem Gelände.Er beteuert, nichts mitbekommen zu haben und doch scheint er dem Mörder gefährlich zu werden. Kurz nachdem der Sheriff Lucas Flynn die Ermittlungen aufgenommen hat, kommt Claude in den Flammen, die sein Haus bis auf die Grundmauern nieder brennen, um. Der bemitleidenswerte Trinker wird nicht das einzige weitere Opfer des Mörders bleiben.
Die verfolgte Freundin
Adrianne Reynolds und Julianna Brent teilten in ihrer Jugend alle Geheimnisse, doch über Juliannas geheimen Liebhaber kann auch die beste Freundin nur spekulieren. Dennoch scheint Adrianne irgendwie mit den Ereignissen in Verbindung zu stehen, denn sie wird mit tätlichen Angriffen und immer subtiler werdenden Todesdrohungen bedroht. Ihr Verfolger scheint ihr Leben bis ins kleinste Detail zu kennen. Da in diesem kleinstädtischen Mikrokosmos die meisten Einwohner die Mordopfer gut kannten, gibt es mehrere Verdächtige, wie z.B. Juliannas Ex-Ehemann Miles Shaw oder ihre stets neidische Schwester Gail. Adrianne stellt den Menschen aus Juliannas Umgebung Fragen und erhält einige unerwartete Antworten.
Doch was machte die Affäre ihrer Freundin so brisant, dass sie und Duncan dafür sterben mussten?
Gut aussehende Frau mittleren Alters mit Tochter und Hund sucht …
Die hier gewählten Charaktere sind typisch für die Krimis von Carlene Thompson. Die Ermittlerin ist Mutter einer 14 jährigen Tochter und Malerin, die an der Kunstakademie unterrichtet. Gemeinsam mit Hund Brandon, lebt die Familie nach dem Unfalltod des Ehemannes im geerbten Elternhaus in der Kleinstadt Point Pleasant/West Virginia.
Ein bewährtes Set-Up muss nichts Negatives sein, wenn es dem Autor gelingt, den Figuren Leben und Persönlichkeit einzuhauchen.
Genau das ist Carlene Thompson mit der Hauptprotagonistin Adrianne Reynolds nicht gelungen. Weibliche Intuition ist leider kein Ersatz für kreativen Geist und die üppige Auswahl an Männern, die diese toll aussehende Frau zur Verfügung hat, reicht nicht aus, um sie wirklich interessant zu machen.
Viele weitere Charaktere sind mit zahlreichen seltsamen Eigenarten und Spleens ausgestattet und wirken dennoch überwiegend stereotyp und austauschbar.
...den Mörder ihrer besten Freundin
Die grundlegende Idee der Geschichte ist nicht neu, aber als Ausgangspunkt für einen Krimi durchaus interessant: in einer Stadt, in der jeder jeden kennt, führt die Aufdeckung eines jahrelang gehüteten Geheimnisses zu mehreren Morden. In der ersten Hälfte des Buches wird die zunehmende Verwicklung verschiedener Personen und die Aufdeckung tragischer Hintergründe recht spannend erzählt. Carlene Thompson setzt in ihrer Geschichte häufig das Stilmittel Mystik ein, um atmosphärische Dichte zu erzeugen. Teilweise gelingt ihr das auch, nur leider wiederholen sich einige Elemente und verlieren dadurch gänzlich an Wirkung.
Fürchte, was Du siehst wird überwiegend aus der Perspektive der Hauptprotagonistin, aber auch aus der Sicht anderer Personen erzählt. Auf diese Weise gelingt es, einige Überraschungsmomente in die Geschichte einzubauen und unerwartete, interessante Details zu erzählen. Durch den flüssigen Schreibstil der Amerikanerin, liest sich ihr neunter Krimi besonders am Anfang spannend und unterhaltsam. Da allerdings die Story letztlich nicht überzeugen kann, wirkt der Roman besonders in den letzten Kapiteln abgedroschen und fade. Man hat den Eindruck, dass die Autorin durch zusätzlich konstruierte falsche Fährten versucht, ein vorhersehbares Ende zu verschleiern. So wirkt die Auflösung schliesslich sehr aufgesetzt und unbefriedigend.
Ein bestenfalls durchschnittlicher Krimi
Carlene Thompson ist bekannt dafür, eher seichte Krimis nach etabliertem Strickmuster zu schreiben. Dennoch ist es ihr mit einigen Werken gelungen, viele Leser durch einen hohen Spannungslevel und überzeugende Figuren zu begeistern. »Fürchte, was Du siehst« bietet unkomplizierten, durchaus spannenden Lesestoff, leider weist die Story insgesamt zu viele Ungereimtheiten auf, um kontinuierlich fesseln zu können. Der Hauptfigur fehlt es einfach an Individualität, man hat das Gefühl, diesem Frauentyp bereits x-mal in TV-Serien begegnet zu sein. Schade, ein Buch für treue Carlene Thompson Fans, das weniger gut geeignet ist, um neue Leser für ihre Krimis zu gewinnen.
Ihre Meinung zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Merle zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 14.07.2009 |
|---|---|
| Sandra zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 22.07.2008 |
| Sandra zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 22.07.2008 |
| passand zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 08.02.2008 |
| Carline zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 14.01.2008 |
| -M...-Marple- zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 01.01.2008 |
| Mary_Poppins zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 22.01.2007 |
| Tanja zu »Carlene Thompson: Fürchte was du siehst« | 19.12.2006 |

