Bitteres Rot von Bruno Morchio

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Rossoamaro, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Genua, 1990 - 2009.
Folge 3 der Bacci-Pagano-Serie.

  • Mailand: Garzanti, 2008 unter dem Titel Rossoamaro. 244 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Ingrid Ickler. ISBN: 978-3423212045. 253 Seiten.

'Bitteres Rot' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Genua, 1944. Die 19-jährige Tilde, Kurierin der Partisanen, wird nachts von einer Patrouille der Wehrmacht geschnappt. Sie hat Glück: Beim Verhör in der Kommandantur gefällt sie dem Besatzungsoffizier so sehr, dass er sie laufen lässt. Das bringt die Partisanen auf eine Idee: Die junge Fabrikarbeiterin soll dem Witwer entlocken, wer den Deutschen ihre Pläne verrät ...Rund 65 Jahre später soll der Genueser Privatdetektiv Bacci Pagano den italienischen Stiefbruder eines deutschen Professors suchen. Viele Informationen kann Kurt Hessen Pagano nicht bieten: Er weiß nur, dass seine Mutter Nicla hieß und sein Vater, ein Wehrmachtsoffizier, bei einem Partisanenanschlag auf ein deutsches Soldatenkino ums Leben kam. Dann findet Pagano jedoch heraus, dass der Deutsche zwanzig Jahre zuvor in Genua schon einmal dieselben Fragen gestellt hat.

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jonny zu »Bruno Morchio: Bitteres Rot« 01.01.2011
Der Leser weíß im Gegensatz zu Pagano von Beginn an: Der Besatzungssoffizier und der alternde Professor tragen beide den Namen Hessen.
Bacci Pagano taucht bei seiner Recherche tief in die schweigsame Gesellschaft der ehemaligen Partisanen ein und trifft dabei auf seine eigene Vergangenheit und Geschichte. Doch wer führt ihn in die Irre? Die ehemaligen Partisanen, die nicht die ganze Wahrheit sagen? Oder der Auftraggeber, der ein doppeltes Spiel zu treiben scheint?
Eine spannende Geschichte. Weniger in Form eines klassischen Krimi, vielmehr durch Verknüpfung einzelner Geschichten. Morchio verbindet Personen und Orte der Handlungen miteinander zu stimmigen Lebensgeschichten. Genua, die multikulturelle, brodelnde Hafenstadt mit verwinkelten Gassen und hässlichen, dunklen Ecken absterbender Industrielandschaften, ist der Hintergrund von Morchios Roman, in dem die Geschichte von 1944 in Verbindung mit der gegenwärtigen Situation gebracht wird, und zwar durch die Menschen, die von der Historie geprägt und geformt worden sind. Sie sind wie die Stadt: kantig, rauh und geheimnisvoll.

Fazit: Eine packende Geschichte, eine hervorragende Schilderung von Personen und historischen Gegebenheiten, die die Gegenwart bestimmen und prägen. Dabei mit Tempo geschrieben und in sich stimmig konstruiert.
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