Der Tod des Achilles von Boris Akunin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Smert\\\' Achillesa, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: Moskau, 1870 - 1889.
Folge 4 der Erast-Fandorin-Serie.

  • -: ?, 2000 unter dem Titel Smert\\\' Achillesa. 408 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2002. Übersetzt von Andreas Tertner. ISBN: 3-7466-1763-4. 408 Seiten.

'Der Tod des Achilles' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nach seinem Dienst beim russischen Botschafter in Japan kehrt Fandorin 1882 nach Moskau zurück. Sogleich wird er mit dem Tod seines alten Freundes General Sobolew konfrontiert. Erste Ermittlungen führen zu einer Dame deutscher Herkunft. Wollten die Deutschen den General, der die Türken besiegte, ausschalten und so Rußland schwächen? Oder wurde eine Intrige am Hofe des Zaren gesponnen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Ungewöhnlicher und genialer Aufbau« 76°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Sehr ungewöhnlich, aber nichtsdestotrotz genial, der Aufbau des Buches. In zwei getrennten Handlungssträngen, die jeweils fast die Hälfte des Romans einnehmen, schildert der Autor das Geschehen einmal aus Sicht des »Guten« und zum anderen aus der Perspektive des »Bösen«, bis die Story in einem überraschenden und etwas zu kurz geratenen Showdown kulminiert.

Fandorin, der »Gute«, ist natürlich durchweg gut und wird ein wenig zu sehr glorifiziert. Er kann sich zwar aus jeder noch so üblen Lage wieder herausarbeiten, doch muß auch er seine Fehlschläge einstecken. Wie der »Böse« erst zum Bösen wird, das erlebt man hautnah mit und so bringt man auch für ihn teilweise Verständnis auf. Der Verlauf seines Lebens wird von kleinauf erzählt bis zum aktuellen Geschehen.

Der Detektiv Erast Fandorin – unser Protagonist – kehrt nach sechs Jahren Dienst beim russischen Botschafter in Japan wieder in seine Heimat nach Moskau zurück, im Schlepptau sein japanischer Diener Masa, der mit seiner Unbedarftheit und seiner Unkenntnis von russischer Sprache und Kultur für einige Pointen sorgt. Während seiner Vorstellung beim Gouverneur, seinem neuen Dienstherrn, erwartet Fandorin ein Schock. Sein guter Freund, General Sobolew, ein Volksheld der Russen, wurde in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben, doch Fandorin zweifelt an der Diagnose. Sogleich bekommt er den Auftrag, in dieser Sache zu ermitteln. Obwohl eine Obduktion einen natürlichen Tod bestätigt, lassen einige Ungereimtheiten den Detektiv dafür sorgen, sich nicht von seinem Verdacht abbringen zu lassen.

In eine Zeit vor Beginn des Kommunismus in Russland führt uns der Autor Boris Akunin in seiner Reihe um den jungen Detektiv des russischen Geheimdienstes. In eine Zeit voller Prunk und in einen bevorstehenden oder bereits begonnenen politischen Umbruch. Dabei nacht sich der Autor mit seiner Negativbetrachtung des deutschen Volkes bei den deutschen Lesern nicht gerade beliebt.

Die Story, die Akunin erzählt, ist reichlich verzwickt und man muß schon konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Dabei zeigt er sich als Meister in überraschenden Wendungen und man ist sich bald bei keinem der Akteure mehr sicher, auf welcher Seite er denn nun steht. Spannung ist reichlich vorhanden in der guten Mischung aus Action und logischen Kombinationen gewürzt mit viel Humor. Aber auch die ruhigeren Passagen, insbesondere im zweiten Teil, fehlen nicht.

Ihre Meinung zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles«

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Ralf64 zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 07.12.2014
Mir ist das Buch neulich über den Wühltisch als "Mängelexemplaren" in die Hände gefallen.
Was soll ich sagen, ich fand es total langweilig. Die Geschichte schien mir unglaublich konstruiert, die Figuren fast lächerlich überzeichnet. Für meinen Geschmack alles völlig unglaubwürdig. Die "interessante" Zweiteilung der Geschichte wirkt auf mich wie ein Bruch. Einzig das Ende, wenn die beiden Teile wieder vereint werden fand ich recht gut gelungen. Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber für mich war das ganz kalter Kaffee,
Yue zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 12.02.2009
Wirklich eines der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe! Nach meiner anfänglichen Begeisterung über die Gestalt des Fandorin war ich zunächst perplex, als inmitten des Buches die immer spannender werdende Handlung abbrach. Aber dieses Erstaunen währte nicht allzu lange, denn Ahimaaz' Geschichte war für mich der wahre Höhepunkt des Buches. Ich habe am Ende tatsächlich für den Antagonisten weit mehr mitgefiebert als für Fandorin, so großartig war es, den Werdegang dieses Menschen zum eiskalten Mörder und dann zurück zu ein klein wenig Menschlichkeit zu erleben. Ein großartiges Buch, das ich jedem nur empfehlen kann!
dottie62 zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 27.06.2008
Dies war mein erstes Buch von Boris Akunin und bestimmt nicht mein letztes.
Die Handlung ist spannend, humorvoll und überraschend.
Der Fall von Fandorin macht Lust auf die nächste Mordermittlung mit ihm.
Sebastian Wagener zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 27.04.2005
Ein wunderbares Buch und meiner Ansicht nach das beste Buch der "Fandorin" Reihe. Sehr intelligent geschrieben, mit einigen Überraschungen und unerwarteten Wendungen. Spannend bis zueletzt. Insgesamt ist die "Fandorin" Reihe absolut lesenswert.
sherry Lailes zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 24.04.2005
Der Tod des Achilles war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Inzwischen habe ich alle Fandorin Bücher gelesen und bin ein großer Fan von Boris.
Ich finde diese Bücher intelligent geschrieben und es lohnt sich auf jeden Fall, allerdings muss ich vorwarnen: Nehmen sie sich Zeit zum lesen, denn wenn sie einmal angefangen haben, dann hören sie so schnell nicht mehr auf ;)
Also sofort in die nächste Bibliothek oder Buchhandel und lesen!
Carlos zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 12.03.2005
Wirklich sehr gelungenes Buch. Die Unterteilung in zwei separate Blöcke ist wirklich passend, obwohl man zuerst vom Gegenteil überzeugt ist, da sich der Lesefluss erst wieder einstellen muss.
Nach zwei meiner Meinung nach etwas in der Qualität abfallenden Bänden, startet Akunin hier wieder zu Höchstform durch. Die Figur des Ahomaz wird gezielt als Gegenspieler von Fandorin aufgebaut. Auch stellt sie eine Brücke zum ersten Fandorin Roman her.
Als Unterhaltung für zwischendurch sind die Romane der Fandorin Reihe auf jeden Fall zu empfehlen.
Nico zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 06.09.2004
Für mich persönlich das zweitbeste Fandorin-Buch(habe allerdings noch nicht alle gelesen). Sehr gut aufgebaut(einfach genial, das Buch in 2 Teile und das auch noch am Höhepunkt der Handlung zu teilen und dazu sogar die Schrift zu verändern), inhaltlich und sprachlich sowieso top - man ists ja nicht anders gewohnt.
Ich lese Akunin nur auf russisch und komme daher früher in den Genuss von neuen Romanen. So auch im Falle "???????? ?????????"(z.Dt. - "Der diamantene Wagen") - das beste Fandorin-Buch, wie ich finde. Dort wird die Zeit Fandorins in Japan beschrieben, wie er Japanisch und diverse Kampfkünste erlernt, Masa das Leben rettet, der sich ihm anschließend auf Ewig zum Dank verpflichtet und natürlich hin und wieder mal den einen oder anderen Fall löst. Wenn das Buch in Deutsch rauskommt, mein Rat an euch - sofort HOLEN!
Veronika zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 25.08.2004
Mir ging es ähnlich: Ich fand die 2. Geschichte mitten im Buch anfangs etwas langweilig und unpassend. Dann aber wurde es so interessant, etwas aus dem Leben Ahimaaz' zu erfahren. Und man konnte diesem Menschen zum Schluss fast nicht mehr böse sein! Welch tragisches Ende! Ich bin sowieso immer traurig, wenn ich mit einem Fandorin-Buch "fertig" bin: es ist fast wie ein Abschied von einem guten Freund.
Micha. Z zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 28.04.2004
Ich war mitten im Buch so sauer das ich aufhörte weiterzulesen und erst einen Monat später wieder zum Buch griff, welch ein fataler Fehler von mir.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Beate Sickel zu »Boris Akunin: Der Tod des Achilles« 14.02.2004
Einfach genial - mitten im Buch - übrigens an einer sehr spannenden Stelle - fängt er an, eine neue Geschichte zu erzählen. Zuerst war ich so sauer, dass ich schon aufhören wollte weiterzulesen (bloß nicht machen!) Der Leser merkt sehr schnell, dass diese beiden Geschichten sehr wohl etwas miteinander zu tun haben. Wäre es ein Film gewesen, so hätte ich mir vor Spannung die Augen zugehalten ;-)) Auch sprachlich ist dieses Buch ein Meisterwerk und ich kann es nur weiterempfehlen!!!

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