Blutgrätsche. Weltmeister-Krimis von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006 bei Grafit.
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Dortmund: Grafit, 2006.
ISBN:
978-3-89425-314-1. 222 Seiten.
'Blutgrätsche. Weltmeister-Krimis' ist erschienen als
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In Kürze:
Werden wir es schaffen, werden wir Fußballweltmeister? Das ist die spannendste Frage, die uns im Jahr 2006 beschäftigen wird! Aber halt – stimmt das überhaupt? Beschäftigt uns wirklich alle diese Frage? Und gibt es nicht noch andere wichtige Fragen rund um die Fußballweltmeisterschaft, insbesondere in den zwölf Städten, die Austragungsorte sind? Zum Beispiel: Wie komme ich an ein Ticket? Wo werden tausende Fans ihre Notdurft verrichten? Ist für genug Bier im Stadion gesorgt? Wer verdient sich an dem Spektakel eine goldene Nase? Bei dem Versuch, Antworten zu finden, geht es wie auf dem Platz nicht immer friedlich zu, wie dreizehn der namhaftesten deutschen Krimiautorinnen und -autoren in ›Blutgrätsche‹ zeigen. Dreizehn? Ja, denn eine Stadt hat schon die Qualifikation nicht geschafft …
Das meint Krimi-Couch.de: »Vom Kampf in der Todesgruppe...«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Wir schreiben das Jahr 2006 – Deutschland ist elektrisiert von dem größten Ereignis in der Welt des Fußballs. 32 Nationen treffen sich zum globalen Kräftemessen auf dem grünen Rasen. Von Attacken, Bollwerken, Teufelskerlen, Vollstreckern, Schützen, Todesgruppen, Zweikämpfen und Kopfstößen wird die Rede sein – und natürlich von der Blutgrätsche. Der Grafit-Verlag schickt unter diesem Titel für jede Stadt mit einem WM-Stadion einen Autor in die Krimi-Arena. So kommen 13 Kurzkrimis zustande. Der Fußballexperte wundert sich an dieser Stelle: Es gibt doch nur 12 WM-Städte? Richtig, aber auch Düsseldorf hat extra für die WM ein klotziges Stadion gebaut, das dann doch keine Berücksichtigung bei der Bekanntgabe der Spielorte fand.
Düsseldorf: Horst Eckert – Wege zum Ruhm
Düsseldorf hat unter dem Vorwand, WM-Stadt werden zu wollen, das alte Rheinstadion abgerissen und eine neue Fußballarena gebaut. Nun steht man mit leeren Händen da und die WM wird in anderen Städten gespielt. Außerdem gibt es ein Konkurshickhack um Bauträger und Betreiberfirma; die Stadt sitzt auf einem riesigen Schuldenberg. Horst Eckert zeigt in seinem Kurzkrimi, wie doch noch ein Sieger aus dem Ring geht.
Nürnberg: Oliver Bottini – Die einzig wahre Geschichte
El Aleman ist der Star einer südamerikanischen Nationalmannschaft und Enkel eines Deutschen, der vor den Nazis geflüchtet ist. Nach einem Gruppenspiel seines Teams in Nürnberg trifft er Elena, die ihm die einzig wahre Geschichte seiner Familie erzählt.
Leipzig: Ralph Gerstenberg – Leipziger Ballerei
Wie eine Mutter ihren Sohn mit einem Bankräuber zum WM-Spiel ins Leipziger Stadion schickt, erzählt Ralph Gerstenberg in diesem Kurzkrimi.
Köln: Andreas Izquierdo – Der Mann, der Lukas Podolski das Leben rettete
Der wahnwitzige Countdown auf einen Anschlag auf die Weltmeisterschaft und die Geschichte eines geborenen Verlierers, der mit seinem Gewissen zu kämpfen hat.
Hannover: Susanne Mischke – Dabei sein ist alles
Ein Taxi-Fahrer, der bei der Verlosung der WM-Tickets kein Glück hatte, ist genervt. Von allen Seiten erfährt er von Menschen, die mit Fußball sonst nichts am Hut haben und trotzdem die besten Tickets besitzen. Zuhause nervt die nörgelnde Ehefrau. Kurz vor dem ersten Spiel läuft der Mann Amok.
Kaiserslautern: Theo Pointner – Krawalle in Kaiserslautern
Wie die Feierlichkeiten zur Fußball-WM durch kulturelle Schöngeister entfremdet werden, schildert Pointner in seiner Kurzgeschichte. Ein Autor reist zu einer Lesung seines WM-Krimis mit deftigem Rahmenprogramm an. Daraus wird eine Inszenierung von Fußballbanausen, denen Selbstdarstellung im Fernsehen wichtiger ist als der Sport und auf der für echte Fans kein Platz ist. Kein Wunder, dass hier ein Mord geschehen muss.
Hamburg: Gunter Gerlach – Chancengleichheit
Eine revolutionäre Regeländerung steht zur Debatte. Starke Mannschaften sollen mit weniger Spielern gegen die schwächeren Teams antreten, damit Chancengleichheit entsteht. Der eisernste Verfechter dieser geistvollen Idee soll zum Schweigen gebracht werden.
Frankfurt: Krystina Kuhn – La Ola
Altenpflegerin Maria hat sich in einen Spieler der deutschen Nationalmannschaft verliebt. Sie muss ihn einfach im Stadion live erleben, aber es gibt nur noch WM-Tickets für die Rollstuhlplätze im Innenraum. Einer ihrer Patienten könnte ein solches Ticket ordern – aber damit ist es immer noch nicht in ihren Händen …
Gelsenkirchen: Jan Zweyer – Goleo, Pille, Pils und Schalke
Auf hohem humoristischen Wert lagert diese Geschichte. Zwei Ex-Knastbrüder wollen die WM-Organisatoren erpressen, indem sie vor dem ersten WM-Spiel in der »Veltins-Arena« den Pils-LKW kidnappen wollen. Ein teuflisch genialer Plan …
München: Roger M. Fiedler – Seitenstiche oder die Sache mit den Fingernägeln
Durch einen Fehler in der Verwaltung gehören im Bereich der Münchner Allianz-Arena sage und schreibe 3 Quadratmeter einem windigen Spekulanten. Er verlangt dafür nun 300.000,- Euro, um der Enteignung nachträglich zuzustimmen.
Dortmund: Reinhard Junge – Countdown in Dortmund
Während Fußballfans in Richtung Stadion tingeln, stehen zwei Polizisten an einer Straßensperre, als ein dicker Hecht sie passieren will. Ausgerechnet Muli Könnes, den berühmten Bundesligamanager, sollen sie ausnahmsweise in seinem dicken BMW durchlassen, damit er einen Vertrag mit einem Dortmunder Profi abschließen kann. Die beiden BVB-Fans haben da aber eine Idee.
Stuttgart: Tatjana Kruse – Die Einsamkeit der Kehrwochenfrau nach dem Anpfiff
Das große Reinemachen beginnt in Stuttgart schon außerhalb des Stadions: Wenn sich ein Fan des Gastvereins in den Gassen der Stadt verirrt, kommen Hausfrauen und Fußballfreunde mitunter auf blutrünstige Gedanken.
Berlin: Michael Illner – Radikale Maßnahmen: Das Vorspiel
Das Finale bestreiten eine Berliner Amateurmannschaft und ein Team aus dem antiken Reich der Maya. Denn auch in Mexiko gab es bereits vor langer Zeit eine Art Fußballspiel, bei dem die unterlegene Mannschaft anschließend den Göttern geopfert wurde. Wenn man das heutzutage auch noch machen würde, sollte die Motivation einer Mannschaft eigentlich kein Problem mehr darstellen.
Die Mannschaft ist gut aufgestellt: Die Durchschlagskraft der Autorentruppe wird durch drei weibliche Autoren hervorragend ergänzt. Man merkt, bei den Damen sind die Deutschen schon Weltmeister. Elf von Dreizehn Kurzkrimis haben guten Unterhaltungswert. Ideenreichtum und sensationelles Kurzpassspiel zeichnen die Autorentruppe aus. Hätte Jürgen Klinsmann eine ähnlich schussstarke Mannschaft wie die an »Blutgrätsche« beteiligten Schriftsteller, wäre die Vorrunde (gegen Ecuador, Polen und Costa Rica) schon mal sicher überstanden. Zugegebener Maßen würde das Achtelfinale (es drohen England oder Schweden...) allerdings ein echter Prüfstein.
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| Susanne Mischke zu »Diverse Autoren: Blutgrätsche. Weltmeister-Krimis« | 22.04.2006 |
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