Bill S. Ballinger

Bill S. Ballinger wurde als William Sanborn Ballinger 1912 in Oskaloosa im US-Staat Iowa geboren. Er studierte an der Universität von Wisconsin. Ab 1934 arbeitete er in der Werbung und schrieb dann für das Radio. In den 1950er Jahren zog Ballinger nach Südkalifornien, um Drehbücher für das Fernsehen zu verfassen. Bis in die 70er Jahre lieferte er die Vorlagen für ca. 150 TV-Shows, darunter bekannte Thriller-Serien wie »Cannon«, »Ironside« (»Der Chef«), »I Spy« (»Tennisschläger & Kanonen«), »Mickey Spillane’s Mike Hammer« oder »M. Squad« (»Dezernat M«). 1960 zeichneten ihn die »Mystery Writers of America« für seine Adaptation der Stanley Ellin-Story »The Day of the Bullet« für »Alfred Hitchcock Presents« mit einem »Edgar Allan Poe Award« aus. Zwischen 1977 und 1979 unterrichtete Ballinger kreatives Schreiben an der California State University.

Der Kriminalschriftsteller Bill S. Ballinger begann als Verfasser geradliniger Detektivgeschichten. Barr Breed, Held seines Debütromans The Body in the Bed (1948) war der typische hartgesottene Schnüffler, die Geschichte eng an Dashiell Hammetts Der Malteser Falke angelehnt. Aber Ballinger hatte Talent und entwickelte Ehrgeiz; seine Geschichten wurden innovativer und vielschichtiger, kratzten am Lack der scheinbar idealen US-Gesellschaft.

Schon 1950 gelang der Durchbruch mit Portrait of a Smoke, der sechs Jahre später als Wicked as They Come (dt. Keiner ging an ihr vorbei) verfilmt wurde. Weitere Erfolge verzeichnete Ballinger mit The Wife of the Red-Haired Man (1957) oder The Tooth and the Nail (1955).

In den 1960er Jahren griff der Verfasser den aktuellen Trend zum Spionage-Thriller auf und schuf seinen eigenen James Bond: Joaquin Hawks vom CIA, den wir zuerst in The Chinese Mask (1965) treffen. Lange Passagen dieses Romans spielen in China; Ballinger profitierte hier von seinen ausgedehnten Reisen durch den Fernen Osten. Das gilt auch für sein Drehbuch zum Actionfilm Operation CIA (1965), in dem es einen noch sehr jugendlichen Burt Reynolds nach Saigon verschlägt.

In die Spätphase von Ballingers Karriere fallen der epische The Corsican (1974), die mehrere Jahrzehnte umfassende Chronik einer Mafia-Familie, und die merkwürdigen aber spannenden 49 Days of Death (1969, eine Reinkarnationsfabel, die auf dem tibetanischen Buch der Toten basiert.

Bill S. Ballinger, der auch unter den Namen Frederic Fryer sowie B. X. Sanborn schrieb, starb im Jahre 1980. Sein letztes Werk war eine Geschichte der kalifornischen »Federal Credit Union«, der er 1978/79 als Präsident vorstand. [Michael Drewniok]

Krimis von Bill S. Ballinger

Joaquin Hawks-Reihe:
The spy in the java sea
(1966)
The spy at Angkor wat
(1966)
The spy in Bangkok
(1966)
The spy in the jungle
(1966)
Der Talisman, der Unglück bringt
(1948)
The body in the bed
Die Totenshow
(1949)
The body beautiful
Keiner ging an ihr vorbei
(1950)
Portrait in smoke
The darkening door
(1952)
Rafferty
(1953)
Bis zur letzten Chance
(1955)
The wife of the red-haired man
The black, black hearse
(1955)
Die große Illusion
(1955)
The tooth and the nail
Die längste Sekunde
(1957)
The longest second
Auf dem Siedepunkt
(1958)
Beacon in the night
Rezept für einen Mord
(1958)
Formula for murder
Der Wahrsager
(1960)
The doom-maker
Am 4. beginnt die Ewigkeit
(1963)
The fourth forever
Liebe ist ein tödliches Spiel
(1964)
Not I said the vixen
The chinese mask
(1965)
Die Erbschaftsjäger
(1966)
The heir hunters
Safari in die Vergangenheit
(1968)
The source of fear
The lopsided man
(1969)
Die Henkersmahlzeit
(1969)
Heist me higher
49 days of death
(1969)
The law
(1974)
The corsican
(1975)

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