Selbs Betrug von Bernhard Schlink

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Mannheim, Heidelberg & Umgebung, 1990 - 2009.
Folge 2 der Gerhard-Selb-Serie.

  • Zürich: Diogenes, 1992. ISBN: 3-257-01929-7. 298 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1994. ISBN: 3-257-22706-X. 298 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2008. ISBN: 978-3-257-23712-2. 349 Seiten.
  • [Hörbuch] Zürich: Diogenes, 2002. Gesprochen von Hans Korte. ISBN: 389903080X. 7 CDs.

'Selbs Betrug' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Selb lebt in Mannheim. Er hat eine Vergangenheit als NaziStaatsanwalt, eine Gegenwart als Privatdetektiv und weiß nicht, ob er mit fast 70 Jahren noch eine Zukunft hat. Er raucht. Er hat eine Freundin, Brigitte und einen Kater, Turbo. Er spielt Schach. Aber er löst seine Fälle nicht wie Schachprobleme. Er verstrickt sich in sie, und die Wahrheit, die er herausfindet, ist stets auch eine Wahrheit über ihn selbst.

Deutscher Krimi Preis 1993, 1. Platz national

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein ansprechender Roman, der aus der Krimi-Einheitskost hervorsticht« 62°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

In seinem zweiten Fall (nach Selbs Justiz) erhält Selb vom Ministerialdirigent Salger aus Bonn telefonisch den Auftrag, nach seiner Tochter Leonore, genannt Leo, zu suchen, die seit eineiger Zeit verschwunden ist.

Eine Spur führt ihn in ein psychiatrisches Krankenhaus. Hier soll Leo als Patientin gewesen sein, bis sie durch einen Unfall ums Leben kam. Doch außer ihrem behandelnden Arzt, Doktor Wendt, weiß niemand von diesem Unfall. Und genau diesen Doktor Wendt findet Selb wenig später erschossen auf.

Selb findet heraus, dass sein Auftraggeber gar nicht Leos Vater ist und daß Leo angeblich wegen eines terroristischen Anschlags polizeilich gesucht wird. Schließlich findet er Leo selber und verhilft ihr zur Flucht ins Ausland.

Nach Schlinks »Liebesfluchten« war ich gespannt, wie sich denn ein Kriminalroman des vielgelobten deutschen Schriftstellers Bernhard Schlink lesen lässt. Durch die nüchterne und sachliche Schreibweise ist der Autor hier klar wieder zu erkennen. Die Ironie, die auch in den »Liebesfluchten« ansatzweise vorhanden war, tritt hier sehr deutlich zutage. Nicht unbedingt im eigentlichen Sinne humorvoll geschrieben setzt Schlink doch oft gezielt seine trockenen Pointen.

Die recht eigenwillige Figur des Privatdetektivs Gerhard Selb bietet Schlink hinreichend Möglichkeiten, das Geschehen zu gestalten. Dabei wirken die nicht immer ganz gesetzestreuen Handlungen des Detektivs oft nicht recht glaubhaft. Dem Leser fehlt manchmal das Verständnis für Schlinks Logik.

Diese Handlungen, von denen Selb selbst weiß, dass sie nicht gesetzeskonform sind, die er aber trotzdem als richtig ansieht, versucht Schlink als Transformation von Selbs Nazi-Vergangenheit auf die Gegenwart zu sehen.

So wie Selb nicht ausschließlich als der Gute in dem Roman dasteht, sind die Bösen auch nicht das total Schlechte. Wie schon in »Liebesfluchten« gibt es bei Schlink nicht das reine Schwarz-Weiß-Denken, wie es oft für Kriminalromane hergenommen wird. Alle Figuren haben ihre guten und schlechten Seiten.

Die sehr kurzen Kapitel, im Schnitt etwa vier Seiten lang, hemmen am Anfang etwas den Lesefluß, dies gibt sich jedoch gegen Ende des Romans.

Eine angenehme Abwechslung bietet ein Roman, der in vertrauter Umgebung spielt. So lässt sich durch die genaue Beschreibungen auch einzelner Ortschaften gut nachvollziehen, welche Wege Selb im Raum Mannheim/Heidelberg sowie in der Bonner Gegend zurücklegt. Dies gibt dem Leser eher Gelegenheit, sich in die Szene hineinzuversetzen als ein amerikanischer Krimi.

Schlink wird wohl niemals zu meinen bevorzugten Schriftstellern gehören. Dennoch ein durchaus ansprechender Roman, der aus der Krimi-Einheitskost hervorsticht.

Das meinen andere:

»Ein intelligenter, sympathischer, guter Krimi.«(Zürichsee-Zeitung)

»Schlink ist einer der Autoren, die auf magische Weise Stimmungen und Atmosphäre schaffen. Dabei sind seine Sätze auf das notwendigste entschlackt, ohne karg zu werden. Die Abfolge von schneller und langsamer Handlung, kurzen und langen Kapiteln macht den Rhythmus der Geschichte perfekt.« (StadtRevue)

"Ebenso wie ´Selbs Justiz´ und der 1988 erschienene Band ´Die gordische Schleife´ bietet ´Selbs Betrug´ höchstes Lesevergnügen. Die Figur des Gerhard Selb kann gut und gerne in einem Atemzug mit Krimi-Detektiven wie Maj Sjöwalls und Per Wahlöös schwedischen Ermittlern um Martin Beck, mit Manuel Vazquez Montalbans Katalane Pepe Carvalho und mit Jakob Arjounis DeutschTürke Kemal Kayankaya genannt werden." (Mannheimer Morgen)

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Adjudant Hans zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 07.03.2017
Deze komment slaat nergens op broer, die gouverneur henkjan IV is echt kaulo homo, slet wat is dit nou voor bullshit. voorderest is het wel een aardig knulletje zonder teelballen dat wel haha is wel jammer soms. voorderest ga ik niet meer praten was verder wel prima top boekje oudoe groeten uit krabbegat a drerrie
Gouverneur Henk-Jan IV zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 07.03.2017
hard boek a drerrie. goeie shit ik zweer het man. haha. ik heb wel genoten ik zeg eerlijk. vraag maar aan mijn drerrie jay hij zegt die ook a mattie. faka kees so naar jou en naar me broeders in jilla. so naar al me strijders die t niet hebben gemaakt op juvenaat. so naar thijs gijs nika zoe luuk allemaal a maat, wel hard boek
Darix zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 18.03.2014
Manchmal macht es richtig Freude, ältere Krimipreisträger erneut zu lesen.
Selbs sucht die Studentin Leo und landet im ehemaligen Terroristen, RAF– Geheindienst Umfeld. Ein gelungener Rückblick auf die Nachkriegsvergangenheit unser Republik.Schlink versteht es gekonnt den Leser mit seinem lakonischen, präzisen Stil zu fesseln. der Plot ist Klasse, im Finale wirkt er etwas verworren, konstruiert.
Die Figur des Privatdetektivs Selbs ist ausgewogen, mit Zweifeln versehen.Er reflektiert seine eigene Vergangenheit als Staatsanwalt und nunmehr als Privatdetektiv gegenüber den Auswirkungen des Terrorismuses aus RAF Zeiten. Ein gelungenes Werk von einem deutschsprachigen Krimiautor.
clem zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 17.03.2014
Ich, nein wir waren zu fünft im Auto und fanden das Hörbuch spitze. Manchmal waren die Charaktere zu schnell erzählt und man kam durcheinander, wenn man sich nicht ganz konzentrierte. Aber alles in Allem ein tolles Buch. Ganz toll aber der Vor-Leser HANS KORTE! Himmlisch wie er vorliest!

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Alex W. zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 26.01.2008
Ich finde dieses Buch aus der "Selb"-Reihe hervorragend.

Zum einen der regionale Bezug (die Geschichten finden allesamt größtenteils in Deutschland statt...), bei dem man sich genau vorstellen kann, wo sich Selb gerade befindet. Dann die Beschreibung und die Unperfektheit der Charaktere. Kein Superheld, der aussieht wie Brad Pitt und Spitzensportler ist, sondern äußerlich an Mann wie viele. Nur erlebt hat er viel und findet neben dem Lösen der Fälle immer noch genügend Gelegenheit, dass Leben in vollen Zügen zu genießen. Er löst die Fälle, während er dem Leser immer sympathischer wird und Bernhard Schlink gelingt es dabei, die Spannungskurve trotzdem aufrecht zu erhalten! Super Buch, auch für Lesemuffel ;-)
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
nicht-selbs(t)-verständlich zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 05.07.2007
Hallo alle,

Könnte jemand Isidoro Cirión's Frage antworten, bitte?
Ich bin leider nicht fähig dazu.
Danke!

Und ich habe eine andere Frage: warum muss man ein Zeichen-minimum unbedigt schreiben um hier eine Message zu abschicken?
isidoro cirion zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 25.05.2007
Ich lerne Deutsch als Fremdsprache und habe schon in der Sprachschule ,Selbs Justiz' und ,Selbs Betrug' gelesen. Obwohl ich Schwierigkeiten alles zu verstehen gehabt habe, haben die beide Bücher mir gut gefallen. Trotzdem finde ich verschiedene Aspekte dieses Detektives einfach unglaublich, und manchmal lächerlich, obwohl es sein könnte, das wäre ausgerechnet die Absicht des Autors. Persönlich lese ich lieber Jonatahn Swift und Raymond Chandler, aber man muss zugeben, ,Selbs Betrug' ist voll von Ironie und Humor. Außerdem ist es ein guter Zugang für einen Fremden und Deutschlerner, um mehr über Deutschland und die Deutschen zu erfahren und verstehen.
Nur eine Frage. Der Leiter des Landeskrankenhauses erzählt Selb eine Anekdote über einen Haifisch, der sich wie ein Delphin verhält, bis er "verrückt" wird, und sich wie ein echter Haifisch verhält. Kann es wahr sein? Danke schön
montse ferrer zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 27.11.2004
Estoy leyendo una novela de Schlink, L´ENGANY D´EN SELB, y me está resultando muy interesante. La lengua y cultura alemanas me atraen. Así que no pierdo ocasión de leer literatura alemana.
Lástima que no pueda leer literatura alemana en la propia lengua, pero sé muy poquito. Algún día aprenderé.
Anja S. zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 20.02.2004
Mein Lieblingsbuch aus der Selb Trilogie. Intelligente Handlung, witzig und selbs-ironisch geschrieben, mit einem klugen Plot.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
kuerten zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« 19.06.2003
Ein Krimi, der gut ansetzt und sich im ersten Teil gut und flüssig entwickelt. Sobald Selb aber von seiner Flucht mit Leonore wieder zurück in Deutschland war, hatte ich beinahe den Eindruck ein anderes Buch zu lesen.

Die Auflösung des Falles erschien mir sowas von konstruiert, dass ich mehr als nur einmal heftig den Kopf schütteln musste. Die Ermittlungen im Mordfall sind fad und können die Leser nicht fesseln. Und auch wenn Schlink noch krampfhaft eine Erklärung dafür finden kann, wieso ein Anschlag von den Behörden verschwiegen werden konnte, ist die Begründung, weswegen Selb überhaupt erst auf die Suche nach Leonore geschickt wurde absoluter Schwachsinn. Hieran krampft für mich die ganze Handlung.

Von diesen inhaltlichen Schwächen abgesehen, hat Schlink einen sehr angenehmen Erzählstil. Er hält sich nicht mit seitenlangen Dialogen auf und verliert sich auch nicht in endlosen Beschreibungen von Landschaft und Panorama. Die Handlung entwickelt sich schnell, wirkt an keiner Stelle unnötig aufgebläht. Die krimi-couch-Wertung halte ich für angemessen.

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