Selbs Betrug von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1992
bei Diogenes.
ISBN-10: 3-257-22706-X, ISBN-13: 978-3-257-22706-2.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Mannheim, Heidelberg & Umgebung, 1990 - heute.
'Selbs Betrug' ist erschienen als
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Das meint Krimi-Couch.de: »Ein ansprechender Roman, der aus der Krimi-Einheitskost hervorsticht«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel
In seinem zweiten Fall (nach Selbs Justiz) erhält Selb vom Ministerialdirigent Salger aus Bonn telefonisch den Auftrag, nach seiner Tochter Leonore, genannt Leo, zu suchen, die seit eineiger Zeit verschwunden ist.
Eine Spur führt ihn in ein psychiatrisches Krankenhaus. Hier soll Leo als Patientin gewesen sein, bis sie durch einen Unfall ums Leben kam. Doch außer ihrem behandelnden Arzt, Doktor Wendt, weiß niemand von diesem Unfall. Und genau diesen Doktor Wendt findet Selb wenig später erschossen auf.
Selb findet heraus, dass sein Auftraggeber gar nicht Leos Vater ist und daß Leo angeblich wegen eines terroristischen Anschlags polizeilich gesucht wird. Schließlich findet er Leo selber und verhilft ihr zur Flucht ins Ausland.
Nach Schlinks »Liebesfluchten« war ich gespannt, wie sich denn ein Kriminalroman des vielgelobten deutschen Schriftstellers Bernhard Schlink lesen lässt. Durch die nüchterne und sachliche Schreibweise ist der Autor hier klar wieder zu erkennen. Die Ironie, die auch in den »Liebesfluchten« ansatzweise vorhanden war, tritt hier sehr deutlich zutage. Nicht unbedingt im eigentlichen Sinne humorvoll geschrieben setzt Schlink doch oft gezielt seine trockenen Pointen.
Die recht eigenwillige Figur des Privatdetektivs Gerhard Selb bietet Schlink hinreichend Möglichkeiten, das Geschehen zu gestalten. Dabei wirken die nicht immer ganz gesetzestreuen Handlungen des Detektivs oft nicht recht glaubhaft. Dem Leser fehlt manchmal das Verständnis für Schlinks Logik.
Diese Handlungen, von denen Selb selbst weiß, dass sie nicht gesetzeskonform sind, die er aber trotzdem als richtig ansieht, versucht Schlink als Transformation von Selbs Nazi-Vergangenheit auf die Gegenwart zu sehen.
So wie Selb nicht ausschließlich als der Gute in dem Roman dasteht, sind die Bösen auch nicht das total Schlechte. Wie schon in »Liebesfluchten« gibt es bei Schlink nicht das reine Schwarz-Weiß-Denken, wie es oft für Kriminalromane hergenommen wird. Alle Figuren haben ihre guten und schlechten Seiten.
Die sehr kurzen Kapitel, im Schnitt etwa vier Seiten lang, hemmen am Anfang etwas den Lesefluß, dies gibt sich jedoch gegen Ende des Romans.
Eine angenehme Abwechslung bietet ein Roman, der in vertrauter Umgebung spielt. So lässt sich durch die genaue Beschreibungen auch einzelner Ortschaften gut nachvollziehen, welche Wege Selb im Raum Mannheim/Heidelberg sowie in der Bonner Gegend zurücklegt. Dies gibt dem Leser eher Gelegenheit, sich in die Szene hineinzuversetzen als ein amerikanischer Krimi.
Schlink wird wohl niemals zu meinen bevorzugten Schriftstellern gehören. Dennoch ein durchaus ansprechender Roman, der aus der Krimi-Einheitskost hervorsticht.
Das meinen andere:
»Ein intelligenter, sympathischer, guter Krimi.«(Zürichsee-Zeitung)
»Schlink ist einer der Autoren, die auf magische Weise Stimmungen und Atmosphäre schaffen. Dabei sind seine Sätze auf das notwendigste entschlackt, ohne karg zu werden. Die Abfolge von schneller und langsamer Handlung, kurzen und langen Kapiteln macht den Rhythmus der Geschichte perfekt.« (StadtRevue)
"Ebenso wie ´Selbs Justiz´ und der 1988 erschienene Band ´Die gordische Schleife´ bietet ´Selbs Betrug´ höchstes Lesevergnügen. Die Figur des Gerhard Selb kann gut und gerne in einem Atemzug mit Krimi-Detektiven wie Maj Sjöwalls und Per Wahlöös schwedischen Ermittlern um Martin Beck, mit Manuel Vazquez Montalbans Katalane Pepe Carvalho und mit Jakob Arjounis DeutschTürke Kemal Kayankaya genannt werden." (Mannheimer Morgen)
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| Alex W. zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 26.01.2008 |
|---|---|
| nicht-selbs(t)-verständlich zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 05.07.2007 |
| isidoro cirion zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 25.05.2007 |
| montse ferrer zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 27.11.2004 |
| Anja S. zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 20.02.2004 |
| kuerten zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 19.06.2003 |
| manfred zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 19.06.2003 |
| Dirk Walter zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 21.04.2003 |
| Marcel zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 07.04.2003 |
| joe the guitar zu »Bernhard Schlink: Selbs Betrug« | 27.02.2003 |
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