Unerbittlich von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel The Mongol Reply, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Knaur.
- Waterville: Five Star, 2005 unter dem Titel The Mongol Reply. 334 Seiten.
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München: Knaur, 2007.
Übersetzt von Michael Benthack.
ISBN:
978-3-426-63282-6. 429 Seiten. -
München: Knaur, 2009.
Übersetzt von Michael Benthack.
ISBN:
978-3-426-50462-8. 429 Seiten.
'Unerbittlich' ist erschienen als
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In Kürze:
Tom Tully, Ex-Football-Star, dreht durch. Weil seine Frau Serena ihn angeblich betrügt, will der krankhaft eifersüchtige Macho sie restlos fertig machen. Er sperrt ihr das Konto, macht ihr das Sorgerecht für die Kinder streitig, wechselt die Schlösser aus – und heuert einen skrupellosen Scheidungsanwalt an, der das ganze Arsenal des juristischen Terrors auffährt. Serenas letzter Halt ist der Gerichtspsychologe Morgan Reece. Aber auch er kann nicht verhindern, dass Tom die Schraube zu weit anzieht …
Das meint krimi-couch.de: »Psychothriller? Nicht mal Gerichtskrimi«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
»Ich will das Miststück fix und fertig machen« – das sind die ersten Worte, die Benjamin M. Schutz dem ehemaligen Football-Star Tom Tully in den Mund legt. Und damit ist auch der grundlegende Inhalt von »Unerbittlich« bereits zusammengefasst. Denn um nichts anderes geht es in diesem Roman. Ein wenig »Rosenkrieg«, ein bißchen »Kramer gegen Kramer« wird dem Leser hier geboten.
Teilweise perfide, andererseits mit Brachialgewalt geht Tom Tully gegen seine Ehefrau Serena vor, nachdem er beobachtet hat, wie diese einen anderen Mann geküsst hat. Er engagiert den rücksichtslosen Anwalt Albert Garfield und verschafft sich mit dessen Hilfe eine vorläufige Verfügung, die ihm das Sorgerecht für seine beiden Kinder zuspricht und seiner Frau verbietet, das gemeinsame Haus zu betreten.
Serena wird von dieser Situation völlig überrumpelt. Mit einem Trick hat es Tom geschafft, es allen auf diesem Gebiet erfahrenen Anwälten unmöglich zu machen, sie zu vertreten. Da er ihr zudem sämtliche Konten gesperrt hat, steht sie absolut mittellos da. So sucht Serena zunächst Unterschlupf bei ihrer besten Freundin. Der Anwalt, den sie schließlich engagiert, erweist sich als absolute Niete, und so steht sie schnell auf verlorenem Posten.
Der einzige Hoffnungsschimmer für sie ist Dr. Morgan Reece, vom Gericht bestellter Gutachter, dessen Aufgabe es ist, sämtliche Familienmitglieder einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen, um deren mentalen Status zu testen und eine Empfehlung auszusprechen, was für die Kinder am Besten ist. Doch Serena macht sich selber das Leben schwer, indem sie versucht, ihren Sohn aus der Schule zu entführen und dabei von ihrem Mann zusammengeschlagen wird.
Neue Episode aus dem amerikanischen Justizsystem
Als »Psychothriller« wird »Unerbittlich« angekündigt, doch diesem Status kann das Buch nie gerecht werden. Seine Spannung bezieht der Roman zunächst nur aus den Handlungen eines Psychopathen und dem Mitleid, das der Leser für dessen Frau und Kinder empfindet. Erst sehr spät kann der Autor diesen Eindruck ein wenig relativieren, so daß auch etwas hintergründige Spannung aufkommen kann.
Schutz´ Charaktere bleiben überwiegend sehr blass. Da der Autor selber Gerichtspsychologe ist, hat er vermutlich Dr. Reece als heimlichen Protagonisten aufgebaut, doch bleibt die Betrachtung von dessen Privatleben Stückwerk. Einzig als Auftakt einer neuen Serie – auf die man gut und gerne verzichten kann – würde diese Randstory Sinn machen.
Eher als Gerichtskrimi denn als Psychothriller erscheint der Roman, denn er bietet mal wieder eine unterhaltsame Episode aus dem Bereich des für deutsche Leser immer wieder merkwürdigen amerikanischen Justizsystems. Doch auch hier wird vieles nur angerissen und es scheint so, als habe sich der Autor mit Hilfe des abrupten und ziemlich unbefriedigenden Schlusses hier aus der Affäre gezogen, eine zufriedenstellende Lösung anbieten zu müssen.
Positiv hervorheben lässt sich schlußendlich die Tatsache, daß sich das Buch leicht und locker herunterlesen lässt und man sich dabei leidlich unterhalten fühlt. Nachhaltige Eindrücke jedoch hinterlässt das Werk mit Sicherheit nicht.
Peter Kümmel, April 2007
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