Ben Benson

Benjamin Benson gehört zum Heer der Kriminalschriftsteller, die kompetent und vor allem schnell Unterhaltung produzieren. Wirklich berühmt ist er nie gewesen, dafür aber beliebt; so wurden beispielsweise in Deutschland seine sämtlichen Werke veröffentlicht und lange Zeit neu aufgelegt; diese Gunst erfahren hierzulande nicht einmal die klassischen Könner des Genres.

Über den Privatmann Ben Benson ist wenig bekannt. 1915 wurde er geboren. Am Zweiten Weltkrieg hat er teilgenommen. Dabei wurde er hoch dekoriert und so schwer verwundet, dass er sich nie wieder richtig erholte. So kam Benson (nach einem Zwischenspiel als Teehändler) zum Schreiben.

Der militärische Hintergrund beeinflusst deutlich sein Werk. Zwei Serienhelden schuf Benson: den jungen State Trooper Ralph Lindsey sowie den älteren, schon erfahrenen Detective Inspector Wade Paris, der ebenfalls für diese Behörde (aber an anderem Ort) arbeitet. (In Deutschland wurde Paris aus unerfindlich bleibenden Gründen in »William Parr« umgetauft – es sollte wohl »amerikanischer« klingen ...)

Benson schätzt klare Hierarchien und Disziplin. Seine Polizeibeamten sind Männer ohne Fehl oder Tadel (»Old Icewater« nennt man Wade Paris hinter seinem Rücken), denen die Pflicht über alles geht. Zweifel mögen sie manchmal beschleichen, hin und wieder begehen sie sogar Fehler, aber letztlich bekommen sie solche Anwandlungen in den Griff, reifen an derartigen Konflikten und stehen dem System umso bedingungsloser zur Verfügung.

Das mag Bensons Beliebtheit in Deutschland der Adenauerära (»Keine Experimente!«) erklären. Allerdings sind seine Romane durchaus unterhaltsam. Inhaltlich mögen sie veraltet, ideologisch bedenklich sein. Ihr sachlicher, fast dokumentarischer Stil hat sie andererseits vorteilhaft altern lassen. Sie müssen als frühe Beispiele des Police Procedural gelten, dessen vielleicht berühmtester Repräsentant Ed McBain (ein Zeitgenosse Bensons) mit seiner Serie um das 87. Polizeirevier ist.

Ben Bensons Schriftstellerkarriere währte gerade zehn Jahre, in denen er neben zahlreichen Kurzgeschichten achtzehn Romane veröffentlichte. Am 29. April 1959 ist Benson im Alter von nur 44 Jahren während einer Versammlung der »Mystery Writers of America« in New York City den Spätfolgen seiner Kriegsverletzungen erlegen.

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