Echo der Toten von Beate Sauer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Ullstein.

  • Berlin: Ullstein, 2018. ISBN: 978-3-548-28957-1. 384 Seiten.

'Echo der Toten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Januar 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen. Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird Richard zur Seite gestellt. Sie kommt, wie der Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele. Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben. Ein packender Krimi über die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt, die in Trümmern liegt.

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-LENA- zu »Beate Sauer: Echo der Toten« 14.01.2018
Der Roman spielt in den Zeiten des Jahrhundertwinters 1946/47, passend zum Cover, der beide Ermittler in einer tiefverschneiten Landschaft zeigt.
Im Januar 47 geschieht ein Mord in der Eifel. Die Spuren führen nach Köln . Die britische Military Police wird eingeschaltet, denn es geht um Schwarzmarktgeschäfte.
Der kleine Flüchtlingsjunge Peter gilt als einziger Zeuge, doch er spricht nicht.
Friederike Matthée gehört zu der Einheit der weiblichen Polizei in Köln und ermittelt gemeinsam mit dem Briten Richard Davies.
Gelingt es den Beiden Peter zum Sprechen zu bringen? Welches Motiv steckt hinter dem Mord? Was ergeben die Nachforschungen in der Eifel? Gibt es in den Verwaltungen noch Verbindungen aus der Nazizeit? Was bedeuten die Displaced Persons- Lager ?

Knapp zwei Jahre nach Ende des Krieges steht das Rheinland unter britischer Besatzung. Menschen leben sehr beengt in Wohnungen, sofern es diese noch gibt. Beschlagnahmte Villen werden von Briten bewohnt. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nur streckenweise und man starrt beim Vorbeifahren auf Ruinen. Dazu kommt die große Kälte und die rationierte Lebensmittelversorgung. Verwaltungen arbeiten noch eingeschränkt und stehen unter Beobachtung. Diese Situation für die Bevölkerung kann man auf jede Stadt in Deutschland übertragen. Diese Nachkriegszeit schildert die Autorin eindrucksvoll und oft ertappt man sich bei den Gedanken: welches Glück man hatte in Friedenszeiten geboren worden zu sein.

Nach und nach erfährt man mehr über traumatischen Erlebnisse die beiden Protagonisten , die sich zu Beginn sehr distanziert begegnen. Friederike, die neu in diesen Beruf und noch unsicher ist. Richard, der mit Menschen zusammen arbeiten muß und sich ständig fragt; welche Rolle hatten sie in der Vergangenheit. Man kann sich gut vorstellen wie schwierig es ist das Erlebte zu verarbeiten. Im Vordergrund stehen die Ermittlungen zu dem Mordfall und das Umfeld des Mordopfers zu erkunden. Lange ist unklar, welcher Grund wirklich ausschlaggebend war.

Beate Sauer ist es gelungen einen spannenden, atmosphärischen, flüssig zu lesenden Krimi in einem zerstörten Nachkriegsdeutschland zu schreiben. Empfehlenswert.
leseratte1310 zu »Beate Sauer: Echo der Toten« 05.01.2018
Im Winter 1947 wird ein Schwarzmarkthändler in der Eifel ermordet. Dieses Verbrechen soll Richard Davies von der britischen Military Police aufklären. Es gibt einen Zeugen, doch der sechsjährige Junge will nicht reden. Davies erhält Unterstützung von Friederike Matthée, die der Weiblichen Polizei von Köln angehört. Da sie genau wie der Junge aus Ostpreußen kommt, findet sie einen Zugang zu dem traumatisierten Jungen. Aber auch Friederike selbst hat zu viel Schreckliches erlebt.
Der Winter 1947 macht das Leben noch schwerer als es in der Nachkriegszeit ohnehin schon ist. Friederike hat den Job bei der Polizei nur angenommen, um nach der Flucht nicht ins Auffanglager zu kommen. Es ist nicht das was sie gewollt hat und es wird ihr auch sehr schwer gemacht, aber somit ist das Auskommen für sie und ihre Mutter gesichert. Doch je länger sie mit diesem Fall zu tun hat, umso mehr gefällt ihr die Arbeit und sie zieht die richtigen Schlüsse.Auch Richard hat eine Vorgeschichte. Er ist den Deutschen gegenüber sehr misstrauisch, da er nicht einschätzen kann, wer ein Nazi war und wer nicht. Teilweise ist das sogar verständlich, denn niemand will etwas gewusst haben, geschweige denn dazu gehört haben. Zwangsarbeiter, die noch da sind, und Flüchtlinge haben es nicht leicht.Bei ihren Ermittlungen haben Friederike und Richard es mit Schwarzmarkthändlern und Nazi-Seilschaften zu tun. Je näher sie der Lösung kommen, umso gefährlicher wird es für sie.Der Autorin ist es gut gelungen, die bedrückende Atmosphäre jener Zeit einzufangen, denn die Not ist groß im Winter 1947. Auch die verschiedenen Charaktere sind sehr gut und authentisch beschrieben. Nach und nach erfährt man, welche Dämonen unserer Protagonisten umtreiben. Dafür gerät meines Erachtens der Kriminalfall ein wenig ins Hintertreffen.Mir hat das Buch gut gefallen.
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