Tokio Killer - Der Verrat von Barry Eisler

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Rain Storm, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Brasilien / Rio de Janeiro & China / Hongkong, 1990 - 2009.
Folge 3 der John-Rain-Serie.

  • New York: Putnam, 2004 unter dem Titel Rain Storm. 351 Seiten.
  • London: Penguin Books, 2006. 351 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2006. Übersetzt von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel. ISBN: 978-3-502-10025-6. 351 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007. Übersetzt von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel. ISBN: 978-3-596-16846-0. 351 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2008. Übersetzt von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel. ISBN: 978-3-596-17737-0. 364 Seiten.
  • : AmazonCrossing, 2014 Alles für den Sieger. Übersetzt von Peter Friedrich. neu lektoriert. ISBN: 978-1477822395. 384 Seiten.

'Tokio Killer - Der Verrat' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

John Rain, der :Killer mit Gewissen9, hat sich nach Brasilien abgesetzt. Aber die CIA gönnt ihm keine Atempause. Er soll einen neuen Fall übernehmen. Das Opfer: ein Mann namens Belghazi, der islamistische Terrorgruppen mit Waffen versorgt. John Rain spürt Belghazi in Hongkong auf. Doch dort kommt ihm Delilah in die Quere – schön und begehrenswert, geheimnisvoll und gnadenlos. Nicht lange, und John erliegt ihrer Faszination. Aber warum schützt sie Belghazis Leben? Und was für ein Spiel spielt sie mit John Rain?

Das meint Krimi-Couch.de: »Kampfsport, Hightech, hübsche Frauen und die üblichen Verdächtigen« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Kriegsveteran und Auftragskiller John Rain ist in Rio unter neuer Identität in den selbst gewählten Ruhestand getreten, doch die CIA kann ihn nach über einem Jahr aufspüren und sein Kontaktmann Kanezaki hat auch gleich einen neuen Auftrag parat:

»Die CIA hatte mich beauftragt, Belghazi ´in den Ruhestand zu versetzen´, nicht, ihn zu beschützen. Und wenn das nicht klappte, wäre der nächste Kandidat für eine Ruhestandsregelung wahrscheinlich ich selbst.«

Rain soll also den Waffenhändler Achille Belghazi umbringen und dies so, dass es nach einem »natürlichen Todesfall« aussieht, denn Belghazi hat weit reichende Kontakte. Zu viel Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit könnte da also leicht zu politischen und anderen Verstimmungen führen.

Rain bezieht in Macau im gleichen Hotel wie Belghazi Quartier und bemerkt alsbald, dass es offensichtlich noch einen weiteren Profi gibt, der es auf die Zielperson abgesehen hat. Da Rain üblicherweise alleine arbeitet erscheint es ihm zweifelhaft, dass die CIA einen zweiten Mann mit dem gleichen Auftrag geschickt hat. Um sich abzusichern und Klarheit zu erhalten beschattet er den Mann, gerät jedoch in dessen Falle und muss sich des Unbekannten notgedrungen entledigen. Dies bleibt jedoch nicht ohne Folgen und so wird Rain schnell selber zur Zielscheibe und sieht sich nun seinerseits mehreren Profikillern gegenüber.

Die eigentliche Aufgabe muss somit aufgeschoben, die neuen Gegner eleminiert werden. Unerwartet eilt ihm Belghazis bezaubernde Begleiterin Delilah zur Hilfe. Doch welche Rolle spielt sie eigentlich in der ganzen Geschichte? Eines scheint sicher: Delilah ist hinter geheimen Informationen aus Belghazis Computer her und hat keine Einwende, dass Belghazi nach Ausüben ihres Jobs zu Tode kommt. Oder will sie Rain nur hinhalten? Und noch ein weiterer Partner scheint Rain helfen zu wollen, sein alter Kriegskamerad Dox, der heute ebenfalls für die CIA arbeitet …

Wer sich für James Bond begeistert, wird den »Spezialisten für natürliche Tode« lieben.

Barry Eisler hat mit seiner nicht alltäglichen Serienfigur John Rain ganz zweifellos eine Figur erschaffen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Hier treffen all jene Dinge aufeinander, mit denen man vor allem beim männlichen Leser Punkte sammelt: High-Tech in jeder denkbaren Form (Waffen, Computer), Kampfsport, zahlreiche Actionsequenzen, hübsche Frauen und dazu die üblichen Verdächtigen: CIA, Yakuza, Mossad und so weiter. Angesichts der Ereignisse des 11. September dürfen natürlich auch Bösewichter aus Saudi-Arabien nicht fehlen und wenn dann an einer Stelle zu lesen ist, dass die Yakuza ihre Waffen über den KGB in Wladiwostock bezieht, weis man, woran man ist.

Damit nicht genug Verwirrung bzw. Spannung, denn nicht jeder Akteur bei den vermeintlich Guten muss zwangsläufig auch selbst ein Guter sein, wofür gibt es schließlich Doppelagenten und »inoffizielle Undercover-Agenten«. Es ist wie in der Politik: Man unterstützt grundsätzlich beide Seiten, um nach einer Wahl den Sieger auf seiner Seite zu wissen.

In ebenso einfacher wie schnörkelloser Sprache ähnlich eines Lee Child legt Barry Eisler seinen dritten Tokio-Killer-Roman vor, der wie seine Vorgänger aufgebaut ist. Charakterdarstellungen weitgehend Fehlanzeige, dafür Tempo und Action. Lediglich Rains übervorsichtiges, gerade zu paranoides Absichern seiner Wege und Treffpunkte sowie sein philosophieren über sein Leben bzw. Job lassen zumindest Leben in der Figur des Helden entstehen, der sich ja eigentlich schon in den Ruhestand verabschiedet hatte. Zum Glück für die Leser, ist John Rain aber wieder aktiv im Geschäft, auch wenn am Ende des Romans sein Körper aussieht, als sei er »von einem amoklaufenden Rasenmäher attackiert worden«. Die Story wird mit einer ansprechenden Prise Humor gewürzt und damit zum massentauglichen Pageturner:

Das Telefon klingelte zweimal. »Ich hoffe, ich hab Sie nicht geweckt«, sagte ich. »Keine Sorge«, sagte er, als er meine Stimme erkannte. »Ich musste sowieso aufstehen, um ans Telefon zu gehen.«

Wer sich über die Figur des John Rain weiter informieren möchte, dem sei an dieser Stelle – zur Vermeidung von Wiederholungen – die Rezension zu Tokio Killer empfohlen. »Alles beim Alten« lautet in diesem Fall das Fazit, was durchaus als Kompliment gemeint ist.

Ihre Meinung zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat«

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M.Reinsch zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 13.07.2016
Nach gut 1 Jahr der Ruhe, wird John Rain doch von der CIA in Rio aufgespürt und zu einem neuen Auftrag gepresst. Diesmal soll ein arabischstämmiger Waffenhändler, eines „natürlichen Todes“ sterben. Kaum kommt Rain in die Nähe seines Opfers, muss er feststellen, dass schon andere Interessenten vor Ihm an diesem Auftrag arbeiten – was eindeutig gegen die Grundsätze des „Tokio Killers“ verstößt! Doch genau durch diese Umstände wird sein Opfer auf Ihn aufmerksam und setz selber ein Killerkommando auf John Rain an – so wird aus dem Jäger plötzlich ein Gejagter…
Direkt an den 2. Teil schließt die Handlung von Band 3 an. John Rain, bleibt einer der Facettenreichsten Profikiller in der mir bekannten Literatur. Durch die in der ersten Person geschrieben Geschichte, bekommt man das Gefühl direkt am Geschehen teil zu nehmen und mit dem Protagonisten, sowohl durch die Straßen der besuchten Städte zu schlendern, oder ihm bei seinen Aufträgen über die Schulter zu schauen. Hierbei helfen auch die exakten Beschreibungen von Judo-, Ringer und anderen Kampfsport-Angriffen. Dazu kommen die detailreichen Beschreibungen der im Roman vorkommenden Orte, die mich immer wieder aufs Neue verblüffen (manchmal habe ich das Gefühl, diese Städte besuchen zu können und an Hand der im Roman beschrieben Einzelheiten, den Weg der Protagonisten sehr einfach nachvollziehen zu können). Wie schon in den Vorgängerbänden gibt es ein stetiges „Auf und AB“ im Spannungsbogen, der aber dadurch nicht langweilig werdende Roman, lässt den Leser eher an sämtliche Details in Rain´s Leben teilhaben, so dass eine noch wesentlich tiefere Verbindung aufgebaut werden kann. Dazu kommen die „aufgedeckten“ Machenschaften der amerikanischen Geheimdienste, die so realistisch sind, dass man selbst zum „Verschwörungstheoretiker“ wird. Band 3 hat auch noch die Besonderheiten, dass Eisler zwei neue (zukünftig wichtige) Protagonisten einführt: Dox (den später engsten Freund und Scharfschützen, der sogar 1 Soloabenteuer spendiert bekommen hat) und Delilah, die Mossat-Agentin, die zu einer Art Geliebter für Rain wird (und zugleich seine Verbindung zum Mossat selbst, der sein neuer Auftraggeber wird).
Fazit: Wieder ein sehr detailreicher, spannender und sehr unterhaltender Thriller/Krimi um meinen „Lieblingskiller“
bamberger zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 29.09.2010
John Rain ist der Held, und er ist der Beste. Niemand sichert sich so ab wie er. Niemand tötet wie er. Ob man das als Leser nicht ein wenig unmoralisch und zynisch findet, darf jeder selbst entscheiden. Durch die steigende Spannung im Buch deckt Eisler auch diverse unnötige Einzelheiten, wie zum Beispiel, Straßennamen, Markenkleider, Judogriffe usw. ab. Alles in allem ein gelungener dritter Band, wenn auch mit kleineren Schwächen, der wiederum Lust auf den Nachfolger macht!
Falcon zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 12.05.2008
John Rain ist ein eigentlicher Anachronismus. Es scheint solche Figuren längst nicht mehr zu geben.
Selten noch steigt eine solche aus der Zeit des kalten Krieges auf.
Rain, ein Killer der es schafft seine Tötungsarten als "natürliches" Ableben zu tarnen, scheint den Geheimdiensten unermesslich wertvoll zu sein. So wird er in seinem Exil in Rio aufgestöbert und nach Macao entsandt um einen Waffenhändler zu beseitigen. Der Auftrag entwickelt sich jedoch ganz anders als er angedacht war.

Man mag sich nun fragen was den so besonders ist an Barry Eislers Figur John Rain ist.
Zum einen ist da die Ich-Perspektive, welche ungewohnt tiefe Einblicke in die Psyche eines Killers gibt. Zum andern desen Grundsätze und ungewohnten Vorgehens.
Permanent lebt Rain im Verborgenen und sieht überall Feinde. Am Ende muss hängt sein Leben von dritten ab, eine unvorstellbare Situation für ihn. Längst hat er das Vertrauen in Menschen verloren.
So kommt es dass er sich wiederwillig sich selbst stellen muss.
Diese vertiefte Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Motiven und Taten, machen diesen dritten Teil der Serie zu einem besonderes lesenswertem Buch.

Was sagte Marc Foster unlängst über seine Filmfigur James Bond; "Ohne Psychologie und Menschlichkeit ist auch eine Action(film)-Figur nichts wert".

Dem kann ich mich nur anschliessen.
Kerstin zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 21.04.2008
Geheimdienste, Terroristen, große Geschäfte und dazwischen John Rain, der nur einen "einfachen" Auftrag in China ausführen wollte und unerwartet Konkurrenz bekommt. Und diese meint es nicht gut mit ihm; jedenfalls lässt er den Auftrag nicht auf sich beruhen und deckt eine üble Verschwörung auf ... mit Spannung, gewissem Humor und einer Portion Paranoia!
mase zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 08.04.2008
Bei Eisler merkt man gleich: Der Typ weiss wovon er schreibt. Bei einem Blick auf seine Biographie wird dann auch klar warum das so ist.
Eislers Tokio Killer ist mehr eine Anleitung für den Profikiller im ersten Lehrjahr als reiner Spannungsroman. Der Leser muss sich schon für die Feinheiten einer Überwachung interessieren und willig sein, sich den haargenauen Ablauf der Jiu Jitsu Moves von Rain vorzustellen, um sich nicht zu langweilen. Geheimdienstplänkeleien und Verschwörungstheorien sind sowieso an der Tagesordnung.
Wie der Protagonist selbst auftritt, so schreibt Eisler. Kühl und ohne Schnörkel. Fast sachlich möchte ich sagen. Genau diese Sachlichkeit macht es für mich authentisch und darum so speziell und interessant. Der Plot wirkt real und nicht wie reine Fiktion. Bis jetzt der beste Teil.
Schrodo zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 07.04.2008
Teil drei über Chinakiller John Rain. Eisler schreibt in seiner bewährt detaillierten Art ohne dabei langweilig zu werden. Das Buch ist gut zu lesen, die Spannung steigert sich bis zum Schluss, der mich sofort in meinem Regal nachsehen lies, ob ich Teil 4 schon gekauft hatte. (leider noch nicht). Die Bücher müssen nicht unbedingt in Reihenfolge gelesen werden, alles wichtige aus Nr. 1 + 2 erfährt man im Verlauf der Geschichte(wäre aber trotzdem o.k., da die Bücher klasse sind). Zur Story: der sympathische Chinakiller John möchte sich in Brasilien an der Copacabana zur Ruhe setzen (der Kerl kennt meine Gedanken), die Amis (CAI) lassen ihn aber nicht, so übernimmt er den Auftrag irgend so nen Araber um die Ecke zu bringen. Klitzekleinigkeit Herz – Schmerz mit Blondchen Delilah ist auch noch dabei…das passt auch richtig gut in die Story. Wenn das Buch zu Ende ist und ich gerne weiterlesen würde hat der Autor mal wieder alles richtig gemacht. Deshalb 92° von mir.
Ingo zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 01.01.2007
Achtung, das Buch ist auf Englisch sowohl unter dem Titel "Rain Storm" als auch unter dem Titel "Choke Point" herausgekommen.Ansonsten ist es aber wirklich zu empfehlen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kanezaki zu »Barry Eisler: Tokio Killer - Der Verrat« 12.05.2006
Ich kann mich der Krimi-Couch-Rezension anschließen, auch was die gesamte Reihe anbelangt. Nur in einem Punkt möchte ich widersprechen, denn es gibt durchaus Charakter-Darstellungen.
Sie gestalten sich in den Gedanken der Hauptfigur, wenn diese über eine Person nachdenkt oder wärend eines Gesprächs Gedanken fasst, zur Charakterisierung des Gesichts oder des Wesens seines Gegenübers.
Auch wenn man Charaktere natürlich sehr viel subtiler und aufwendiger herausarbeiten kann, so finde ich dennoch nicht, dass man Eislers-Reihe als einfache Spionage-Action abtun sollte, die allzu leicht gelesen ist.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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