Skalpell No. 5 von Baden Kenney

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Remains Silent, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Blessing.

  • New York: A.A. Knopf, 2005 unter dem Titel Remains Silent. 319 Seiten.
  • München: Blessing, 2007. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. ISBN: 978-3896672858. 319 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-453-40552-3. 319 Seiten.

'Skalpell No. 5' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Zunächst verbinden »Manny« Manfreda, junge Anwältin und Prada-Maniac, und Dr. Jake Rosen, graumelierter morbider Rechtsmediziner, nur Workaholismus und Hassliebe auf den ersten Blick. Auf der Spur eines haarsträubenden Verbrechens finden sich die beiden plötzlich als Ermittlerduo wieder.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schicki-Micky-Tussi trifft auf leicht schrulligen Wissenschaftler« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Philomena »Manny« Manfreda, eine junge Rechtsanwältin, vertritt die Eltern einer Tochter, die bei einer Verhaftung ums Leben kam. Sie glaubt nicht zuletzt dank zweier ärztlicher Gutachten an einen überharten Polizeieinsatz mit ausländerfeindlichem Motiv und ist sich ihrer Sache mehr als sicher. Doch der forensische Pathologe Dr. Jack Rosen, der früher in einem anderen Prozess als Zeuge für Manfredas Mandanten ausgesagt hatte, tritt nun für die Verteidigung auf und fügt Manny ihre erste, noch dazu empfindliche Niederlage bei. Kein Wunder, dass Manfreda fortan schlecht auf Rosen zu sprechen ist, denn auch die Charaktere der Beiden können unterschiedlicher kaum sein. Er im zerknitterten Anzug, ganz Wissenschaftler, sie immer modisch auf dem aktuellsten Stand.

Einige Zeit später wird Rosen von seinem ehemaligen Mentor Pete Harrigan um Hilfe gebeten. Bei den Erdausgrabungen für ein neues Einkaufscenter werden mehrere menschliche Knochen gefunden, deren Leben laut Harrigans Ansicht kein normales Ende fand. Als sich Rosen und Harrigan die Funde gemeinsam näher ansehen wird klar, dass zumindest eine Person keines natürlichen Todes starb. Auf dem Gelände befand sich vor Jahrzehnten eine psychiatrische Klinik und recht bald können die beiden Pathologen die Identität einer der vier Leichen klären. Ein ehemaliger Vietnamveteran ist unter den Toten und dessen Tochter möchte wissen, wie ihr Vater zu Tode kam. Rosen empfiehlt Manfreda als Rechtsanwältin und so kommt es zu einer Zusammenarbeit dieser höchst unterschiedlichen Protagonisten.

Als kurz darauf Rosen seinen Freund Harrigan tot an dessen Schreibtisch auffindet wird beiden klar, dass hier offenbar noch immer im wahrsten Wortsinn »über Leichen« gegangen wird, zumal nur wenig später auch Harrigans Haushälterin tot aufgefunden wird. Wie eine Obduktion ergibt wurde sie vergiftet …

Eine junge Rechtsanwältin im Schicki-Micky-Outfit und ein geringfügig älterer Wissenschaftler stoßen vor Gericht aneinander und haben fortan eine schlechte Meinung vom jeweils anderen. Wenig später kämpfen sie in einem neuen Fall Seite an Seite und die Leserschaft beschäftigt sich gedanklich schon mit der Frage, wann es denn endlich mit den beiden was wird. Das Ob steht eigentlich nie zur Diskussion, dafür wendet sich der Plot diesbezüglich viel zu schnell. Der Leser (nicht unbedingt die Leserin) dürfte anfangs mit der Beschreibung von Philomena Manfreda (auf diesen Namen muss man erst mal kommen), die in dem Buch ausschließlich mit ihrem Spitznamen »Manny« genannt wird, einige Schwierigkeiten haben, da es Mann nur selten interessiert, ob die Handtasche von Prada zu den Schuhen von xy passen. Zwar passt die Beschreibung zu dem dargestellten Charakter, aber nicht jeder kann halt mit derartigen »Themen« etwas anfangen.

Detaillierte Darstellung forensischer Arbeit

Wie dem auch sei, kommen wir zum Plot selber. Dieser überzeugt mit der Darstellung von Dr. Rosens Arbeit bzw. mit zahlreichen forensischen Details. Freunde von Kathy Reichs und Co. können hier unbesehen zugreifen. Der Einstieg in die eigentliche Story braucht reichlich Anlauf, da zunächst einmal in einem anderen Fall (siehe oben) prozessiert wird und somit Gelegenheit besteht, Manny und Dr. Rosen ausführlich vorzustellen. Sind jedoch die Knochen auf dem früheren Klinikgelände erst einmal gefunden, geht es recht schnell zur Sache. Die Story liest sich zwar so runter, allerdings baut das Autorenduo Michael Baden und Linda Kenney zu wenig Alternativen ein, um hier die Leserschaft in Bedrängnis zu bringen. Anders ausgedrückt: Wer schon mehrere Krimis gelesen hat, sollte die Lösung nicht erst auf der vorletzten Seite erahnen.

Nett und kurzweilig, aber bei der Auflösung arg konstruiert

Dennoch, das anfängliche Geplänkel zwischen Manny und Dr. Rosen ist recht nett zu lesen, insbesondere in jener Szene als Dr. Rosen mangels Assistenten Manny bittet, ihm bei einer Obduktion zu assistieren. Da stößt der neueste Modetrend inklusive hochhackiger Schuhe sehr plötzlich an seine Grenzen. Die Auflösung ist wie schon angedeutet alles andere als berauschend, sondern ordentlich konstruiert. Einmal mehr wurde gebogen, was das Zeug hält; auch wenn diese Stilblüte einmal mehr fünf Euro ins Phrasenschwein kostet. So ist es halt.

Kurzweilige Krimikost, die man gerne nebenbei lesen kann. Genrerelevant ist das Buch allerdings in keiner Hinsicht.

Jörg Kijanski, Februar 2008

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Koanz zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 11.06.2009
Koanz:
Eine Geschichte, die nicht vom Hocker haut, ein Manny, die mit ihrem Modefimmel total nervt. Fazit: Ein Buch,das ich definitiv nicht weiterempfehlen werde. Ich war dermaßen gelangweilt, daß mich nur mein
Wille dazu gebracht hat, das Buch zu Ende zu lesen - denn die Hoffnung stirbt zu letzt. Leider ist sie gestorben!
Kasia zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 11.06.2009
Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestossen... Da lag es in der Mayerischen für € 5.99 und wurde daher glatt mitgenommen... :-)
Wie meine Vorgänger kann ich nur sagen, dass es kein Meisterwerk der Krimiliteratur ist. Aber es unterhält. Und das gut. Die einfache Sprache macht es dem Leser leicht den kurzen Roman in einem durch zu lesen.
Die Charaktere sind in Ordnung, die Story ist ok. Insgesamt ein nettes Buch.
Wer am Strand etwas lesen will, wo man sich auch nach 10-Minuten-andere-Leute-gucken nicht verliert, dann empfehle ich dieses Buch gerne!
André zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 01.06.2009
Also mir hat das Buch richtig gut gefallen. Zugegebenermassen sind 318 Seiten nicht wirklich viel, aber das Buch ist absolut kurzweilig und bietet eine, wie ich finde, dafür ganze Menge Handlung. War nach zwei Tagen damit durch und habe mich dabei eigentlich an keiner Stelle gelangweilt (obwohl ich nicht unbedingt ein Freund von vorhersehbaren Liebesgeschichten in Krimis bin).
Kurz und gut: Bestimmt kein epochaler Bestseller, aber ein wirklich gutes und sehr unterhaltsames Buch.
Pici zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 28.04.2009
Ich persönlich fand dieses Buch ganz okay. Jedoch auch nicht mehr als nur okay. Es war nicht schlecht zu lesen, vom sogenannten Hocker hats mich jedoch auch nicht geschmissen.
Es war unterhaltsam zu lesen, ich würde es auch als Buch für Zwischendurch empfehlen, denn mit etwas über 300 Seiten ist es recht schnell gelesen, doch als richtigen Bestseller würde ich es nicht beurteilen!
Astrid zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 12.08.2008
@ Andrea Scharrer: "Skalpell No. 5" soll wohl beide Hauptcharaktere miteinander verbinden: Das Skalpell als Symbol für den Gerichtsmediziner Jake und No. 5 als Symbol für Manny, die sicherlich gerne mal zu Chanel No. 5 greift.

Insgesamt war das Buch m. E. sehr spannend. Das Ende jedoch so weit hergeholt, dass ich am Ende extrem enttäuscht war.
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Andrea Scharrer zu »Baden Kenney: Skalpell No. 5« 23.03.2008
Warum heißt das Buch "Skalpell Nr.5" ???
318 Seiten sind nicht gerade viel. Umso erstaunlicher, daß ich den entscheidenden Hinweis auf den Buchtitel überlesen haben muß.??
Ansonsten ein recht unterhaltsames Buch. Aber wohl keine Thriller für die Ewigkeit.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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