Die Höhle der Löwin von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005 bei Piper.
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München; Zürich: Piper, 2005.
ISBN:
3-492-27096-4. 333 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2006.
ISBN:
978-3-492-24795-5. 333 Seiten.
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[Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2006.
Gesprochen von Sabine Postel.
ISBN:
389903256X. 6 CDs.
'Die Höhle der Löwin' ist erschienen als
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In Kürze:
Weit nach Mitternacht treffen sie im Polizeipräsidium ein, die Kommissarin Ina Henkel und die Täterin, Denise Berninger. Der Chef der Mordkommission schont die Festgenommene nicht. Er erklärt nüchtern, dass die männliche Leiche ihr Lebensgefährte ist, und stellt nur eine Frage: Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen? Und nüchtern kommt Denise Berningers Antwort zurück: Als ich ihn getötet habe. Seit jener Nacht hat Ina Henkel die Verurteilte nicht mehr wiedergesehen. Bis ein Jahr später Beamte des BKA bei ihr auftauchen: Berninger ist geflohen. Bukarest, sagen sie, die Höhle der Löwin, da gehen Sie jetzt rein.
Das meint Krimi-Couch.de: »Psychologisch ausgefeilt und intelligent konstruiert«
Krimi-Rezension von Eva Bergschneider überspringen
Der Name Astrid Paprotta steht in der deutschen Krimi-Landschaft inzwischen für psychologisch ausgefeilte Thriller mit brisanten, gesellschaftskritischen Themen. Die Autorin versteht es, aus abgründiger Handlung, glaubwürdigen Charakteren und exakten Milieustudien ganz besondere, intelligente Kriminalromane zu kreieren.
»Die Höhle der Löwin« ist die Fortsetzung von »Die ungeschminkte Wahrheit«, Astrid Paprottas dritten Roman mit der Komissarin Ina Henkel. In »Die ungeschminkte Wahrheit« ging es um einen Serienmord an Frankfurter Obdachlosen, die einige Zeit verschwunden waren und schließlich grell geschminkt, ermordet aufgefunden wurden.
Die ermittelnde Komissarin Ina Henkel verfolgte schließlich eine Spur, die zu einer populären TV-Moderatorin führte. Denise Berninger war in ihrer TV-Sendung »Im Fadenkreuz« für eine kompromisslose Verbrechensverfolgung bekannt geworden.
Rätsel um ihren Freund, einem erfolgreichem Pharma-Manager, sowie Denise Berningers auffälliges Verhalten, führten Ina Henkel zu einem Komplott aus kriminellen Machenschaften im Bereich der medizinischen Forschung. Aus Profitgier wurde Menschenverachtung auf Kosten jener, die in der Gesellschaft keine Lobby haben. Der Leser durfte gespannt sein, welche Entwicklung diese komplexe Geschichte nehmen würde.
Welches »heiße Eisen« würde Astrid Paprotta für die Fortsetzung von »Die ungeschminkte Wahrheit« wählen und welche Abgründe und Psychodramen erwarten den Leser in »Die Höhle der Löwin«?
Überzeugung oder Pflicht
Denise Berninger, »Der blonde Racheengel«, verurteilt für den brutalen Mord an ihrem Lebensgefährten, ist aus der Haft nach Bukarest geflohen. Ina Henkel, die ermittelnde Komissarin im Fall Berninger, folgt ihr in diese fremde Stadt, in der niemand länger bleibt, als er muss. Zunächst soll sie herausfinden, was Denise Berninger nach Bukarest geführt hat und was aus ihrem Fluchthelfer Paul Schiller geworden ist. Für die Komissarin ist das eine zwiespältige Aufgabe, einerseits hat sie den Job einer Kriminalbeamtin zu erledigen, andererseits hat sie nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Denise Berninger nicht für die wahre Schuldige hält. Gerne hätte sie ihren Freund, den Pharma-Manager für die grausamen Tests an den Obdachlosen zur Verantwortung gezogen, doch die Berninger kam ihr zuvor: »Denise hatte den Scheißkerl erstochen«.
Jetzt soll Ina Henkel die Flüchtige in Bukarest finden, ihr Vertrauen gewinnen und möglichst viele Informationen aus ihr heraus locken, bevor die rumänische Polizei den Zugriff vollzieht.
Denise Berninger ist schnell gefunden und Ina gelingt es scheinbar, Denise davon zu überzeugen, dass ihr keine unmittelbare Gefahr droht. Die Ermittlerin wird in die Wohnung eingelassen, die sich Denise mit ihrem rumänischen Freund Dan teilt. Wie viel Manipulation kann ein Mensch ertragen? Denise und Ina lassen sich aufeinander ein. Es beginnt ein Wechselspiel zwischen Misstrauen und Vertrauensvorschuss, der Informationsaustausch entwickelt sich zum beinahe freundschaftlichem Gespräch zwischen Frauen, die sich gegenseitig verstehen lernen.
Ina erfährt, dass sich hinter dem »blonden Racheengel« eine tief verletzte Frau verbirgt, deren Leben durch Zwang und Manipulation geprägt wurde. Ein Ausbruchsversuch führte sie zu Dan. Mit ihm und ihrem gemeinsamen Sohn lebte sie in Rumänien, bis sie in Schwierigkeiten geriet und von ihren Eltern nach Deutschland zurückgeholt wurde. Während eines Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik, lernte Denise einen Zivildienstleistenden, den späteren Pharma-Manager kennen. Er lebte mit ihr ein ausschließlich nach seinen Bedürfnissen ausgerichtetes Leben, in dem sie eine Fassade aufrecht erhielt.
Der blaue Mann holt Kinder
Der dreizehnjährige Andrei, Dans und Denise’ Sohn, ist verschwunden. Er vertrieb sich seine Zeit häufig mit den Straßenkindern Bukarests, gehörte aber nicht dazu. Eines Tages kam er nicht nach Hause, lediglich sein blutbeflecktes T-Shirt wurde gefunden. Denise bittet Ina darum, nach Andrei zu suchen, es geht das Gerücht, dass Kinder nach Deutschland verschleppt werden.
Eines der drogenabhängigen Straßenkinder berichtet von einem »blauen Mann« der Andrei mitgenommen haben soll, nach dem er, von anderen Kindern verprügelt, hilflos am Boden gelegen habe. Sonst sind keinerlei Hinweise auf den Bukarester Straßen zu finden, lediglich streunende Hunde und der Tierschützer Ingo, der ihnen in Deutschland ei neues Zuhause vermitteln will. Wer könnte Andrei verschleppt haben? Ist der Junge noch am Leben?
Das Recht auf Selbstbestimmung
Das Recht des Menschen über sein eigenes Leben selbst bestimmen zu können, zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Kriminalroman. Ausführlich wird die Zerrissenheit, Wut und innere Anspannung eines Menschen dargestellt, der jahrelang manipuliert und beharrlich in eine vorgegebene Richtung gedrängt wurde. Denises Geschichte handelt letztendlich davon, wie sie entschlossen um ihr persönliches Recht auf Glück und Liebe kämpft.
Astrid Paprotta fordert dieses Recht auf Selbstbestimmung auch für die Bukarester Straßenkinder ein. Die Autorin führt dem Leser vor Augen, was für ein Unrecht passiert, wenn Kinder entführt und ausgebeutet werden, nur weil sich scheinbar niemand für sie interessiert. Wer hat das Recht, zu beurteilen, was für sie ein besseres Leben ist?
Sachlich, konkret und emotional
Astrid Paprotta erstellt in ihrem Roman ein sehr differenziertes und ausführliches Psychogramm zur Hauptprotagonistin Denise Berninger. Das ist einerseits faszinierend, in diesem Ausmaß aber auch ermüdend zu lesen, denn die Handlung wird in diesem Kapitel kaum voran getrieben. Das Tempo der Handlung ist in diesem Krimi sehr unterschiedlich gestaltet. Eine ganze Weile geschieht kaum etwas, dann passieren einige wichtige Aktionen auf einmal, danach entwickelt sich das Geschehen Schritt für Schritt. Ich empfand diesen Tempowechsel in der Handlung als besonders realitätsnah, denn im alltäglichen Leben erlebt man eher selten eine gleichmäßige Entwicklung der Dinge.
Astrid Paprottas Sprache ist sehr sachlich, hart und schnörkellos. Die Sachverhalte werden beim Namen genannt, metaphorische Umschreibungen gehören nicht zum Stil der Autorin. Dennoch sind Gefühl und Sehnsucht der Personen unglaublich authentisch beschrieben. Man kann als Leser Ina Henkels Drang, den kleinen Andrei zu finden, koste es was es wolle, wirklich nachempfinden. Manchmal lockern ein paar Zitate oder ein bischen Prosa den Krimi auf, außerdem setzt die Autorin gerne das Stilmittel der Personifikation (»ein Miststück von einer Pistole«) ein.
Ein intelligenter, anspruchsvoller Krimi
»Die Höhle der Löwin« ist ein psychologisch ausgefeilter und intelligenter konstruierter Krimi. Er verlangt schon einige Aufmerksamkeit vom Leser, die wichtigen Aktionen befinden sich nicht immer im Mittelpunkt des Geschehens, sondern werden teilweise verschleiert in einem Nebensatz beschrieben. Die Ausführlichkeit, in der das psychologische Profil der Hauptperson beschrieben wird, geht schon deutlich zu Lasten des Unterhaltungswertes. Dieser Teil ist, meiner Ansicht nach, einfach zu langwierig. Ich wünschte mir irgendwann, dass einfach mal was passiert. Wirklich gut gefällt die Glaubwürdigkeit der Charaktere, die lebensnahe, plausible Geschichte und der sozialkritische Aspekt.
Ein aufrüttelnder Krimi, nicht gerade die leichte Unterhaltungskost.
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| Bio-Fan zu »Astrid Paprotta: Die Höhle der Löwin« | 19.05.2009 |
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| Anja S. zu »Astrid Paprotta: Die Höhle der Löwin« | 29.09.2007 |
| Ralf Berner zu »Astrid Paprotta: Die Höhle der Löwin« | 27.09.2005 |
| Silke Schröder zu »Astrid Paprotta: Die Höhle der Löwin« | 16.09.2005 |


