Totenmesse von Arne Dahl

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Dödsmässa, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.

  • Stockholm: Bonnier, 2004 unter dem Titel Dödsmässa. 416 Seiten.
  • München: Piper, 2009. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3-492-05018-0. 416 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2010. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3-492-25900-2. 402 Seiten.
  • [Hörbuch] Schwäbisch Hall: steinbach sprechende bücher, 2009. Gesprochen von Till Hagen. ISBN: 3886985016. 5 CDs.

'Totenmesse' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Cilla Hjelm betritt um 10.39 Uhr die Bank im vornehmen Stockholmer Viertel Östermalm. Hätte sie geahnt, was ihr bevorsteht, sie hätte einen anderen Tag für ihren Besuch gewählt. Um genau 10.40 brüllen die Maschinengewehre der zwei Maskierten los, Glas splittert, und Cilla presst ihr Gesicht flach auf den Mamorboden. Was aussieht wie ein brutaler Banküberfall, entpuppt sich bald als etwas sehr viel Ernsteres, Weitreichenderes: Die beiden russischen Bankräuber, mit denen das A-Team um Kerstin Holm und Cillas Exmann Paul Hjelm verhandelt, sind nicht auf das Geld aus. Denn plötzlich sind sie verschwunden, und ihre Spur führt bis nach Berlin und Wolgograd, bis in die Zeit des Kalten Kriegs und der Jagd nach einer wertvollen chemischen Formel, für die viele Leute über Leichen gehen würden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Bush Live« 82°

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Der gute, alte Bankraub ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Stürmte man früher in eine Bank, um sich die Taschen voller Geld zu stopfen, und wild um sich schießend von der Anarchie und von einer besseren Zukunft zu träumen, findet man sich heutzutage in der sterilen Welt einer reinen Interbank wieder, die Zwecken eigener Art dient und nicht selten neben einer hohen Geheimstufe, vieles zu verschleiern hat.

Irgendwo auf der Welt wird immer Krieg geführt, inzwischen live im Fernsehen übertragen und kommentiert. Einmal mehr erscheint der Kampf der Kulturen die Menschheit in den Wahnsinn, den kollektiven Untergang zu treiben. Dass dieser Irrsinn nicht auf die große Weltpolitik beschränkt bleibt, zeigt der sechsundvierzigjährige, mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnete Arne Dahl in seinem neuen Kriminalroman Totenmesse. Es geht bei ihm schlicht um den Erhalt unserer westlichen Ansprüche. Wer will schon zu Fuß gehen?

Der Autor versammelt eine illustre Gesellschaft in Östermalm, einem Viertel Stockholms, wo angeblich so viel Sprengstoff gelagert wurde, dass ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche gelegt werden könnte. Wer denkt da nicht an 9/11 und die Hysterie über mutmaßliche Terroranschläge. Dahl zieht einen Vergleich zur Antike. Griechen flüchten vor Türken in die Stadt Anavatos, wo sie als einzigen Ausweg den kollektiven Selbstmord mit dem Sprung in die Tiefe sehen. Sind wir schon so weit?

Ein Rückspiel

Im dem guten, alten Kriminalroman geht das Verbrechen zumeist schief. Man kann nicht alles planen, selbst wenn man behutsam vorgeht. Die Dinge laufen aus dem Ruder, die Zeit einem weg, selbst jene Fehler unterlaufen, die man zuvor bedacht hat. Im Falle der beiden Bankräuber in der Adelsbank, die mit Mitteln aus dem Ölgeschäft gegründet wurde, stört die Ex-Frau von Paul Hjelm den geplanten Ablauf, weil sie sich zufällig unter den Geiseln befindet und die Geistesgegenwart besitzt, ihr Handy einzusetzen, um sowohl Nachrichten nach draußen zu senden, als auch Fotos von den Geiselnehmern zu schießen.

Mozarts Requiem gibt den Ton der Geschichte vor, auch wenn sie anfänglich einer leichten Fernsehdramaturgie unterworfen wird, die an einen besseren Tatort oder gleich an Dominic Grafs Die Katze erinnert. Ein von außen gesteuerter Raubüberfall. Das wirkt an einigen Stellen blass, äußert sich in Mutmaßungen und gipfelt in möglichen Motiven, wie russische Mafia oder den dunklen Machenschaften der Geheimdienste. Die Spannung zieht erst wieder an, als bei der Festnahme der Bankräuber Überraschendes geschieht. Kerstin Holm und ihr A-Team sehen sich plötzlich vor das Rätsel gestellt, dass zwei eigentlich festgenommene Geiselnehmer verschwunden sind.

Das Stockholm-Syndrom, das Viggo Norlander dazu verleitet ausgerechnet eine Geisel niederzuschlagen, kommt ebenso vor, wie die toten Tschetschenen im Dubrovka-Theater. Hier zeigt sich Arne Dahls Anspruch. Er entwirft seinen Fall nicht auf dem abgeschiedenen Land mit einer weisen Miss Marple, er siedelt ihn zwischen den News an. Es kommt einem vor, als spiegele sich der alltägliche Schrecken immer vor dem noch größeren Schrecken im Hintergrund auf dem Bildschirm.

Wenn die Zigaretten ausgehen

Es geht um eine wissenschaftliche Entdeckung, die versteckt in den Erinnerungen eines Landser während des Russlandfeldzugs schlummert und die die Wirtschaft der modernen Welt mit Rohstoff versorgen soll. Es geht um eine Formel. Wer Andreas Eschenbachs Ausgebrannt gelesen hat, weiß, was es für uns bedeutet, ins Mittelalter zurückgeschleudert zu werden, wenn es kein Öl mehr zu fördern gibt. Dann stehen nicht nur die Taxen still.

Umso anziehender ist die Aussicht, in Besitz einer Formel zu gelangen, die dies verhindert und dem Besitzer ein Höchstmaß an Macht verleiht. Am Ende wird das Tagebuch des Soldaten der Zukunft übergeben. Glaubt der Tagebuchschreiber.

Wären da nicht die Raucher, die im Krieg ihre Sucht bekämpfen müssen. Doch Dahl ist Optimist, er setzt darauf, dass die Zukunft immer noch möglich sein muss.

Wolfgang Franßen, April 2009

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€nigma zu »Arne Dahl: Totenmesse« 13.10.2011
"Totenmesse" von Arne Dahl ist bereits der siebte Krimi um das Stockholmer A-Team, für mich war es jedoch mein erstes (und vermutlich nicht letztes) Buch des Autors.

Verschiedene Handlungsebenen wechseln einander ab: zunächst steht ein raffiniert eingefädelter Banküberfall im Mittelpunkt, der anders verläuft, als die Polizei es erwarten würde. In den Text eingeschoben finden sich in Kursivschrift gedruckte Auszüge aus einem Tagebuch, das ein deutscher Soldat während des Einmarsches der Deutschen nach Russland geschrieben hat und dessen letzter Eintrag schließlich in Stalingrad verfasst wurde. Als wäre das noch nicht verwirrend genug, gibt es immer wieder kurze Abschnitte über einen Kollegen des A-Teams, der sich auf längerem Urlaub im Mittelmeerraum befindet, wo er für sich und seine Frau ein Haus sucht.

Der Leser fragt sich, wie diese verschiedenen Handlungsstränge zusammengehören könnten...und im Laufe der Zeit entwirrt sich das Knäuel, wobei der Ausgangspunkt aller Handlungen überraschend simpel ist, die Ausgestaltung des Romans aber sehr intelligent vorgenommen wird und dem Leser einiges an Konzentration abverlangt, vor allem, wenn er im Hinblick auf Spionage und Agententätigkeiten ein Laie ist.

Stellenweise ist dieser Krimi sehr spannend, der Schluss, über den hier natürlich nichts verraten werden soll, ist dagegen geradezu genial einfach - der Autor hat sich hier gut aus der Affäre gezogen.

Das Einzige, das mich etwas irritiert hat, ist die Angewohnheit von Arne Dahl (oder die des Übersetzers?), häufig unvollständige Sätze zu verwenden. Da ich noch keinen seiner anderen Romane gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, ob das für seinen Schreibstil typisch ist. Ich werde es sicherlich noch herausfinden, denn ich möchte dem A-Team gern wieder begegnen...
klein_my zu »Arne Dahl: Totenmesse« 12.06.2010
Auch ich habe bisher alle Bücher von Dahl regelrecht verschlungen...


Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich ein wenig über das Bild der A-Gruppe in diesem Roman gestutz habe. Nybergs ringen mit der Gewalttätigkeit, Viggo Norlanders Mord...irgendwie war es ein wenig unverhofft... So richtig Spannung wollte ehrlich gesagt bei mir nicht aufkommen, zumindest bis ungefähr zu Hälfte des Buches. Aber mir gefiel sehr gut, wie der Autor das Thema der Kriege, der Staatssicherheitsdienste und den "Internetraub" der Andelsbank eingeflochten hat. Eigentlich bin ich ja nicht so der Geschichtsnarr, aber da diese Zeiten ja nicht so weit zurückliegen, ist es interessant zu lesen wie es denn damals abelaufen ist...wenngleich ich mir natürlich bewusst bin, dass es ja nicht haargenau der Wahrheit entspricht.

Alles in allem eine wirklich interssante Story, wenngleich es ein wenig schleppend anlief.
Dorian Gray zu »Arne Dahl: Totenmesse« 24.03.2010
Dass den persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler mehr und mehr Raumn eingeräumt wird, ist seit einiger Zeit ein Phänomen der Dahl-Romane, dieser ist aber, anders als die Vorgänger, deutlich spannender, auch ist die zuletzt häufig auftauchende Rechtzfertiguung zur Selbstjustiz, die v.a. in "Tiefer Schmerz" überdeutlich hervortrat, glücklicherweise wieder verschwunden.
anyways zu »Arne Dahl: Totenmesse« 26.08.2009
Tote Krieger
Welche Verbindung besteht zwischen dem 2. Weltkrieg, dem 2.Irakkrieg, der "Totenmesse" von Mozart und dem brutalen Überfall auf die Östermalmsbank?

Die A-Gruppe- Spezialeinheit für Gewaltverbrechen von internationalem Charakter- wird durch ein Telefonanruf aus der Liveübertragung zur Berichterstattung über die Kampfhandlungen im Irak gerissen.In der Östermalmsbank wurde ein Überfall verübt. Erschwerend kommt hinzu, das eine der Geiseln die Ex-Ehefrau von Paul Hjelms- Ermittler in der Internen Sektion- ist.Von nun an arbeiten beide Teams zusammen, um die Geiselnahme in der Bank unblutig zu beenden.Mit Hilfe von Paul's Ex-Ehefrau gelingt es ihnen sogar. Aber warum konnten die Täter entkommen und liessen das Geld zurück. Fragen die beide Teams tief in alte Spionage- Seilschaften aus dem Kalten Krieg verstricken.

Dieses Buch hält durch seine vielen Wendungen den Leser in Atem.Eine gut recherchierte Geschichte und wieder einmal ein hervorragender "Schweden-Krimi".
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Krilla zu »Arne Dahl: Totenmesse« 13.07.2009
Alle bisherigen Bücher von Arne Dahl habe ich mit Begeisterung gelesen und mich voller Vorfreude auf die "Totenmesse" gestürzt.

Das A-Team, in den Buch-Vorgängern sehr gut und humorvoll charakterisiert, und den Lesern mit ihren Marotten ans Herz gewachsen, entwickelt sich bei jetztiger Beschreibung zu einem etwas sonderbaren Haufen.
Wäre es mein erster Dahl gewesen, hätte ich das Buch mit Sicherheit spätestens nach einem Drittel aus der Hand gelegt. So habe ich ihm eine weitere Chance gegeben und nach der Hälfte entwickelte sich etwas Spannung. Leider zu wenig und die Lösung des Falles wirkte sehr konstruiert.

Schade, schade. Ich hoffe, das nächste knüpft an die ersten vier A-Team-Bücher an.
froggy zu »Arne Dahl: Totenmesse« 12.07.2009
Bisher habe ich jedes Buch von Dahl verschlungen. Mit "Totenmesse" wurde ich nie richtig war um schlussendlich habe ich das Buch einfach nur noch zu ende gelesen. Die Story war zwar nicht schlecht, für meinen Geschmack wohl zu polit- und krieglastig.

Ich bin nun auf den nächsten Band gespannt - für mich wieder hoffentlich ein besserer Dahl.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ticva zu »Arne Dahl: Totenmesse« 10.07.2009
Ein Banküberfall ist der Ausschlag für Ereignisse, deren Ursprung bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückreicht.

Nach dem Banküberfall, als die Spannung wieder versickert wie das Regenwasser in der Erde, hatte ich das Gefühl, dass es jetzt nur noch langweilig weiter geht. Es wollte sich zunächst überhaupt keine Spannung aufbauen. Aber dann, einige Zeit später, als die Ermittlungen endlich Formen annahmen, konnte man langsam gewisse Fäden zwischen einzelnen Beweisen ziehen. Sowie sich mit der Zeit auch die Verbindung zwischen den Tagebucheinträgen von 1941/42 und dem Banküberfall, mit allem was danach kam, herauskristallisierte, baute sich die Spannung wieder immer weiter auf und ich begann richtig mitzufiebern.

Im Text eingeflochten finden sich Tagebucheinträge von 1941-42. Ein Mann, dessen Name nicht genannt wird, schildert die Schlacht gegen Russland, wie er sie als Deutscher an vorderster Front erlebt. Diese Einträge sind kapitelweise und in Kursivschrift verfasst.
Immer wieder schreibt er auch so, als würde er einen Monolog mit Gott halten: [i]den Gott, an den ich nicht glaube[/i] heißt es dann immer.

Und genau so erfuhr ich auch zwischendurch private Einblicke der einzelnen A-Team-Mitglieder. Anfangs noch etwas zusammenhangslos, aber mit der Zeit haben auch diese Kapitel ihre ganz gewisse Daseinsberechtigung.

Dadurch, dass es immer wieder abwechselt zwischen den Handlungen des A-Teams, den Tagebucheinträge und was sonst noch um das Geschehene passiert, bekommt man einen besonders interessanten Einblick in alles.

Wie damals, bei der Schlacht um Russland, handelt es sich bei dem Einsatz der USA im Irak scheinbar um einen reinen Ölkrieg.
Weshalb der Autor aber die Rede des amerikanischen Präsidenten seitenweise niederschrieb, war mir noch am Ende ein Rätsel.

Vereinzelte Sätze verstand ich nicht so richtig. Genauso ging es mir mit einzelnen Wörtern, die ich persönlich noch nie im Gebrauch hatte. Somit wurde die Schreibweise manchmal ziemlich unverständlich und ich wusste teilweise nicht, was mir der Autor dadurch sagen will.

Einige Handlungen, die anfangs nur nebenher liefen, werden zum Schluss den Kreis schließen und damit das Ende einläuten.
So kommt am Ende auch heraus, dass gewisse wichtige Dokumente über Generationen hinweg erhalten blieben und zu diesem großen, anfangs undurchschaubaren Plan führten.

Der Schutzumschlag wird als rote Mauer dargestellt, die von einem dreiarmigen Leuchter beleuchtet wird. Oben, über dem Leuchter, steht in großen, schwarzen Buchstaben der Name des Autors.
Am Boden, über dem Ständer des Leuchters geschrieben, steht in kleineren weißen Buchstaben "Totenmesse", sowie darunter, ebenfalls in weiß und noch etwas kleiner die Bezeichnung "Kriminalroman".

Fazit:
Dieses Buch war mein erstes von Arne Dahl und ich wurde positiv überrascht!
Durch und durch ein spannend guter Krimi mit einer interessanten Ansicht des zweiten Weltkriegs.
Auch wenn der Roman immer wieder ziemlich undurchschaubar und die teilweise seltsame Schreibweise gewöhnungsbedürftig war, erhält die Totenmesse von mir 4 von 5 Sternchen.
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ulli zu »Arne Dahl: Totenmesse« 03.05.2009
Wäre doch Arne Dahl nur seiner
erfrischenden Schreibweise der Vorgänger
wie "Misterioso" oder"Böses Blut" treu
geblieben, dann hätte man jeden "NEUEN"
von ihm bedenkenlos lesen können.
Aber seit "Rosenrot" versucht er sich an einem neuen Schreibstil, der schon fast an Wortdrechslerei erinnert. Eine Schleife und noch eine.!
Sein Namensvetter Kjell Ola Dahl macht es ihm vor, wie man sich von Buch zu Buch
steigern kann. Spannend ohne Umwege mit einem Schreibfluß der Freude am Lesen macht.
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Nati zu »Arne Dahl: Totenmesse« 01.05.2009
Mozarts Requiem
Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das siebte Buch von Arne Dahl „Totenmesse“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig. Viele Handlungsstränge wirkten verwirrend.
Man fragte sich, was verbindet einen Banküberfall, bei dem Paul Hjelms Ex-Frau als Geisel genommen wird, die Versteigerung eines antiken Schreibtisches, ein Mitglied der A-Gruppe auf Urlaub in Griechenland und immer wieder zwischen drin Tagebucheintragungen eines deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg, der in Stalingrad kämpfte, miteinander. Parallel dazu erfährt man, dass die USA den zweiten Irakkrieg beginnt. Gleichzeitig hört Paul Hjelm während des gesamten Buches die Totenmesse „Requiem“ von Mozart im Ohr, so wie die Musik lauter wird, gibt es neue Erkenntnisse.

Dem Leser werden viele kleine Puzzleteile vorgelegt. Diese setzen sich nach und nach in kleinen Abschnitten zusammen und enden doch überraschend.

Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten die Handlungsstränge und Gedankengänge richtig nachvollziehen zu können, was auch den Lesefluss bremste. Doch dann möchte man als Leser wissen, wie sich alles zu einem logischen Ganzen zusammenfügt.

Außergewöhnlich fand ich, dass Arne Dahl nicht einen einsamen Ermittler in den Mittelpunkt stellte wie seine skandinavischen Kollegen, sondern ein ganzes Team. Obwohl ich erst die vielen Ermittler und deren Angehörige richtig zu ordnen musste, zeigte sich, dass jede Person ihre Stärken und Schwächen hatte. Mir gefiel der intelligente Stil von Arne Dahl gut. Es wirkte nicht klischeehaft und das Einbringen der Weltgeschichte machte es noch spannender und interessanter.
Nicht einfach zu konsumierende Krimikost bzw. Spionagekost, sondern spannende Unterhaltung, die mich veranlassen, auch die ersten Bücher dieser Serie zu lesen.
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Elke zu »Arne Dahl: Totenmesse« 09.04.2009
"Totenmesse" ist wieder einmal ein Krimi um die Mitglieder des A-Teams aus der Feder von Arne Dahl, in dem er alle Register seiner außergewöhnlichen schriftstellerischen Fähigkeiten zieht.

Eine Geiselnahme in einer Bank, die mit dem Beginn des Irak-Kriegs zusammenfällt, die Ersteigerung eines Barock-Schreibtisches, die Suche nach einem Ferienhaus im Mittelmeerraum und die Tagebucheinträge eines deutschen Soldaten, der die Belagerung von Stalingrad erlebt, der Kalte Krieg nach dem Mauerbau und die Sitation in Europa nach dem Mauerfall. Viele verschiedene Puzzleteile und der Leser fragt sich, wie das wohl alles zusammenhängt.

Nach und nach kommt Licht in das Dunkel und zeigt die Verbindungen zwischen den scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen auf: Agenten sind auf der Jagd nach einer geheimnisvollen Formel, die die Welt ein für alle Mal von ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien kann.

Arne Dahl ist mit diesem Kriminalroman einmal mehr ein absolutes Meisterwerk gelungen, das allerdings einige Konzentration von seinem Leser erfordert, um sämtliche Nuancen aufzunehmen. Intelligent konstruiert, spannend geschrieben und schlüssig aufgelöst - von mir erhält das Buch die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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