Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Notre Dame sous la terre, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Knaur.
- Paris: Grasset, 1998 unter dem Titel Notre Dame sous la terre. 334 Seiten.
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München: Knaur, 2001.
Übersetzt von Ingeborg Ebel.
ISBN:
3-426-66044-X. 334 Seiten. -
München: Knaur, 2007.
Übersetzt von Ingeborg Ebel.
ISBN:
978-3-426-63680-0. 334 Seiten.
'Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel' ist erschienen als
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In Kürze:
Um eine Expertise zu erstellen, wird der Kunststudentin Judith aus dem Besitz des Vatikans ein Gemälde zugespielt. Was sie zunächst nicht ahnt: Hinter der Darstellung eines Ritters aus dem 12. Jahrhundert verbirgt sich ein doppeltes Geheimnis. Das eine wurzelt tief in der Vergangenheit und hat religiöse Bedeutung. Das andere hingegen ist ganz von dieser Welt, hängt mit der Mafia zusammen – und bringt Judith in äußerste Gefahr.
Das meint Krimi-Couch.de: »Hier gibt es nur Schwarz und Weiß und im Endeffekt wirkt die Lösung an den Haaren herbei gezogen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger
Wir befinden uns im Jahr 1095 nach Christi Geburt. Zu Ehren Gottes wird das Richtfest der neuen Kathedrale zelebriert. Doch das Fest endet in einem Fiasko. Die Kathedrale birst und begräbt Arbeiter, Klerus und Gäste in ihren Trümmern.
Ritter Hildebert weiß als Antwort auf dieses Unglück nur eine Lösung. Er begibt sich ins Heilige Land, um dort als Kreuzritter der katholischen Kirche zu ihrem Recht zu verhelfen. Vier Jahre später kehrt er unerkannt zurück. In den Armen seines Bruder Elvio, in der Krypta der Abteikirche Mont Saint Michel, haucht er sein Leben aus. Verraten von König und Vaterland vergräbt er in der Krypta den siebenarmigen Leuchter des Moses. Die weltlichen Schätze überlässt er dem Kloster, aber die heiligen Reliquien sollen für immer im Schoß der Abteil vergraben bleiben.
Elvio, der über diesen Vorfall kein Wort verlauten lassen darf, schafft ein Gemälde, dass die Tatsachen und seine Emotionen widerspiegelt.
Neunhundert Jahre später tobt im Vatikan der Kampf um die Nachfolge von Papst Klemens XV, mit dem es zusehends bergab geht. Kardinal Spinelli gerät auf Umwegen an das Bild das Elvio gemalt hat. Sein französischer Freund Itzhak Witzberg, ein hervorragender Kunstexperte, bekommt das Bild, um dafür eine Expertise zu erstellen. Doch dieses Bild ist auch für den Monsignore Angelico und den Mafioso Alfonsi von unendlicher Bedeutung und ihre Schergen stellen dem Bild nach. Witzberg stirbt bei deren Eingreifen, aber seine Lieblingsstudentin Judith hat das Bild in ihrem Besitz und erkennt, dass es ein Geheimnis birgt, das die Papstwahl und ihr Leben tödlich beeinflussen kann.
Arnaud Delalande hat mit seinem Erstlingswerk tief in den historischen Kleruskisten gekramt. Wer den Mont Saint-Michel in der Bretagne kennt, der weiß, was dieser Bau für eine Ausstrahlung hat und welche Sagen sich um diesen Berg und seine Kirche ranken. Und genau hier setzt mein erster Kritikpunkt an. Delalande hat in ein spannendes Thema rund um die Machenschaften im Vatikan, so viele Traumsequenzen und Legenden eingepackt, dass daraus weder Krimi noch Fantasymärchen geworden ist.
Bis etwa zur Hälfte der 334 Seiten ist Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel ein packender Krimi mit historischem Ursprung. Mit fortschreitender Handlung scheinen dem Autor jedoch die Ideen ausgegangen zu sein, denn er flüchtet in überkonstruierte Heiligengeschichten, bei denen u. A. sogar der Heilige Martin mit Blitz und Donner die Feinde der Abtei vernichtet. Die Auseinandersetzungen zwischen den Monsignori gipfeln in harmlosen Streitgesprächen über die Zukunft der Kirche und plumpen Annäherungsversuchen an die Mafia.
Gleichzeitig wird die Krimiaction vollständig vernachlässigt und die smarte Kunststudentin hat nichts Besseres zu tun, als sich in die Überlegung zu flüchten, ob sie den Schleier nehmen soll, oder nicht.
Der Leser kann im ersten Teil interessiert den Ausführungen rund um das geheimnisvolle Bild folgen, das im weiteren Verlauf eher stümperhaft aus der Handlung ausgegliedert wird. So vernichtet Delalande selbst sein Ansinnen, einen historischen Kunstkrimi zu schaffen. Genau so, wie offenbar seine mangelnden Kenntnisse vatikanischer Organisationsstrukturen in einem sehr zweidimensionalen Bild des Klerus enden. Hier gibt es nur Schwarz und Weiß und im Endeffekt wirkt die Lösung an den Haaren herbei gezogen.
Es ist bedauerlich, dass aus der grundsoliden und spannenden Ausgangsituation nur ein mittelmäßiger Fantasyroman geworden ist, der zwar sprachlich bestens zu lesen ist, aber im Abschluss nicht befriedigen kann.
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| guido zu »Arnaud Delalande: Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel« | 02.01.2010 |
|---|---|
| Tom Weise zu »Arnaud Delalande: Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel« | 12.03.2007 |

