Todesrosen von Arnaldur Indridason

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Dauðarósir, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Edition Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Island, 1990 - 2009.
Folge 2 der Kommissar-Erlendur-Serie.

  • Reykjavík: Vaka-Helgafell, 1998 unter dem Titel Dauðarósir. 320 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Edition Lübbe, 2008. Übersetzt von Coletta Bürling . ISBN: 978-3-7857-1612-0. 320 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009. Übersetzt von Coletta Bürling . ISBN: 978-3-404-16345-8. 304 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Frank Glaubrecht. ISBN: 3-7857-3561-8. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2011. Gesprochen von Frank Glaubrecht. ISBN: 3-7857-4574-5. 4 CDs.

'Todesrosen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In einer hellen isländischen Sommernacht wird die nackte Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Sie liegt auf dem mit Blumen geschmückten Grab des isländischen Freiheitskämpfers Jón Sigurdur. Óli und Elínborg von der Kripo Reykjavík finden schnell heraus, dass es sich bei der Toten um eine Drogenabhängige handelt. Warum aber wurde die Leiche gerade auf dieses Grab gelegt? Was sollte mit dieser Inszenierung erreicht werden? Die Ermittlungen erweisen sich als heikel, denn namhafte Persönlichkeiten gehören zum Kreis der Verdächtigen. Kommissar Erlendur ermittelt in seinem zweiten Fall und steht auch privat aus Sorge um seine Kinder unter großem Druck. 

Das meint Krimi-Couch.de: »Globale Gier und private Rache« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Ausgerechnet auf dem Grab des isländischen Nationalhelden Jón Sigurdsson wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – nackt, mit Spuren körperlicher Misshandlung übersät und erstickt. Sigurdsson starb 1879; wollte der Mörder etwas mit seiner Tat aussagen?

Kommissar Erlendur Sveinsson, der mit seinem Team die Ermittlungen aufnimmt, ist davon überzeugt, dass die Leiche nicht grundlos dort platziert wurde. Zunächst gilt es jedoch, die Identität des Opfers festzustellen, was sich als erstaunlich schwierig erweist. In seiner Not zieht Erlendur sogar seine Tochter Eva Lind zu Rate, die als Junkie und Gelegenheitsprostituierte die Unterwelt der Hauptstadt Reykjavík kennt.

Endlich bekommt die Leiche einen Namen: Birta gehörte zu den Drogenschmugglern des örtlichen Gangsterbosses Herbert Baldursson, der sie auch an Freier vermittelte, denen gern die Hand ausrutscht. Offenbar lief Birtas letzte Party schrecklich aus dem Ruder. Oder hat die junge Frau den Unwillen des brutalen und jähzornigen Herbert erregt?

Erlendur will an so profane Erklärungen nicht glauben. Birta stammt wie Jón Sigurdsson aus den Westfjorden. Mit seinem wenig begeisterten Kollegen Sigurður Óli begibt er sich auf die lange Fahrt zur zerklüfteten Nordwestküste Islands. Er kommt in eine von Rezession und Landflucht gezeichnete Region – ein Niedergang, hinter dem Erlendur allmählich Methode zu erkennen glaubt.

In Reykjavík wird Herbert entführt und bleibt verschwunden. Offenbar gibt es jemanden, der um Birta trauert und ihren Tod rächen will. Ein angesehener »Geschäftsmann« wird sehr nervös, denn Herbert erledigt allerlei Drecksarbeit für ihn, die tunlichst unbekannt bleiben sollten. Der ist in seinem Gefängnis inzwischen über die Hintergründe im Bilde und wird zu Erlendurs wichtigstem Zeugen – sollte er überleben …

Kleine Insel auf krimineller Aufholjagd

Morde werden hier im Affekt verübt. Meistens im Suff. Sie haben nie irgendwas Symbolisches an sich oder irgendeine tiefere Wahrheit. Morde sind hier schäbig, scheußlich und ganz und gar zufällig. (S. 97f)

 

So spricht Polizist Sigurður Óli und gibt damit eine Grundsatzerklärung ab. Doch er irrt, während sein Kollege Erlendur gedanklich schon weiter ist: An der Wende zum 21. Jahrhundert beginnt sich auf der kleinen Insel hoch im Nordatlantik das Verbrechen zu wandeln. Die Globalisierung sorgt für einen Quantensprung. Verbrechen und Big Business beginnen sich zu vermischen, die Grenzen verwischen dabei. Der Tod wird zum Geschäftsrisiko – ein Faktor, den das organisierte Verbrechen kühl einkalkuliert.

Herbert und vor allem sein unsichtbarer Auftraggeber haben die modernen Regeln verinnerlicht. Das Spektrum ihrer kriminellen Aktivitäten ist breit: Für die Kneipen Reykjavíks importieren sie Prostituierte aus Osteuropa, die regelmäßig gegen »frische Ware« ausgetauscht werden. Gleichzeitig schmuggeln sie Drogen im großen Stil. Noch lukrativer ist die Aneignung und Ausbeutung politischen und wirtschaftlichen Insiderwissens. Wer gut schmiert und weiß, wann und wo Großprojekte geplant sind, kann früh einsteigen und absahnen; das ist nicht einmal illegal, sondern höchstens moralisch bedenklich – eine Einschränkung, die aus Sicht der Global Player freilich nur für Schwächlinge von Belang ist.

Nicht jeder Wurm mag ewig kriechen

Selbstverständlich bleibt der ´klassische´ Mord dem modernen Island erhalten. Weiterhin bringen sich die Menschen aus Hass und Gier und auf denkbar hässliche Arten um. Im Fall der Todesrosen irrt Sigurður Óli trotzdem ein weiteres Mal: Die hier beschriebenen Morde und Mordversuche sind zwar schäbig aber dennoch von enormer Symbolkraft.

Wie Erlendur Sveinsson mag sich der lange unsichtbar bleibende, weil aufgrund seiner Unauffälligkeit in der Menge verschwindende Kidnapper Herberts nicht damit abfinden, dass nur die kleinen Fische für ihre Taten büßen müssen, während sich die Großen hinter einer Wand aus Geld, Macht und Verbindungen verschanzen. Ihm geht es dabei zwar um Gerechtigkeit aber nicht um gerechte Strafe. Die Polizei bleibt deshalb außen vor. Selbstjustiz tritt an ihre Stelle.

Doch das Schicksal ist tückisch. Das Blatt wendet sich, die »Bösen« gewinnen die Oberhand und schlagen zurück. Als sie dennoch fallen, bleibt der Rächer als Opfer zurück. An die Stelle des verbrecherischen Spekulanten wird ein neuer »Geschäftsmann« treten, der die Beutelschneiderei seines Vorgängers genau studieren und verfeinern wird.

Der Kommissar und die Last der Welt

Zu dieser Erkenntnis ist Erlendur längst gelangt. Sein daraus resultierender Schwermut ist verständlich: Was in wirtschaftskriminellen Kreisen Allgemeinwissen ist, kann er, der doch eigentlich Gesetz und Ordnung repräsentiert, nur mühsam und ihm Rahmen einer anstrengenden Recherche in den Westfjorden in Erfahrung bringen. Was er dort entdeckt, hilft ihm wenig, denn während sein Gegner sich aller Regeln enthoben fühlt, muss sich Erlendur daran halten. Er kämpft quasi mit einem auf den Rücken gebundenen Arm.

Ausgeglichen wird dieses Handicap durch Erlendurs ausgeprägten Hang zur intensiven Fahndung und einer Abneigung gegen alles, was sich ihm dabei in den Weg stellt. Wieder einmal lässt Autor Indriðason seinen ohnehin gebeutelten Helden (dazu weiter unten mehr) beruflich ausgiebig gegen geschlossene Türen laufen, hinter denen sich seine Verdächtigen über ihn lustig machen oder sicher wähnen. Sie irren sich, denn Erlendur ist an einem Punkt seines Leben angekommen, an dem er an berufliche Stromlinienform als Voraussetzung einer Karriere keinen Gedanken mehr verschwendet. Solche Menschen sind gefährlich, wie Erlendur beweist, als er sich langsam aber buchstäblich hartnäckig der Lösung entgegenarbeitet. Die hat es in sich und ist mit einem hübschen weil sehr ironischen Finaltwist verknüpft, der zur Abwechslung einmal funktioniert.

Wie es sich für einen skandinavischen Kriminalisten gehört, ist Erlendur auch privat keine Frohnatur, was noch vorsichtig ausgedrückt ist. Er lebt allein und ist einsam, seine Familienverhältnisse sind desaströs; seine Ex-Gattin hasst ihn viele Jahre nach der Scheidung noch immer aus tiefster Seele, sein Sohn ist Alkoholiker, seine Tochter drogensüchtige Prostituierte. Mit den daraus resultierende Problemen füllt Indriðason manche Buchseite. Erfreulicherweise übertreibt er es nie damit, Todesrosen bleibt Kriminalroman. Hilfreich ist auch ein ausgeprägter Sinn für Humor, der eher schottisch als skandinavisch anmutet. Den hat Erlendur auch nötig, denn die Zukunft hält für ihn noch manche Prüfung bereit.

Durcheinander als Veröffentlichungsprogramm

Das weiß der Indriðason-Leser womöglich schon, denn obwohl Todesrosen als siebter Band der Erlendur-Serie in Deutschland erscheint, steht er chronologisch an zweiter Stelle. Der Verlag begann nicht mit Nr. 1, sondern griff sich einfach einen Band aus dem Mittelfeld heraus. Die entstandenen Lücken wurden erst nachträglich gefüllt, als sich herausstellte, dass die deutschen Leser Indriðason-Romane schätzen und wohl auch ältere Titel nicht verschmähen würden. Diese rüde Behandlung sind besagte Leser freilich gewöhnt. Immerhin ist die Reihe inzwischen vollständig und sie wird sogar fortgesetzt, während viele andere lesenswerte Serien rüde gekappt (weil nicht schnell genug einträglich) wurden und werden.

Michael Drewniok, Juli 2008

Ihre Meinung zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen«

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Lukas- Ralf Ligmann zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 09.05.2013
Arnaldurs Kriminalromane bestehen aus Rahmenhandlungen, bei denen mehrere Geschichten parallel erzählt werden. Neben der Haupthandlung, dem eigentlichen Fall, sind es auch Geschichten aus der Vergangenheit der Täter oder der Opfer, wobei es nicht immer gleich ersichtlich ist, um wen es sich nun handelt, Täter oder Opfer oder eben beides. Hinzu kommt die Geschichte Komissar Erlendurs, bezogen auf seine Tochter und den frühen Tod seines Bruders. Mir persönlich gefällt besonders, dass Arnaldur isländische Geschichte und Zeitgeschichte, aber auch aktuelle Probleme in seine Romane mit einbezieht, oder sogar zum Aufmacher seiner Geschichten macht. So spielt isländische Geschichte in dem Roman "Todesrosen" auch eine Rolle. Dies alles gemischt mit einer etwas düsteren Melancholie macht aus den Romanen Arnaldurs spannende Geschichten, die man nicht weglegen kann, bevor man sie zu Ende gelesen hat. Seine Bücher werden in Zukunft zu den isländischen Klassikern gehören, wenn sie es jetzt nicht schon teilweise sind.
Anfangsverdacht zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 15.04.2012
Selten ein Roman gelesen, der so eindringlich Drogensucht beschreibt.
Von der Zeichnung eines sich selbst zerstörenden Charakters, der dennoch völlig zurechnungsfähig ist bin ich beeindruckt. Hinzu kommt, dass er dies ohne jegeliche Geilheit am Untergang oder eben nicht mit Lust am Voyeurismus schildert.
tedesca zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 17.11.2011
Der zweite Teil der Kommissar-Erlendur-Reihe knüpft qualitativ nahtlos an den ersten an. Trotz der recht gelassenen Erzählweise ist die Geschichte rund um den Mord an einem jungen Mädchen, das am Grab eines Nationalhelden abgelegt wird, bis zum Schluss spannend.
Wirklich interessant sind auch die Details zu Themen, die wohl in Island wirklich brisant sind. So kaufen z.B. Baulöwen die Fischfangquoten auf, um so die Landbevölkerung dazu zu zwingen, in ihre neu gebauten Wohnungen in Reykjavík zu ziehen, wo sie gezwungenermaßen eine Arbeit abseits des Fischfangs suchen müssen. Die schönen Bauernhäuser werden dann so nebenbei für einen Pappenstiel als Ferienhäuser für die Reichen verscherbelt.
Wo im ersten Teil der Serie noch die Täter und Opfer sehr im Vordergund der Handlung standen, rücken jetzt auch die beiden Ermittler Erlendur und Sigurður Óli in den Mittelpunkt der Erzählung. Immer mehr erfahren wir über die beiden Männer, die Seite an Seite versuchen, dieses Verbrechen aufzuklären.
Sehr atmosphärisch beschreibt der Autor das Leben und die Landschaften in Island. Alles in allem ein wirklich guter Krimi, dem Frank Glaubrecht im Hörbuch mit seiner ruhigen Stimme durchaus noch zusätzlich Stimmung verleiht.
mylo zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 04.08.2011
Nach längerer Pause wieder mal ein "Erlendur" und auch einer der Besten. Sofort sind einem die handelnden Personen wieder so vertraut, was allerdings auf Grund der exakten Zeichnung und den interessanten Charakteren nicht verwundet.
Eine spannende Geschichte und ein interessanter Plot - kein Alltagsfall - interessant, eben.
Jetzt hab ich wieder Lust auf Indridason und folge weiter unserem Erlendur und seinen Kollegen in den Sumpf des Verbrechens im hohen Norden, in Island.
Für diesen hier gebe ich 80 Punkte
TinT79 zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 11.11.2010
Todesrosen, der Titel ist Programm. In seinem zweiten Fall trifft Kommissar Erlendur von der Kripo Reykjavik auf die Tatsache, dass es Menschen gibt denen Geld und Ruhm wichtiger sind als die Menschen die ihnen auf dem Weg dorthin im selbigen stehen könnten.
Anschaulich und gut recherchiert erzählt Indridason den Leidensweg einer drogenabhängigen Frau die tot auf dem Grab eines isländischen Freiheitskämpfers gefunden wurde. Die Story findet ein überraschendes Ende, doch die privaten Probleme des Kommissars erhalten keinen Schluss und machen Laune auf weitere Folgen von Kommissar Erlendur Sveinsson.
Myriam Steinbauer zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 14.05.2010
Ich habe nun mit Todesrosen alle 7 Bände und ich bin und bleibe ein Fan von Erlendur, seinen Kollegen und den Geschichten um sie herum. Manchmal hat man das Gefühl, die Protagonisten schon persönlich zu kennen und es ist mit jedem Buch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Ich lese wirklich viel und vor allem Krimis und Arnaldur Indridason versteht es seine Bücher so zu schreiben, dass man sich schon beim Lesen des einen Buches auf das baldige Erscheinen des Folgebandes freut. Dennoch finde ich das Todesrosen nicht zu den Besten der Serie gehört. Mir war es an einigen Stellen zu langatmig. Hinzu kommt, dass das Thema nicht so meins ist (Immobilien-Haie, Fischfangquoten, Korruption etc.). Dennoch Daumen hoch für Arnaldur Indridason und empfehlenswert für alle Islandkrimi-Fans
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
baui60 zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 18.02.2010
Meine Meinung ist vorgefasst, weil ich absoluter Indridason-Fan bin. Seine Bücher lese ich stimmungsabhängig, d.h. nicht sofort bei Neuerscheinen, sondern wenn ich mal selber nicht gut drauf bin, oder das Wetter danach ist: Indridason passt in den beginnenden Winter, so gegen November, wenn es draußen richtig ekelhaft ist. Habe mir die Todesrosen erst im Jan. 2010 gekauft und finde, es ist das beste aller Bücher bisher! Locker 100°!
Seit Nordermoor, das ich auf alle Arten konsumiert habe, hat Erlendur durch den Film auch ein Gesicht. Wieso gibt es da nicht mehr Verfilmungen, haben wohl Angst, dass die Suizidrate steigt? Allein, wenn er die Fertigerichte isst, saugut!
Die Geschichte mit der Quotenregelung ist verrückt und passt 100% zur EU. Wie ganze Landstriche verwaisen, weil die Arbeit die Region verlassen hat, typisch für jedes EU-Land. Wenn ich dann noch an die vielen leeren Passagen in den Innenstädten denke, alles übertragbar.
Da steckt sehr viel Gesellschaftsanalyse drin und Island kommt dabei schlecht weg, aber es ist nur ein Beispiel für ein kleines Land, macht die Situation überschaubar und die stellt der Autor anschaulich dar. Wie wäre es z.B. mit Griechenland? Da geht auch gerade die Post ab: Korrupte Politiker, bankrotter Staat – na, bin gespannt wer sich daran wieder eine goldene Nase verdient, wenn die Solidaritätsfonts eröffnet werden ... Jedenfalls steckt in jedem Indridason ein gutes Stück Gesellschaftskritik und das macht diese Bücher so wertvoll. Der Krimi ist Unterhaltung und macht das Drumherum, aber der Kern stimmt doch immer nachdenklich und das ist gut so!
DianeW zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 22.01.2010
Nach dem ich nun schon einige Bücher von Indridason rund um Erlendur gelesen hatte, muß ich sagen, dass dies einer der besten Krimis von ihm war.Die Stimmung ist nicht so düster und dunkel wie in den meisten anderen, die Geschichte startet schon spannend und lässt auch nicht nach. Die Einbeziehung seinere Kinder und auch das Kennenlernen von Sigurdur Oli und Bergpora ist gut in die Geschichte integriert und lenkt nicht vom Thema ab, sondern im Gegenteil.
Also für mich 90Grad.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Mistie zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 09.01.2010
"Todesrosen" war mein 2. Buch von Indridason, aber ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich die ganze Serie um Kommissar Erlendur lesen soll.

So ganz "warm" werde ich nicht mit dem Kommissar: er ist mir zu "kalt", zu distant und erscheint mir deshalb auch arrogant. Gut, er hat sich innerlich abgeschottet damit Verletzungen ihn nicht zu sehr treffen (das kann ich noch nachvollziehen) doch er selbst ist nicht ganz zimperlich im Umgang mit seinen Leuten ... er trifft seine Entscheidungen und bezieht sein Team nicht mit ein - und wenn sein Team seine Entscheidungen anzweifelt wir er jedesmal ziemlich pampig ...

Es wäre besser Erlendur wäre als ein Einzelkämpfer beschrieben als jemanden der ein Team zu leiten hat ...

Deshalb von mir "nur" eine 70°
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
dieschlaue zu »Arnaldur Indridason: Todesrosen« 05.01.2010
"Todesrosen" ist ein schwaches Buch. Fischfangquoten, Immobilien-Haie, Drogenszene, isländische Geschichte sowie schleichende Amerikanisierung in Island bilden einen verquasten, unausgegorenen Mischmasch, dem eine dünne Handlung beigefügt wurde. Es mag sein, dass derartige Themen durchaus - und nicht zuletzt - in Krimis behandelt werden sollten, aber die knapp 300 Seiten sind dann doch etwas zu wenig, um über klischeehafte Andeutungen hinauszugehen.
Die Story selbst läuft ziemlich eingleisig ab und hält in keiner Weise das, was der Klappentext verspricht. Ohne die isländische Sprache zu kennen meine ich, dass das Buch auch sprachlich spröde und zum Teil auch flach wirkt. Liegt dies an der Übersetzung ? Laufen im Isländischen Dialoge wirklich so steif und gestelzt ab wie: "Ich habe ihn dort gesehen." "Meinst du etwa, dass du ihn dort gesehen hast ?"
Alles in allem werde ich dieses Buch nicht empfehlen.
2 von 9 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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