Gletschergrab von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1999
unter dem Titel Napóleonsskjölin,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Island, 1950 - 1969.
- Reykjavík: Mál og menning, 1999 unter dem Titel Napóleonsskjölin. 365 Seiten.
-
Bergisch Gladbach: Lübbe, 2005.
Übersetzt von Coletta Bürling & Kerstin Bürling.
ISBN:
3-404-15262-X. 365 Seiten. -
Augsburg: Weltbild, 2006.
Übersetzt von Coletta Bürling & Kerstin Bürling.
ISBN:
978-3828982888. 365 Seiten. -
Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2006.
Übersetzt von Coletta Bürling & Kerstin Bürling.
ISBN:
978-3-404-26537-4. 365 Seiten.
-
[Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2006.
Gesprochen von Ulrich Pleitgen.
gekürzt.
ISBN:
3-7857-3201-5. 4 CDs.
'Gletschergrab' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein 5-Sterne-Thriller vom isländischen Bestsellerautor Arnaldur Indriðason. Die Eiskappe auf Islands größtem Gletscher Vatnajökull schmilzt. Dies versetzt die US-Streitkräfte in Keflavík in Alarmbereitschaft: Im Gletscher verborgen liegt ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanten Geheimnissen. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß zwar nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der »Operation Napoleon« …
Nach den überragenden Erfolgen von Todeshauch und Nordermoor kommt, was kommen musste. Die »Altlasten« des Autors werden auf den deutschen Markt geworfen. Dan Browns Diabolus lässt freundlich grüßen.
»Gletschergrab« ist Indridasons erstes Buch ohne seinen Protagonisten Erlendur und ist zudem kein klassisch strukturierter Krimi, sondern ein Thriller, in dem ein Ereignis aus der Vergangenheit die Geschehnisse der Gegenwart nachhaltig beeinflusst.
1945 stürzt ein deutsches Flugzeug über dem größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull, ab. Bereits nach kurzer Zeit übernehmen die amerikanischen Streitkräfte die Rettungsarbeiten unter Führung von Captain Miller. Dessen aufopfernde Bemühungen scheitern jedoch, da der Gletscher das Flugzeug scheinbar in sich verschlungen hat. Erst 1999 entdeckt der amerikanische Geheimdienst das Flugzeugwrack mittels Satellitenaufnahmen. General Vytautas Carr zögert nicht lange und schickt den auf geheime Missionen spezialisierten und wegen seiner brutalen Methoden umstrittenen Ratoff nach Island und beauftragt ihn mit der Bergung des Flugzeuges.
Kristin, Mitarbeiterin des Isländischen Aussenministeriums, hat unterdessen Stress mit Randolf, der ihr und dem Ministerium Versagen und Zusammenarbeit mit der russischen Mafia vorwirft, nachdem er Millionenverluste bei Geschäften mit Russland gemacht hat. Nachdem Kristin Randolf zu verstehen gibt, dass er für seine Entscheidungen selber verantwortlich sei, verlässt dieser wütend und drohend ihr Büro. Kurz darauf meldet sich ihr Bruder Elias, der sein neues Handy testen will.
Er befindet sich mit einer Rettungsmannschaft auf dem Weg zum Gletscher. Als er sich mit seinem Freund Johann von der Truppe entfernt, um einen neuen Motorschlitten zu testen, stoßen sie auf die von Ratoff geführten Rettungsarbeiten. Elias teilt seine Entdeckung Kristin mit, doch als er von bewaffneten Männern berichtet, reißt die Verbindung plötzlich ab. Ratoff verhört Elias um zu erfahren, wer alles von den Bergungsarbeiten weiß und stößt bei der Prüfung des Handys auf Kristins Telefonnummer. Kurz darauf tauchen in Kristins Wohnung David und Simon auf, um sie zu töten.
Doch in letzter Minute erscheint der noch immer wütende Randolf in Kristins Wohnung und bei der entstehenden Verwirrung wird er kurzerhand erschossen. Kristin aber gelingt die Flucht und schwört sich, den merkwürdigen Arbeiten der Amerikaner nachzugehen. Auch will sie wissen, ob ihr Bruder tatsächlich tot ist, wie David und Simon behaupteten. Ihr früherer Freund Steve, ein amerikanischer Soldat auf dem Stützpunkt, soll ihr dabei helfen …
Warum das Buch 1999 nicht in deutscher Sprache erschienen ist, wird schnell verständlich. Hier steht nicht die fein ausgedachte, grandios erzählte Geschichte mit lebendigen Personen im Vordergrund, sondern Action und Tempo. Dies an sich ist zwar keineswegs verwerflich, aber das hat man bei anderen Autoren schon deutlich besser gelesen. Dieser vermeintliche Pageturner hat mitunter seine Schwächen, was angesichts der Grundidee und damit der Auflösung der Frage, um was es bei dem Flug seinerzeit ging – besser gesagt, woraus die Fracht bestand – sehr schade ist.
Ein Defizit ist beispielsweise die Übersetzung bzw. das Lektorat. Anders ist kaum verständlich, warum an mehreren Stellen nahezu gleich lautende Sätze innerhalb weniger Absätze doppelt auftauchen. Auch sind, wie bereits angesprochen, die Charaktere sehr beliebig ausgewählt und allzusehr mit den üblichen Klischees überzogen. Ein tumber, sadistischer Geheimdienstler (Ratoff), dessen ebenso skrupelloser wie ehrgeiziger Chef (Carr), zwei des Denkens offensichtlich unfähige Erfüllungsgehilfen (David und Simon) und eine durch nichts und niemanden zu erschütternde Allroundheldin Kristin. Die Auflösung des Buches ist angesichts des Kinoerfolges von »Der Untergang« – sagen wir – interessant, wenngleich bereits vor Beginn des Buches ein folgender Hinweis steht:
»´Operation Unthinkable´ war der Codename für Churchills Plan, mit deutscher Unterstützung am Ende des Zweiten Weltkrieges die Sowjetunion anzugreifen.«
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| gromek zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 21.10.2011 |
|---|---|
| Dani P. zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 28.12.2009 |
| Bernhard Schäfer zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 20.08.2009 |
| klaus neumärker zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 15.07.2009 |
| ABaum71 zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 09.06.2009 |
| Carlito zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 18.03.2009 |
| Stefan zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 20.10.2008 |
| WelpeMax zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 24.07.2008 |
| Seerose zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 23.06.2008 |
| Iceman zu »Arnaldur Indridason: Gletschergrab« | 17.06.2008 |
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