Gefährliche Trauer von Anne Perry

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel A Dangerous Mourning, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1800 - 1869.
Folge 2 der William-Monk-Serie.

  • New York: Fawcett Columbine, 1991 unter dem Titel A Dangerous Mourning. 330 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Carla Blesgen. ISBN: 3-442-41532-2. 447 Seiten.
  • München: Goldmann, 1995. Übersetzt von Carla Blesgen. ISBN: 3-442-41393-1. 447 Seiten.
  • München: Goldmann, 1996. Übersetzt von Carla Blesgen. ISBN: 3-442-43286-3. 447 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Carla Blesgen. ISBN: 3-442-05386-2. 441 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Carla Blesgen. ISBN: 3-442-55439-X. 447 Seiten.

'Gefährliche Trauer' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Monk-Romane reizen mich nicht mehr« 54°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Olivia, die Tochter des reichen Sir Basil Moidore wird erstochen in ihrem Bett aufgefunden. Für die Familie scheint klar, dass ein Einbrecher gestört wurde und sie getötet hat. Doch Inspektor Monk findet schnell heraus, dass das Haus unter Beobachtung stand und keiner im Tatzeitraum das Haus betreten oder verlassen hat. Der Täter muß also einer der Dienstboten oder ein Mitglied der Familie sein.

Da es jedoch tabu ist, ein Mitglied einer einflußreichen Familie zu verdächtigen, muß Monk sehr zurückhaltend ermitteln. Er schleust daraufhin Hester als Privatpflegerin in den Haushalt ein und hofft, mir ihrer Hilfe mehr über die Hintergründe zu erfahren. Als schließlich die Tatwaffe im Zimmer eines Dienstboten gefunden wird, scheint der Fall klar für die Familie und für Monks Vorgesetzten. Nicht jedoch für Monk. Und wie der Leser wahrscheinlich schon erwarten wird, ist schließlich alles ganz anders als vermutet.

Auch hier bietet sich dem Leser wieder ein Einblick in die Welt des viktorianischen London des 19. Jahrhunderts. Und insbesondere in die Gegensätze der Gesellschaft. Hier jetzt nicht so extrem aufgezeigt der Gegensatz von Reichtum und Gosse, sondern zwischen Reichtum und Dienstpersonal, was aber auch schon einige Extreme aufzeigt. Erschreckend, aufgrund welch geringer Indizien ein Bürger von niederem Stand eines Mordes schuldig gesprochen wurde, um nur keiner Person mit Einfluß auf die Füße zu treten.

Oft ist es ja so, dass man ein Buch einer Serie liest und dann hintereinander die weiteren Romane der Serie verschlingt. Bei mir trat hier jedoch der entgegengesetzte Fall auf. Zu ähnlich sind sich die beiden Monk-Romane, die ich jetzt in Folge gelesen habe.

Daß ich diese Buch mit 54 °, »Stilles Echo« jedoch mit 64 ° bewerte, mag keine objektive Einzelbeurteilung sein. Hätte ich die Bücher in umgekehrter Reihenfolge gelesen, wäre vermutlich auf meine Bewertung umgekehrt gewesen.

Die weiteren Monk-Romane reizen mich nicht mehr, aber ich werde demnächst mal einen Perry-Roman außerhalb der Reihe lesen.

Ihre Meinung zu »Anne Perry: Gefährliche Trauer«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Alexandra zu »Anne Perry: Gefährliche Trauer« 26.10.2008
Ich habe "Gefährliche Trauer" nach "Das Gesicht des Fremden" gelesen und dachte, ich hätte dasselbe Buch zweimal in der Hand gehabt.
Die Geschichte des ersten Bandes wiederholt sich, lediglich die Namen der Personen sind neu: Wieder ein Mord in einer adligen Familie, Monk hat sein Gedächtnis immer noch nicht wiedergefunden... gute Einschlafhilfe!
Ane zu »Anne Perry: Gefährliche Trauer« 07.01.2006
Lesenswert wie alles von Anne Perry, aber diesmal leider etwas langatmig.

Dabei beginnt die Geschichte so vielversprechend, wie ich es bei Anne Perry liebe: Ein Mord geschieht, inmitten eines abgeschlossenen Haushalts voller interessanter, teils schillernder Charaktere. Hatte die Ermordete eine heimliche Affäre, mit ihrem Schwager oder gar einem Dienstboten? Wurde sie Opfer einer sexuellen Belästigung? Welche schockierende Entdeckung musste sie am Tag ihres Todes machen, und welche Person betraf diese Entdeckung? War das Mordmotiv Eifersucht, Angst oder blinde Panik?

Schnell merken Monk und Hester, das hier vieles anders ist, als es scheint, aber diese Erkenntnis trägt nicht wirklich zur Erhöhung der Spannung bei. Zu zähflüssig entwickelt sich die Geschichte, zu oft werden Verdächtigungen und mögliche Mordmotive in all ihren denkbaren Auswirkungen wiederholt, zu ermüdend ist es stellenweise für den Leser, sich immer wieder die gleichen Anschuldigungen anzuhören. Gekürzt um ein paar Dutzend Seiten, wäre dieses Buch deutlich besser rübergekommen.

Da kommt die Auflösung wie ein Paukenschlag, auch wenn für den aufmerksamen Leser etwas in dieser Richtung schon zu erwarten war.
Leseliese zu »Anne Perry: Gefährliche Trauer« 24.11.2004
Ich fand "Gefährliche Trauer" toll, weil man richtig tief in die Atmosphäre eines konservativen, von fragwürdigen Konventionen beherrschtes Zeitalter eintauchen konnte.
Die Monk-Krimis schocken halt nicht am laufenden Band mit verstümmelten Leichen, sondern die Aufklärung diffizieler Fälle mit kleinstmöglichen forensischen Optionen reizt den Leser.
Ich habe soeben meine Perry-Sammlung vervollständigt und erfreue mich jeden Abend an diesem Anblick.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Gefährliche Trauer

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: