Belgrave Square von Anne Perry

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel Belgrave Square, deutsche Ausgabe erstmals 1996 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: , 1870 - 1889.
Folge 12 der Thomas-Pitt-Serie.

  • New York: Fawcett Columbine, 1992 unter dem Titel Belgrave Square. 361 Seiten.
  • München: Heyne, 1996. Übersetzt von Susanne Höbel & Sabine Sarre. ISBN: 3-453-09953-2. 462 Seiten.
  • München: Heyne, 1996. Übersetzt von Susanne Höbel & Sabine Sarre. ISBN: 3-453-08701-1. 391 Seiten.
  • München: Heyne, 2005. Übersetzt von Susanne Höbel & Sabine Sarre. ISBN: 3-453-43023-9. 462 Seiten.

'Belgrave Square' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Der Mord an einem zwielichtigen Geldverleiher und Wucherer erschüttert die Gesellschaft Londons – denn alle Spuren führen in die vornehmsten Viertel …Ein atmosphärisch dichtes Sittengemälde des viktorianischen Englands und zugleich ein ungemein spannender Kriminalfall.

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Ahotep zu »Anne Perry: Belgrave Square« 05.10.2011
Ein Wucherer und Erpresser wird erschossen aufgefunden. Eines seiner Opfer, das Parlamentsmitglied Lord Byam, befürchtet, unter Verdacht zu geraten und bittet Inspektor Pitts Vorgesetzen Drummond um Hilfe, der sie ihm gewährt, da die Beiden der gleichen geheimen Verbindung angehören.

Vor Jahren soll sich die Frau Lord Byams besten Freundes in ihn verliebt, und da diese Gefühle nicht erwidert worden waren, Suizid begangen haben, sein Freund habe ihm verziehen und die Beiden seine Verwicklung in jenen tragischem Todesfall vertuscht, doch der Wucherer soll in Besitz eines Briefes gewesen und ihm mit der Veröffentlichung gedroht haben, was ihn gesellschaftlich ruiniert hätte.

Zur gleichen Zeit kandidiert Jack, Pitts Schwager, um einen Parlamentssitz, wodurch Pitts Frau Charlotte just Lord Byam und andere in den Fall verwickelte Personen bei verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen kennenlernt und - wie in jedem Inspektor – Pitt - Roman – auf eigene Faust ermittelt.

Lord Byam, so scheint es, ist dem Alptraum einer Erpressung noch lange nicht entkommen…oder stimmt er doch aus freien Stücken plötzlich ganz anders, als es seine politischen Überzeugungen bisher erwarten ließen?
Und hat ihm sein Freund wirklich die Schuld am Tod seiner Frau verziehen?
Was geschah wirklich, damals vor 20 Jahren?

Bei seinen Ermittlungen stößt Pitt auf eine Liste weiterer Erpressungsopfer des Wucherers – ein Richter und zwei Kollegen. Sie streiten jedoch ab, je von dem Ermordetem gehört zu haben, alle jedoch sind ebenfalls Mitglieder jenes Geheimbundes und hatten durchaus etwas zu verbergen.

In einem anderen Fall seiner Dienststelle, dem eines Staatssekretärs, der wegen einer Lappalie festgenommen wurde, stößt Pitt wiederum auf Verbindungen zu jenem Geheimbund, denn der Herr wird trotz erdrückender Beweislage von eben jenem Richter freigesprochen und scheint also ganz offenbar unter Protektion zu stehen – bis zu den höchsten Kreisen.

Korrumpiert jener Geheimbund die Polizei, das Rechtswesen und die Politik?
Und wenn, ist Lord Byam doch schuldig und hat sich deshalb an Drummond gewandt?
Sind die anderen Erpressungsopfer tatsächlich erpresst worden und tatverdächtig oder ist das Auftauchen jener Liste eine Warnung des Bundes an eben diese Mitglieder, nicht gegen ihre Treuschwüre gegenüber dem Bund zu verstoßen?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Geheimbund und dem Mord an dem Wucherer?

All diesen Fragen geht Pitt in „Belgrave Square“ nach – und auf nicht alle wird er eine Antwort finden.
Denn Anne Perry reißt manch einen Handlungsstrang an und fährt in auch konsequent dreiviertel des Romans hindurch fort, um ihn dann für eine überraschende Wendung (oder auch nicht ganz so überraschend, wenn man in einer gewissen Passage mehr zwischen den Zeilen liest und sie entsprechend deuten kann…) plötzlich völlig fallen zu lassen.
Damit ist der eigentliche Fall zwar gelöst, der Leser aber bleibt mit losen Fäden, offenen Fragen und einer nicht ganz schlüssigen Erklärung zurück.
Dies trifft auf „Belgrave Square“ zu, noch mehr aber auf die unmittelbaren Vorgänger.

Die Fälle sind insgesamt nicht mehr so schön konstruiert wie zu Beginn der Reihe, einzelne Passagen allerdings schon, aber es scheint der Autorin eben zunehmend schwerer zu fallen, die beiden Hauptprotagonisten (und den Leser) zunächst auf unterschiedliche (falsche) Fährten zu führen und die Handlungsstränge dann wieder so zu verbinden, dass sich eine Lösung des Falles schlüssig ergibt - immer öfter ist sie ganz zufällig, überraschend und nicht richtig durchdacht.

Trotzdem greife ich immer wieder gerne zu einem ihrer Bücher, wenn sie auch nicht immer einen guten Plot entwickelt, so erschafft Perry doch immer ein interessantes Bild des viktorianischen Londons, in „Belgrave Square“ lässt sie am Rande Figuren wie Lillie Langtry oder Oskar Wilde auftreten, sie streift Themen wie die ästhetische Bewegung, die Wirkung von Shakespeares Titus Andronicus oder Wagners Opern, beschreibt herrliche Bälle, wunderschöne Kleider und zeichnet ein wunderbares Bild der Londoner Gesellschaft, die hinsichtlich kleiner verbaler Seitenhiebe in diesem Buch auf Hochform aufläuft:

„Ich finde Ihr Gewand ganz entzückend, Mrs. Pitt, so ein kräftiger Ton! Und so modisch geschnitten. Ich werde es nicht vergessen.“
Charlotte entschlüsselte diese Bemerkung und verstand genau, was Odelia gesagt hatte: „Hören Sie meine Warnung, Mrs. Pitt, die Farbe ist zu grell, fast schon ordinär, und es liegt so sehr im Modetrend, dass es schon nächsten Monat überholt sein wird. Mir wird es sofort auffallen, wenn Sie es ein zweites Mal tragen – und wahrscheinlich werde ich in einem unpassenden Moment eine entsprechende Bemerkung fallenlassen.“
„Ich danke Ihnen, Miss Morden“, sagte Charlotte und lächelte noch breiter, „Ihr Gewand ist überaus passend, sowohl für den Anlass als auch für Sie selbst.“
Was so viel hieß wie: „Ihr Kleid ist völlig farblos und unauffällig. Wenn Sie es bei allen weiteren Anlässen in dieser Saison tragen, wird man das weder bemerken noch sich darum kümmern“

Wer sich über solche kleinen Scharmützel amüsieren kann, der ist mit „Belgrave Square“ gut beraten, zudem unterhält Frau Perry neben der Haupthandlung noch mit allerlei kleinen Verwicklungen, Skandalen und Liebesgeschichten, so dass sie die über 450 Seiten trotz eines eher schwachen Plots recht kurzweilig füllt.
effie zu »Anne Perry: Belgrave Square« 24.05.2006
Im 12. Roman mit Pitt ist Anne Perry in ihrer Art, eine Geschichte zu erzählen, schon etabliert, er folgt den Regeln, die sie schon in den ersten beiden Bänden festlegte. Wenn die gefallen haben, kann man durchaus die Reihe weiterlesen: nervenzerfetzende Spannung gibt es nicht, alles läuft langsamer, wodurch sie ein gutes Gefühl für die Zeit um 1890 vermittelt. Wie immer ein Gesellschaftroman, in dem nebenbei ein Mord aufgeklärt wird.
Liberty zu »Anne Perry: Belgrave Square« 06.01.2005
Dieses, wie auch die anderen Bücher von Perry entführen uns in eine andere Zeit und geben uns das Gefühl das London damals mit zu erleben.Man ist zusammen mit Pitt enttäuscht oder wütend, die bücher sind einfach klasse.
kaktus zu »Anne Perry: Belgrave Square« 25.08.2003
Das ist noch einer von den besseren Perry. Ich habe den Roman gern gelesen, weil mein nostalgisches Gen so richtig ins alte London eintauchen kann. Gute Milieu-Schilderungen. Fast schon Zeitreise-Effekt. Ein London, wie es durchaus gewesen sein kann. Dezente Sozialkritik, ausgeformte Charaktere... Ich muss ihn mal wieder in die Hand nehmen.
Anne zu »Anne Perry: Belgrave Square« 24.08.2003
Diese Buch war für mich das erste das ich gelesen habe. Ich finde, da kommen soviele Personen vor und man muss sie erstmal zuordnen.
Etwas viel über unwichtige Themen geredet und kommt nicht immer zum Punkt, aber das ende ist spannend. Man kann leicht den Faden verlieren.
Die anderen Romane sind aber nicht schlechter.
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