Fuchs du hast die Gans gestohlen von Ann Granger

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel A Season for Murder, deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Allan-Markby-und-Meredith-Mitchell-Serie.

  • London: Headline, 1991 unter dem Titel A Season for Murder. 243 Seiten.
  • Berg: Lübbe, 1997. Übersetzt von Edith Walther. ISBN: 3-7857-0889-0. 383 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2000. Übersetzt von Edith Walther. ISBN: 3-404-14321-3. 414 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Edith Walther. ISBN: 3828972381. 383 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Eva Michaelis. ISBN: 978-3-7857-3574-9. 4 CDs.

'Fuchs du hast die Gans gestohlen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Als Meredith Mitchel, Engländerin im diplomatischen Dienst, ins heimatliche Bramford zurückversetzt wird, ist sie nicht gerade begeistert. Bittersüße Erinnerungen werden wach, Weihnachten steht vor der Tür und erfreulicherweise auch ein alter Bekannter: Inspektor Markby. Der kommt eigentlich privat. Doch dann stürzt sich eine rothaarige Amazone auf der traditionellen Weihnachtsjagd zu Tode, Meredith spielt Detektiv, und auch Markby wird klar, dass die Romanze erst weitergehen kann, wenn der Mörder gefasst ist …

Das meint Krimi-Couch.de: »Leichte Verbesserungen zum Vorgänger« 58°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Nachdem Meredith Mitchell, Diplomatin im Auswärtigen Dienst, in ihrem ersten Fall nur kurz auf Heimaturlaub in England war, hat Ann Granger ihre Heldin nun, 18 Monate später, endgültig aus Ungarn zurückbeordert, so daß einer dauerhaften Serie um die hübsche, aber etwas unnahbare Konsulin und Alan Markby, den alleinstehenden Inspector, sowie einer gemeinsamen Zukunft des potentiellen Liebespaares nichts mehr im Wege steht. Sollte man meinen. Die Krimireihe hat, wie wir mittlerweile wissen, bereits eine langjährige Tradition, doch die Annäherung zwischen dem schüchternen Alan und der an Beziehungsängsten leidenden Meredith verläuft auch in ihrem zweiten gemeinsamen Fall noch immer zäh und schleppend.

Es kommt nicht von ungefähr, dass ich meine Besprechung mit diesem Thema beginne, denn man hat den Eindruck, dass die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten und nicht der eigentliche Kriminalfall im Mittelpunkt des Romans stehen. Einem Debüt einer Reihe gestehe ich gerne einen gemächlichen Start zu, der notwendig sein kann, um die einzelnen Charaktere einzuführen. Doch auch der zweite Band der Reihe kommt nur äußerst langsam in die Gänge und auch hier muß erst wieder ein Drittel des gesamten Buches gelesen werden bis zu einem Ereignis, das Auslöser für einen Kriminalfall sein könnte. Doch sieht es im ersten Moment, ja noch nicht mal im zweiten so aus, als ob es sich bei dem Todesfall auch wirklich um ein Verbrechen handelt.

Zwischenfall bei der Fuchsjagd

Von im Ausland weilenden Bekannten hat Meredith Mitchell ein kleines abgelegenes Cottage gemietet, in dem sie zunächst einige freie Tage über Weihnachten genießen möchte, bis nach Neujahr die Pendelei nach London beginnen soll. Die meisten der kleinen Häuschen dienen den Besitzern als Wochenend- oder Urlaubsdomizil, so daß man sich dort recht einsam fühlen kann. Meredith freundet sich schnell mit ihrer Nachbarin Harriet Needham an. Die hübsche junge alleinlebende Frau ist eine begeisterte Reiterin und freut sich schon auf die bevorstehende Fuchsjagd, die jedoch auch vehemente Gegner in der Bevölkerung hat.

Dies erfährt Meredith, als sie beim Weihnachtseinkauf von Simon Pardy, einem jungen Mann belästigt wird, der Unterschriften für eine Petition gegen die Fuchsjagd sammelt. Dieser junge Mann ist es auch, der zum Mittelpunkt wird, als sich die Reiter zu Beginn der Jagd versammeln. Harriets Zustand ist an diesem Morgen recht eigenartig. Sie macht den Eindruck, als ob sie ziemlich angetrunken ist. Sie scheint gar nicht bei sich zu sein, als sie auf die Gruppe von Demonstranten zureitet, in der Simon hefitg mit einem großen Plakat vor Harriets Pferd herum springt. Das Pferd scheut, Harriet fällt wie ein nasser Sack zu Boden und ist auf der Stelle tot.

Obwohl gegen Simon ermittelt wird, kann man ihm kein schlimmeres Vergehen als grobe Fahrlässigkeit nachweisen. Stutzig wird Alan Markby erst, als die Obduktion ergibt, dass Harriet zum Zeitpunkt ihres Todes vollgepumpt mit Tranqulizern war und ihre Putzfrau behauptet, Harriet hätte niemals Tabletten genommen.

Die Figuren wirken lebendiger

Das Schema des zweiten Serienbandes weicht nicht großartig von dem des ersten ab. Fehlende Spannung ist auch hier wieder Kritikpunkt Nummer 1. Die Autorin wirkt bemüht, doch fehlt noch immer die Routine anderer British Crime Ladies.

Eine leichte Verbesserung ist in der Darstellung der Charaktere zu erkennen. Die Anzahl der Personen bleibt überschaubar, so daß weder Leser noch Autorin überfordert werden. Die Figuren wirken besser herausgearbeitet und wirken etwas lebendiger, jedoch bleibt immer noch Steigerungspotential. Auch die Atmosphäre der ländlichen Umgebung kommt besser heraus. Die deutlichste Steigerung aber ist am Schluß zu erkennen. Die Lösung erfolgt zwar wieder nicht aufgrund von logischen Schlüssen und bietet dem Leser leider auch keine Möglichkeit zum Mitraten, ist jedoch nachvollziehbar und nicht übereilt.

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Venus1950 zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 17.08.2016
Wieder diese beklemmende Einsamkeit, der Orte. Ich bekam schon Zustände beim Beschrieb derselben.
Wäre doch eine gute Gelegenheit, den etwas holzigen Markby und die naive Mitchell sich annähern zu lassen. Aber nein, immer noch kein Happy End in Sicht. Die zwei sind immer noch per SIE und jeder tümpelt moralisch gesehen vor sich hin.
Stefan83 zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 27.07.2009
Um es vorneweg zu sagen: Wer nach dem bereits eher gemächlichen Erstling "Mord ist aller Laster Anfang" nun gehofft hat, dass im zweiten Band das Tempo stark angezogen wird, der irrt.

Ann Granger bleibt auch hier ihrem Konzept treu und baut ihren Plot langsam auf. Für viele heutige Leser wohl sicherlich zu langsam, aber es handelt sich halt um einen Landhauskrimi. Und da steht packende Spannung nun mal nicht im Vordergrund. Eine Steigerung gegenüber ihrem Debütwerk ist aber dennoch anzumerken. Nicht nur, dass die Atmosphäre der ländlichen Umgebung besser herausgearbeitet wird, auch die Figuren wirken nun um einiges lebendiger als die hölzernen Vorgänger aus Band eins.

Seither sind mittlerweile 18 Monate vergangen. Meredith Mitchell, Diplomatin im Auswärtigen Dienst, welche im ersten Fall auf Heimaturlaub in England war, ist nach Hause beordert worden und hat in Pooks Common, einem kleinen Dörfchen nahe Bamford, eine vorübergehende Bleibe gefunden. Die Idylle und die Abgeschiedenheit scheinen ideal zur Erholung, wäre da nicht ein gewisser Alan Markby, Chefinspektor bei der örtlichen Polizei, der gern an Vergangenes anknüpfen und dafür ausgiebigst die anstehenden Weihnachtstage nutzen möchte. Was Meredith anfangs etwas stört, stellt sich bald als Segen raus, denn Pooks Common ist ein verschlafenes Nest und nicht nur aufgrund der Nähe zum sumpfigen Gemeindeland etwas unheimlich. Außer ihr selbst wohnen nur noch 5 andere Menschen in dem Ort, darunter auch Harriet Needham. Ein streitlustiger, impulsiver Rotschopf aus dem Cottage gegenüber, mit der sich Meredith schnell anfreundet. Bevor sie die Frau jedoch besser kennen lernen kann, geschieht bei der traditionellen Bamforder Weihnachtsjagd ein Unglück. Harriet fällt wie ein Sack vom Pferd und stirbt noch an Ort und Stelle. Ein junger Umweltaktivist hatte zuvor ihr Pferd zum Scheuen gebracht. Merediths Zweifel sind geweckt. War es ein Unfall? Wenn ja, warum sah Harriet so kränklich aus?

Fragen, die Ann Granger sehr lange unbeantwortet lässt, was Freunden von einem schnellen Handlungsaufbau wohl zur Verzweiflung bringen dürfte. Hinzu kommt, dass besagter Sturz auch erst nach gut 150 Seiten passiert. Bis dahin ergeht sich die Autorin in erster Linie in der Beschreibung des Dorfs und ihrer Bewohner ... und zeigt hier ihre Stärken. Bereits nach wenigen Seiten entwickelt sich eine gewisse Atmosphäre, fühlt man sich mittendrin in Pooks Common, mit seiner etwas schaurigen und doch kuscheligen Landhaus-Atmosphäre. Die nicht selten skurillen Figuren scheinen zwar einem vergangenen Jahrhundert zu entstammen, sorgen deswegen aber für typisch englische Stimmung. Ehe man sich versieht, hat man es sich im Sessel mit Earl Grey und Butterkeksen bequem gemacht. Wenn juckt es da, dass das Verbrechen etwas auf sich warten lässt?

Natürlich rauft man sich zwischenzeitlich die Haare, wenn sich besonders in der Beziehung zwischen Alan und Meredith (dessen Beschreibung mir persönlich hier zuviel Platz einnimmt) kaum was tut, die zwei ständig aneinander vorbeireden. Man fühlt sich genötigt anzuschieben, nachzuhelfen, worunter der Lesespaß allerdings nicht wesentlich leidet. Logisch übrigens, dass es sich bei dem Unglücksfall natürlich im Nachhinein um ein Verbrechen handelt. Dessen Auflösung wirkt aber schlüssig und ist sogar sehr spannend in Szene gesetzt worden. Fairerweise muss man jedoch (auch als Fan dieser Reihe) sagen, dass da im nächsten Band hinsichtlich der kriminalistischen Elemente mehr kommen muss. Spannung ist hier, darüber sollte man sich vorher im Klaren sein, Mangelware.

Insgesamt ist "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" ein beschaulicher, langsamer Landhauskrimi, der eine deutliche Steigerung zu dem Erstling darstellt und all denjenigen zu empfehlen ist, die die Stimmung des ländlichen Englands lieben und Spaß am Raten und Miträtseln haben. Ein Tipp für alle Freunde von Dorothy L. Sayers, Martha Grimes und Co. Und die perfekte Lektüre für die Vorweihnachtszeit.
9 von 12 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
annun_ zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 25.10.2007
Das war mein erstes Buch von Ann Granger und mir Sicherheit nicht mein letztes. Ich vergebe an dieses Buch 80 Punkte, auch wenn das andere Leser nicht verstehen werden. Mir gefällt hin und wieder, dass es eben nicht nur um Nervenkitzel und Mord über Mord geht. Meiner Meinung nach stimmt hier alles und in diesem Band nervt mich auch noch nicht die angehende Beziehung zwischen Alan und Meredith. Nach dem zweiten Mord wird allerdings vielen schon ein neuer Verdacht kommen. Es ist ja oft bei Granger-Krimis sehr übersichtlich und dann doch sehr leicht durchschaubar. Wer also einen schönen Herbst- oder Winterabend, am besten bei einem knisternden Feuer verbringen möchte, der ist mit diesem Buch mit Sicherheit gut bedient. Am besten passt es auch noch in die Weihnachtszeit!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
lesemoni zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 12.03.2007
Ich habe gerade den 2.Band fertiggelesen und mir hat er sehr gut gefallen!!!Ich verstehe die teilweise schlechten Kritiken nicht.Wenn euch die Bücher von Ann Granger nicht gefallen dann lasst es eben bleiben.Es sind nun mal keine Thriller.Ich finde so einen schönen Krimi hat was für sich,nicht dauernd einen Mord denn hier kommen die Menschen mehr in den Vordergrund und dazu wird nun mal so nebenbei ein Mord aufgeklärt.Ich werde nun direkt mit dem 3.Band weitermachen und freue mich auf ein paar schöne Lesestunden mit Meredith und Alan!!!!!!!!!!! Also für Neueinsteiger lasst euch nicht den Spaß an den Büchern verderben!!!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Caro zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 31.10.2005
"Fuchs du hast die ganz gestohlen" ist das erste Buch,dass ich aus dieser Reihe gelesen habe. Ein schlechter Start. Die Story schleppt sich nur so dahin, man hat den Eindruck, was die beiden Hauptfiguren über einen-wie es scheint ewigen- Zeitraum herausfinden,würde man selbst in 2 Stunden lösen. Das Schlimmste ist aber das kindische Geplänkel von Markby und Mitchell. Man möchte in das Buch springen und helfen.
Habe nun grade "Warte,bald ruhest auch du" angefangen. Hoffe auf enorme Verbesserung.
Profilerhh zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 03.08.2005
Den zweiten Band finde ich deutlich schwächer im Vergleich zum ersten Band. Der zweite Band ist nicht wirklich spannend und die Story wenig glaubwürdig, die einzelen Personen wirken sehr wirklichkeitsfremd.
Anne-Katrin zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 11.11.2004
Der zweite Band der Mittchell und Markby Reihe geht einem schon viel leichter von der Hand, wenn man den ersten hinter sich hat. Nun beginnt meiner Meinung nach der Lesespaß erst richtig. Man ist mit den Hauptdarstellern Meridith und Alan bekannt geworden und ist bereits nach der Hälfte des Buches "scharf" auf Band 3! Alles in allem ein spannendes Buch, dem es nicht an nötigem Witz, Leichtigkeit und natürlich Spannung fehlt. Macht Euch auf lange Nächte und Augenränder gefaßt.
Jörg zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 29.09.2004
Habe das Buch angefangen, und dann hier die schlechten Kritiken gelesen, was mich zuerst etwas entmutigt hat, weiterzulesen. Aber zum Glück bin ich halstarrig geblieben. Gegen Mitte des Romans wird es richtig spannend. Hinzu, kommt ja noch dass ein zweiter Mord passiert, es bleibt also spannend. Kann allerdings die Meinung nicht teilen, dass man am Ende einen Mörder präsentiert bekommt, mit dem man nicht gerechnet hat. Wer gut aufpasst und logisch kombiniert, kann schon den einen oder anderen Verdacht äußern. Alles im allem ein spannender Krimi für lange Herbst-und Winterabende.
Gunnar 12 Jahre zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 21.09.2004
Nach den vielen sclechten Kritiken zu Fuchs du hast die Gans gestohlen auf dieser Seite, habe ich dem Kauf etwas kritisch angesehen. Aber: Es hat sich GELOHNT!!! Ich weiss gar nicht was ihr alle habt! Ann Granger ist wieder top! Na gut: Zwischendurch passiert manchmal gar nichts aber das tut der Spannung keinen Abbruch! Super. Und so hab ich nun auch den 3. Fall von Mitchell und Markby. Gruß ans Straelener Buchhaus! Ihr seid spitze!!!!!
Marie zu »Ann Granger: Fuchs du hast die Gans gestohlen« 23.08.2004
Nach den ersten beiden Bänden ist mein Bedarf gedeckt. Zum Schluss nur noch Ärger und Langeweile.

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