Der Schlaf der Toten von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003
unter dem Titel The American Boy,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1800 - 1869.
- London: Flamingo, 2003 unter dem Titel The American Boy. 485 Seiten.
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München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Monika Koch.
ISBN:
3-442-46080-8. 576 Seiten. -
München: Goldmann, 2007.
Übersetzt von Monika Koch.
ISBN:
978-3-442-46421-0. 570 Seiten.
'Der Schlaf der Toten' ist erschienen als
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In Kürze:
England, 1819. Thomas Shield, ein mittelloser Lehrer mit einer Vergangenheit, die reich an Fehlschlägen ist, tritt eine Stelle in einer Schule außerhalb Londons an. Hier wird er Tutor des scheuen kleinen Charles Frant und fühlt sich bald unwiderstehlich zu dessen so schöner wie unglücklicher Mutter Sophia hingezogen. Immer häufiger sucht Thomas die Nähe der Familie Frant, ohne zu wissen, worauf er sich einlässt. Denn als Sophias Mann, ein reicher Bankier, ermordet aufgefunden wird, gerät Thomas in ein tödliches Netz aus Sex, Geld und Intrigen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Hier schlafen nicht nur die Toten«
Krimi-Rezension von Carsten Jaehner überspringen
Viele Geheimnisse ranken sich um das Leben von Edgar Allan Poe, besonders in seiner Kindheit gibt es einige biographische Lücken. Einen Teil davon zu schließen, und dies mit einem Mordfall zu kombinieren, das ist die Intention von Andrew Taylors Roman »Der Schlaf der Toten«.
Thomas Shield ist im Jahr 1819 Lehrer an eine Schule außerhalb von London cund tritt dort gerade seinen Dienst an. Er wird Tutor des scheuen Jungen Charles Frant, der bald einen anderen Jungen im gleichen Alter kennen lernt. Edgar Allan, der später noch den weiteren Nachnamen Poe bekommen wird, und Charles sehen sich zum Verwechseln ähnlich und werden die besten Spielkameraden.
Thomas freundet sich mit Charles’ Mutter Sophia an, soweit, wie es die züchtige Zeit eben zulässt, und gerät somit in die Familiengeschichte hinein, da er auch in den Ferien als Privatlehrer für Charles und Edgar abgestellt wird. Als Sophias Mann, ein reicher Bankier, ermordet wird, ist Thomas hin- und hergerissen zwischen der Familie und seinem Job, denn eigentlich hat er ja mit der ganzen Sache nichts zu tun. Und dennoch gerät er immer tiefer in den Strudel der Ereignisse.
Sehr britische Stimmung
Andrew Taylor schafft es, auf 560 Seiten ein England zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu zeichnen, das man in solcher Intensität selten zu lesen bekommt. So steif, tradtionsbehaftet und die Stimmung einfangend hat man selten einen Roman dieser Zeit gelesen. Und genauso langsam, wie sich ein morgendlicher britischer Nebel verzieht, kommt auch Taylors Geschichte in Gang. Der (erste) Mord wird erst nach der Hälfte des Buches verübt, und dann nimmt das Geschehen endlich seine bedächtige Fahrt auf.
Dabei erweist sich Taylor durchaus als guter Erzähler, es dauert nur alles sehr lange. Seine Charakterzeichnungen sind durchweg verständlich und gut beobachtet, der Fall selber in sich logisch und auch zeittypisch gelöst. Warum er sich allerdings der Figur des Edgar Allan Poe bedient, bleibt im Endeffekt unklar, hier hätte der Junge auch gegen jeden anderen beliebeigen Jungen ausgetauscht werden können. Vielleicht finden sich ja einige der erlebten Motive in Poes Romanen und Geschichten wieder, aber das hätte man auch anders konstruieren können.
Lang und -weilig
Der Grund, warum man das Buch dennoch zu Ende liest, liegt allerdings nicht im Kriminalfall, sondern in einem anderen Aspekt des Buches, der hier nicht verraten werden soll. Der Mord spielt während des ganzen Buches sowieso nur eine untergeordnete Rolle, wenn man denn überhaupt soweit gekommen ist und das Buch nicht vorher schon enttäuscht ins Regal gestellt hat. Das Hangeln von einem Kapitel zum nächsten, in der Hoffnung, auf der nächsten Seite würde es endlich spannenden werden, kann sehr ermüdend sein und fordert dem Leser einiges an Stehvermögen ab – leider im negativen Sinne.
Am Ende des Romans finden sich einige Anmerkungen zu Edgar Allan Poe und zum Entstehen des des Romans, was sehr löblich ist, die fehlende Spannung aber nicht wiedergutmachen kann.
Dass »Der Schlaf der Toten« mit dem »Historical Dagger« ausgezeichnet wurde, kann sich nur auf das »Historical« und nicht so sehr auf das »Dagger« beziehen. Als historischer Roman bietet der Roman einen intensiven Einblick in die Zeit. Als Krimi ist der Roman eher langweilig und daher eine Enttäuschung.
Carsten Jaehner, Juni 2009
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| koepper zu »Andrew Taylor: Der Schlaf der Toten« | 04.02.2011 |
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| Oli zu »Andrew Taylor: Der Schlaf der Toten« | 23.04.2006 |

