Der Ruf des Henkers von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Naked to the Hangman, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Goldmann.
- London: Hodder & Stoughton, 2006 unter dem Titel Naked to the Hangman. 510 Seiten.
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München: Goldmann, 2008.
Übersetzt von Isabel Bogdan.
ISBN:
978-3-442-46457-9. 510 Seiten.
'Der Ruf des Henkers' ist erschienen als
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In Kürze:
Richard Thornhill plagen die Geister der Vergangenheit. Als junger Polizist war er während der letzten Monate des Britischen Mandats in Palästina stationiert. Was er dort gesehen und getan hat, verfolgt ihn noch heute bis in den Schlaf. Und plötzlich taucht jemand aus dieser schrecklichen Zeit in Lydmouth auf, dem kleinen Ort an der walisischen Grenze: sein ehemaliger Vorgesetzter Jock Slether. Als kurz darauf eine Leiche aufgefunden wird, gerät Thornhill in Verdacht, der Mörder zu sein, denn er ist der Einzige, der den Toten kennt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Gute englische Krimikost mit etlichen Nebenkriegsschauplätzen«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
In den letzten Monaten des britischen Mandats in Palästina war Richard Thornhill dort als Polizist stationiert. Die mitunter traumatischen Geschehnisse verfolgen ihn, den Detective Chief Inspector des beschaulichen Örtchens Lydmouth, noch heute. Kurzfristig wird er von seinem Chef zu einem Zwangsurlaub verdonnert, doch statt sich mit seiner Familie erholen zu können, nimmt ausgerechnet jetzt sein früherer Chef aus Palästina, Jock Slether, Kontakt mit ihm auf. Wenig später ist Slether tot und Thornhill der Einzige in Lydmouth der ihn kannte.
Den Ort bewegt aber nicht nur der mysteriöse Todesfall, denn seit etlichen Tagen regnet es in Massen. Während die Flut steigt und steigt und Lydmouth in Bedrängnis bringt, gerät auch Virginia Awre in große Not. Sie organisiert gemeinsam mit ihrer Partnerin Catherine Buckholt den diesjährigen Ball der Tanzschule und dabei gibt es ein Problem. Walter Raven soll Emily Brown zum Ball führen und hat ihr dies auch schon verbindlich zugesagt. Aber seit es in Lydmouth ein neues italienisches Eiscafe gibt, hat Walter nur noch Augen für die 15-jährige Gina Merini. Diese macht ihm gewisse Zusagen, allerdings nur wenn Walter sie zum Ball führt. Prompt behauptet Emilys Mutter, dass Gina das Portemonnaie ihrer Tochter geklaut habe. Ein derartiger »Skandal« gefährdet jedoch den Ball, denn schließlich soll hierbei für wohltätige Zwecke gesammelt werden …
Und es regnet, regnet, regnet. Very british eben …
Der Ruf des Henkers aus der Lydmouth-Reihe ist ein englischer Krimi in Reinkultur, den der herausgebende Goldmann-Verlag in der Tradition einer Ruth Rendell oder Elizabeth George sieht. Gar von einem »Meilenstein des Genres« ist die Rede. Letztere Aussage muss man sicher nicht zwingend unterschreiben, aber hohe Unterhaltungskunst ist das schon, was Andrew Taylor hier vorgelegt hat. Zwar ist der eigentliche »Krimiplot«, dessen Motiv sich aus mehreren Rückblenden nach Palästina erschließt, nur wenig berauschend und zudem schnell erzählt, dennoch umfasst das Buch über 470 Seiten. Wie das?
In Lydmouth passieren halt etliche Dinge. So regnet es gefühlte 100 Seiten lang, weitere gefühlte 100 Seiten machen sich Miss Awre und andere Frauen des Ortes Sorgen um den Abschlussball (da ist ja unter anderem die Sache mit dem verschwundenen Portemonnaie aufzuklären) und außerdem will man (oder doch eher frau) schließlich ja wissen, wen Walter denn nun zum Ball begleitet.
»So wurden Dinge in Lydmouth geregelt. Manches wurde, wenn es irgend möglich war, unter den Teppich gekehrt. Dafür waren Teppiche schließlich da.«
Zunächst ist man lange Zeit geneigt, dem Autor Zeilen-, nein sogar Seitenschinderei vorzuhalten, handelt es sich doch laut Buchaufkleber um den »Krimi des Monats« und nicht um eine Jugendlovestory. So zieht sich die Handlung dahin, aus der der Protagonist Richard Thornhill zunehmend verschwindet. Seinen Platz scheint der unaufhörliche Regen einnehmen zu wollen.
Gelungene Zusammenführung der Handlungsstränge
Hält man lange genug durch, sprich bis zum Ende, wird man aber ansprechend entlohnt, denn das ebenfalls recht ausführlich ausgefallene Finale wartet mit einigen Überraschungen auf und entschädigt für zum Teil recht ausufernde Szenen. Sehr erfreulich dabei ist die Art wie es Taylor gelingt, die verschiedenen Handlungsstränge in einen Gesamtzusammenhang zu bringen.
Jörg Kijanski, Mai 2008
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| Dilqna zu »Andrew Taylor: Der Ruf des Henkers« | 23.01.2009 |
|---|---|
| Sandra zu »Andrew Taylor: Der Ruf des Henkers« | 09.01.2009 |
