Blut und Lüge von Andrew Gross

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Blue Zone, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Scherz.

  • New York: Morrow, 2007 unter dem Titel The Blue Zone. 320 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2007. Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg. ISBN: 978-3-502-10063-8. 320 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2008. Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg. ISBN: 978-3-596-17430-0. 352 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2007. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3866103786. 5 CDs.

'Blut und Lüge' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Für Kate Raab bricht eine perfekte Welt zusammen, als ihr Vater vom FBI verhaftet wird. Von Geldwäsche im großen Stil und organisiertem Verbrechen ist die Rede. Wenn er kooperiert und einige seiner Geschäftsfreunde verrät, werden er und seine Familie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Doch dann passiert, was nie hätte passieren dürfen: Kates Vater verschwindet spurlos. Und Kate ist die Einzige, die ihn finden kann. Aber wer ist der Mann, den sie Vater nennt?

Das meint Krimi-Couch.de: »Amerikanisches Popkornkino« 60°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Andrew Gross sollte für Thrillerfans kein Unbekannter sein. Zusammen mit Bestseller-Autor James Patterson schrieb er einige Bücher, unter anderem Die 2. Chance und Der 3. Grad. Mit Blut und Lüge (Originaltitel The Blue Zone), seinem Solo-Erstling, liefert Gross einen rasant erzählten Plot über eine junge Frau, deren behütetes Leben in Schutt und Asche gelegt wird, da es ausschließlich auf Lügen basierte.

Für die 23-jährige Kate Raab ist es aus mit heiler Familienwelt, als sie die Nachricht erhält, dass ihr Vater vom FBI verhaftet wurde. Benjamin Raab ist einer der erfolgreichsten Goldhändler in New York, doch einige seiner Geschäftspartner sind alles andere als sauber. Sein Gold wird in alltäglichen Gegenständen verarbeitet und nach Kolumbien geschaffen, wo es wieder zu reinem Gold umgewandelt wird und so einem mächtigen Dorgenkartell als Geldwäsche dient. Folglich wirft ihm das FBI Geldwäsche, Verschwörung zwecks Betrugs und letztlich einen Vertstoß gegen den Patriot Act vor. Ihm drohen 20 Jahre Gefängnis, doch das FBI bietet ihm eine Kronzeugenregelung an einschließlich einer Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm für seine ganze Familie. Raab willigt ein, aber die Gerichtsverhandlung führt nicht zu dem gewünschten Erfolg. Seine Familie taucht mit neuer Identität im Zeugenschutzprogramm unter, lediglich Kate bleibt allein mit ihrem Freund in New York zurück.

Über ein Jahr später, der Prozess ist längst vorbei, drohen sich plötzlich die Ereignisse zu überschlagen. Zunächst wird Kates Kollegin Tina beim Verlassen ihres Arbeitsplatzes in den Hinterkopf geschossen. Schwer verletzt überlebt sie und wird in ein Koma versetzt. Da es ein gezielter Anschlag war vermutet Kate, dass dieser eigentlich ihr gelten sollte, da sie üblicherweise als Letzte die Firma verlässt. Wenig später verschwindet Kates Vater spurlos und nur einen Tag danach wird die Kontaktagentin des Zeugenschutzprogrammes grausam ermordet. Offenbar verlangt die Drogenmafia nach Rache, aber das FBI verdächtigt überraschend Kates Vater, die Agentin ermordet zu haben …

Wer war der Mann, den Kate immer Vater nannte, wer ist ihre Familie? Was gibt es für Verbindungen zur kolumbianischen Drogenmafia und warum sterben immer mehr Menschen in diesem mörderischen Rachefeldzug?

Fragen über Fragen, deren Antworten einem mehrfach den Atem rauben. Eine Achterbahnfahrt sondergleichen darf erwartet werden. 86 Kapitel auf nur 313 Seiten jagen den Leser durch die Story, deren abenteuerliche Wendungen ein ums andere Mal mehr als nur sehr stark konstruiert sind und so liest man letztendlich leider wieder nur einen gewöhnlich Thriller im typisch amerikanischen Popkorn-Kino-Format. Gehirn aus, Cola rein, dann klappt die Story und eigentlich ist sie ja auch gar nicht schlecht. Weniger niveauvoll durchdachte, denn vielmehr spannende und actionreiche Unterhaltung.

Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf den Schreibstil sehe …

Charaktere, was sind das? Dumme FBI-Beamten und unfähige US-Marshalls sind selbstverständlich, ebenso die vielen Kapriolen in der Handlung. Dazu eine völlig überzogene, auf Dauer stark nervende, theatralische Ausdrucksweise am Ende vieler Kapitel (»Es traf sie wie ein Schlag.«) und eine ebensolche tränenreiche Rührseligkeit (»Ihr kamen die Tränen«, gefühlt auf mindestens jeder fünften Seite). Auch wenn man dem Plot zugute halten muss, dass er kaum loslässt und daher insbesondere für Bahn- und Busfahrten zur Arbeit durchaus geeignet ist, so lässt doch das sprachliche Ausdrucksvermögen des Autors sehr zu wünschen übrig.

S. 153 oben: »Kate wusste überhaupt nicht, wonach sie Ausschau halten sollte.«
S. 153 unten: »Kate blätterte weiter, ohne genau zu wissen, wonach sie eigentlich suchte.«

Auf Seite 163 heißt es »Zumal sie nicht wusste, wie sie jetzt hießen.«, keine anderthalb Seiten später »Und sie kannte nicht einmal ihren neuen Namen«.

Selten war ein Show-Down so schwach

Auf den letzten Seiten gibt Andrew Gross dann noch mal richtig Gas beim großen Show-Down, leider im negativen Sinn. Aus heiterem Himmel tauchen alle Beteiligten auf und …Wem solche handwerklichen Schwächen nicht die Lust auf die Lektüre verderben, findet eine temporeiche Story, die man problemlos an einem Tag bewältigen kann – und am nächsten Tag ebenso schnell wieder vergessen hat.

Jörg Kijanski, Oktober 2007

Ihre Meinung zu »Andrew Gross: Blut und Lüge«

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Rye Pomona zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 25.05.2010
Nette Geschichte vom Ghostwriter des Herrn James Patterson. Das Hardcover-Buch aus dem Scherz Verlag könnte auch mit erheblich weniger Seiten-Anzahl auskommen, da zwischen den Kapiteln viele leere Seiten herumlungern und man sich fragt: Wieso? Mogelpackung?
Ein Mal kann man dieses Buch gut lesen, man sollte nur nicht so genau hinschauen und die Handlung mehr in den Bereich Science Fiktion einordnen, dann kommt man mit diesem Mafia-Klamauk gut klar.
Schnelle, nette Lektüre ohne realistischen Hintergrund.
Hanna zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 18.09.2009
Die Ausführungen von Herrn J. Kijanski möchte ich ergänzen:
Die Hauptperson Kate ist Diabetikerin. Leider sind sämtliche Aussagen, die diese Erkrankung und ihre Behandlung betreffen, schlichtweg falsch! Kennt man sich aus, ärgert man sich wiederholt.
Ansonsten ist "Blut und Lügen" ein flottes Buch um sich etwa einen Tag lang abzulenken!
Renate zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 25.07.2009
Meine Tochter hat das Buch in der Bücherei zufällig mitgenommen.
Habe seit langem kein Buch mehr in einem Rutsch durchgelesen. Mit diesem habe ich morgens angefangen und am späten Nachmittag aufgehört. Ich fand es von a -z durchweg spannend und fesselnd. Kann ich nur empfehlen! Freue mich schon auf das nächste Buch von A. Gross.
Rinquinquin zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 31.12.2008
Ein unterhaltsames und spannendes Buch, dessen Thema sich tatsächlich rasant entwickelt. Ein bisschen eigenartig fand ich die medizinischen Probleme von Kate dargestellt - am Ende ihrer Kraft, kann kaum mehr denken geschweige denn handeln, Insulinkontrolle und den Nachschub des Medikaments vernachlässigt, kein Insulin da und trotzdem kann sie immer noch. Nun gut, nehmen's wir nicht so genau, die Unterhaltung ging wenigstens zügig weiter.
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Trik1988 zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 02.12.2008
Ich habe nie gelesen ich fand es wäre nicht cool dan fing ich x Bücher an die mir alle nicht gefielen doch duch zufall fand ich mit meiner Freundin im Buchladen dieses Buch und dachte das klingt nicht schlecht und ich muss sagen in 4 Tagen fertig gelesen mein Rekord dieses Buch wollte mich nicht schlafen lassen vor lauter Vorfreude auf die nächsten Kapitel ein echt gutes Buch meine vollste Empfelung.
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antoenchen123 zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 09.09.2008
Mich hat schon lange nicht mehr éin Buch so gefesselt wie dieses ! Und danach auch noch in meinen Gedanken rumgespuckt. Ein absolut empfehlenswerter Thriller, mit einer Story die nicht alltaglich im Thriller/Krimi Genre ist, wer diese Buch kauft, wird es sicherlich nicht nicht berreuen. Zu der Story schreibe ich jetzt nichts mehr, haben meine Vorredner ja schon gemacht ! Also man kann nur sagen super Buch !!!
mirabella zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 18.01.2008
Leider hält das Buch nicht, was zu Beginn im Prolog so vielversprechend begann ... Phasenweise fand ich die Story sehr spannend. Die vom Rezendenten erwähnte Unwissenheit der Protagonistin langweilte mich so sehr, dass ich mit dem Gedanken spielte das Buch endgültig zur Seite zu legen. Schade !
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T.B. zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 22.10.2007
Ein typischer US-amerikanischer Thriller mit wirklich ordentlicher Spannungskurve, aber leider dem ein oder anderen stilistischen Schnitzer. Der Krimi-Couch-Rezensent hat diverse Satzbeispiele ja geliefert.
Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen - in wenigen Stunden auf dem Arbeitsweg und in den Pausen...

Schöne Grüße
T.B.
mase zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 15.10.2007
Der Rezension von Herrn Kijanski ist nichts hinzuzufügen, da stimme ich in allen Punkten zu.
Einzig gefühlte 10 Grad zuwenig vergeben, den ein Thriller der rasant unterhält, mit einem interessanten Thema aufwartet und sich kaum aus der Hand legen lässt, kann so schlecht nicht sein. Bei einem US-Thriller habe ich persönlich keine hohen Ansprüche an schriftstellerischer Qualität.
C_1991 zu »Andrew Gross: Blut und Lüge« 13.10.2007
Ich fand das Buch echt genial! Ich könnte mich gut in die Kate rein versetzen und könnte mir gut vorstellen, was sie so fühlt!! Also unbedingt :lesen:

lg
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