Andreas Gößling: Wolfswut

Die fiktive Aufarbeitung eines Falles, der die Republik erschütterte

WolfswutAls Lotte Soltau nach dem Tod ihres Vaters dessen Garage ausmistet, macht sie unerwartet eine Entdeckung, die ihr Leben in einen Trümmerhaufen verwandelt: ein paar harmlos aussehende Fässer, in denen fünf brutal zerstückelte Frauen lagern, mit bestialischen Verletzungen, deren Anblick kaum zu ertragen ist. Wie ein reißender Wolf muss der Mörder über seine Opfer hergefallen sein und sie bei lebendigem Leib grausam verstümmelt haben.

Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu solchen Taten fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …

Für Hauptkommissarin Kira Hallstein vom LKA Berlin, die erstmals mit ihrem jungen bayerischen Kollegen Max Lohmeyer ermittelt, ist der Fall eine ganz besondere Herausforderung. Nicht allein die Brutalität und Komplexität des Falles sind es, die ihr zu schaffen machen. Seit ihrer Jugend versucht sie das spurlose Verschwinden ihres Bruders zu verkraften – der damals ebenfalls ein Teenager war.

Andreas GößlingAndreas Gößling, Bestsellerautor und als Co-Autor von Michael Tsokos mit dem True-Crime-Genre bestens vertraut, verarbeitet den wahren Fall eines deutschen Serienkillers zu einem schockierenden, psychologisch raffinierten Thriller.

Hintergrund: Der Fall Manfred Seel

Hintergrund dieses True-Crime-Thrillers ist der Fall Manfred Seel (geb. 1946), der im Frühjahr 2016 bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Ein Zufallsfund im Nachlass des an Krebs verstorbenen Gärtners und Entrümplers Seel brachte die Ermittler erst nach dem Tod des Serienmörders auf seine Spur: Über Jahrzehnte hinweg hat er überwiegend Frauen aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu in brutalster Weise gefoltert, ermordet und oft noch, bevor die Opfer tot waren – zerstückelt. Die innere Bestie hat man dem skrupellosen Sadisten dabei nicht angesehen: Nach außen machte er stets den Eindruck eines fürsorglichen, geselligen und allgemein unbescholtenen Mitbürgers und Familienvaters, der in seiner Freizeit leidenschaftlich Klarinette und Saxophon in einer lokal bekannten Jazzband spielte. Eine Fassade, die erfolgreich sein grausames Doppelleben verbarg, bis man beim Ausmisten in Seels Garage nach dessen Beerdigung Leichenteile schwer verstümmelter Frauen entdeckte.

Bis heute sind die Ermittlungen der Sonderkommission Alaska, benannt nach dem Spitznamen des Killers, nicht abgeschlossen, und man vermutet, dass noch weitere bislang unaufgeklärte Morde diesem unbegreiflich brutalen Menschen zuzuschreiben sind. Man ist allerdings inzwischen auch der Überzeugung, dass er mindestens einen Komplizen gehabt haben muss: Die brutalen Verstümmelungen mancher Leichen übersteigen schier die physischen Kräfte eines einzelnen Mannes …

Autorenportrait © Christine Rabus