Tödliches Lachen von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.
Folge 9 der Julia-Durant-Serie.

  • München: Knaur, 2006. ISBN: 978-3-426-63350-2. 445 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. ISBN: 978-3828986756. 445 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2009. ISBN: 978-3868000849. 398 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME, 2006. Gesprochen von Julia Fischer. ISBN: 3938046457. 6 CDs.

'Tödliches Lachen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kommissarin Julia Durant ist höchst beunruhigt. Mit der Post hat sie einen Umschlag erhalten, in dem sich das Foto einer offensichtlich ermordeten jungen Frau befindet. Ein makabrer Scherz oder aber grausame Wirklichkeit? Noch während Julia und ihre Kollegen rätseln, erfahren sie, dass eine Frauenleiche gefunden wurde – die Frau auf dem Foto! An der Wand hinter ihr steht mit Blut geschrieben: ›Huren sterben einsam‹. Lange tappt Kommissarin Durant im Dunkeln, denn Svenja Martens, das Opfer, scheint ein völlig unauffälliger Mensch gewesen zu sein. Da passiert ein zweiter Frauenmord, und wieder wird Julia ein Foto des Opfers zugespielt. Sollte es sich um den Beginn einer grausamen Serie handeln? Julia ahnt nicht, dass sich der Täter ganz in ihrer Nähe befindet …

Das meint Krimi-Couch.de: »Trauriges Lächeln« 52°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Mike ist ein hochbegabter Jüngling mit einem begüterten Vater und von der Mutter im Stich gelassen. Das Mathematikgenie hat ob seiner besonderen Fähigkeiten allerdings keine gleichaltrigen Freunde, nur mit der zwei Jahre älteren Luise, die ähnlich intelligent ist, spinnt sich eine vorerst platonische Beziehung an. Der Herr Papa, der die Gespielinnen wechselt, wie andere die Socken, spendiert dem Knaben zum fünfzehnten Geburtstag eine Edelnutte, die allerdings beim Anblick der Genitalien des Beschenkten nur höhnisches Gelächter für diesen übrig hat. Und Luise, die ihre Zuneigung zu Mike offenbart, wird kurz darauf vergewaltigt und ermordet.

Grund genug, dass Mike, als er zum Manne gereift ist, zum Serienkiller mutiert, der Frauen, die sich über sein Gemächt lustig machen, kunstvoll tranchiert und damit für Hauptkommissarin Julia Durant eine perfide Schnitzeljagd inszeniert.

Dabei ist Frau Durant ohnehin nicht gerade gut drauf, denn ihr Lebensabschnittspartner hat sich eine Jüngere und Hübschere gefunden, bescheißt sie hinten und vorne und serviert sie schlussendlich nicht gerade formvollendet ab. Ein Seelentief jagt das nächste, aber darauf können Frau Hauptkommissar und ihr Team keine Rücksicht nehmen, denn der Killer muss in ihrer unmittelbaren Nähe sein, kennt jeden ihrer Schritte und ist ihnen immer um eine Nasenlänge voraus …

Serienkiller im Krimiformat sind meistens eine gute Option für Autoren, denn wenn ihnen nichts mehr einfällt, füllen sie die Seiten mit weiteren Mordtaten. Bei dem von mir sonst sehr geschätzten Andreas Franz muss man nach der Lektüre von »Tödliches Lachen« leider ebenfalls davon ausgehen, dass der neunte Band aus der Julia-Durant-Serie mehr Fließbandproduktion als Krimischöpfung darstellt.

Das Psychogramm vom hochtalentierten Jüngling zum fiesen Mainhatten-Ripper ist noch einigermaßen ordentlich und interessant gelungen, wenn auch nicht immer ganz schlüssig. Bluttat um Bluttat wird vom Autor immer blutrünstiger vor dem Leser ausgebreitet. Und ab der Mitte des 446-Seiten-Taschenbuches aus dem Knaur-Verlag ahnt der gewiefte Krimi-Leser bereits, hinter welcher Maske sich der Täter versteckt.

Die Hauptkommissarin Julia Durant und ihre Mitstreiter, allen voran ihr Freund Hellmer, haben mit den üblichen zwischenmenschlichen Beziehungen zu kämpfen, die man so oder besser alle schon mal in den acht Vorgängerbänden gelesen hat.

Schreiberisch kann man auch in Tödliches Lachen dem Autor die handwerkliche Kompetenz nicht absprechen. Franz versteht es meisterhaft, die Atmosphäre zu verdichten und dem Leser die grausigen Gänsehautsequenzen in flüssigem Schreibstil zu verabreichen. Auch der Spannungsaufbau lässt nicht zu wünschen übrig und trotz des von Anfang an bekannten Killers flacht die Story bis zum Showdown nirgendwo ab.

Dafür erscheint die ganze Geschichte aber zu umständlich konstruiert und ist auch in sich nicht immer logisch, was besonders auf die Auflösung zutrifft, die viel zu überraschend und an den Haaren herbeigezogen zum Ende führt und dabei einige Fragen offen lässt. Dabei fehlt der Einsatz gezielter Polizeiarbeit fast vollständig und der Erfolg resultiert nicht aus Routinearbeit, sondern wird komplett Kommissar Zufall überlassen, was letztendlich auch nicht befriedigen kann.

Wenn Andreas Franz in seinem Schlusssatz meint »der Blick zurück bringt dich nicht weiter, nur wer nach vorne schaut, kann das Ziel erkennen«, dann darf man hoffen, dass er dabei auch seinen zehnten Nachfolgekrimi um die sympathische Hauptkommissarin Julia Durant zielsicher und erfolgreich ins Auge gefasst hat, denn die Verlagsbeurteilung Tödliches Lachen als »Der Bestseller« zu präsentieren, kann bestenfalls ein traurigen Lächeln hervorrufen.

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Manfred Rathunde zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 08.08.2015
ANDREAS FRANZ „Tödliches Lachen“ ,Knaur‘

Herr Franz hat den Bogen raus, seine Leser zu fesseln. Julia Durant, leitende Ermittlerin der Mordkommission Frankfurt am Main, hat seit längerer Zeit vier Mordfälle auf dem Tisch und die Aufklärung steht in den Sternen. Alle Opfer sind Frauen, nur unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Das Täterprofiling läuft ins Leere. Und die Ermittler, wen erstaunt es, bei Andreas Franz als Schreiber, treten wieder sinnlos Wasser. Und dann kommt Knall auf Fall ein so bestialischer Mord, dass selbst die hartgesottensten Mitarbeiter von Teamchef Berger sich übergeben müssen und die Pathologen, für ihren verqueren Humor bekannt sind, selbigen verlieren. Nur hat Andreas hier die Zeit nicht gepachtet. Nachdem monatelang nicht wirklich etwas passierte, schlägt der Mörder wieder zu, aber jetzt im Tagestakt. Tage, die, die Welt im Morddezernat Frankfurts, verändern werden, da verblasst selbst die Oktoberrevolution zu einem Kirmesfest. Andreas Franz hat ein Händchen dafür, Seuchenvögel auszugraben, gut dass seine Figuren eher virtueller Natur sind, und nicht nur, wenn es die Opfer betrifft. Frau Durant, als recht dominante Ermittlerin und als berüchtigt und knallhart zu bezeichnen, gerät hier in die Glaubenskrise. Nur dürfen ihre Mitarbeiter mit darunter leiden, weil sie derzeit nicht wirklich teamfähig ist. Die Frau muss an sich arbeiten, nur mit dem Hintergrund kann das schon schwer fallen. Herr Franz ist ein kleines Schlitzohr in dieser Richtung. Seine Figuren sind nicht glatt ausgeschliffen, sondern haben Ecken, Kanten und Fehler, wie Ottonormal. Man kann sich durchaus in seine Gedanken, und damit die seiner Schöpfungen, hineinversetzen, interaktives Lesen ist bei Andreas also angesagt. Hier macht sich jedoch ein „Erbe“ von Jack-the-Ripper breit und versucht der Welt seine Gedankengänge nahe zu bringen, indem er, Frauen, seiner Meinung nach Huren, recht brutal zu Hades schickt und er ist in unmittelbarer Nähe von Julia Durant und ihrem Team platziert. Hat also immer Insiderinforationen, die er genüsslich ausnutzt und sein Spiel, spiralförmig, nach oben treibt. Was Andreas hier schreibt, treibt Blüten. Als Leser wird man hin und her gerissen. Einerseits ist der Täter richtig brutal am Werke, andererseits hat er ein Problem, um das Mann ihn nicht beneidet. Und Frau ihn auslacht. Da hat sich Kaiser Franz mal einen Scherz erlaubt, der im bitteren Ernst endet. (MRD)

ISBN 978-3-426-63350-2 446 Seiten 8,95€ (D) 9,20€(A)
Literaturgirl zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 14.11.2011
Ich hatte das Buch ebenfalls in 5 Tagen durch und ich fand es auch diesmal wieder sehr spannend. Es fing gut an, ich las jede Tat, die Mike begang, mit höchster Spannung und auch sein Kommunizieren mit Julia Durant war interessant. Dennoch hat man (jedenfalls ich) schnell 2 Verdächtige im Hinterkopf, da nicht viele Verdächtige vorgestellt werden. Das war das negative am Buch. Der Aha-Effekt blieb am Ende auch auf irgendeine Weise aus, denn man wurde auch nicht sehr vertraut gemacht mit den Verdächtigen.. Also, man konnte wirklich sehr, sehr, seeehr schnell schon zwischen 2 Personen pendeln, von denen eine am Ende auch das Geständnis ablieferte... Das Ende ließ zu wünschen übrig...
LiteraturGirl zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 30.07.2011
Hm, ja, also ich hatte das Buch in 5 Tagen oder so durch. Es war wieder sehr spannend. Nur leider gab es nicht sehr viele Tatverdächtige, es beschränkte sich auf einen sehr kleinen Kreis, aus dem man relativ leicht ausschließen konnte. Ich habe immer zwischen zwei Personen hin und her überlegt.. und zum Schluss wars ja auch einer von denen... wie erwartet..es war kein Überraschungs- kombiniert mit einem Aha-Effekt. Es lag irgendwie von Anfang an auf der Hand, eine Person von beiden. Ich wollte eben nur wissen, wer. Jetzt lese ich das nächste Buch.
andrefrafan zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 01.08.2010
Es war mein erstes Buch von Andreas Franz. Wie alle Romane von ihm ist auch dieser sehr spannend geschrieben. Auch wenn es bessere Romane von ihm gibt, so ist Tödliches Lachen ebenfalls ein sehr gelungener Roman. Die Geschichte fesselt den Leser, und ich habe mir nach diesem Roman sofort weitere Bücher von Franz zugelegt. Ich kann nur allen Krimilesern die Bücher von Franz wärmstens empfehlen!
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Schnippi zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 11.06.2010
Wer aufmerksam liest, der hat den Mörder schnell gefunden. Obwohl das Thema irgendwie abgedroschen ist...fesselt das Buch auf eigenartige Weise.
Realistisch, aber grausame Beschreibung der Morde...wer viel Phantasie hat, der kann sich schon gruseln.
Es gibt mit Sicherheit bessere Bücher von Andreas Franz. Auch wenn ich "Tödliches Lachen" nicht als "Brüller" empfinde, werde ich mir weitere Bücher des Autoren kaufen (einige liegen bereits auf "Lager" bei mir und warten nur darauf gelesen zu werden).
Duken zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 03.04.2010
Mein zweites Buch von AF...Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Spannend bis zum Ende. Auch wenn meine Mörder-Vermutung nur ganz knapp daneben lag (wer es gelesen hat, weiss, wen ich verdächtigt haben könnte ;) ). Mit dem 8. und damit letzten Mord hätte ich nicht mehr gerechnet. Überraschende Wendung inclusive...Sehr lesenswert
Diana zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 03.04.2010
Die Vorgeschichte ist langwierig und nicht wirklich realitätsnah. Die Art, wie er die Morde begeht, hat meiner Meinung nach, keinen großen Sinn und es ist sehr gruselig beschrieben worden. Die Morde an sich sind sehr exakt geplant worden. Der Mörder war nicht schwer herauszufinden. Trotzdem war es ein schönes Buch.
Kottan zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 14.03.2010
Bis der Mann in die Gänge kommt, wachsen einem die Zehennägel durch die Socken. Eine Schreibe, irgendwo zwischen getragen und fad. Kein Satz, der einem ein "boah" entreißt, kein Witz, kein Tempo. Etwa um Seite 100 abgebrochen und ein anderes Buch begonnen. Den Franz lasse ich bei Gelegenheit auf einer Parkbank liegen.
Sonja Christensen zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 25.02.2010
Groschenromanviveau! Der "Roman" ist nicht nur schlecht geschrieben, sondern auch noch vollkommen unspannend trotz drastischer Gewalt- und Sexszenen. Aber vermutlich berücksichtigt der Autor mit diesem Buch das geistige Niveau seiner Zielgruppe, die ansonsten nur noch Unterschichtenfernsehen wie RTL II u.ä. konsumiert.
Roland zu »Andreas Franz: Tödliches Lachen« 25.09.2009
So langsam glaube ich, dass in Frankfurt und Umgebeung nur Schönheiten wohnen, furchtbar reich sind und es wird auch nur fremdgegangen. Langweilig, langweilig langweilig.Es werden immer junge Frauen oder Mädchen umgebracht, SEX spielt eine zu große Rolle. Ganz Frankfurt und Umgebeung vögelt nur rum, oder?
Jetzt machen auch die Kommissare mit..aber was ist schon die große Liebe gegen einen billig zu habenden schönen Körper. Ist mir zu weit hergeholt und unecht.

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