Tod eines Lehrers von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.

  • München: Droemer Knaur, 2004. ISBN: 3-426-62599-7. 362 Seiten.
  • München: Knaur, 2005. ISBN: 3-426-63185-7. 362 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2011. 362 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME, 2005. Gesprochen von Tommi Piper. ISBN: 3938046147. 6 CDs.

'Tod eines Lehrers' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Als Oberstudienrat Schirner ermordet und grausam verstümmelt aufgefunden wird, reagiert seine Umgebung zunächst fassungslos: Der Lehrer war überall beliebt und führte eine glückliche Ehe. Hauptkommissar Peter Brandt beginnt gründlicher in Schirners beruflichem Umfeld zu recherchieren und entdeckt, dass an dem Gymnasium Dinge vorgingen, die offenbar nicht an die Öffentlichkeit dringen sollten. In diesem Roman begegnet dem Fan von Andreas Franz’ Krimis ein neues Ermittlerduo: der unkonventionelle Hauptkommissar Peter Brandt und die coole Offenbacher Jung-Staatsanwältin Elvira Klein. Für Zündstoff sorgen ihre gegensätzlichen Charaktere – für Spannung die bewährte Hand des Erfolgsautors! Ein neues Ermittlerduo betritt die Bühne!

Das meint Krimi-Couch.de: »Spannender Lesestoff, in dem die Kanten fehlen« 72°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

»Tod eines Lehrers« – nicht nur durch den Titel fühlt man sich an einen Reinecker-Krimi erinnert, auch die Befragungen in der Schule versprühen spröden 70er-Jahre Charme. Bei den trockenen Dialogen hat man Kommissar Keller und Harry Klein bildlich vor seinem geistigen Auge.

Rudolf Schirner, Lehrer am Gymnasium im hessischen Langen, wurde spätabends beim Spaziergang mit seinem Hund bestialisch ermordet. Über 80 Messerstiche und das Abschneiden seines Geschlechtsteils zeugen davon, dass ihn jemand sehr gehasst haben muß. Dies steht jedoch im absoluten Gegensatz zu dem, was die ermittelnden Beamten bei ihren ersten Befragungen erfahren. Schirner hatte keine Feinde, er war bei allen überaus beliebt. Sowohl Schüler als auch Kollegen sind voll des Lobes über den Lehrer. Er führte eine mustergültige Ehe und hatte gute Freunde im Kollegium.

Doch irgendwie traut Kommissar Peter Brandt von der Offenbacher Mordkommission diesem Frieden nicht. Seiner Meinung nach muß jeder Mensch irgendeine Leiche im Keller haben. Bald wird er fündig. Sein Eheleben war wohl doch nicht ganz so harmonisch wie man ihn glauben zu machen versucht. Mit seiner Frau, die unter einer Reinlichkeits-Neurose leidet, hatte er seit Jahren keinen Sex. Er brauchte sie zwar für sein häusliches Wohlbefinden, doch sein Vergnügen holte er sich woanders. Gleich zwei seiner Kolleginnen geben zu, ein Verhältnis mit ihm gehabt zu haben. Da tun sich für Brandt erste Motive auf: War der Täter ein gehörnter Ehemann einer weiteren Beziehung Schirners? Oder vielleicht eine von ihm verschmähte Frau?

Das 70er-Jahre-Feeling ist schnell verschwunden und aus dem trocken beginnenden Text wird schnell flotter und spannender Lesestoff, der routiniert geschrieben ist.

Der Leser wird relativ frühzeitig auf die richtige (?) Spur gebracht und kann sich vieles schon zusammenreimen, doch trotz allem bleiben noch genügend Fragen offen, um das Spannungsniveau auf gleichmäßig hohem Level zu halten.

Mit Hauptkommissar Peter Brandt hat Andreas Franz einen sympathischen Protagonisten entwickelt, der glaubhaft und überzeugend wirkt. Brandt ist alleinerziehender Vater zweier pubertierender Töchter, sehr sensibel und bei Frauen sogar schüchtern. Mit Humor und einer Liebesgeschichte gewürzt macht »Tod eines Lehrers« Appetit auf mehr von Kommissar Brandt, auch wenn mir persönlich in seinem Privatleben alles etwas zu glatt läuft. Ein paar kleine Problemchen hier und da wären das vermisste Salz in der Suppe.

Auch die weiteren Charaktere, insbesondere die Staatsanwältin Elvira Klein, sind vielschichtig angelegt und für weitere Serienkrimis ausbaufähig.

Der Schluß des Romans dürfte für den meisten Diskussionsstoff sorgen. Ich möchte dazu nicht allzu verraten, doch auch hier hat sich Franz für die Lösung entschieden, in der alles relativ reibungslos läuft und für die meisten der Beteiligten einen positiven Ausgang nimmt. Doch dürfte der ein oder andere Leser sicherlich an den Gedanken des Autors zum Thema Selbstjustiz Anstoss nehmen.

»Tod eines Lehrers« ist ein Roman, der ein brisantes Thema aufgreift und der spannende Unterhaltung bietet, dem aber ein wenig die Ecken und Kanten fehlen, um von einem rundum gelungenen Krimi sprechen zu können.

Ihre Meinung zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers«

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Anonymus zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 22.01.2012
Das schlechteste Buch, das ich seit sehr langer zeit gelesen hab. Die vielen Anfängerfehler von jungen Autoren, die ich hier jetzt nicht alle auflisten möchte, zeugen davon, dass Andreas Franz weder was vom deutschen Schulwesen noch von einigermaßen seriöser Polizeiarbeit versteht, bei der man als Ermittler nicht unbedingt alles herausposaunt gegenüber seinen Verdächtigen.
Als Note zwischen 1 und 10 eindeutig eine -1, rausgeschmissenes Geld sich das Buch zu kaufen...
Madita zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 01.08.2011
Der Autor scheint seine Bücher fast ausschließlich in der wörtlichen Rede geschrieben zu haben. Auffällig ist auch, dass seine Protagonisten stets Alkohol trinken, selbst wenn diese schwanger sind. Trotzdem fand ich dieses Buch bei weitem nicht so schlecht und langweilig wie die beiden vergangenen, die ich gelesen habe. Ich glaube zwar nicht, dass die Täter in der Realität mit so milden Urteilen davongekommen wären, da es ja gerade eine Herausforderung für Selbstjustiz wäre. Aber das ganze ist ja eben nur eine Geschichte.
Schnippi zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 28.06.2011
Ich bin kein schneller Leser, aber ich muss sagen, dass mich das Buch sehr gefesselt hat. Aus dem Grund war ich auch "Ratz fatz" damit durch. Es ist spannend und flüssig geschrieben ... Vermutungen stellen sich schnell ein (bewahrheiten sich auch) und trotzdem liest man weiter... man will sich ja bestätigt sehen. Die Handlung ist an manchen Stellen etwas überzogen (in welchem Krimi aber nicht)...zeigt aber doch, dass in unserem Heute fast nichts unmöglich ist. Ich freue mich schon auf einen weiteren Krimi von diesem Autor.
Lisa zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 12.01.2010
Meiner Meinung nach ist es zwar ein gutes Buch, jedoch ist es sofort klar, wer der Mörder/die Mörder ist/sind. Und das Motiv ist auch offensichtlich. Deshalb ist es zeitweise schon sehr langweilig. Mir hat "jung, blond, tot" auf jeden Fall viel besser gefallen! Es ist viel interessanter, und spannender.
Toyota zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 04.12.2009
Dieses Buch ist wieder einmal sagenhaft gut geschrieben mit der gewissen Mischung aus Romantik und Alltagsleben, in dem die Spannung keinesfalls zu kurz kommt. Auch die Story, die sich dahinter verbirgt lässt aufhorchen und zum nachdenken anregen. Andreas Franz versteht es die Leser am Lesen zu halten!
hapesu zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 10.09.2009
Da ich bis vor kurzem selber Lehrer war, hat mich das Buch schon sehr interessiert. Und ich muss sagen, es hat mich nicht enttäuscht. Es ist spannend geschrieben und langweilte mich nicht einen Moment.

Der Kern der Handlung wirkt zwar zunächst schon sehr weit hergeholt, aber ich fürchte, so ganz unrealistisch ist er tatsächlich nicht einmal. Ich habe mit meinen sechsunddreißig Jahren im Beruf Dinge erlebt, die man nicht für möglich halten würde.
SeeYoou zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 27.08.2009
Das Plot ist grundsätzlich gut, auch wenn ich es in letzter Konsequenz für etwas übertrieben halte. Auf jeden Fall gibt es reichlich Stoff für ein spannendes Buch. Schade nur, dass dieser Stoff von jemandem verarbeitet wurde, der sprachlich in der Steinzeit stehengeblieben ist. Treudeutsche Dialoge und Beschreibungen machen das Buch zäh wie Gummi. Flott und mitreissend geht anders.
sabrina13582 zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 21.01.2009
Dies war mein erster Krimi aus der Reihe mit Peter Brandt. Und ich bin absolut begeistert. Ich dachte immer Julia Durant topt nichts, aber dieses Buch ist genauso gut, wenn nicht sogar besser. Spannend, flüssig zu lesen und einfach nur klasse. Ich war richtig traurig als ich fertig mit lesen war. Anschaulich dargestellte Charaktere, toller Plot, und absolute Spannung... was will man als Leser mehr.Absolut empfehlenswert
SigridJVS zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 07.12.2008
Langweilig!
Was hätte jemand, der packend und interessant schreiben kann, aus diesem Plot machen können! Aber Franz kann es offensichtlich nicht.
Hölzerne Dialoge werden von altmodischen Leuten geführt (Kommissar: "Wofür benötigte Ihr Mann einen Computer?" / Studentin: "Ich habe nur selten die Gelegenheit, eine Gerichtssendung im Fernsehen zu verfolgen"... waaah!) und alle, aber auch wirklich alle Romanfiguren bleiben leblos und flach.
Warum auf Biegen und Brechen der ohnehin langweilige Kommisar noch eine fade Liebesgeschichte verpasst bekommen musste, erschließt sich mir genauso wenig wie die Frage, warum der Autor jede noch so selbstverständliche Einzelheit detailliert und langatmig für die ganz Begriffsstutzigen erklären muss.
Unnötige Längen sind der Spannung genauso abträglich wie die respektlose Weise, in der in diesem Roman Polizist und Pathologin über die Menschen reden, die tot vor ihnen legen. Wenn die Pathologin sich über Penisse von Toten auslässt, wirkt das für mich nicht witzig, sondern geschmacklos und menschenverachtend.

Nein, wenn dieses Buch für den Autor typisch ist, war es mit Sicherheit das erste und letzte, das ich von ihm gelesen habe. Ich habe es überhaupt nur deshalb fertig gelesen, weil ich der Meinung war, es gäbe am Ende vielleicht noch eine überraschende Wendung - aber weit gefehlt: Offenbar fiel Herrn Franz viel zu spät auf, dass der Verleger rund 50 Seiten mehr erwartete und darum wurde das Ende gezogen, gedehnt und ausgewalzt.

Fazit: Guter, vielversprechender Plot, aber ganz schlecht umgesetzt!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Adil zu »Andreas Franz: Tod eines Lehrers« 18.08.2008
Tod eines Lehrers hat mir sehr gut gefallen. Ob es daran liegt, daß mir bisher alle Krimi-Reihen von Andreas Franz gefallen haben, kann ich nicht sagen. Läßt sich jedoch, wie Franz-typisch, leicht und schnell lesen. War bereits mein 8. Buch von Andreas Franz. Genauso wie die Reihen mit Julia Durant, Sören Henning und Lisa Santos, ist mir der Kommissar Peter Brandt von Anfang an sympatisch.

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