Teuflische Versprechen von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.
Folge 8 der Julia-Durant-Serie.

  • Augsburg: Weltbild, 2005. 558 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2005. 558 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME, 2006. Gesprochen von Julia Fischer. 6 CDs.

'Teuflische Versprechen' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

In der Praxis der Psychologin Verena Michel taucht eines Tages eine völlig verängstigte junge Frau aus Moldawien auf: Maria wurde, zusammen mit einigen Schicksalsgenossinnen, als Sexsklavin in einer alten Villa gehalten und konnte ihrem Martyrium nur knapp entkommen. Die Psychologin bringt die Frau zu der befreundeten Anwältin Rita Hendriks. Diese ist entsetzt über das, was sie von Maria erfährt, und setzt alle Hebel in Bewegung, um der Frau zu helfen. Kurz darauf ist Rita tot. Ein Fall für die engagierte Frankfurter Kommissarin Julia Durant, die bei ihren Ermittlungen bald zwei weiteren ungeklärten Morden auf die Spur kommt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein kurzweiliges Leseabenteuer ohne Regio-Klischee« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Maria ist gefangen in einer Prachtvilla, wo sie den Gästen der Hausherren auch die absonderlichsten Sexwünsche erfüllen muss. Ohne Pass, ohne Geld, ohne Zukunft sind sie und ihre unter falschen Versprechen in den Westen gelockt worden, denn in Moldawien, Rumänien und anderen ehemaligen Ostblockstaaten konnte das Leben außer Hunger und Kälte nichts bieten.

Doch Maria hat noch nicht aufgegeben. Auf einer Einkaufstour für exquisites Outfit flüchtet sie durch die Hintertür. In der Panik, ihren Wächtern wieder in die Hände zu fallen, läutet sie an eine Tür. Es ist die Praxis der Psychologin Verena Michel und diese nimmt sich der verzweifelten Sexsklavin sofort an und versteckt sie in ihrer Wohnung. Maria braucht jedoch mehr als nur einen Unterschlupf. Verena Michel bittet ihre Freundin, die Anwältin Rita Hendriks um Hilfe und diese wiederum versucht Unterstützung beim Enthüllungsjournalisten Dietmar Zaubel zu bekommen, der ihr nahe legt sich mit der Polizeiermittlerin Julia Durant kurz zu schließen. Doch diese feiert gerade ihren Geburtstag und ist nicht erreichbar.

Dennoch macht Julia Durant noch am selben Abend Bekanntschaft mit Hendriks und Zaubel, allerdings anders als sie dies wohl gewollt hätte. Zaubel wird auf einer Bank im Park erstochen aufgefunden und Rita Hendriks Leiche liegt gefoltert und erdrosselt in ihrem Wohnzimmer. Die Frankfurter Kommissarin stößt bei ihren Ermittlungen auf die Spur von Verena Michel und Maria, doch auch die Verbrecher, Angehörige eines global agierenden Menschenschmugglerrings sind den beiden auf den Fersen.

Durant muss die gefährdeten Frauen aus der Schusslinie bringen, gleichzeitig aber alle Kräfte des Polizeiapparates mobilisieren. Dabei ergibt sich die Schwierigkeit, dass zu viele Menschen aus diesem Dunstkreis von den Verbrechern geschmiert werden und diese immer einen Schritt voraus zu sein scheinen, ohne Angst vor Verfolgung durch die Justiz haben zu müssen. In einen Sumpf aus Erpressung, Schmiergeld, Mord und Sklaverei taucht Julia Durant mit ihrem Restteam ein, ohne große Chance gegen die mafiösen Machenschaften etwas ausrichten zu können.

Andreas Franz hat einen weiteren Krimi um die sympathische Kriminalisten Julia Durant im Knaur-Verlag auf den Markt gebracht und dabei ein heißes Eisen angefasst, angesichts der Schauermeldungen aus den Medien, bei denen kein Tag vergeht, an dem die Leserschaft nicht mit grausigen Informationen gefüttert wird.

Rund um seine Paradeermittlerin werkelt ein ebenso sympathisches, wie menschliches Team, samt und sonders geprägt durch persönliche Schicksale, die nur eine verbissene Beschäftigung mit der Materie zulassen. Und diese Materie hat es in sich, bietet von der ersten Seite an Spannung und lässt den Leser mit den Guten in diesem Krimi mitfiebern. Die Ohnmacht der Ermittler gegenüber den Machenschaften des organisierten Verbrechens bekommt der Leser hautnah mit und nicht nur ein Mal stellt man sich bei der Lektüre die Frage, wie viel Wahrheit der Autor aus der Frankfurter Szene aufgegriffen hat und ob dies tatsächlich nur die Spitze eines Eisberges ist.

Die Thematik der Ereignisse in diesem Buch lassen wohl keinen anderen Schluss zu, als den, zu dem auch Andreas Franz in seiner Geschichte kommt. Ein Ende der unmittelbaren Geschehnisse bietet sich dem Leser wenig überraschend an, aber die Tatsache, dass hier nur ein Nadelstich gegen das organisierte Imperium der Verbrecher geführt werden konnte, enttäuscht, wie im wahren Leben.

»Teuflische Versprechen« ist ein Kriminalroman, den man schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen mag. Trotzdem die Geschehnisse in Frankfurt angesiedelt sind, ist der Roman alles andere als ein Regiokrimi, denn die Geschichte könnte genauso gut in Glasgow oder Marseille spielen. Die straffe Handlungsführung wird nur durch die menschlichen Sequenzen unterbrochen, wenn etwa Durants Vater, ein Pfarrer, sich mit der geflohenen jungen Frau unterhält. Diese Zwischenspiele zerstören die Spannung jedoch keineswegs, hier sind sie Mittel und Zweck, um dem Leser gelegentlich auch sympathische Lesemomente zu liefern.

Der flüssige Schreibstil von Andreas Franz und sein Vermögen die Handlung packend zu verdichten, machen die 559 Seiten zu einem kurzweiligen Leseabenteuer, dass man auf jeden Fall empfehlen kann.

Ihre Meinung zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen«

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Bärbel Wilke zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 01.08.2017
Ein spannendes Buch! Meine erster Andreas Franz' Krimi, aber nicht der letzte.
Allerdings ist mir eine zeitliche Angabe aufgefallen, die nicht stimmen kann:
Im TV, Seite 427 beginnt das neue Kapitel mit der Zeitangabe 9.55 Uhr.
Zwei Seiten weiter auf Seite 429 erster Satz, verlässt Julia um kurz nach neun die Wohnung, wo sie sich um 9.55 Uhr noch ein Bad eingelassen hat.
Herr Franz, da haben Sie sich in der Zeit verzan
wafdy zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 28.09.2016
Dies war mein erstes Buch von Andreas Franz.
Als ich es gekauft habe, fragte mich die Verkäuferin ob ich den Autor kenne.
Als ich verneinte, sagte sie: "Na dann bis bald."
Genau so war es auch am nächsten Tag "Das Verlies" gekauft.
Zum Buch: Ich fand es sehr gut, spannend, fesselnd und leider auch nah an der Realität.
Habe mittlerweile fast alles von Andreas Franz gelesen, aber dieses Werk war wohl das beste.
Sus90 zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 02.11.2015
Mein zweites Buch von Andreas Franz.
Sehr spannend, sehr fesselnd. Gut geschrieben. Sehr verständlich. Eine gute Geschichte mit mehreren Wandlungen in der Handlung. So wurde es nicht langweilig.
Hat mir sehr gut gefallen.
Auch regt es zum Nachdenken an, gerade was Korruption betrifft.
Dieses Buch würde ich definitiv weiter empfehlen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Manfred Rathunde zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 08.08.2015
ANDREAS FRANZ „Teuflische Versprechen“ ,Knaur‘

Das Andreas sich manchmal sehr weit aus dem Fenster lehnt, ist eine Eigenschaft, die ihn als Autor richtig sympathisch macht. Und er geht seine Wege konsequent zu Ende. „Teuflische Versprechen“ ist so etwas, wie ein Höhepunkt in seinem Schaffen, legt er sich doch mit allen Großen dieser Welt an, egal ob es ein jugoslawischer Kriegsverbrecher und -gewinnler ist, der, mit allen Wassern gewaschen, mit deutschen Honoratioren schmutzige Geschäfte tätigt, die von und mit ihm profitieren wollen oder es genau dieses Pack ist, das eben mit solchen Geschäften, wie Menschen-, Drogen- und Waffenhandel, einschließlich des Missbrauchs von Menschen, auch von kleinen Kindern, mal so richtig die Kohle macht. Und nach außen hin aber den Familienalltag präsentiert und sich als blütenreinweiße Weste darstellt und noch den Schutz dieser degenerierten Gesellschaft genießt. Politiker, Ärzte, Anwälte, alles gestandene Leute. Nach diesem Roman wird selbst der Papst vom Glauben abfallen und der Dalai Lama eine Selbsthilfegruppe für Drogenkonsumenten gründen. Ist schon komisch, wenn Leute zu Hilfe für missbrauchte Kinder aufrufen, wenn aus dem eigenen Dunstkreis genau die Leute kommen, die eben diese Kinder zu Müll verarbeiten. Herr Franz schert zwar nicht alle über einen Kamm, aber hier sagt er gewissen menschenverachtenden Kreisen doch einen Krieg an, den wir in „unserer Demokratie“ nicht gewinnen können. Aber Mut zum Schreiben hatte er, alle Achtung. Julia Durant hat zwei Morde auf dem Tisch, ein ihr bekannter Journalist, der garantiert nicht für das heutige „Staatsfernsehen“ gearbeitet hätte, und eine Anwältin für Familienrecht, die versucht hat, sich vor ihrem Tod, mit der Kommissarin in Verbindung zu setzen. Dazu kommt eine junge Frau, Maria aus Moldawien, die in einem Bordell gefangen gehalten wurde, fliehen konnte und Menschen traf, die Zivilcourage hatten. Die Zusammenhänge zieht Andreas Franz ganz schnell sehr eng. Für diese Flucht mussten zwei Menschen sterben. Jetzt beginnt eine Situation, die den Ermittlern, wie eine Flutwelle, über den Kopf hinwegbrausen wird, aber Franz wär ja nicht Franz. Obwohl er seine Teams, sehr gern und oft, vor unlösbare Aufgaben stellt, wie hier ja auch und sie im Hagelschauer der Ereignisse hängen lässt, steht er hier, ausnahmsweise, voll hinter seinen „Mitarbeitern“. Gegen alle Vernunft geht die Mannschaft Berger zum Kampf gegen einen Gegner über, der sich lächelnd der Presse stellt und sich moralisch aufspielt, als wäre er von Gott gesandt und dabei sind sie nur Menschen- und Kinderschänder, Betrüger und Lügner, die unser Leben zu einer Ramschware degradieren. Beispiele gibt es viele. So bleibt die SOKO so klein wie möglich, um undichte Stellen so weit als möglich aus zu schließen. Ein V-Mann wird in die Menschenhändlerriege eingeschleust und dessen Leben ist keinen Pfifferling mehr wert, wenn auch nur der Hauch des Verdachtes auf ihn fallen sollte, genau wie das von Maria, wenn sie gefunden werden würde. Selbst das SEK wird erst in letzter Minute eingeweiht. Andreas Franz bürdet seinen Leuten viel Verantwortung auf und die tragen, das auch ohne Murren, auch wenn mit viel Frust, nur wer hätte das nach den Erkenntnissen nicht. (MRD)

ISBN 978-3-426-63831-7 559 Seiten 8,95€ (D)
Literaturgirl zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 14.11.2011
Ich hab da doch noch mal ne frage...
wollten die jetzt mitten im buch andeuten, dass dieser müller auch da mit drinsteckt in der ganzen sauerei, wir aber daraus schließen sollen, wie leicht man unbemerkt ein doppelleben führen kann oder wie ? da fahr circa eine seite, wo ein gespräch mit müller und seinem angestellten oder so war...
Diana zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 24.05.2010
das war mein letzten buch aus der julia reiche und zugleich ein krönender abschluss. es war spannend bis zum schluss, sehr gut beschrieben und ich empfehle es jedem leser. ich freue mich schon auf das nächste buch.bin mal gespannt, wie es heissen soll. [ mir fehlen noch 53 zeichen zu den 300 ^^] Diana
Liane Hof zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 08.05.2009
ich fand das Buch echt spannend. Am liebsten sind mir die brutalen Mordbeschreibungen. das Thema liegt sehr nah an der Realität, ich finde es gut, darüber offen zu sprechen. Insgesamt hält das Buch die Spannung die meiste Zeit über. Davor las ich KALTES BLUT, was echt suder war. Die "ER" Teile vom Mörder aus, find ich klasse! Das Ende ist absolut Grausam und superspannend.
Zum EMPFEHLEN
A.Meuer-Wettekamp zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 25.04.2009
Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt. Die Handlung war sehr spannend und packend. Die Abgründe, die sich hier auftun, lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Auch wenn es nur fiktiv ist, wer weiß, in welche Machenschaften unsere Politiker, Polizisten, Justiz und Konzernmanager und andere an den Schaltstellen der Macht verstrickt sind. Eine echt beängstigende Vorstellung
Bubu zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 18.02.2009
Für Krimi-Fans ein muß !
Für mich war es der 8. Durant-Krimi und auf "Tödliches Lachen" freu ich mich jetzt schon. Die Thematik scheint mir der der Realität sehr nah zu sein. Wieviele junge Frauen, Mädchen und Jungen werden Jährlich vermisst und was ist mit ihnen geschehen ??? Eine Frage auf die ich lieber keine Antwort geben möchte.
Dani zu »Andreas Franz: Teuflische Versprechen« 04.07.2008
Das buch von AF war sehr gut, es passt auch sehr gut, da ich denke, dass es im wirklich Leben oft so zugeht. Wieviel Frauen kommen jedes Jahr illegal nach Deutschland und werden zur Prostitution gezwungen? Oder was für Leute gehen dort hin? Sicher keine "normalen" Leute bzw. meist Stinkreiche, die von ihren Frauen nicht genug bekommen?

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