Teufelsleib von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Offenbach, 1990 - 2009.

  • München: Droemer Knaur, 2010. ISBN: 978-3-426-63943-6. 500 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2010. Gesprochen von Thomas Piper. ISBN: 3868046097. 6 CDs.

'Teufelsleib' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kommissar Peter Brandt ist gerade aus einem Kurzurlaub mit seiner Freundin, der Staatsanwältin Elvira Klein, zurück, als er mit einem besonders seltsamen Mordfall konfrontiert wird. Am Mainufer in Offenbach wird eine Hausfrau tot aufgefunden. Das Merkwürdige daran: In ihrer Hand hält sie einen Olivenzweig, und in ihrem Mund findet man eine Olive und eine Taubenfeder. Sehr schnell stößt der Kommissar auf das Geheimnis der Toten: Sie ging offenbar einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nach, genau wie zwei weitere Frauen, die in den letzten zwölf Monaten ermordet wurden. Peter Brandt betritt eine Welt aus religiösem Fanatismus, Gewalt und Rache.

Das meint Krimi-Couch.de: »Farewell, Andreas!« 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Der neue – und durch den tragischen Tod von Andreas Franz auch letzte – Fall von Kommissar Peter Brandt ist ziemlich verzwickt. Gerade aus dem Kurzurlaub mit Staatsanwältin Elvira Klein zurück gekehrt, wird der Ermittler mit einem Mord konfrontiert. In einem Offenbacher Appartement wird eine Edel-Prostituierte ermordet aufgefunden. Der Mörder hat ihr einen Olivenzweig in die Hand gegeben, sowie eine Taubenfeder und eine Olive in den Mund gesteckt. Im Umfeld der Toten wusste niemand von ihrem Doppelleben, dort galt sie als fleißige Putzfrau. Brandt und Klein stellen schnell Zusammenhänge zu ungeklärten Morden aus der Vergangenheit her. Aber der Killer schlägt abermals zu. Die Abstände zwischen den Morden werden kürzer, die Ermittler sollen verwirrt werden – und schließlich kommt es zu einem rasanten Finale.

Im fünften Fall von Peter Brandt geht es im Privatleben des routinierten Ermittlers weiterhin turbulent zu. Er ist mit seiner neuen Lebenspartnerin Elvira Klein glücklich – und beide sind genervt vom ständigen Störfeuer seiner Ex. Die entsprechenden Dialoge sind unterhaltsam, und lenken glücklicherweise nicht von der eigentlichen Handlung ab. Die Figur wäre durchaus noch entwicklungsfähig und -würdig – aber nun wird es der letzte Fall des knurrigen und doch sympathischen Offenbachers aus Überzeugung bleiben.

Andreas Franz hat mir im persönlichen Gespräch einmal bestätigt, dass ihm die Figur der Julia Durant durchaus an Herz gewachsen war. Wenn man den neuen Roman über Kommissar Brandt liest, hat man den Eindruck, dass dieser Protagonist auch auf dem besten Weg war, vom Autor ganz speziell gemocht zu werden. Brandt ist ein Ermittler, der nicht wirklich an den Paragraphen klebt, ohne nun aber der typische »Hau-drauf-Bulle« zu sein, wie man ihn aus vielen Fernsehserien kennt. Aber die teilweise tragischen Fälle, mit denen er konfrontiert wird, nehmen ihn menschlich ungemein mit.

Andreas Franz bringt das sehr authentisch rüber. Diese zu spürende Anteilnahme dürfte aus den ausgezeichneten Kontakten herrühren, die er zu Ermittlern verschiedener Ebenen in etlichen Bundesländern hatte. Der Autor war bekannt – und bei seinen eingefleischten Fans geliebt – dafür, dass er Szenen und Vorfälle aus realen Kriminalfällen in seine Romane einbaute. Wer schon mehrere Bücher von Andreas Franz gelesen hat, wird bei »Teufelsleib« spüren, dass der Autor mit großem Spaß bei der Sache war. Er hat hier einige Botschaften eingebaut, die ich nicht verraten will, weil sonst zu viel von der Spannung genommen würde.

Manchem Kritiker waren die Bücher des routinierten Schriftstellers sprachlich zu schlicht, die Themen nicht anspruchsvoll genug. Nicht nur der Publikumserfolg spricht dagegen, sondern auch die Lektüre des letzten Romans zeigt einmal mehr, dass Andreas Franz Themen in seinen Büchern aufgegriffen hat, die in der Gesellschaft aktuell waren oder gerade wurden. So spielt in Teufelsleib der Missbrauch in kirchlichen Kinderheimen eine Rolle. Ich bin sicher, dass hier auch wieder einer oder mehrere reale Fälle Pate gestanden haben – leider kann ich Andreas Franz nicht mehr dazu befragen.

Der letzte Fall für Peter Brandt besticht einmal mehr durch eine klare, unverschnörkelte, fast schon derbe Sprache. Von Beginn an hat der Autor zudem einen guten Spannungsbogen aufgebaut, und fast bis zum Schluss ist unklar, wer der Mörder seien könnte, und vor allem, was sein Motiv ist. Der Plot ist für mich überzeugend, die Auflösung glaubwürdig – und man würde gerne bald den nächsten Fall dieses Ermittlers verfolgen.

Eine persönliche Bemerkung zum Schluss: Ich habe Andreas Franz gut ein Jahr vor seinem Tod persönlich kennen gelernt. An zwei Abenden haben wir lange Gespräche geführt, über seine Arbeitsweise, seine Bücher, seine Kontakte zu den Polizeibehörden. Dabei habe ich ihn als kenntnisreichen, akribisch recherchierenden Schriftsteller kennen und schätzen gelernt. Der mir davor nur durch seine Bücher bekannte Autor, der von Rezensenten und Publikum zuweilen kontrovers beurteilt wurde, wandelte sich zu einer Person, mit der man sich gerne unterhielt, und mit der man sich noch gerne öfter ausgetauscht hätte. Die Nachricht von seinem frühen Tod hat mich außerordentlich betroffen gemacht. Farewell, Andreas!

Andreas Kurth, April 2011

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Klobelesen zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 27.04.2012
War mein erster Roman von Andreas Franz. Teufelsleib und Jung, blond, tot (sein erster Roman) sind ähnlich schlecht. Herr Franz ist einfach talentlos. Ich erspare es mir die Ermittlercharaktere in ihrer Entwicklung auf`s Auge oder Ohr zu tun, dazu müsste ich die restlichen Romane lesen/hören. Wer diese Kost gut findet sollte mal die John-Cardinal-Reihe von Giles Blunt lesen und dann noch mal einen Vergleich mit Andreas Franz anstellen. Selbst die ermittlungstechnischen Abläufe hat ein Hauptschüler besser drauf, nach zwei TV-Tatorten, als ein Andreas Franz.
Im letzten Roman hat mich das Täterprofil überzeugt. Die Selbsterklärung des Täters am Ende des Buches ist einfach überflüssig. Für wie dumm hielt Herr Franz sein Publikum?
R.I.P.
Bernie Bär zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 24.11.2011
Auch ich bedaure den Tod eines guten Schriftstellers. Mir werden neue Bücher von ihm fehlen.
Franz hat immer sehr sozialkritsch geschrieben und den Finger in die Wunden unserer Zeit gelegt (z.B. organisiertes Verbrechen).

Gerade sein letzter Roman hat mir sehr gut gefallen. Er war sehr einfühlsam geschrieben und sehr spannend und die Sozialkritik hielt sich diesmal sehr in Grenzen.
Es zeigte sehr gut beschrieben den Konflikt eines Pfarrers, die Beziehung eines Kommissars (in den Wechseljahren) zu seiner jüngeren Freundin und natürlich sehr gelungen, wie man zu einem Serienmörder werden kann.

84 Punkte und machs gut Andreas!
Henriette zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 27.10.2011
In Offenbach wird eine Frauenleiche gefunden. Eigentlich ist sie Hausfrau und Mutter, doch es stellt sich heraus, dass sie eine Hure mit sehr reichen Kunden ist. Sie besitzt eine teure Wohnung, ein teures Auto und hat sehr hohe finanzielle Rücklagen.
Während der Ermittlungen muss Kommissar Peter Brandt feststellen, dass es noch mehr Frauen, die ebenfalls ermordet wurden und in dieses Schema passten.
Durch spezielle Beigaben (Olivenzweig, Olive und Taubenfeder) an der Leiche wird klar, dass es wahrscheinlich mit religiösem Hintergrund zu tun haben muss. Eine Kirchengemeinde, wo auch die ermordeten Frauen Gemeindemitglied waren, steht im Visier der Ermittlungen. Wer hat von dem Nebenerwerb der Frauen gewusst? Was haben die Beigaben zu bedeuten?

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Wie immer war der Schreibstil flüssig zu lesen. Die Figuren sind sehr menschlich dargestellt. Sie fluchen, essen und trinken, sind auch mal im Bad. Das macht sie unter anderem auch sympathisch.
Die Geschichte war von Beginn an sehr spannend.
Die Sicht des Mörders wurde zwischendurch immer mal eingeblendet. Irgendwann wurde klar, wer der Mörder ist, aber nicht aus welcher Motivation er die Frauen ermordet hat. So blieb es interessant bis zum Schluss.


[B]Fazit:[/B] Alles in allem war es wieder ein typischer Andreas-Franz-Krimi, zumindest für mich. Ich kann ihn nur empfehlen und vergebe gern fünf von fünf Sternen.
Thierrys-Liebste zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 23.10.2011
Auch wenn es das letzte Buch des Autors war, muß ich leider sagen, daß es nicht annähernd das Beste war.
Brand mag sympatisch sein, auch die Wandlung von Elvira Klein, von einer eher gefühlskalten Person zu einer sehr sensiblen, zart besaiteten Frau, kann ich durchgehen lassen. Aber letztendlich hatte ich einen Krimi erwartet und keinen seichten Liebesroman zwischen dem Komissar und der Frau Staatsanwältin.
Die Handlung selber hatte gute Stellen, war für mich vom Aufbau her ansprechend und spannend, aber bei der Auflösung des Falls kam hier mehr als einmal "Komissar Zufall" zur Hilfe, ebenso die plötzlich vom himmelherabfallenden Gedankengänge von Brands Kollegin Nicole, fand ich doch etwas an den Haaren herbei gezogen.
Eine Todkranke Frau, die sich urplötzlich sämtliche Handlungsabläufe des Mörders zusammen reimen kann ?
Das Ende war kurz und schmerzlos, als hätte der Autor auf einmal die Lust an seinem eigenen Krimi verloren.
Schade, man hätte sicherlich mehr aus dieser Geschichte machen können, da sie doch sehr vielversprechend anfing, stellenweise seicht vor hin plätscherte und schließlich ein abruptes und viel zu schnelles Ende nahm.
Jeannette Steinle-Liechti zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 18.09.2011
Ob Julia Durant,Peter Brandt oder Henning/Santos Reihe Andreas Franz ist DER Krimi Autor für mich.
habe eben das Buch,Teufelsleib fertig gelesen.War einfach super wie alle Bücher die Andreas Franz geschrieben hat.Spannend bis zum letzten Wort.Für mich sind die Krimis von Franz wie eine Sucht,fängt man an zu lesen kann man fast nicht mehr aufhören ;-)
Ich bedaure seine Tod sehr.Seine Bücher werden mir fehlen.
Madita zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 26.08.2011
Also mir reichts jetzt auch mit den Franz Büchern. Wie schon jemand vor mir schrieb: kennst du einen, kennst du alle. Jede einzelne Wurstscheibe muss erwähnt werden und die Nebengeschichte mit dem Kroaten ist auch völlig unerheblich. Wie immer lauter hübsche, wohlduftende Frauen und jeder Protagonist genehmigt sich in einer schwierigen Situation ein Gläschen. Neu ist, dass Elvira Klein ihre Rolle als "Zicke" mit Andrea Sievers getauscht hat. Was das Beichtgeheimnis angeht, hat Herr Franz nicht ausreichend recherchiert. Ein Priester darf auch auf die Frage ob eine bestimmte Person bei ihm die Beichte abgelegt hat keine Antwort geben.
Sola zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 08.07.2011
Es war schon ein werkwürdiges Gefühl, zu wissen, dass „Teufesleib“ der letzte Roman von Andreas Franz ist. Sein plötzlicher früher Tod hat mich sehr betroffen gemacht. Er hatte noch soviel vor.
Den Roman „Teufelsleib“ fand ich im Großen und Ganzen ganz spannend. Es bauten sich immer wieder neue Spannungsfelder auf. Manchmal konnte man wirklich nicht aufhören zu lesen. Genervt haben mich allerdings die endlosen, inhaltsarmen Dialoge zwischen Brand und Klein. Das ständige Geturtel der beiden war kaum zu ertragen. Trotzdem ist Teufelsleib wie alle Bücher von Andreas Franz ein Lesespaß
Axel zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 23.04.2011
Hätte ich nicht schon vorher eine Menge Bücher von Andreas Franz gelesen bzw. gehört...wäre dies mein erstes Buch von ihm gewesen...es wäre unter Garantie auch das letzte gewesen. "Teufelsleib" ist so was von langweilig, langatmig und grottenschlecht. Die ganze Handlung ist null-acht-fünfzehn, die üblichen Klischees werden komplett bedient. Prostitution, schlechte Kindheit, zwischendurch HartzIV usw.usw.usw. Fehlte nur noch, dass irgendwann ein Nazi auftaucht. Was das alles soll weiß ich nicht. Auch diese permanenten Moralpredigten von Kommisar Brandt...vollkommen unnötig (z.B. als der Schwager von Yvonne erfährt, dass sie als Prostituirte gearbeitet hat. Vollkommener Ausraster udn was sagt Peter Brandt dazu:"Wussten sie, das ihre Schwägerin 4 Sprachen gesprochen hat?" Dazu noch ein bisschen blabla, dass Prostitution doch gar nicht schlecht ist und sie ja ein gutes Herz hatte und der Schwager ist wieder vernunftig. So leicht geht das in der Welt von Andreas Franz. Dann diese Endlosdialoge zwischen Peter und Elvira. Diese gegenseitige Beweihräucherung und sich toll finden. Es wird irgendwann mal unerträglich. Und auch hat A.F. irgendwann mal geschrieben, er möchte mehr über seine beiden Hauptdarsteller schreiben, den Leser erfahren lassen, wie es mit den beiden weitergeht. Aber hat er das? Nein, sie waren im Urlaub, kommen nach Hause, der Job geht los, sie finden sich toll und irgendwann bestellen sie von zu Hause aus Pizza und Nudeln. Na super!
Zum Täter. Jaja, ist klar schlechte Kindheit und der übliche tralalala. Böse Nonnen, die ihn gedemütigt haben. Und wieder einmal kann A.F. es nicht lassen, uns teilzuhaben an seinen sexuellen Gedanken. Zum guten Schluss noch die Vergewaltigungsszene mit seiner Stiefschwester im Beisein seiner eigentlichen mutter, die er dann auch mit den Finger sexuell demütigt...bei aller Liebe, das ist mir zu doof und ich frage mich ernsthaft, was das soll?
Wie gesagt, das Buch ist in meinen Augen das mit Abstand schlechteste von A.F. und von daher von mir nur
20°
yvonne rau zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 28.02.2011
Ich habe das Buch verschlungen...Seit dem ich von meiner Tante mal ein, Andreas Franz, Buch geschenkt bekam, bin ich bekennender Fan seiner Bücher.Guter Schreibstil-Spannung von Anfang an-keine Langatmigkeit...
Bis zum Schluss war auch völlig unklar wer der Täter ist.
Einzige Sache die ich merkwürdig finde ist, dass Juliane ihren Bruder, eigentlich könnte man auch sagen Peiniger, regelmäßig im Gefängnis besucht. Ein etwas komischer Schluss.
Sarah_Ch zu »Andreas Franz: Teufelsleib« 13.02.2011
Ich habe alle Bücher von Andreas Franz und lese sehr gern von ihm. Nur war ich von diesem Buch etwas enttäuscht.

Ich fand es sehr langatmig. Es gibt einige spannende Stellen, aber einiges hätte ich beim lesen am liebsten übersprungen.

Was die Ermittlungsrabeit bestrifft, kam erst so gut wie gar nichts. Zum Schluss hin kam auf den letzten Seiten alles auf einmal und dann war es auch schon zu ende...

Ich habe festgestellt, dass ich die Reihe um Julia Durant lieber lese.

Ich werde mir aber auf jeden Fall alle weiteren Bücher von Andreas Franz holen. Ich sehe "Teufelsleib" mal als Ausrutscher...

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