Spiel der Teufel von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Kiel, 1990 - 2009.
Folge 2 der Sören-Henning-und-Lisa-Santos-Serie.

  • München: Knaur, 2008. ISBN: 978-3-426-66299-1. 487 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2009. ISBN: 978-3828993280. 487 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2009. ISBN: 978-3-426-63940-5. 487 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Stephan Benson. ISBN: 3-7857-3562-6. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2009. Gesprochen von Stephan Benson. bearbeitete Fassung. ISBN: 3-7857-4125-1. 6 CDs.

'Spiel der Teufel' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der Kieler Kommissar Sören Hennig und seine Kollegin Lisa Santos sind fassungslos: Ihr Freund und Kollege Gerd Wegner soll sich umgebracht haben! Auch dessen Frau kann nicht glauben, dass ihr Mann Selbstmord begangen hat. Sören und Lisa beginnen zu ermitteln. Sehr schnell kommen sie zu dem Schluss, dass Wegner beileibe nicht den Freitod gewählt hat, sondern auf brutale Weise ermordet wurde. Wer aber könnte ein Interesse daran haben, den gewissenhaften Polizisten umzubringen? Und was hat sein Tod mit der jungen Frau zu tun, deren Leiche man kurz darauf aus der Kieler Förde fischt und bei der es sich offenbar um eine Auftragskillerin handelt? Wegner ist mit seinen verdeckten Ermittlungen anscheinend ins Visier der internationalen Organmafia geraten. Bald wird deutlich, dass die Spur in den Osten führt – und dass einige bedeutende Mitglieder der besseren Kieler Gesellschaft involviert sind. Als sich das LKA einschaltet, ist endgültig klar, dass die beiden Polizisten in ein Wespennest gestochen haben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Brauchbare Unterhaltung auf bescheidenem Level« 70°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Kiel als seemännisches Tor zum Osten und somit auch als krimineller Anlaufpunkt der russischen Mafia ist in Spiel der Teufel nach Unsichtbare Spuren der zweite Fall, in dem das auch privat liierte Ermittlerduo Sören Henning und Lisa Santos auf Mördersuche gehen.

Diesmal erwischt es einen Freund und Kollegen. Gerd Wegner hat offensichtlich Selbstmord begangen, in dem er Kohlenmonoxid in das Innere seines BWS geleitet hat, nachdem er kräftig Wodka in sich geschüttet hatte. Aber Sören und Lisa sind vom Suizid keineswegs überzeugt, denn Gerd war nach dem gewaltsamen Tod seiner kleinen Tochter mit seiner Frau Nina wieder glücklich, denn diese war wieder in besseren Umständen. Außerdem mochte er überhaupt keinen Wodka.

Stutzig wird das Ermittlerduo erst, als es die Vermögensverhältnisse des Verstorbenen überprüft. Trotz regelmäßiger Überstunden hätte er sich Haus und Auto dieser Klasse niemals leisten können. Er musste also noch eine weitere Einkommensquelle haben und der Verdacht, dass Gerd sich von unredlichen Elementen schmieren ließ, drängt sich immer stärker auf, obwohl Nina dies vehement bestreitet.

Während also Lisa und Sören in Gerds Umfeld ermitteln und dabei auch ihren Kollegen auf die Zehen treten, tritt die russische Organmafia an einen erfolgreichen Herzchirurgen heran und nötigt diesen, in einer High-Tech-Privatklinik Transplantationen vorzunehmen, bei der jungen Menschen, die man unter falschen Vorstellungen von Russland nach Deutschland verschleppt hat, lebenswichtige Organe entnommen und der zahlungskräftigen Kundschaft wieder eingesetzt werden. Aber eine aus dem Schlepperteam spielt falsch und gibt Lisa und Sören den entscheidenden Tipp …

Andreas Franz hat wieder routiniert an der Krimischraube gedreht und ein aktuelles Thema an die Ostsee verpflanzt, wo man auf organisierte Kriminalität scheinbar noch nicht vollends vorbereitet ist. Der Leser ist von Anfang an in die kriminellen Machenschaften eingeweiht. Nur die nicht sonderlich profilierten Ermittler müssen erst mit der Nase darauf gestoßen werden, was in dieser Geschichte wirklich abläuft. Sören Henning bleibt in der gesamten Story relativ farblos, ist immer leicht am verzweifeln und aufbrausend, weil er keinen wirklichen Anknüpfungspunkt findet. Hätte er nicht Lisa, die ihn gelegentlich bremst, wäre seine Polizeilaufbahn wohl beendet, bevor Andreas Franz sich ein drittes Mal um die Kieler Polizisten kümmert.

Die Ermittler drehen sich im Kreis und wieder und wieder werden dieselben Spurten ausgewertet, die allesamt in eine Sackgasse führen. Der Fall wäre garantiert bis heute nicht geklärt, wenn da nicht ein Maulwurf auf Seiten der Russen wäre und damit beginnt der Roman von der Polizeiarbeit abzugleiten, denn es herrschen plötzlich Zufall und berufliche Alleingänge. Die Spannung läuft nicht mehr über die Ermittlerschiene, denn was auf der Gegenseite läuft, ist wesentlich interessanter. Wie man einen redlichen Menschen zum Werkzeug der Mafia macht und sein Gewissen scheinbar beruhigt, ist deutlich spannender als die heimlichen Treffen der Ermittler mit deren Informanten.

Franz weiß, wie er die Seiten füllt, Wiederholungen einbaut und immer wieder einen Brocken Aufklärung in die Handlung einstreut. Dass er zur Abrundung des Geschehens noch eine absolut unglaubliche Wendung mit offenem Ende dranhängt, lässt den Franz-Fan auf ein neuerliches Zusammentreffen mit den Tätern hoffen, bei dem es dann ein wenig härter zur Sache gehen sollte.

Wer bis jetzt noch kein Freund der Werke von Andreas Franz ist, der wird es auch mit Spiel der Teufel nicht werden, denn die knapp 500 Seiten aus dem Knaur Taschenbuchverlag können den Leser nicht berauschen, aber brauchbar unterhalten.

Wolfgang Weninger, Juni 2010

Ihre Meinung zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel«

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artep263 zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 20.10.2014
Schon länger Fan der Julia-Durant-Reihe hat mich Spiel der Teufel vollends begeistert. Die Kommisare
sind glaubwürdig mit menschlichen Schwächen und dadurch sehr sympathisch. Die Handlung selbst ist erschreckend, und leider nicht an den Haaren herbeigezogen. Das Ende entspricht leider der Realität, der Epilog überrascht und schockt zugleich.
Fazit: spannend, glaubwürdig und unbedingt lesenswert.
Hardy Schmidt zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 08.02.2014
Hardy Schmidt

Ein spannendes Buch, dass der Autor Andreas Franz gut recherchiert hat, vielleicht etwas zu langatmig.
Aber sehr lesenswert!
Werde noch andere Romane von Andreas Franz lesen!
Sehr interessant ist der Roman auch, weil er in die dunkelsten Abgründe der Menschheit und ihrer Kriminalität durchdringt.
Hope zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 18.10.2013
Ich hatte mir nur eine kurze Leseprobe aus dem oberen Abschnitt
gegönnt und bin begeistert.Es wäre schön,wenn es zu diesem Buch auch ein Film geben würde,denn ich habe schon immer gerne solche Filme gesehen,nur leider bekommt man die im TV viel zu selten zu sehen.Tatsache
ist,dass es so etwas nicht nur im Film,sondern auch in der Realität gibt.Über das Theme,illigaler Organhandel,sollten die Medien wesentlich mehr berichten.

Hope

PS...sollten in der nächsten Zeitir irgendwelche Filme dieser Art im TV laufen,bitte an meine E-mail melden.
Naldo zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 11.04.2012
Für mich war es das erste Buch von Andreas Franz. Und ich glaube nicht, dass ich nochmal zu einem Buch von diesem Schriftsteller greife. Ich kann mich dem Vor-Kommentar nur anschließen. Sprachlich ist das Buch auf niedrigem Niveau. Erinnert an die günstigen "Groschen-Romane" von Bastei-Lübbe. Schade, denn die Story hätte es verdient liebevoller umgesetzt zu werden.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Flumu zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 10.02.2012
Die Story ist gut, da hätte ein spannendes und fesselndes Buch raus werden können, organisierte Kriminalität geht immer. Für mich war es das zweite Buch von Andreas Franz, nach 70 Seiten hatte ich leider schon die Nase voll. Sprachlich ist das eins der schwächsten Bücher, die ich je gelesen habe, hat der Lektor gepennt? Vollkommen unrealistisch und konstruiert wirkende Dialoge, die sich im Kreis drehen und in der Realität allein schon aus Ökonomiegründen nie so geführt würden, semantisch schlichtweg unmögliche Bezüge ("mit aufgesetzter stoischer Ruhe" - Stoik kann nicht aufgesetzt sein usw.), ich war echt enttäuscht, der Plot rettet da auch nichts mehr.
Ajuna zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 21.01.2012
Leider mein erstes Buch von Andreas Franz. Denn die Hintergründigkeit des Themas und die Darstellung der Mafiastrukturen haben mich total gefesselt.Aber:sprachlich kann mich der Roman überhaupt nicht überzeugen. Die Dialoge sind stümperhaft und eckig geschrieben, ich konnte mich in die Situationen u d v.a. In die sonderbare Beziehung zwischen Sören und Lisa nicht hineindenken. Durch die anderen Kommentare wurde ich aber ermutigt, es nochmal mit einer anderen Romanreihe von A.F. zu versuchen. Zum Thema Schluss möchte ich auch noch etwas anmerken: ich war regelrecht entsetzt und habe mich gefragt, was in den Autor nur gefahren sein muss, dieses Ende zu erfinden. Die Handlung fand ich bis dahin richig spannend und die Wendungen völlig ausreichend. Ich hätte mir gewünscht, den eigentlichen Schluss überlesen zu haben. Diese krampfhafte Überraschung und der absolute Sieg des Bösen hätten wirklich nicht sein müssen!
Hs zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 23.10.2011
Meiner Meinung nach ein gelungener Kimalroman, der aber oft die aufgebaute Spannung verpuffen lässt.
Das Ende hingegen lässt den Leser ins grüberln bringen, da so eine Art von Korruption sicher lich noch sehr fiktiv ist, aber durchaus möglich sein kann...
Wiedererwartend beendet auch dieser Autor sein Roman offen. Nichts Schein so zu sein, wie man meint. Am Ende verändert sich alles ins Gegenteil...
Franz zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 09.09.2011
Mein zweiter Franz-Roman nach der Geschichte um den Psychopathen Butcher.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sowohl das Thema, als auch die Ermittlungsarbeit in diesem Buch erschreckend finde. Beim Thema kann dies durchaus angebracht sein, aber die Ermittlungsarbeit ist doch eher von Konfusion durchzogen. Wer Ivana ist, habe ich tatsächlich nicht geahnt, Nina hatte ich schon anfangs im Verdacht, dafür brauchte man nun tatsächlich kein Polizist sein, erst recht nach Ivanas Aussagen musste(!) man sie förmlich im Verdacht haben. Das Ende ist für mich absurd und nimmt jeglicher vorausgehender Handlung ihren Sinn, besonders ist es nun nicht mehr nachvollziehbar, welche Rolle denn Gerd Wegner für die beiden Frauen überhaupt gespielt hat? Für mich ein ambivalentes Buch, mit durchaus guten Passagen, das sich unglücklicherweise selbst den Sinn nimmt und eher implodiert als explodiert.
Antonella zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 05.08.2011
Hmm... ich bin ein wenig überrascht über die vielen negativen Kritiken... Ich persönlich habe fast alle Franz Bücher gelesen. Ich gebe den Kritkern recht, das dieses Buch sehr dialoglastig ist, ich selbst hatte mir vorgenommen es vor dem Schlafengehen zu lesen... doch es hat mich dermaßen gefesselt, das ich es in 2 Tagen komplett durch hatte. Das Thema Organhandel ist gut gewählt und kein anderer Krimi Roman hat mich im Anschluß so aufgewühlt und beschäftigt wie dieser. Für manche Leser mag das Buch "übertrieben" und "unrealistisch" wirken, aber liebe Leser, wir leben keinesfalls in einer harmlosen, friedlichen und ehrlichen Welt!
Madita zu »Andreas Franz: Spiel der Teufel« 24.06.2011
Dies war mein erster Roman von Andreas Franz. Die Geschichte wäre eigenlich ganz gut, könnte aber auch mit der Hälfte des Buches dienen. Wie schon jemand vor mir schrieb: die seitenlangen Dialoge sind wirklich nicht auszuhalten und es wiederholt sich alles mehrmals. Wie gesagt die Geschichte wäre gut aber durch die nichtssagenden Dialoge und Wiederholungen kommt keine Spannung auf.
Ich werde als nächstes Mord auf Raten lesen, mal sehen ob das besser geschrieben ist.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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