Die Bankerin von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.

  • München: Droemer Knaur, 1998. ISBN: 3-426-60805-7. 552 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1999. ISBN: 3-426-61264-X. 416 Seiten.

'Die Bankerin' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

David v. Marquardt ist das, was man einen erfolgreichen Jungunternehmer nennt. Mit knapp vierzig Jahren hat er sich bereits ein florierendes Unternehmen aufgebaut und lebt mit seiner Familie in einer luxuriösen Wohnung. Das schöne Leben bricht jäh zusammen, als David erkennt, dass sein Kompagnon ihn betrogen hat. Von einem Tag auf den anderen steht er vor dem Nichts. Seine letzte Hoffnung ist die Bank und eine Frau, deren Hilfsbereitschaft an ein paar höchst merkwürdige Bedingungen geknüpft ist …

Das meint Krimi-Couch.de: »Rache ist Blutwurst« 50°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Extremsituationen. Augenblicke, zu denen ein Mensch zu allem in der Lage ist. Auch zu Verbrechen. Oder wenigstens zu Aktionen, die er unter normalen Umständen niemals getan hätte. Schwer vorstellbar? Darum ist es auch eine Hürde für einen jeden Autor, bei einem sogenannten »Hard Boiled« zunächst einmal eine derartige Extremsituation seinen Lesern zu vermitteln.

David von Marquardt hat es ganz schwer erwischt. Einst erfolgreicher Unternehmer in der Software-Branche, dann durch einen Betrug seines Buchhalters von heute auf morgen hoch verschuldet. Die Firma ist weg, das schöne Haus und auch der Jaguar. Plötzlich lebt die Familie in einem schmuddeligen Appartement in der hässlichsten Hochhaussiedlung der Stadt. Doch damit nicht genug. David hat zwar einen Job, er arbeitet in der Poststelle eines ehemals erbitterten Konkurrenten, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht, um seine Frau und die vier Kinder zu ernähren. Doch dann kommt der Tag, an dem sich eine Lösung für ihn offenbart.

Der Niedergang eines Unternehmers

Eine Bankerin bietet ihm an, für sexuelle Gefälligkeiten die monatlichen Raten für seinen Kredit zu übernehmen. David war seiner Frau in über 20 Ehejahren nie untreu, aber es ist für ihn der einzige Weg aus seiner Misere. Nur so kann er die Familie weiter ernähren. An und für sich kein schwerer Job, den er auch gut vor seiner Frau verbergen kann. Aber dann wird zunächst sein Buchhalter in einem Hotelzimmer brutal ermordet, kurz später er, David, und auch seine ganze Familie mit Anrufen und Briefen bedroht. Sein ältester Sohn wird nachts überfallen und niedergestochen, ist fortan querschnittsgelähmt. David verändert sich, er fängt nun sogar an, exzessiv Alkohol zu trinken, obwohl er zuvor abstinent gelebt hat. Und dann begegnet er auch noch der jugendlichen Tochter der geheimnisvollen Bankerin, in die er sich zu allem Überfluss verliebt. Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen.

»Hard Boiled« oder doch eher Weichei? Der abgekochte Verbrecher aus Verlegenheit ist David von Marquardt absolut nicht. Er bricht zwar mit Prinzipien, tut Unrecht (besonders gegenüber seiner Famile), aber Verbrecher kann man ihn deshalb lange nicht nennen. Er ist in seiner Haut eher der leidende und hilflose Looser. Der wirkliche Bösewicht verbirgt sich lange im Hintergrund, dennoch kann der Leser früh, viel zu früh, die Zusammenhänge erkennen und erahnen, wer die Fäden zieht, um David zu demütigen.

Die Charakterwandlung Davids ist erstaunlich. Vom treuen Gatten zum notorischen Lügner? Vom Abstinenzler zum Alkoholiker in zwei Monaten? Und dann verliebt sich der einst erfolgreiche Manager in einen Teenager? Trotz der schon oben beschriebenen Extremsituation erscheint dies doch ein wenig dick aufgetragen und im Endeffekt unglaubwürdig.

zu soft für einen hard boiled

Ein »Hard Boiled« lebt nicht allein von den über eine Person hereinbrechenden Hiobsbotschaften. Davon hat Franz eine Vielzahl eingebaut. Letztlich ist dieser Roman aber für echte Freunde des Genres wohl ein wenig zu soft geraten, da die Handlungen der Hauptperson insgesamt doch zu passiv sind. Und die Auflösung, die Beweggründe des Bösewichts, lediglich die Taten einer geistig verwirrten Person …Schade!

Ihre Meinung zu »Andreas Franz: Die Bankerin«

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gabi zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 13.11.2016
mal ein ganz anderer A.F.
spannend,gut geschrieben,aber etwas gewöhnungsbedürftig
Mir persönlich gefallen die anderen
Bücher besser
Die soziale Situation der Hauptperson wird mir zu viel wiederholt
Ich habe schon über die Hälfte der Bücher von A.F. sowie die Nachfolgebücher.
Ich bin unendlich traurig, dass A.F. so früh verstorben ist. Hätte gern noch viel viel mehr von ihm gelesen.
Orbil zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 20.11.2012
Nach "Das achte Opfer" war es mein zweites Buch von A.F. Ich fand es recht spannend und vor allem gut geschrieben. Der Bezug nach Frankfurt tat sein übriges, um das Werk sehr gut zu finden. Man konnte sich denken, wer hinter den Taten steckte, aber das Motiv war mir lange unklar. Die Auflösung und das Ende des Buches war im Stile von A.F. Das nächste Buch von ihm liegt schon neben mir.
michi zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 29.07.2012
war das 2. buch von a.f. was ich versucht habe zu lesen. unglaublich schlecht. handlung schlecht, schrift- "stil" lachhaft. verstehe nicht das er überhaupt bücher verkauft hat. meine 8 bücher waren ein geschenk. ich habe alle in der papiertonne entsorgt. so ein sch... jetzt muss ich auch noch noch was schreiben damit meine meinung angenommen wird, vonwegen 300 zeichen. vielzuviel für diesen schwachsinn...
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krimimaus zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 29.09.2011
ich habe jetzt schon ein paar Krimis von A. Franz gelesen, eigentlich bevorzuge ich englische Krimis. Der Bezug zu Frankfurt liess mich im Regal zu diesen Krimis greifen. Die Bankerin hat teilweise inhaltliche Fehler, da hat der Lektor womöglich aus Langeweile einige Zeilen lediglich überflogen. Auch empfinde ich die Story inhaltlich als kaum realitätstreu. Ich wartete auf einen 'Aha-Effekt' bis zum Ende des Buchs - leider vergeblich...
Madita zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 02.09.2011
Ich kann mich John67 und Nick Walcker nur anschließen. Bis jetzt hat mich kein Franz-Buch vom Hocker gerissen, die Seiten sind wie immer mit langweiligen, unwichtigen und uninteressanten Details gefüllt. Wie immer das gleiche Prinzip: schöne duftende Frauen, vulgäres Geschwätz, haufenweise Zigaretten und Alkohol. Diejenigen, die von Andreas Franz Schreibstil begeistert sind, sollten sich wirklich mal Bücher von englischen Krimiautoren wie Ruth Rendell genehmigen, sie werden einen erheblichen Unterschied bemerken.
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John67 zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 25.08.2011
Gähn!!! Endlich habe ich dieses langweilige Buch durchgelesen, das wohl besser den Titel "David und seine Lolita" getragen hätte. Bisher habe ich erst 2 nichtssagendere Krimis gelesen.
Nein, ..und es hat mich wirklich in der Story nicht interessiert, ob er sich Leberwurst oder Käse auf das Brot schmiert, ebensowenig, ob irgendwer Malboro oder Lucky Strike raucht. Mich hätte es nur mal interessiert, warum man über 400Seiten für diese Story braucht!?
Selbst 50° sind noch geschmeichelt!!
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Nick Walcker zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 26.12.2010
Was lief hier nur schief?!
Das Buch ist und macht depressiv... Der Protagonist wird von einem Tiefschlag zum nächsten getrieben und stellst sich dabei unnachvollziehbar dumm an.
Die Vermutung, wer hinter den Morden stehen könnte, drängte sich mir bereits im ersten Viertel des Buches auf, wurde im Verlauf stets gestärkt und entsprach dann auch der tatsächlichen Auflösung... das einzig "Faszinierende" ist das monoton Schlechte, das aneinandergereiht wird ohne durch sprachliche Leistungen positiv hervorgehoben werden zu können...
Die "Liebe" und die Beziehung des Protagonisten zu der 17 Jährigen Tochter der Mörderin wirken künstlich, gestellt... Und die Wandlung des Gejagten zum Mörder sowie das neue, unbescholtene Leben mit "seinem Engel" zu plakativ, oberflächlich...
Ich las dieses Buch nur zuende um mir im Nachhinein auch eine Bewertung erlauben zu können...
Ich werde kein weiteres Buch dieses Autors lesen und frage mich voller Unverständnis, was jemanden dazu bringt, ein derartig kümmerliches Werk zu verfassen...
Ich bin aufrichtig und durchweg enttäuscht.
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Wothi zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 11.11.2010
Meine Süße verschlingt die Bücher von A.F., also habe ich auch mal eines probiert "Die Bankerin".
Der Schreibstil von A.Franz erinnert mich fatal an Simmel und Konsalik, die ich mir vor vielen Jahren reingezogen habe.Würde ich heute keinesfalls mehr lesen. So geht es mir auch mit diesem Buch, eines reicht !
Habe es dann nur noch schnell quergelesen und dabei trotzdem (fast) alles mitbekommen.
Es muß ja einen guten Grund geben,warum A.F. so erfolgreich ist.Ich kann Ihnen keinen nennen,außer daß Groschenromane zumindest früher eine ähnliche Resonanz hatten.
Ich finde ein Krimi-Schriftsteller macht es sich immer sehr leicht den Täter aus der Psychopathen-Ecke zu holen.
Da bleibe ich lieber bei meinen guten englischen Krimis.
Vielleicht urteile ich ja auch nur so hart, weil ich keine Frau bin. ???
Toyota zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 25.03.2010
Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Spannend war es auf jeden Fall, keine Frage, aber diese vulgäre Ausdrucksweise hat mich doch etwas gestört. Ich kann mich aber gut in den Schauplatz reindenken, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es tatsächlich so dort zugeht und aussieht.
Kai80 zu »Andreas Franz: Die Bankerin« 29.09.2009
Ich fand die Geschichte, sehr lange offen anfangs etwas langweilig doch später immer mehr Spannung und verwirrung.
Es its natürlich knallhart und einen lieben glücklichen gewinner gibt es meiner ansicht nach nicht.
So richtig freut man sich für keinen, dafür trauert man mit einigen.
Das Buch ist auf jeden fall lesenswert.
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