Das Verlies von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.
Folge 7 der Julia-Durant-Serie.

  • München: Knaur, 2004. ISBN: 3-426-62445-1. 500 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. ISBN: 3828976409. 459 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2008. ISBN: 978-3898978958. 493 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Uta Kroemer. ISBN: 978-3866670143. 12 CDs.

'Das Verlies' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Von einem Tag auf den anderen verschwindet der Autohändler Rolf Lura spurlos. Ein Fall für Julia Durant? Die Frankfurter Kommissarin und ihr Team vermuten ein Verbrechen, vor allem als sich herausstellt, dass Rolfs Frau schon seit längerem ein Verhältnis mit seinem besten Freund Werner Becker hatte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, doch dann verschwindet plötzlich auch Becker …

Das meint Krimi-Couch.de: »Franz spielt mit den Emotionen seiner Leser« 75°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ein Mann will ein Verbrechen vortäuschen und schießt auf sich selber. Zugegeben, dazu gehört Mut. Nicht unbedingt glaubhaft, aber möglich. Er »richtete die Mündung gegen sich selbst und drückte zweimal ab. Zwei Kugeln, bei denen er sich sicher war, dass sie nicht tödlich sein würden.« Auch noch gleich zweimal schießt er auf sich selber. Eine Kugel in den Bauch, die zweite in die Brust, fünf Zentimeter neben das Herz. Da muß man schon ein guter Schütze und ein noch besserer Anatom sein, um zu wissen, wo man treffen muß. Danach hat er zwar Schmerzen, macht aber seelenruhig weiter mit seinen Vorbereitungen: Pistole und Hülsen ordentlich drapieren, etwas von seinem Blut verteilen und dann noch ein Auto anzünden. Dann schleppt er sich noch zur Straße, wo er endlich bewusstlos zusammenbricht.

Auch, wenn diese Verhaltensweise des Täters später psychologisch begründet und versucht wird, sie glaubhafter zu machen, ist das für mich großer Schwachsinnn und eigentlich ein Grund dafür, das Buch zu verreißen. Daß ich dieses nicht tue, liegt hauptsächlich daran, dass der Autor hervorragend schreiben und vor allem Spannung erzeugen kann. Und daran, dass dies zwar ein entscheidender, aber der einzige wirklich relevante Kritikpunkt an Franz’ aktuellem Roman ist.

Die Beamten der Frankfurter Kriminalpolizei, die Franz ermitteln lässt, bekleckern sich zunächst wenig mit Ruhm und Ehre. Denn sein Team um Kommissarin Julia Durant scheint dieses Mal völlig neben sich zu stehen. Jeder geht mit einer unterschiedlichen, aber bereits vorgefassten Meinung an den Fall heran. Nach der Entdeckung des Verbrechens will man den Fall dann sofort abschließen, ohne eigentlich mehr zu wissen als zuvor.

In der ersten Hälfte kein Krimi, in dem ordentlich ermittelt wird, sondern einer, mit dem Andreas Franz bei seinen Lesern Emotionen erzeugt. Ein Ehepaar, das er aus dem Spielfilm »Der Feind in meinem Bett« entnommen hat. Der Ehemann ein brutaler Sadist, der seine Frau schlägt und vergewaltigt, wenn das Essen nicht pünktlich um sieben Uhr auf dem Tisch steht, nach außen hin aber den treusorgenden Ehemann spielt, der alles für seine Frau tut. Die wiederum kann sich nicht aus den Fängen ihres Mannes befreien, weil sie nicht weiß, wohin sie vor ihm fliehen soll.

Gabriele Lura ist diese geschundene Ehefrau und sie wirkt überhaupt nicht so, wie man das von einer Frau erwartet, deren Ehemann vermisst wird. Für die Polizei verständlich, nachdem sie erst ein wenig hinter die Kulissen geblickt hat. Rolf Lura ist ein erfolgreicher Besitzer eines Autohauses und mehrere Millionen schwer. Deshalb vermutet die Polizei zunächst eine Entführung, doch niemand meldet sich. Nur das Auto von Lura wird entdeckt. Man findet Blutspuren darin. Sollte die gepeinigte Ehefrau doch ihren verhassten Mann umgebracht haben. Das kann sich Julia Durant absolut nicht vorstellen, nachdem sie die sympathische Frau kennengelernt hat. Doch dieses Szenario wird immer wahrscheinlicher, nachdem man beobachtet, wie sich Gabriele Lura mit dem Freund und Anwalt ihres Mannes trifft. Und als beide plötzlich verschwinden, ist man ziemlich sicher, dass sich das Paar nach der Beseitigung des Tyrannen abgesetzt hat.

Doch dann kommt alles plötzlich ganz anders. Auch für den Leser eine völlig unerwartete Wendung. Bis zu dieser Stelle tappt der Leser zwar auch im Dunklen, doch ist er von da an mit allen Schritten des Verbrechers vertraut. Abschnittsweise begleitet er nun Ermittler und Täter.

Der Fall scheint klar im Polizeipräsidium Frankfurt. Doch Kommissarin Julia Durant bekommt Zweifel. Zweifel, die sie zunächst einmal ihren Kollegen verständlich machen muß. Und nun beginnt erst so richtig die Ermittlungsarbeit der Polizei.

»Das Verlies« ist ein Roman, der sich flüssig und flott herunterlesen lässt und in den man sich völlig vertiefen und mitfiebern kann. Nachdem Franz bereits in seinem kürzlich erschienenen »Tod eines Lehrers« das Thema »Gewalt gegen Frauen« angerissen hat, vertieft er es hier nochmals und stellt neben den Opfern auch die Hilflosigkeit der Täter gegenüber ihren Handlungen sehr gut dar. Doch wie so oft in Romanen wird wieder mal alles auf die verpfuschte Kindheit zurückgeführt.

Ihre Meinung zu »Andreas Franz: Das Verlies«

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Cuddles zu »Andreas Franz: Das Verlies« 25.04.2017
Ein spannendes Buch mit einem wichtigen Thema. Mich stören an den Julia-Durant-Krimis allerdings jedes Mal die überdetaillierten Darstellungen ihres Feierabends (die sich eh immer wiederholen..) und das sie immer als Ermittlerin in den Himmel gelobt wird. Der Rest des Teams sind eigentlich nur Statisten.
Speziell in diesem Buch: warum ist der Fall für die Ermittler abgeschlossen, wenn die potenziellen Entführer ohne Grund vermeintlich Selbstmord begehen? Das ergibt doch gar keinen Sinn! Einzig Super-Julia hat Zweifel..und löst auch diesen Fall quasi allein.
Sowas nervt mich bei Krimis/Thrillern, wenn eine Person zum Superhelden gemacht wird.
J zu »Andreas Franz: Das Verlies« 03.04.2015
ärgerliche rezension, verrät das ende!!! bitte ändern/löschen!
außerdem ist der krimi ganz spannend.
natürlich ist es "nur" die übliche seichte unterhaltung, die andreas franz eben bietet, aber auch genau das: verlässliche unterhaltung und spannung bis zur letzten minute. da mir krimi-bestseller generell meist gefallen, fand ich es super!
Anthea zu »Andreas Franz: Das Verlies« 30.12.2013
In 6 h ausgelesen, weil ichs nicht mehr weglegen konnte - zum Glück war grad weihnachtsfrei - für mich ein Volltreffer.

Ich habe schnell vermutet, was läuft und hätte mir ein glücklicheres Ende für Frau und Kind gewünscht. Gerne hätte ich etwas darüber erfahren, warum die Mutter zu dem wurde, was sie ist.
the 1st universe zu »Andreas Franz: Das Verlies« 01.10.2013
Also der Schreibstil dieses Premierenromans von FRANZ, A. ist tatsächlich etwas platt und dröge. Dennoch sind die Emotionen, die Verhaltensweisen der Charaktere und Charakterzüge gut nachvollziehbar. Es wird nicht so sehr viel Spannung erzeugt aber dafür eine mitfühlende Atmosphäre geschaffen, in die sich der Leser nah am Geschehenen versetzt empfindet. Wenn auch die storyline etwas darunter leidet und einen unrealen Eindruck vermittelt. Hätte man vllt mehr rausholen können.
Yvonne D. zu »Andreas Franz: Das Verlies« 15.06.2012
Ich habe erst ein Buch von Andreas Franz gelesen, Teufelsleib, und ich werde mir ganz bestimmt kein zweites antun. Die Personen sind platt und pathetisch, die Charaktere langweilig, auch wenn sich der Autor Mühe gibt, sie interessant zu gestalten. Irgendwie verbleibt er beim Niveau einer 12-jährigen. Spannender Erzählstil ist anders. Ich habe bis dahin noch kein anderes Buch gelesen, in dem die Diskussionen so langatmig und nichtssagend sind. Und die psychologischen Einblicke sind so was von oberflächlich.

Vielleicht sind die anderen Bücher des Autors besser, aber ich werde es wohl nicht herausfinden.
buschi64 zu »Andreas Franz: Das Verlies« 25.06.2011
Ich möchte mich David Hoppes Meinung zu diesem Buch voll und ganz anschließen. Einen so miserabel geschriebenen und klischeehaften Krimi habe ich lang nicht mehr gelesen. Konnte gar nicht glauben, dass der von einem angeblich so renommierten Autor stammt. Der Roman ist für meinen Geschmack in jeder Hinsicht ein kompletter Reinfall!
David Hoppe zu »Andreas Franz: Das Verlies« 09.11.2010
Ist das ein Groschenroman?
Sorry, hab das Buch zur Seite gelegt. Die abgedroschenen flachen Kommentare und die Schulmädchenpsychologie ertrage ich leider nicht. Außerdem wirkt vieles einfach unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen.
Und da ich mindestens 300 Zeichen eingeben soll hier noch der Hinweis, dass ich die verwendeten Klischees und Stereotypen ausgesprochen langweilig finde.
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Beatrix zu »Andreas Franz: Das Verlies« 13.08.2010
Es war mein erstes Buch von Andreas Franz und ich habe daraufhin alle gelesen und erwarte mit Spannung und Vorfreude das Nächste...Auch ich kann mich in die Personen absolut reinlesen .Langweilig,platt und schlecht finde ich total übertrieben!Dann sollte man das Buch aus der Hand legen aber es wurde nicht getan?!!Also hat es ja doch irgendwie gefesselt.
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Schnippi zu »Andreas Franz: Das Verlies« 14.05.2010
Von der ersten ... bis zur letzten Seite ist Spannung garantiert, auch wenn der Schluss (nach all den vielen Seiten des Spannungsaufbaus) sehr plötzlich...aber nicht unerwartet kommt. Der Schreibstil von Andreas Franz ist leicht und verständlich, die Handlungen sind nachvollziehbar...man kann sich in die Personen des Buches hinein versetzen (leidet teilweise mit).
Obwohl das Thema nicht neu ist, ist man gefesselt. Es kommt nicht häufig vor, dass ich ein Buch ungern aus der Hand lege, weil ich gespannt bin, wie es weiter geht.
Diana zu »Andreas Franz: Das Verlies« 03.04.2010
Ich schliesse mich SJVS an. Ich habe schon bedeutend bessere Bücher von Andreas Franz gelesen. Zeilenweise war es sehr gut beschrieben. Das waren aber höchstens fünfzig von fünfhundert Seiten. Es war nicht spannend und war auch nicht fesselnd. Der Täter war von Beginn an klar und die Geschichte total weit hergeholt. Es geht an der Realität sehr weit vorbei.

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