Todesmelodie von Andreas Franz & Daniel Holbe

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt am Main, 2010 - heute.
Folge 11 der Julia-Durant-Serie.

  • München: Knaur, 2012. ISBN: 978-3-426-63944-3. 450 Seiten.

'Todesmelodie' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Gleich der erste Fall nach ihrer Rückkehr in den aktiven Dienst verlangt Julia Durant, die immer noch unter dem Trauma ihrer Entführung leidet, wieder alles ab: In einem WG-Zimmer wird eine Studentin aufgefunden. Sie wurde grausam gequält und schließlich getötet, am Tatort läuft der Song »Stairway to Heaven«. Verbissen ermittelt das K11 die mutmaßlichen Verdächtigen, und das Gericht verurteilt sie zu hohen Haftstrafen. Zwei Jahre lang wähnen sich alle in dem Glauben, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. Doch dann taucht ein weiterer toter Student auf, und wieder spielt dasselbe Lied.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mit neuem Co-Autor: Wie gewohnt, nur schlechter« 60°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Nach einer längeren Auszeit, in der sie die Folgen einer Entführung und Vergewaltigung überwinden musste, ist Julia Durant erst wieder wenige Wochen im Dienst, als sie während der Wochenendbereitschaft zu einem Tatort kommt. Offenbar ist eine Studentenparty völlig aus dem Ruder gelaufen, Drogen und Alkohol waren im Spiel, eine junge Frau wurde brutal missbraucht und ermordet. Die vermeintlich Schuldigen werden relativ schnell überführt und verurteilt. Zwei Jahre später gibt es erneut einen Mord im studentischen Milieu. Diesmal wurde ein junger Mann grausam gefoltert und getötet. Am Tatort hat Durants Kollegin Sabine Kaufmann das Gefühl, sich an etwas zu erinnern. Nach einiger Überlegung fällt ihr ein, dass zwei Jahre zuvor ebenfalls ein Musikstück am Tatort lief, und zwar exakt der gleiche Song: Stairway to heaven von Led Zeppelin. Das Team der Frankfurter Kripo findet schnell neue Spuren – und es gibt weitere Tote. Bis zum dramatischen Finale hat die Mannschaft um Julia Durant aber noch einige Rätsel zu lösen und brenzlige Situationen zu überstehen.

Es scheint ein wenig Mode zu werden, neue Autoren die Reihen verstorbener Schriftsteller fortsetzen zu lassen. Vor kurzem kam der erste James-Bond-Roman aus der Feder von Jeffery Deaver auf den Markt, jetzt hat Daniel Holbe seinen ersten Julia-Durant-Band vorgelegt. In beiden Fällen hat die Familie des verstorbenen Autors eine entscheidende Rolle gespielt, indem die Zustimmung erteilt wurde. Während Deaver allerdings die bekannte Figur in die Moderne transformierte, und einen völlig eigenständigen Roman schrieb, setzt Holbe die Durant-Reihe nahtlos fort. Und er nutzte dabei Skizzen von Andreas Franz – wie weit der neue Roman bereits fertig war, ist dabei unklar, spielt aber auch eine eher untergeordnete Rolle.

Die Fans von Andreas Franz dürften – wie wohl alle Leser – durchaus gespalten sein. Vernichtende Urteile stehen dabei neben wohlwollenden, es gibt auch positive Stimmen. Auf jeden Fall muss man sich im Klaren sein, dass man hier keinen Roman des verstorbenen Autors in der Hand hält, sondern ein anderer das Buch geschrieben hat. Bei aller Spannung und Authentizität haben Kritiker dem verstorbenen Andreas Franz vorgeworfen, einen eher schlichten Schreibstil zu pflegen. Ich hatte damit nie ein größeres Problem, weil mich die von ihm geschilderten Fälle stets gefesselt haben, und weil durch seine exzellenten Kontakte zur Polizei die Geschichten im Wortsinne »aus dem Leben gegriffen« waren. Daher ist es nicht weiter störend, dass auch Daniel Holbe nicht unbedingt ein Meister des geschliffenen Wortes ist.

Ärgerliche handwerkliche Fehler sollten von ihm künftig allerdings vermieden werden, sonst gehen ihm selbst die eingefleischten Andreas-Franz-Fans von der Fahne. Das beginnt damit, dass falsche Ortsnamen verwendet werden, und endet bei der Peinlichkeit, eine Pistole SIG Sauer P6 als Revolver zu bezeichnen. Und wenn der Autor – oder ist er doch nur der Co-Autor, weil das Buch weitgehend skizziert war?? – sich bei solchen Fakten irrt, müsste das Lektorat die groben Schnitzer ausmerzen. Sonst könnte das Experiment, einen Neuling die Reihe eines Bestseller-Autoren fortführen zu lassen, schnell an seine Grenzen stoßen.

Die Geschichte ist vom Start weg recht komplex und undurchsichtig, die immer neuen Wendungen sind das Markenzeichen des verstorbenen Autors und werden von seinem Nachfolger gut fortgesetzt. Immerhin ist in dem Buch kein Stilwechsel erkennbar, Daniel Holbe hat sich durchaus geschickt an die Diktion des verstorbenen Andreas Franz gehalten. Die Perspektivwechsel von Julia Durant zu Frank Hellmer sind gelungen, und wie gewohnt wird auch das Privatleben der Ermittler regelmäßig einbezogen, ohne dabei zu übertreiben. Wer die früheren Bände der Julia-Durant-Reihe nicht kennt, wird ohnehin keinen Unterschied merken. Das Buch bietet solide Unterhaltung, ausreichend Spannung und einen guten Plot – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Am erzählerischen Handwerk und der Recherche muss Daniel Holbe aber noch kräftig feilen, vor allem, wenn er eines Tages komplett eigene Bücher schreiben will.

Andreas Kurth, August 2012

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Joachim Wolf zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 18.11.2016
Ich habe mittlerweile fast alle Romane von Andreas Franz gelesen, auch die Franz/Holbe Romane und konnte in der Regel kaum aufhören zu lesen. Meistens hatte ich einen Roman (mit dn üblichen Unterbrechungen in 3 Tagen ausgelesen. An der "Todesmelodie" sitze ich nun schon seit fast 2 Wochen. Es ist der mit Abstand langweiligste und schwächste Roman dieser Reihe.
Sus90 zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 14.10.2015
Dies war nun mein erstes Buch von Franz & Holbe.
Gut ich hab jetzt zwischendrin angefangen, habe aber nicht das Gefühl das es "schlimm" ist die Buchreihe nicht von vorn gelesen zu haben.
Die Story hat mir gut gefallen. Auch spannend geschrieben, an manchen Stellen etwas langatmig. Die vielen Dialoge während einer Autofahrt könnte man auch etwas kürzen. Und die Hauptdarstellerin Julia ist mir stellenweise leider etwas unsympathisch gewesen, fast schon anstrengend. Aber ansonsten ein gelungenes Buch.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
T. Schreiter zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 21.09.2013
Das Positive zu Beginn: Die Story ist größtenteils spannend.
Doch ansonsten...
Die Recherchefehler wurden bereits angesprochen.
Besonders zu Beginn sind die Dialoge an Banalität kaum zu überbieten. Das bessert sich im Verlauf der Handlung nur geringfügig.
Der "Rächer" taucht einem Deus Ex Machina gleich erst kurz vor Romanende auf und in wenigen Zeilen erfahren wir, warum er den Fall schneller als die Polizei lösen konnte. Zudem gibt es einen längeren Abschnitt über eine detailliert beschriebene Figur, die im gesamten Roman nicht wieder auftaucht und für die Handlung völlig irrelevant ist. Für mich allesamt absolute No-Gos in einem guten Buch, doch hierbei handelt es sich offenbar auch eher um einen vierhundert Seiten starken Groschenroman.
Andreas Franz besaß zweifellos nicht die Virtuosität einer Juli Zeh im Umgang mit Worten. Doch seinem "Nachfolger" Daniel Holbe war er um Längen überlegen.
Damit endet nach diesem Reinfall die Romanserie für mich.
Connla zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 11.09.2013
Eigentlich habe ich "Tödlicher Absturz" mit Spannung erwartet. EIGENTLICH! Bis jetzt habe ich Schwierigkeiten, dass Buch weiter zu lesen. Bei Andreas Franz habe ich gar nicht aufhören können. Julia Durant ist auf einmal ohne BISS. Wenn sie auch manchmal ein wenig krass dargestellt wurde, ist mir ihre "Sanftheit" völlig unsympathisch. Aber vielleicht ändert sich dass noch im weiteren Verlauf des Buches (falls ich zu ende lese). Sehr schade. Herr Holbe sollte sich für ein weiteres Buch viel mehr Zeit geben.
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karauschke zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 10.06.2013
Ich habe viele Bücher von A. Franz gelesen..und sie gemocht und teilweise verschlungen. Dieses nun ist nicht nur langweilig, sondern auch im Schreibstil sehr sehr schlecht.
Es ist teilweise wie ein billiges Dreigroschenbuch geschrieben. Die Wortwahl und Ausdrucksweise der Ermittler passen nicht mehr zu den Personen und haben mich teilweise zum Weglegen des Buches gebracht.
Ich verstehe, dass viele Leser das Buch zur Seite legen, oder nur der Interesse halber den Schluss lesen.
Ich werde mir ein weiteres Buch jedenfalls nicht mehr kaufen!!!
H.Jung zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 27.05.2013
*Gähn*, *langweilig*,. ist alles was mir zu dem Buch einfällt.

Ich bin derzeit irgendwo auf Seite 105, und kann mich nicht einmal mehr an die Zusammenhänge der zurückliegenden 104 Seiten erinnern, von denen ich etliche irgendwie überflogen habe, um es zu Ende zu bringen.

Für Krimi-Fans, die wie ich unter massiven Schlafstörungen leiden, eignet sich dieses Elaborat allerdings ausgezeichnet als nebenwirkungsfreies Schlafmittel:
Nach zwei, drei Seiten wird man endlich durch den Schlaf von der Langeweile erlöst.

Bisher habe ich die Krimis von Andreas Franz immer gern gelesen, ja regelrecht verschlungen - wobei ich zugeben muss, dass mir die Figur von Julia Durant nie so wirklich zusagte - aber ein weiteres Machwerk aus der Feder Daniel Holbes tue ich mir kein zweites Mal an.

Ich werde mir noch die letzten Seiten antun, wo dann das Rätsel um den wahren Täter entlüftet wird - wobei dieser von Anfang an bekannt ist - und dann verschwindet dieses Buch in die Ecke der ultimativen Fehlkäufe.
Wally zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 11.03.2013
Ich weiß nicht, welches Buch Herr Kurth gelesen hat, oder ob ihm tatsächlich die Bücher des Autoren Franz einfach nicht liegen - Tipp: Dann sollte man die Finger von diesen Büchern lassen, auch wenn andere diese noch so loben - mache ich genau so. Kritiken wie die von Herrn Kurth finde ich allerdings schon schlimm. Ich komme aus Frankfurt und weiß nicht, welche Ortsnamen falsch sein sollen und ja, es ist der Job des Lektors, grobe Schnitzer zu erkennen und zu korrigieren. Wie auch immer, ich bin Andreas Franz-Fan, jetzt also auch Daniel Holbe-Fan. Das Buch ist in meinen Augen phantastisch gelungen. Grade weil man nicht merkt, wann das Buch von Daniel Holbe "übernommen" wurde zeigt es, dass auch dieses Buch ein "ganzer Franz" ist. Ich lese grade das neue Buch "Tödlicher Absturz", das erste Buch, das alleine von Daniel Holbe geschrieben wurde und auch zur Julia-Durant-Reihe gehört und es liest sich fast von selbst, sensationell gut. Auch hier sind keine falschen Ortsnamen verwendet worden, nur das am Rande :-) Weiter so, Herr Holbe!
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Jessica zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 22.02.2013
Ich habe das Buch gelesen, und fand es super. Ich bin absoluter Franz Fan., habe alle seine Romane gelesen, dabei haben mir gerade die Durant Bücher am besten gefallen. Ich habe nicht feststellen können wo Daniel Holbe weiter geschrieben hat. Außerdem ist nicht er auf die Familie Franz zugegangen, sondern Inge Franz ( Andreas Franz Frau) hat einen Autor gesucht, der ähnlich schreibt wie Franz selbst. Ich finde es ist ihm gut gelungen und ich freue mich auf weitere Bücher von Daniel Holbe.
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manonw zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 12.02.2013
In einem Wort: langweilig! Ich hab' schon nach 40 Seiten aufgegeben und nur noch den Schluss gelesen. Der Mörder war keine Überraschung, den kannte man schon nach den ersten Seiten. Die Figur von Frau Durant gibt nichts Neues mehr her und ich mochte sie noch nie so recht. Das war definitiv das letzte Buch von "Andreas Franz", das ich mir gekauft habe.
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rolandreis zu »Andreas Franz & Daniel Holbe: Todesmelodie« 14.01.2013
Ich war sehr gespannt wie es mit Julia Durant weitergehen wird und wartete daher schon gespannt. Das zwischenzeitlich Andreas Franz verstarb, war für mich dann auch das Ende der Geschichten. Umso erstaunter war ich, als ich erfahren hatte dass Daniel Holbe die Durant-Reihe fortführen wird. Natürlich merkt man dem Buch an, dass ein Autorenwechsel stattgefunden hat, nur bin ich der Meinung dass Holbe die Geschichten um Durant, Helmer und das K11 gut fortsetzt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich diese Reihe immer gern gelesen habe. So wird meiner Meinung in der ersten Hälfte des Buches sehr auf die Personen rund um das K11 eingegangen, während in der zweiten Hälfte dann der Fall im Vordergrund steht. Und da ist Holbe es durchaus gelungen Spannung zu erzeugen. In Summe finde ich es einen ordentlichen Einstand von Holbe als Autor. Es ist auch mit Sicherheit schwer für ihn, da bestimmt viele Leser den direkten Vergleich zu Franz anstellen werden. Ich denke aber die Reihe verdient es weitergelesen zu werden.

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