Die Rache des schönen Geschlechts von Andrea Camilleri

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel La Paura di Montalbano (Erzählungen), deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Sizilien, 1990 - 2009.

  • Mailand: Mondolibri, 2002 unter dem Titel La Paura di Montalbano (Erzählungen). 321 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2003. Übersetzt von Christiane von Bechtolsheim. ISBN: 3-7857-1540-4. 315 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2004. Übersetzt von Christiane von Bechtolsheim. ISBN: 3-404-92171-2. 315 Seiten.

'Die Rache des schönen Geschlechts' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Commissario Montalbano hat es wirklich nicht leicht, denn trotz Fieberschüben und Gebirgskoller ist sein Einfallsreichtum überaus gefragt. Doch zum Glück gibt es immer ein paar Dinge, die seine gute Laune am Leben erhalten: das Meer vor seiner Haustür in Marinella, die Köstlichkeiten in der Trattoria San Calogero und – die Frauen. Was wäre die Welt ohne das schöne Geschlecht, dem sowohl Montalbano als auch der Sizilianer im Allgemeinen und überhaupt alle Männer irgendwie verbunden sind: intelligente Frauen, schöne Frauen – aber vor allem gefährliche Frauen, die auf Rache sinnen? Und Frauen rächen sich nicht irgendwie, sondern auf raffinierte Weise, giftig, mit spitzer Zunge und anderen – garantiert tödlichen – Waffen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Hier zeigt sich, was einen großen Erzähler ausmacht« 77°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Das neueste Buch aus der Montalbano-Reihe ist eine Kombination aus den bisher in der Reihe erschienenen Romanen und Kurzgeschichten. »Die Rache des schönen Geschlechts« enthält neben den drei Kurzgeschichten

  • Fieber
  • A Hatful of Rain oder Ein Hut voll Regen
  • Montalbano hat Angst

auch drei Erzählungen,

  • Tödlich verwundet
  • Das vierte Geheimnis
  • Die Dinge im Dunkeln lassen,

die mit einem Umfang von jeweils etwa hundert Seiten schon fast Romanstärke erreichen.

Über den Inhalt der einzelnen Geschichten möchte ich nicht allzu viel verlieren, – denn davon steht in obigem Klappentext schon genügend – aber für reichlich Abwechslung ist gesorgt. Eine der Erzählungen führt Montalbano weit zurück in die Vergangenheit, zwei davon passen wunderbar zum Arbeitstitel »Rache des schönen Geschlechts«. Die Kurzgeschichten sind nicht direkt Krimis, haben aber allesamt eine schöne Pointe und führen den Commissario in die italienischen Berge und nach Rom.

Bekannt ist die Besetzung: Neben Catarello, dessen unfreiwillige Pointen nicht fehlen dürfen, sind natürlich auch Augello, Fazio und Galluzzo mit von der Partie. Die liebevoll-distanzierte Beziehung zu seiner Dauerverlobten Livia ist ebenso Thema wie das anziehende Wesen schöner Frauen auf Montalbano. Und die Köstlichkeiten, die dem Commissario von seiner Haushälterin Adelina und in der Trattoria San Calogero vorgesetzt werden, können wir mittlerweile auch schon erkennen, ohne im Anhang nachschlagen zu müssen. Daß dennoch bei dem sizilianischen Schriftsteller nie Langeweile aufkommt, liegt daran, dass einem seine Figuren mittlerweile vertraut geworden sind, man sich über ihre verschrobene Art amüsieren kann und immer irgendwo eine Überraschung auf den Leser wartet.

Wie es Camilleri schafft, auch auf nur wenigen Seiten zuweilen eine ausgefeilte Story auf die Beine zu stellen, die durchdacht ist und eine Pointe hat, daran kann sich manch anderer Autor ein Beispiel nehmen. Hier zeigt sich, was einen großen Erzähler ausmacht.

Ihre Meinung zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts«

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Luise zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts« 13.01.2010
Ich liebe Kurzgeschichten, und auch die Erzählungen in diesem Band haben mir äußerst gut gefallen. Camilleri besitzt die Gabe, ungewöhnliche Plots mit interessanten Figuren zu kombinieren und auch einmal andere Erzählperspektiven zu wählen. Für mich war dieser Band ein echtes Highlight, das ich gern insbesondere Camilleri-Einsteigern empfehlen kann.
krimibee zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts« 14.12.2005
Anscheinend habe ich kein Faible für Kurzgeschichten. Die drei längeren Stories in diesem Band haben mir daher auch besser gefallen als die kurzen. Insgesamt ganz nette Unterhaltung, jedoch kommt der Charme der Erzählung bei den etwas komplexeren Fällen von Montalbano noch besser zur Geltung.
rauchwarter stefanie zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts« 14.04.2005
ich finde es wirklich amüsant dieses buch zu lesen, es macht sehr viel spaß! warum amüsant? der kommissar ist auf seine art und weise wirklich witzig. es gibt sehr viele szenen in dene mir ein gut gemeintes lächeln über die lippen kam! man kann sich sehr gut in die situationen hineinversetzen und es ist alles äußerst genau beschrieben , auch die dialoge finde ich sehr überlegt und gut geschrieben! ich bin erst 14 jahre und keine sehr begeisterte leserin, bis jetzt! ich habe mir fest vorgenommen alle bände von andrea camilleri zu lesen! und ich will ein großes kompliment an den autor aussprechen , der sich solch tolle geschichten ausdenken kann!ich empfehle dieses buch auf jeden fall weiter , es ist originell und lesenswert!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Marie zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts« 09.04.2005
Montalbano-Krimis zu lesen macht einfach Spaß, egal ob in langer Form im Roman oder in den Erzählungen. Auch wenn es nicht in jeder Geschichte um ein schweres Verbrechen geht, ist immer Montalbanos Spürnase gefragt. Originell und unbedingt lesenswert.
Martin zu »Andrea Camilleri: Die Rache des schönen Geschlechts« 17.10.2003
Das Buch besteht aus drei langen und drei kurzen Erzählungen in deren Mittelpunkt Commissario Montalbano steht. Herrlich zu lesen, man kann nicht aufhören und versinkt in den Beschreibungen der Landschaft, der Menschen und den Situationen. Camillerie hat zwar schon einige Romane geschrieben, aber er würde niemals ein Fließbandschreiber wie Donna Leon werden, der es nur mehr um die Abrechnung mit der modernen Welt geht. Montalbano ist unberechenbar, mal ist er ein menschliches Wrack, mal ist er ein Energiebündel, er ist stimmungsmäßig ein Mensch wie du und ich.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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