Die Nacht des einsamen Träumers von Andrea Camilleri

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Gli arancini di Montalbano, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Sizilien, 1990 - 2009.

  • Mailand: Mondadori, 1999 unter dem Titel Gli arancini di Montalbano. 343 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2002. Übersetzt von Christiane v. Bechtolsheim. ISBN: 3-7857-1529-3. 379 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2003. Übersetzt von Christiane v. Bechtolsheim. ISBN: 3-404-92129-1. 381 Seiten.

'Die Nacht des einsamen Träumers' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Große und kleine Verbrecher garantieren Commissario Montalbano ein abwechslungsreiches Leben, denn seine Ermittlungen führen ihn nicht nur in jede Ecke seiner sizilianischen Heimat, sondern auch nach Rom, Genua und New York. Er trifft alte Freunde, macht neue Bekanntschaften und sammelt Erfahrungen fürs Leben, zum Beispiel, dass längst nicht alles, was nach Müll aussieht, auch Müll ist, oder wie gefährlich der Gebrauch eines Handys sein kann …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Abwechslungsreiche Stories um den unnachahmlichen Commissario« 83°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel


»Dottore, sind sie es wirklich selber persönlich?«

Diesen Spruch kennt jeder, der bereits einen Montalbano-Roman des Sizilianers Andrea Camilleri gelesen hat. So pflegt sich Catarello, der etwas naive Mitarbeiter von Commissario Salvo Montalbano am Telefon zu melden, wenn er wieder mal in aller Frühe eine wichtige Meldung zu machen hat und seinen Chef aus dem Bett holt. Catarello ist meine Lieblingsfigur in den Montalbano-Romanen. Bei seiner herrlich umständlichen Ausdrucksweise hat man immer etwas zu lachen. Auch in dem Band von Erzählungen »Die Nacht des einsamen Träumers« kriegt man obigen Spruch wieder des öfteren zu hören.

Zwanzig Geschichten à zwanzig Seiten

Insgesamt zwanzig Geschichten bekommt der Leser geboten, im Schnitt knapp zwanzig Seiten lang, und einen Fall davon löst besagter Catarello sogar selber ganz persönlich. Und wer die bisherigen Montalbano-Romane gelesen hat, der wird auch einige alte Bekannte wiedertreffen wie z.B. Signora Clementina Vasile Cozzo, bei der der Commissario nie ein Essen ausschlagen würde.

Recht unterschiedliche Fälle warten hier auf Montalbano. Nicht immer ist es ein Mord, den er aufzuklären hat, manchmal sind es auch ganz banal scheinende Dinge. So verschwindet plötzlich der Kasten, in dem die Aufgebote des Standesamts aushängen. Oder es wird in ein Haus eines Mannes eingebrochen, der nichts wegwirft, nicht einmal seine eigenen Exkremente. Die Beute ist ein Karton mit den gesammelten Kronkorken der Bierflaschen, die der Mann in einem Jahr getrunken hat. Und dann ist da noch eine ganz spezielle Story, in der der Erfinder von Montalbano sogar selber auftritt.

Montalbano als Quasi-Holmes

Und der Commissario löst die Fälle, denen es an Originalität wahrlich nicht mangelt, in seiner unnachahmlichen Art und Weise. Teilweise muß er sich dafür noch nicht mal aus dem Haus bemühen, sondern schafft es, ganz einfach durch nachdenken auf die manchmal verblüffende Lösung zu kommen.

»Die Nacht des einsamen Träumers« ist eine der besten mir bekannten Sammlung von Krimi-Kurzgeschichten. Da ist kaum ein schwächerer Ausreißer dabei. Auf nur wenigen Seiten schafft es der Autor, die Charaktere bildlich darzustellen, so daß sich der Leser unversehens mitten im Geschehen wiederfindet. Und die abwechslungsreichen Stories sind allesamt logisch durchdacht und bieten oft erstaunliche Überraschungen.

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garyboldi zu »Andrea Camilleri: Die Nacht des einsamen Träumers« 19.10.2015
Ich frage mich immer, ob der Rezensent auch das Buch wirklich gelesen hat, oder nur irgend woher seine Meinung kopiert. So sollte es doch auffallen, dass es gar keinen Catarello gibt, mehrfach so geschrieben, also kein Typo. Der Mann heißt Catarella. Mit A ! In allen Büchern. Und er scheint 24 Stunden im Dienst zu sein. 7 Tage die Woche.
semmelknoederl zu »Andrea Camilleri: Die Nacht des einsamen Träumers« 04.10.2010
Eigentlich mag ich keine Shortstories, ich lese lieber Romane.

Aber, Camilleri kanns einfach und ich habe mit Erstaunen festgestellt, dass sie mir tatsächlich Spass gemacht haben.

Einzig die manchmal (für meinen Geschmack) etwas sehr unverblümte Sprache der Protagonisten (vorallem auch Montalbanos) müßten nicht sein. Aber womöglich wirken dadurch seine Figuren immer so glaubwürdig. Wer von uns drückt sich schon immer gewählt aus...;O)

Und warum Montalbano mit Livia zusammen ist, wird sich mir auch nach vielen weiteren Büchern nicht erschließen, fürchte ich. ;O)
Marie zu »Andrea Camilleri: Die Nacht des einsamen Träumers« 26.02.2005
Es macht einfach Spaß, diese tollen Geschichten zu lesen. Die Verbrechen, die Montalbano aufzuklären hat, sind eher originell als spektakulär, und das ist eine willkommene Abwechslung.
Man sollte nach Möglichkeit schon einen der Romane gelesen haben und somit Montalbano und sein Umfeld kennen, weil einige Seitenhiebe und Spitzen kaum zu verstehen sind.
Ein Spitzenbuch unter den Krimigeschichten-Büchern.
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